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Diagonse und Unterstützung mentaler Wissensrepräsentationen in Projektteams

Eine Fallstudie

Diagonse und Unterstützung mentaler Wissensrepräsentationen in Projektteams
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Huss
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 163 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7378-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7378-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7378-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Huss, Jörg Juni 2003: Diagonse und Unterstützung mentaler Wissensrepräsentationen in Projektteams, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Team-Mental-Model, Gruppen-Feedback-Analyse, Aktionsforschung, Struktur-Lege-Technik

Diplomarbeit von Jörg Huss

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen von [my:PATorg] durchgeführt, eines vom BMBF geförderten Verbundprojekts vier deutscher Universitäten. Ziel von [my:PATorg] ist die Entwicklung multimedialer und interaktiver Lehrmodule für die Verfahrenstechnik, und deren Integration in die bisher vorherrschende, universitäre Präsenzlehre. Die TU-Berlin ist an diesem Projekt mit zwei Instituten und sieben Mitarbeitern beteiligt, welche in einem interdisziplinären Projektteam intensiv miteinander kooperieren. Institut A übernimmt dabei die Evaluation der, von Institut B inhaltlich und softwaretechnisch realisierten Lehrkomponenten. Beide Partner verfolgen dabei Entwurf, Entwicklung, Evaluation und Optimierung innerhalb eines parallel-iterativen Entwicklungsprozesses.

Eine solche Teamkonstellation ist seit einiger Zeit keine Ausnahme mehr. Mitarbeiter unterschiedlicher Altersstufen, Nationalitäten und Fachdisziplinen sind vor dem Hintergrund von Globalisierung, flacherer Organisationsstrukturen und anderer arbeitsorganisatorischer Veränderungsprozesse immer häufiger in gemeinsamen Projekten anzutreffen. Die facettenreiche Zusammensetzung der Projektteams ist dabei nicht nur erschwerende Herausforderung, sondern verspricht auch Kreativität und Innovation beim Arbeitsprozess.

Im Arbeitsalltag haben die meisten Projektteams jedoch zunächst mit grundlegenden Dingen zu kämpfen: „Warum habe ich eigentlich immer das Gefühl, dass wir nicht auf das selbe Ziel hinarbeiten?“ „Wieso hat mich mein Projektleiter nicht gefragt? Weiß er nicht, dass ich in diesem Thema Experte bin?“ Wenn sich Teammitarbeiter solche Fragen stellen, fehlt ihnen oftmals eine gemeinsame Sicht auf das Projekt. Es fehlen ihnen gemeinsame mentale Repräsentationen hinsichtlich der Ziele, Vorgehensweisen, Kompetenzen und Probleme, die ihr Team charakterisieren.

Nach fast einem Jahr gemeinsamer Projektarbeit verstärkte sich auch im beschriebenen Forscherteam die Wahrnehmung, dass eine gemeinsame Sichtweise in keinem befriedigenden Ausmaß vorliegt und deren Unterstützung wünschenswert wäre. Der Autor der Diplomarbeit ist seit Projektbeginn Mitglied des Teams und wollte dem Problem weiter nachgehen, um nach Wegen und Möglichkeiten zur Verbesserungen zu suchen. Aus dieser Intention heraus entstand die vorliegende Diplomarbeit, mit dem Ziel der Diagnose bzw. Erhebung individueller mentaler Repräsentationen zu team- und projektspezifischem Wissen, sowie deren interindividueller Abgleich.

Die Entwicklung und Funktion gemeinsamer mentaler Repräsentationen in Teams wird erst seit kurzem erforscht. Probleme der Diagnose und Unterstützung dieses Phänomens ergeben sich vor allem auf der methodischen Ebene. Aus diesem Grund werden in einer explorativen Fallstudie Methoden, welche teilweise aus benachbarten Forschungsfeldern entlehnt sind, an die spezifischen Bedürfnisse des Forscherteams angepasst, und deren Brauchbarkeit in einem Pre-Posttest-Design evaluiert. Sowohl bei der Methodenanpassung als auch während der Anwendung wird eng mit den Teammitgliedern zusammen gearbeitet. In diesem Sinne lässt sich die vorliegende Arbeit der Aktionsforschung zuordnen. Die mentalen Veränderung sollen durch Reflektion und Diskussion des rückgemeldeten Datenmaterials erreicht werden.

Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung besteht aus folgenden Kapiteln. Nach dem ersten einleitenden Kapitel wird im Kapitel 2 ein theoretischer Überblick zu mentalen Repräsentationen auf individueller und sozialer Ebene gegeben, sowie zur Aktionsforschung als leitendes Forschungsparadigma. Im dritten Kapitel werden Studiendesign und Durchführung beschrieben. Im Kapitel 4 folgt die Darstellung der Methoden und Ergebnisse für die drei unabhängig voneinander erhobenen Merkmale - teamspezifisches Wissen, projektspezifisches Wissen und Teamklima. Im fünften und abschließenden Kapitel werden die Ergebnisse diskutiert, und es wird auf weitere Fragestellungen verwiesen.

Abstract:

The presented case study is based on the intention to elicit, to illustrate and to match mental representations of knowledge in real project teams. An especially designed procedure is composed of four stages. At the beginning context-specific instruments were developed in close teamcooperation. At the second stage a resulting questionnaire was used to elicit team-specific knowledge. In addition, a structure mapping technique was chosen to extract project-specific knowledge. When the third stage followed the diagnosis an individual feedback of aggregated data was given. During jointly feedback sessions at stage four the elicited representations were reflected and similarities educed. The consequential changes in individual mental representations were examined by using a post-test. The questionnaire about team-specific knowledge was proven sensitive to group effects of institutional and hierarchical membership. For both instruments the inter-rater reliability is suggested to be a criterion for the degree of shared mental representations. Additionally, change effects were found in terms of more homogeneous represented knowledge units. Team climate was chosen as an additional criterion for success of the team development process. Measured by the TeamClimate-Inventory an improvement of team climate over the whole development cycle is established.

Inhaltsverzeichnis:

