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Dienstleistungen im Maschinenbau

Vom Kostenfaktor zum Gewinntreiber

Dienstleistungen im Maschinenbau
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Paul Morgenthaler
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Reutlingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5762-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5762-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5762-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Morgenthaler, Paul Januar 2002: Dienstleistungen im Maschinenbau, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Customer Relationship Management, Preis, Service, Kundenbindung, Kundendienst

Diplomarbeit von Paul Morgenthaler

Einleitung:

Immer mehr Maschinenbauer definieren sich heute nicht mehr als reine Produkthersteller, sondern als Lösungsanbieter für ihre Kunden. Dieses Geschäftsmodell zielt darauf ab, mit Hardware und Dienstleistungen kundenspezifische Problemlösungen abzubilden. Vielen dieser Maschinenbauer gelingt es jedoch nicht, den für die Kunden geschaffenen Mehrwert über höhere Margen abzuschöpfen. Andere Branchen, wie z.B. IT-Hardware Produzenten, sind in dieser Hinsicht wesentlich erfolgreicher.

In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, dass der Maschinenbau bei agressiverer Vermarktung und Bepreisung von Dienstleistungen den Branchenumsatz um 14% steigern kann. Aufgrund der großen Bedeutung des Maschinenbaus für die deutsche Volkswirtschaft würde dies zu einem zusätzlichen Wachstum von Deutschlands BIP um 1% führen.

