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Didaktische Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Lernens in Online-Seminaren

Tutorielle Maßnahmen zur Föderung und Unterstützung des Lernens in Online-Seminaren

Didaktische Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Lernens in Online-Seminaren
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Axel Pathe
  • Abgabedatum: Oktober 2007
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • Bibliografie: ca. 230
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1907-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pathe, Axel Oktober 2007: Didaktische Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Lernens in Online-Seminaren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Learning, Online-Tutoring, Virtuelle Seminare, Selbstgesteuertes Lernen, Online-Seminar

Magisterarbeit von Axel Pathe

Problemstellung:

Neue Informations- und Kommunikationstechnologien bieten ein breites Spektrum computervermittelten Lernens. Aufgrund der virtuellen Vernetzung lassen sich Lernformen realisieren, welche die Gefahr des isolierten Lernens hinsichtlich virtueller Lernumgebungen überwinden, indem erweiterte Möglichkeiten der Kommunikation und Kooperation mit anderen Lernenden sowie dem Lehrenden zur Verfügung stehen. Kommunikation stellt sich aber nicht allein dadurch ein, dass die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Die neuen Technologien ermöglichen zwar eine Verbesserung der Lehr-Lernsituation an Hochschulen (Orts- und Zeitunabhängigkeit des Lernens und Unterrichtens, höhere Qualität der Lehre, etc.), jedoch stellt der Einsatz computervermittelter Lernumgebungen auch hohe Anforderungen an Studierende und Dozenten. Die Rolle des Dozenten verschiebt sich dabei von der traditionellen Wissensvermittlung hin zu Informationscoaching (Orientierung schaffen), Moderation (Kommunikation steuern) und Betreuung (motivieren und Isolation entgegenwirken) der virtuellen Lernprozesse. Von den Studierenden werden hingegen deutlich mehr Eigenverantwortung hinsichtlich Aktivität, Selbststeuerung und Kontrolle ihrer Lernprozesse verlangt. Aufgrund spezifischer Defizite hypertextbasierter Lernumgebungen wie Orientierungsverlust (lost in hyperspace), Schwierigkeiten beim Auffinden von relevanten Informationen, Verunsicherung des Nutzers durch Angebotsfülle und Unübersichtlichkeit sollten Lernende nicht einfach zusammengesetzt und sich selbst überlassen werden. In herkömmlichen Präsenzveranstaltungen bewährte Lernformen können hierbei nicht direkt auf virtuelle Lernszenarien angewandt werden, da eine Übertragung traditioneller Didaktik auf virtuelle Lehr-Lernszenarien nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der Lehre führt.

Virtuelle Seminare (an den Hochschulen und in Weiterbildungsmaßnahmen) gleichen noch häufig einem Informationspool multimedial aufbereiteten Materials, mit dem sich die einzelnen Teilnehmer beschäftigen, um es passiv zu rezipieren. Um also den Studierenden aktive und selbstgesteuerte Lernprozesse in virtuellen Lernumgebungen zu ermöglichen kommt einer angemessenen instruktionalen Unterstützung eine herausragende Bedeutung zu. In dieser Hinsicht wird dem Online-Tutor für Prozesse netzbasierter Wissensvermittlung eine entscheidende Rolle zugeschrieben, da sich Teilnehmer virtueller Seminare i.d.R. stark an dem Lehrenden orientieren und die kommunikativen Prozesse zwischen Lehrendem und Lerner sowohl der Wissensvermittlung als auch motivationaler Unterstützung dienen. Aus diesem Grund besteht für Online-Tutoren über das fachliche Wissen hinaus die Aufgabe eines persönlichen Engagements hinsichtlich des Lehrmaterials und einer empathischen Einstellung für die Studierenden, um dadurch die Akzeptanz für strukturierte Lernvorgaben und Hilfsangebote zu erhöhen. Hieraus wird ersichtlich, dass Betreuung im Telelernen ein zentrales Thema der Didaktik computerunterstützten Lernens darstellt. Insbesonderebetrifft dies die(Neu-) Definition der wesentlichen Aufgaben und Kompetenzen eines Online-Tutors. Diese lässt sich sowohl auf Basis theoretischer Überlegungen als auch empirisch anhand von Evaluationen zum Selbstverständnis von Tele-Tutoren ableiten. Der übereinstimmende Konsens hierbei bezieht sich auf die Auffassung des Lehrenden als ‘learning facilitator’ bzw. Lernberater. Ausgehend von einer konstruktivistisch geprägten Didaktik und der mediumspezifischen Besonderheiten des Online-Lernens lassen sich für Tele-Tutoren hinsichtlich ihrer Betreuungsaufgaben komplexe und differenzierte Rollen identifizieren, die sowohl pädagogische als auch soziale, organisatorische und technische Bereiche umfassen. Jedoch gibt es bis jetzt nur wenig systematische Studien hinsichtlich der komplexen Aufgabenfelder und tutoriellen Maßnahmen in virtuellen Seminaren. Auch liegen bislang wenig konkrete Hinweise aus der Literatur vor , welche Einzel- und Gruppenprozesse in virtuellen Veranstaltungen gefördert werden sollten. Es besteht also diesbezüglich noch ein umfassender Forschungsbedarf, um tutorielle Unterstützung in virtuellen Seminaren zu optimieren.