ZUSAMMENFASSUNG IV
ABSTRACT V
INHALTSÜBERSICHT VI
INHALTSVERZEICHNIS VII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS X
TABELLENVERZEICHNIS XI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XII
1. EINLEITUNG 1
2. THEORETISCHER HINTERGRUND 3
2.1 Mentale Repräsentationen 5
2.1.1 Funktionen mentaler Repräsentationen aus Sicht der Informationsverarbeitungstheorie 6
2.1.2 Modelle mentaler Repräsentationen 7
2.1.2.1 Schemata 9
2.1.2.2 Mentale Modelle 10
2.1.2.3 Semantische Raummodelle und semantische Netze 11
2.1.2.4 Produktionssysteme 12
2.1.2.5 Modellintegration 12
2.1.3 Entstehung und Entwicklung mentaler Repräsentationen 13
2.1.4 Methoden zur Erfassung mentaler Repräsentationen 14
2.1.5 Zusammenfassung 16
2.2 Geteilte mentale Repräsentationen in Teams 17
2.2.1 Inhalt und Form geteilter mentaler Repräsentationen 20
2.2.2 Team Mental Models 21
2.2.2.1 Aufgabenspezifisches Wissen 24
2.2.2.2 Teamspezifisches Wissen 24
2.2.3 Funktion von Team Mental Models 25
2.2.4 Optimale Ausprägung von TMMs 26
2.2.5 Entwicklungsprozesse von TMMs und deren Barrieren 27
2.2.6 Unterstützungsmöglichkeiten für TMMs 29
2.2.7 Methoden zur Erfassung von TMMs 31
2.2.8 Zusammenfassung 33
2.3 Änderungsdiagnostik und Aktionsforschung 34
2.3.1 Aktionsforschung 35
2.3.1.1 Abgrenzung der Aktionsforschung 35
2.3.1.2 Phasen der Aktionsforschung 37
2.3.1.3 Chancen und Probleme der Aktionsforschung 37
2.3.2 Gruppenfeedback 38
2.3.2.1 Geschichte und Erkenntnisse von Datenfeedbackverfahren 38
2.3.2.2 Gruppen-Feedback-Analyse 40
2.3.3 Zusammenfassung 42
2.4 Zusammenfassung und Ableitung der Forschungsfragen 44
3. STUDIENDESIGN 47
3.1 Beschreibung des Projektteams 48
3.2 Planung und Durchführung 49
3.2.1 Vorbereitungsphase 50
3.2.2 Diagnose 53
3.2.3 Datenfeedback 54
3.2.4 Gruppen-Feedback-Sitzung 55
3.2.5 Evaluation 57
4. EMPIRIE 58
4.1 TMMs zum teamspezifischen Wissen 59
4.1.1 Methode 59
4.1.1.1 Itemselektion 59
4.1.1.2 Fragebogen 61
4.1.1.3 Operationalisierung der Fragestellungen und Hypothesenbildung 61
4.1.2 Ergebnisse 64
4.1.2.1 Deskriptive Statistik 65
4.1.2.2 Gruppeneffekte 67
4.1.2.3 Veränderung des Team Mental Models 68
4.2 TMMs zum projektspezifischen Wissen 70
4.2.1 Methode 70
4.2.1.1 Überblick über Struktur-Lege-Techniken 70
4.2.1.2 Methodenintegration 72
4.2.1.3 Operationalisierung der Fragestellungen und Hypothesenbildung 74
4.2.2 Ergebnisse 76
4.2.2.1 Begriffszentralität 77
4.2.2.2 Korrespondenzkoeffizienten 79
4.3 Teamklima 82
4.3.1 Methode 82
4.3.2 Ergebnisse 84
5. DISKUSSION UND AUSBLICK 85
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse 86
5.1.1 Eignung der Unterstützungsmethode 86
5.1.2 Eignung der Diagnosemethoden 88
5.1.3 Auswirkungen des Teamentwicklungszyklus auf das Teamklima 89
5.2 Kritische Reflexion der Untersuchung 91
5.2.1 Untersuchungsdesign 91
5.2.2 Durchführbarkeit der Methoden 92
5.2.3 Ergebnisinterpretation 94
5.3 Ausblick 96
6. LITERATURVERZEICHNIS 98
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die aggregierten und explorativ analysierten Daten wurden den TMs zwei bis vier Tage nach ihrer individuellen Erhebung schriftlich zurückgekoppelt. Bis zu den gemeinsamen Feedbacksitzungen hatten die TMs verschiedene Bearbeitungen der Daten vorzunehmen, auf die im folgenden näher eingegangen wird. Teamspezifisches Wissen Das, für jedes TM individuell aufbereitete Datenmaterial enthielt für jedes P-Item (Personen-Item - konkret auf ein TM bezogenes FragebogenItem; z.B.: „Teammitglied AL sieht seine Aufgabe in der Qualitätskontrolle der Inhaltsentwürfe.“) den Gruppenmittelwert, dessen Varianz, den individuellen Eigenwert als auch den prognostizierten Gruppenmittelwert. Zur Veranschaulichung wurden die P-Items nach der Höhe der Differenzen zwischen dem Gruppenmittelwert und dem individuellen Eigenwert sortiert sowie die höchsten Varianzen (SS > 1) farblich hervorgehoben (siehe Anhang G). Die TMs wurden gebeten, fünf der für sie bedeutendsten Differenzen in einer Rangreihe zu kennzeichnen. Wenn möglich, sollten sie eine kurze Begründung anfügen. Ihnen wurde erklärt, dass diese Rangreihe die Reihenfolge bestimmt, in der die einzelnen Punkte innerhalb der GFS besprochen werden. Projektspezifisches Wissen Für eine erste qualitative Analyse wurden neun Begriffe mit den höchsten durchschnittlichen Begriffszentralitäten ausgewählt. Für jeden dieser Begriffe wurde ein Teilnetz im Form einer Spinne abgebildet. Diese Teilnetze umfassten alle Begriffe, die von mindestens einem TM direkt mit dem zentralen Begriff vernetzt wurden (siehe Anhang H). Abgetragen wurde die absolute Häufigkeit dieser Verknüpfung sowie deren häufigste Relationsart und -richtung. Dem einzelnen TM wurde dieselbe Abbildung ein zweites mal beigelegt. Hierauf waren nur die von ihm selbst [...]