Allerdings ist die Vermarktung industrieller Dienstleistungen des Maschinenbaus mit zahlreichen spezifischen Problemen verbunden, die hauptsächlich durch deren Individualität bedingt sind. Der Anbieter von industriellen Dienstleistungen muss in der Wahrnehmung des Kunden eine höhere Problemlösungskompetenz als die Wettbewerber oder er selbst verfügen. Nur dann ist er bereit, für die Dienstleistungen zu bezahlen. Aufgabe des Anbieters ist es, dem Kunden den Wert seiner Dienstleistungen zu vermitteln. Je höher der tatsächliche wirtschaftliche und der wahrgenommene Wert für den Kunden, desto höher wird dessen Preisbereitschaft ausfallen. Der industrielle Dienstleister kann den wirtschaftlichen und wahrgenommenen Kundenwert mit Hilfe eines im Rahmen der vorliegenden Arbeit entwickelten Instrumentariums ermitteln und in seine Preisfindung einbeziehen. Führende Maschinenbauer wie die Heidelberger Druckmaschinen AG und die Lignum Gruppe haben sich durch konsequente Umsetzung ihrer Preisstrategien mit Dienstleistungen neues Wachstumspotenzial erschlossen.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS v
ABBILDUNGSVERZEICHNIS vi
1. EINFÜHRUNG 1
Hintergrund der Arbeit 1
Zielsetzung der Arbeit 2
Thematische Abgrenzung 3
Methodischer und inhaltlicher Überblick 3
2. DEFINITIONEN 5
2.1 Industrielle Dienstleistungen 5
2.2 Projekte 6
2.3 Vermarktung 7
3. BRANCHENÜBERBLICK MASCHINENBAU 8
3.1 Maschinenbau im quantitativen Branchenvergleich 8
3.2 Entwicklung der Ertragslage im Maschinenbau 10
3.3 Branchenstruktur des Maschinenbaus 12
3.3.1 Verteilung nach Unternehmensgrößen 12
3.3.2 Effektivität der Größenverteilung 13
3.3.3 Zusammenhang zw. Unternehmensgröße u. Dienstleistungsquote. 13
3.3.4 Untergliederung nach Fachzweigen 14
3.4 Entwicklung ausgewählter Fachzweige des Maschinenbaus 14
3.5 Dienstleistungen des Maschinenbaus 16
3.5.1 Bedeutung von Dienstleistungen in ausgewählten Fachzweigen 16
3.5.2 Bedeutung von Dienstleistungsarten 18
3.6 Ökonomisches Potenzial und Bedeutung von Dienstleistungen des Maschinenbaus 20
4. EINFLUSS- UND ERFOLGSFAKTOREN DER VERMARKTUNG INDUSTRIELLER DIENSTLEISTUNGEN 21
4.1 Entscheidungsbezogene Problemfelder 22
4.1.1 Einbindung von Partnern als fünfte Komponente des instrumentalen Mix 23
4.1.2 Probleme der Leistungsgestaltung 24
4.1.3 Probleme der Kontrahierung 27
4.1.4 Probleme der Kommunikation 31
4.1.5 Probleme der Distribution 33
4.1.6 Probleme der Einbindung von Partnern 33
4.2 Organisationales Beschaffungsverhalten 34
4.2.1 Personelle Zusammensetzung des Buying Centers 35
4.2.2 Der Beschaffungsprozess 37
4.2.3 Das Beschaffungskriterium 38
4.3 Phasenmodell der Vermarktung industrieller Dienstleistungen 40
4.3.1 Voranfragephase 40
4.3.2 Angebotserstellungsphase 41
4.3.3 Kundenverhandlungsphase 42
4.3.4 Projektabwicklungs- und Gewährleistungsphase 43
5. PREISFINDUNG UND PREISDURCHSETZUNG BEI INDUSTRIELLEN DIENSTLEISTUNGEN 44
5.1 Information als Grundlage des Pricing 44
5.1.1 Kosten-Informationen 44
5.1.2 Informationen über Wettbewerbspreise 45
5.1.3 Informationen über den wahrgenommenen Kundennutzen 45
5.2 Effektive Kundensegmentierung als Grundlage des Pricing 48
5.2.1 Der Segmentierungsprozess 49
5.2.2 Grundmodell der Segmentierung 49
5.2.3 Dual-objective Segmentierungstechnik 50
5.2.4 Strategische Kundensegmentierung 51
5.2.5 Operative Kundensegmentierung 52
5.3 Strategien der Preisfindung 53
5.3.1 Kostenorientierte Preisfindung 54
5.3.2 Wettbewerbsorientierte Preisfindung 54
5.3.3 Wertorientierte Preisfindung 55
5.3.4 Integration der Preisfindungsstrategien 56
5.4 Preisdurchsetzung 57
5.4.1 Organisationale Zuordnung der Dienstleistungserbringer 57
5.4.2 Bündelungsgrad der Preise 58
5.4.3 Preis-Verhandlungsstrategie 61
6. PRAXISBEISPIELE ERFOLGREICHER VERMARKTUNG INDUSTRIELLER DIENSTLEISTUNGEN DES MASCHINENBAUS 63
6.1 Heidelberger Druckmaschinen AG 63
6.1.1 Unternehmensüberblick 63
6.1.2 Dienstleistungsstrategie 63
6.2 Lignum Gruppe 67
6.2.1 Unternehmensüberblick 67
6.2.2 Dienstleistungsstrategie 67
7. KONZEPTION EINES PRAKTISCHEN INSTRUMENTARIUMS ZUR UMSETZUNG DER INTEGRIERTEN PREISFINDUNG 70
7.1 Anforderungen an das Instrumentarium 70
7.2 Berechnungsschema zur Ermittlung des wirtschaftlichen Werts 71
7.3 Scoring-Modell zur Abschätzung des wahrgenommenen Werts 72
7.4 Integriertes Pricing-Cockpit für industrielle Dienstleistungen 75
7.5 Erweitertes Segmentierungs-Modell 77
8. DIENSTLEISTUNGEN IM MASCHINENBAU: SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK 79
9. ANHANG i
9.1 Überblick Methodik i
9.2 Überblick Projekt-Dienstleistungen ii
9.3 Dienstleistungspyramide Heidelberger Druckmaschinen iv
9.4 Internationaler Renditevergleich Maschinenbau v
9.5 Gesprächsleitfaden Expertengespräche viii
9.6 Anschreiben geplante Kundenbefragung ix
9.7 Fragebogen geplante Kundenbefragung x
10. EXPERTENGESPRÄCHE xiv
11. LITERATURVERZEICHNIS xv
12. EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG xx