Ausgehend von den Problemen beim virtuellen Lernen ist es das Ziel dieser Arbeit theoriegeleitet tutorielle Kompetenzen und Aufgaben zu beschreiben. Hierzu wird das Online-Seminar: ‘Entwicklung und Implementation virtueller Lehr-Lernumgebungen’ untersucht, das im Sommersemester 2007 an der VHB/LMU durchgeführt wurde. Dabei wurden anhand der theoretischen Vorüberlegungen Kategorien tutorieller Unterstützung entwickelt und anschließend auf das untersuchte virtuelle Seminar angewendet. So konnte der Frage nachgegangen werden, inwieweit die bisherigen theoretischen und empirischen Forschungsbefunde bezüglich tutorieller Unterstützung sich im Rahmen des untersuchten Seminars bestätigen lassen.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit gliedert sich in zwei Haupteile, wobei im ersten Teil (2.-4. Kapitel) zum einen das Lernen in virtuellen Seminaren hinsichtlich spezifischer Potentiale, methodisch-didaktischer Gestaltung und Charakteristika selbstgesteuerten und kooperativen Lernens ausführlich dargestellt wird (2. Kapitel). Zum anderen wird die tutorielle Unterstützung in virtuellen Seminaren anhand der Aufgabenbereiche eines Online-Tutors näher bestimmt, wobei hierzu die Dimensionen instruktionaler Unterstützung (motivational, sozial und kognitiv) zugrunde gelegt werden. Ferner erfolgt eine Beschreibung der Basiskompetenzen eines Online-Tutors, die für eine effektive Betreuung virtuellen Lernens erforderlich sind (3. Kapitel). Schließlich wird anhand der Beschreibung des 5-Stufen-Modells und der E-tivities nach Salmon (2005) der Verlauf eines Online-Seminars prozeßhaft dargestellt (4. Kapitel).

Im zweiten Hauptteil (5.-9. Kapitel) wird zuerst das Online-Seminar: ‘Entwicklung und Implementation virtueller Lehr-Lernumgebungen’ eingehend beschrieben (5. Kapitel), bevor einige zentrale Fragestellungen zur Untersuchung des Seminars formuliert werden (6. Kapitel). Im Anschluss daran folgt eine Erläuterung der Vorgehensweise zur Analyse des untersuchten Online-Seminars. Hierbei werden entsprechend der Dimensionen instruktionaler Unterstützung (motivational, sozial, kognitiv) Kategorien zur tutoriellen Unterstützung entwickelt (7. Kapitel), um diese im Ergebnisteil (8. Kapitel) durch Anwendung auf das virtuelle Seminar näher zu veranschaulichen und dadurch die Bedeutung der tutoriellen Unterstützungsmaßnahmen zu erfassen. Zum Abschluss werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Ausführungen diskutiert (9. Kapitel).