Unter Diagnose wird die Erhebung von individuellen mentalen Modellen zu team- und projektspezifischem Wissen verstanden. Die Erhebungsinstrumente werden im Kapitel 4 noch genauer vorgestellt. Hier soll zunächst die Durchführung beschrieben werden. Für beide Wissensfelder wurden die TMs in Einzelsitzungen befragt. Sie wurden zum Ende gebeten, sich über inhaltliche Aspekte der Diagnose nicht vor der GFS auszutauschen. Mentale Modelle zu teamspezifischem Wissen Das teamspezifische Wissen wurde anhand eines Fragebogens (siehe Abschnitt 4.1.1.2 und Anhang D) innerhalb von Einzelsitzungen mit SM erhoben. Es gab dabei keine Zeitbeschränkungen. Die TMs schlossen die Bearbeitung nach 30 bis 50 Minuten ab. Mentale Modelle zu projektspezifischem Wissen Nach einer kurzen Einführung durch SM hinsichtlich Zielstellung, [...]

Planung und Durchführung identifiziert. Diese Punkte werden, wie auch die Unterpunkte Kompetenzen (M = 1,9), individuelle Ziele (M = 2,0), individuelle Aufgaben (M = 2,3) und Verlässlichkeit (M = 2,2) aus der Kategorie Selbst- und Fremdwahrnehmung, zu teamspezifischem Wissen zusammengefasst. Meeting „Methodenvorstellung“ Nachdem die Schwerpunkte durch das Team bestimmt waren, wurde ein erster Entwurf des Erhebungsinstrumentariums erstellt, und dem Team während eines zweiten außerordentlichen Teammeetings zurückgemeldet. Zweiter Tagesordnungspunkt bei diesem Treffen war die Vorstellung eines Zeitplanes für die konkreten gemeinsamen Arbeitsschritte. Die TMs wurden explizit gebeten, Fragen, Kommentare und Änderungsvorschläge beizutragen. Außer einigen Verständnisfragen erfolgten keine nennenswerten Beiträge. Partizipation zur Fragebogenentwicklung Für die Generierung eines Itempools zum teamspezifischen Wissen wurde wiederum um die Beteiligung der TMs gebeten. Dafür erhielten die TMs in individuellen Treffen mit SM einen Fragebogen vorgelegt, auf dem zur Erfassung der sechs Punkte des teamspezifischen Wissens (Kompetenzen, individuelle Aufgaben etc.) insgesamt 91 Items vorgeschlagen wurden (siehe Anhang C). Ziel dieser Vorgehensweise war die Selektion von relevanten Items für das eigentliche Fragebogeninstrument zu Diagnose teamspezifischen Wissens. Aufgabe der TMs war es, die Items nach der Wichtigkeit (0-3, 0=unwichtig, 1 = eher unwichtig, 2 = wichtig, 3=sehr wichtig) der angesprochenen Sachverhalte zu bewerten, sowie hinsichtlich der erwarteten Diskrepanzen in den Urteilen der TMs. Die TMs wurden angehalten, die teilweise recht komplizierte Instruktion mit eigenen Worten zu wiederholen und erhielten bei fehlerhafter Wiedergabe zusätzlich eine mündliche Instruktion von SM. Der Fragebogen enthielt die Möglichkeit, ein Item mit „unverständlich“ zu markieren. Für eine nähere Begründung dieser Art von Fragebogenerstellung sowie zur Einsicht in die Ergebnisse der Itemselektion siehe Abschnitt 4.1.1.1. [...]

Arbeit zitieren:
Huss, Jörg Juni 2003: Diagonse und Unterstützung mentaler Wissensrepräsentationen in Projektteams, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Team-Mental-Model, Gruppen-Feedback-Analyse, Aktionsforschung, Struktur-Lege-Technik

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