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im Bereich industrieller Dienstleistungen definiert sich ein KKV aus der Wahrnehmung des Nachfragers, dass ein Anbieter seine Probleme besser lösen kann als dessen Wettbewerber und ihm somit einen Nutzenvorteil verschafft. Dieser Nutzenvorteil kann quantifiziert und mit der Kostendifferenz zu den Wettbewerbern verrechnet werden, um so den Nettonutzenvorteil des Angebots zu bestimmen. Aufgrund der Immaterialität und Individualität von Dienstleistungen können aber im Voraus weder Nutzen noch Kosten genau festgestellt werden. Daher ist es in diesem Markt noch erfolgskritischer als auf Produktmärkten, dass der Anbieter sich und seine Leistung überzeugend darstellt und das Vertrauen des Nachfragers gewinnt. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass Vertrauen nicht nur auf der Ebene der rationalen Argumentation sondern in gleichem Maße auf einer emotionalen Ebene gewonnen werden muss. Das Personal des Kunden muss gerne mit dem des Dienstleisters zusammenarbeiten und vice versa. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist umso höher, je ähnlicher sich beide Seiten auf der individuellen und organisationalen Ebene sind. [...]

4. Einholung und Analyse von Angeboten: Sobald eine ausreichende Anzahl potenziell geeigneter Anbieter identifiziert werden kann, können Angebote eingeholt und hinsichtlich bestimmter Kriterien analysiert werden. 5. Bewertung der Anbieter und Auswahl: Auf die Analyse folgt die Bewertung der Angebote, die bei verschiedenen Buying Center-Mitgliedern unterschiedlich ausfallen kann. Am Ende dieser Phase steht jedoch die Beschaffungsentscheidung. 6. Performancebewertung und Feedback: Noch während Erbringung der Dienstleistung oder danach kann auf formeller oder informeller Basis eine Bewertung der Qualität und Kundenzufriedenheit durchgeführt werden. Ein Vermarkter industrieller Dienstleistungen kann durch Beratung von einer möglichst frühen Phase an ein „creeping commitment“ des Nachfragers erreichen, was einen klaren Vorteil im Rahmen der Beschaffungsentscheidung bedeuten kann.84 Allerdings sollten hierbei immer die Kosten im Auge behalten und ein zu großer Abfluss von unbezahltem Know-How vermieden werden. [...]

4.2.2 Der Beschaffungsprozess Der organisationale Beschaffungsprozess gliedert sich in sechs Abschnitte, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass alle Prozessabschnitte durchgeführt werden, mit der Komplexität der Entscheidungssituation und der Höhe des Auftragswerts korreliert. 1. Bedarfserkennung: Die Bedarfserkennung kann durch interne und externe Faktoren induziert werden. Als interne Faktoren sind die Mitarbeiter des Unternehmens zu verstehen, in welchem der Bedarfsfall auftritt. Externe Faktoren können z.B. Vertreter eines industriellen Dienstleisters sein, die dem Unternehmen das Kostenoptimierungspotenzial bei Inanspruchnahme einer Technischen Betriebsberatung aufzeigen. Sobald die Erkenntnis auch zu der konkreten Absicht führt, den Bedarf durch eine Beschaffung zu decken, wird der eigentliche Beschaffungsprozess initiiert. 2. Bestimmung der Spezifikationen und Leistungsmenge: In dieser Phase bestimmt der Nachfrager seine qualitativen und quantitativen Anforderungen. Anbietende industrielle Dienstleister sollten hierbei versuchen, Einfluss auf die Spezifikationen zu nehmen, was zu einem Wettbewerbsvorteil in späteren Phasen des Beschaffungsprozesses führen kann. [...]

Arbeit zitieren:
Morgenthaler, Paul Januar 2002: Dienstleistungen im Maschinenbau, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Customer Relationship Management, Preis, Service, Kundenbindung, Kundendienst

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