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung und Ziel der Arbeit 1
2. Lernen im virtuellen Seminar 4
2.1 Potentiale des virtuellen Lernens 4
2.2 Begriffsbestimmung - virtuelles Seminar 6
2.3 Didaktisch-methodische Gestaltung virtueller Seminare 8
2.3.1 Konstruktivistische Lernphilosophie 8
2.3.2 Problemorientierte Gestaltungsprinzipien 10
2.3.3 Gestaltungsprinzipien virtueller Lernumgebungen 11
2.4 Charakteristika des Lernens in virtuellen Seminaren 13
2.4.1 Selbstgesteuertes Lernen 13
2.4.2 Kooperatives Lernen 15
2.4.3 Probleme des selbstgesteuerten und kooperativen Lernens 19
3. Tutorielle Unterstützung im virtuellen Seminar 22
3.1 Dimensionen instruktionaler Unterstützung durch den Online-Tutor 22
3.1.1 Motivationale Aspekte 22
3.1.2 Soziale Aspekte 24
3.1.3 Kognitive Aspekte 26
3.2 Aufgaben des Tutors 29
3.2.1 Voraussetzungen herstellen 29
3.2.2 Motivationale Förderung und Unterstützung 30
3.2.3 Soziale Förderung und Unterstützung 32
3.2.4 Kognitive Förderung und Unterstützung 33
3.3 Basiskompetenzen des Tutors 34
3.3.1 Persönlichkeitskompetenz 34
3.3.2 Medien- und technische Kompetenz 35
3.3.3 Methodisch-didaktische Kompetenz 35
3.3.4 Sozialkompetenz 36
3.3.5 Fachkompetenz 37
4. Das 5-Stufen-Modell und E-tivities 38
4.1.1 Zugang und Motivation 40
4.1.2 Online-Sozialisation 41
4.1.3 Informationsaustausch 43
4.1.4 Wissenskonstruktion 44
4.1.5 Entwicklung 45
5. Beschreibung des Online-Seminars: ‚Entwicklung und Implementation virtueller Lehr-Lernumgebungen’ 47
5.1 Rahmenbedingungen des Seminars 47
5.2 Ziele und Inhalte des Seminars 48
5.3 Der Seminarablauf 52
5.4 Die pädagogisch-psychologische Gestaltung der virtuellen Lernumgebung 54
5.5 Die technische Realisierung der virtuellen Lernumgebung 64
6. Fragestellungen 66
7. Vorgehen zur Analyse des Online-Seminars: „Entwicklung und Implementation virtueller Lehr-Lernumgebungen“ 69
7.1 Stichprobe und Datenerhebung 69
7.2 Datenauswertung 70
7.2.1 Herstellung von Voraussetzungen 71
7.2.2 Motivationale Förderung und Unterstützung 72
7.2.3 Soziale Förderung und Unterstützung 74
7.2.4 Kognitive Förderung und Unterstützung 76
8. Ergebnisse 78
8.1 Fragestellung 1: Tutorielle Maßnahmen zur Herstellung von Voraussetzungen 78
8.2 Fragestellung 2: Tutorielle Maßnahmen zur motivationalen Förderung und Unterstützung 81
8.3 Fragestellung 3: Tutorielle Maßnahmen zur sozialen Förderung und Unterstützung 86
8.4 Fragestellung 4: Tutorielle Maßnahmen zur kognitiven Förderung und Unterstützung 91
9. Zusammenfassung und Diskussion 97
9.1 Tutorielle Maßnahmen zur Unterstützung von Lernenden in Online-Seminaren 97
9.2 Ausblick 106
Abbildungsverzeichnis 107
Tabellenverzeichnis 108
Literaturverzeichnis 109
Anhang 125
Anhang I: E-Mails des Online-Tutors 125

Textprobe:

Kapitel 5.4, Die pädagogisch-psychologische Gestaltung der virtuellen Lernumgebung:

Die in Kapitel 2. beschriebenen Gestaltungsprinzipien virtueller Lernumgebungen, die auf eine bewusste Förderung und Unterstützung aktiv-konstruktiver, selbstgesteuerter, kooperativer und situierter Lernprozesse abzielen, werden im Online-Seminar ‘Entwicklung und Implementation virtueller Lehr-Lernumgebungen’ in folgender Weise umgesetzt.

Das Online-Seminar ‘Entwicklung und Implementation virtueller Lehr-Lernumgebungen’ beruht zum einen auf einer systematischen Gestaltung im Sinne des Instructional Design. Dabei präsentiert der Lehrende den Lernenden sukzessive die in den Lernmodulen aufbereiteten Inhalte, die diese passiv rezipieren. Zum anderen beinhaltet das Seminar die in Kapitel 2. beschriebenen Gestaltungsprinzipien virtueller Lernumgebungen, die auf eine bewusste Förderung und Unterstützung aktiv-konstruktiver, selbstgesteuerter, kooperativer und situierter Lernprozesse abzielen. Die Kombination beider Ansätze ermöglicht eine möglichst umfassende Nutzung der Vorteile der jeweiligen didaktischen Gestaltungsprinzipien.

Die systematische Gestaltung der virtuellen Lernumgebung wird durch eine strukturierte Präsentation der Inhalte erreicht, was sich an den acht Lernmodulen und an den übersichtlichen, nicht zu elaborierten Einführungstexten zu den jeweiligen Themenaspekten ablesen lässt. Die Studierenden übernehmen zunächst eine passive rezeptive Rolle und werden anhand von implementierten Übungsaufgaben zur Wiederholung des Gelernten angeleitet. Zudem wird durch die Übungsaufgaben das erworbene Wissensniveau getestet. Die Studierenden erhalten außerdem die Möglichkeit eine Vergleichslösung aufzurufen, so dass Fehlkonzepte vermieden werden können. Die systematische Aufbereitung der Lernumgebung im Sinne eines behavioristischen Lernverständnis dient in erster Linie dem individuellen Wissenserwerb. Vor allem bei einer hohen Anzahl von Seminarteilnehmern und bei einer zugleich heterogenen Zielgruppe hinsichtlich des Vorwissens bietet sich diese Vorgehensweise zur Vermittlung von Orientierungs- und Grundlagenwissen bzw. Auffrischung bestehenden Wissens an.

Die problemorientierten Gestaltungsprinzipien der virtuellen Lernumgebung werden folgendermaßen umgesetzt:

Authentizität und Anwendungsbezug:

Die Einführungen zu den jeweiligen Lernmodulen werden häufig über authentische Fallbeispiele bzw. Ankerbeispiele veranschaulicht (z.B. Pharmaunternehmen Altana, Lernplattformen wie Was-ist-was). Diese zeigen den realen Gegenstandsbezug des theoretischen Wissens auf. Weiterhin wird durch Gruppenaufgaben wie das Erstellen eines Projektmanagementkonzepts und eines Drehbuchs (3.Modul: ‘Planung virtueller Kurse’) sowie von HTML-Seiten (4. Modul: ‘Technische Umsetzung’) ein realitätsnaher Anwendungsbezug hergestellt. In allen Lernmodulen wird darauf geachtet, einen möglichst praxisnahen Bezug zum fachlichen Hintergrund der Seminarteilnehmer über authentische Aufgabenstellungen zu realisieren.

Multiple Kontexte:

Die in den Lernmodulen angebotenen multiplen Anwendungskontexte ermöglichen den Teilnehmern unterschiedliche Perspektiven, was insbesondere auch durch die Gruppenarbeit gefördert wird. Aufgrund der heterogenen Kleingruppenbildung und der expliziten Formulierung von Grundregeln der Zusammenarbeit (z.B. Einbringen individuellen Wissens und Könnens) durch den Online-Tutor ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen gewissermaßen ‘vorprogrammiert’.

Soziale Lernarrangements:

Die Bearbeitung der komplexen Lernaufgaben zu jedem einzelnen Modul erfolgt als Gruppe. Hierbei stellt das kooperative Zusammenarbeiten eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Lösung der Aufgabenstellungen dar. Durch rotierende Moderation und Rollenverteilung werden kooperative Lernstrategien eingeübt, die der Online-Tutor in der Präsenzveranstaltung bzw. über die ‘Hinweise zur Aufgabenbearbeitung’ an die Seminarteilnehmer vermittelt. Die Bewertung der gemeinsamen Gruppenlösungen und der virtuellen Zusammenarbeit bietet für die Seminarteilnehmer einen zusätzlichen Anreiz sich engagiert an der Gruppenarbeit zu beteiligen.

Informations- und Konstruktionsangebot:

Das Informationsangebot basiert auf den Einführungstexten zu den jeweiligen Themengebieten, die in verschiedene Unterkapitel aufgegliedert sind. Dabei stellt der erste Teil eine theoriegeleitete Einführung dar, während der zweite Teil eine optionale Vertiefung ermöglicht. Zum Ende eines jeden Lernmoduls werden jeweils noch weiterführende Literaturhinweise angeboten, die zur Bearbeitung der problemorientierten Aufgabenstellungen behilflich sein können. Um eine aktive Wissenskonstruktion der Teilnehmer zu fördern, werden praktische Anwendungsaufgaben (z.B. Modul 3 und 4) gestellt. Vor allem die Gruppenarbeit fordert dabei eine gemeinsame Wissenskonstruktion der Lernenden heraus.

Instruktionale Anleitung und Unterstützung:

Die instruktionale Anleitung und Unterstützung der Seminarteilnehmer wird sowohl durch in die Lernumgebung implementierte Elemente als auch durch tutorielle Maßnahmen umgesetzt. Eine erste Einführung in die Lernumgebung bietet dabei die Einstiegsseite, auf der die Seminarteilnehmer einen Überblick zum technischen und inhaltlichen Aufbau des Seminars erhalten (siehe hierzu auch 1.7: Inhaltliche Strukturen und Funktionen der Netzumgebung). Über einen Ressourcenordner lassen sich überdies Neuigkeiten und Informationen (z.B. Abgabefristen, Scheinvergabe, Seminarende, etc.) zum laufenden Seminar einholen.

Durch gewisse Wahlmöglichkeiten bei der freiwilligen Bearbeitung von Übungsaufgaben bzw. der Option die ergänzenden ‘Hinweise zur Aufgabenbearbeitung’ aufzurufen, wird den Teilnehmern das Gefühl von Autonomie und zugleich Kompetenzunterstützung vermittelt. In dieser Hinsicht hilft auch der Hinweis auf in der Lernumgebung bereitgestellte weiterführende Literatur (gegen Ende eines jeden Lernmoduls) die Studierenden bei ihrer Aufgabenbearbeitung zu unterstützen.

Die Aufgabenstellungen dienen einer strukturierten Anleitung zur problemorientierten Aufgabenbearbeitung und werden durch (die oben bereits genannten) optional aufzurufende ‘Hinweise zur Aufgabenbearbeitung’ ergänzt. Die Lerngruppen erhalten für ihre Aufgabenlösungen ein regelmäßiges Gruppenfeedback (siehe auch 1.6), das vom Online-Tutor über ein Feedbackforum übermittelt wird. Außerdem werden vom Online-Tutor noch Emails zu Beginn und Abschluss eines Lernmoduls versandt, die die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf wesentliche Aspekte des Lernprozesses lenken sollen. Diese Start- und Feedbacknachrichten (Emails) haben wie die Zwischennachrichten (Emails) zum Zweck organisatorische, technische und soziale (v.a. koordinative) Unterstützung zu leisten.

Zur Unterstützung der Koordination der Gruppenarbeit werden von den Teilnehmern und dem Online-Tutor gemeinsam wesentliche Gruppenregeln zur Zusammenarbeit gemeinsam ausgehandelt (Präsenzveranstaltung), die zu einer aktiven, engagierten und kooperativen Partizipation aller Teilnehmer beitragen sollen. Die Einführung einiger grundlegender normativer Regeln zum sozialen Umgang miteinander unterstützt eine grundsätzlich faire und respektvolle Gruppenatmosphäre.

Die Aufgaben:

Die Aufgabenstellungen sind überwiegend fallbezogen bzw. projektmäßig (3.Modul) aufgebaut. Dabei werden die Aufgaben meistens in zwei Teile gegliedert (z.B. 1. Fallbeispiel/2. Fallbeispiel), um die Lernenden von vornherein zu einer angemessenen Koordination (z.B. Rollenteilung) und zu strukturiertem Vorgehen anzuleiten. Die Aufgaben beziehen sich auch explizit auf die Einführungstexte und können durch ein gründliches Bearbeiten der Übungsaufgaben bzw. der z.T. angebotenen inhaltlichen Vertiefungen und unter Zuhilfenahme der Literaturempfehlungen (Ressourcen Ordner) zu jedem Lernmodul effektiv gelöst werden. Die Komplexität der Aufgabenstellungen erfordert jedoch eine kooperative Arbeitsweise der Lerngruppen. Da die Kompetenz zu effektiver Teamarbeit nicht vorausgesetzt werden kann, werden die Lerngruppen mit zunehmenden Schwierigkeitsgrad an das Lösen problemorientierter Aufgaben herangeführt, wobei durch authentische und anwendungsbezogene Fälle ihre Motivation miteinander zu kooperieren unterstützt wird. Die Aufgaben werden neben der eigentlichen Aufgabenstellung noch durch optional aufzurufende ‘Hinweise zur Aufgabenbearbeitung’ ergänzt.

Arbeit zitieren:
Pathe, Axel Oktober 2007: Didaktische Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Lernens in Online-Seminaren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Learning, Online-Tutoring, Virtuelle Seminare, Selbstgesteuertes Lernen, Online-Seminar

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