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Diagnosis Related Groups und Pflegeaufwand

Diagnosis Related Groups und Pflegeaufwand
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Nacke
  • Abgabedatum: Mai 2001
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 709,7 KB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4429-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4429-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4429-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Nacke, Matthias Mai 2001: Diagnosis Related Groups und Pflegeaufwand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Chemotherapie, Diagnosis Related Groups, Pflegeaufwand, Pflegediagnosen, Pflege-Personalregelung

Diplomarbeit von Matthias Nacke

Einleitung:

Zum 1. Januar 2003 soll das bisher geltende Krankenhausfinanzierungssystem, das aus Fallpauschalen, Sonderentgelten, Abteilungspflegesätzen und einem Basispflegesatz besteht, durch ein reines Fallpauschalensystem abgelöst werden. Somit wird erstmalig die Vergütung der Leistungen nahezu aller medizinischen Fachbereiche durch Fallpauschalen eingeführt. Es stellt sich also die Frage, ob die vorgeschlagenen australischen AR-DRGs in sich wirklich so homogen sind, dass ein pauschalisiertes Entgeltsystem zu einer sicheren Finanzierung für die einzelnen Krankenhäuser führt. Daher sollte an einer DRG exemplarisch untersucht werden, zum einen wie hoch die Variabilitäten von Verweildauer und Pflegeaufwand, gemessen an den Daten der Pflege-Personalregelung (PPR), ausfallen, und zum anderen, ob sich ein Einfluss der Pflegebedürftigkeit auf die DRG auch hier nachweisen lässt, wie dieses etwa in Arbeiten von Halloran und Kiley [1] geschah.

Ausgewählt wurde die DRG Chemotherapie (R63Z). Sie gehört zu den Fallpauschalen ohne Splitting. Demzufolge weist sie also keine Altersstufen, Komplikations- und Komorbiditätsstufen oder andere Unterteilungen auf. Das macht sie für eingehendere Betrachtung besonders interessant.

Im Rahmen der Untersuchung wurden alle Chemotherapien einer Station der Klinik für Tumorbiologie des Jahres 2000 herangezogen. Diese wurden weiterhin auf die beiden häufigsten Diagnosen, das Mamma CA (ICD-10: C50*) und das Colon CA (ICD-10: C18*) eingeschränkt. Damit fanden sich 184 Fälle, die sich wie folgt aufteilten:

- 90 Fälle: C18* bei 26 Patienten.

- 94 Fälle: C50* bei 37 Patienten.

Als Zielgrößen der Untersuchung wurden die Liegedauer und die Gesamtminutenzahl des Pflegeaufwandes (PPR) herangezogen. Einflussgrößen waren das Alter sowie als sehr grobes Maß der Pflegebedürftigkeit die Anzahl vergebener Pflegediagnosen.

Allein innerhalb dieser eingeschränkten Teilgruppe der DRG R63Z variierte die Verweildauer zwischen einem Minimum von 1 Tag und einem Maximum von 48 Tagen bei einem Median von 7 Tagen. Damit ist die Verweildauer deutlich höher als der australische Referenzwert [2], der von 1 Tag ausgeht. Die Gesamtminutenzahl der PPR lag zwischen 198 und 10799 Minuten mit einem Median von 896 Minuten. Während kein signifikanter Zusammenhang zwischen Pflegeaufwand bzw. Verweildauer und Alter nachgewiesen werden konnte, ergab sich sowohl ein signifikanter Zusammenhang (Spearman r = 0,69 bei Signifikanzniveau 0,01) zwischen dem Pflegeaufwand und der Zahl der Pflegediagnosen als Maß der Pflegebedürftigkeit und auch zwischen der Verweildauer und der Zahl der Pflegediagnosen (Spearman r = 0,66 bei Signifikanzniveau 0,01).

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 3
2. Die Einführung von Diagnosis Related Groups als Krankenhausfinanzierungsinstrument 5
2.1 Gesetzgeberischer Rahmen und Zeitplan 5
2.2 Schwerpunkte der Diskussion um die Einführung von Diagnosis Related Groups in Deutschland 6
2.3 Das Konzept der Australian Refined Diagnosis Related Groups 11
2.3.1 Die Gruppierung eines Behandlungsfalles 11
2.3.2 Die Codierung der Fallgruppen 14
2.3.3 Die Gewichtung und Vergütung der Behandlungsfälle 14
2.4 Homogenitätsprobleme der Fallpauschalen 15
2.5 Homogenität von Fallpauschalen und Pflege 17
3. Grundlagen der Untersuchung 20
3.1 Fragestellung 20
3.2 Klinikdarstellung 21
3.3 Methode und Design 22
3.3.1 Die Stichprobe 23
3.3.1.1 Auswahl der Station 23
3.3.1.2 Ermittlung der Untersuchungspopulation und Stichprobe 24
3.3.2 Erfassung der Daten 26
4. Ergebnisse:Auswertung und Interpretation der Variablen 28
4.1 Analyse der Variable „Geschlecht“ 28
4.1.1 Ergebnisdarstellung der Variable „Geschlecht“ 28
4.1.2 Interpretation der Variable „Geschlecht“ 30
4.2 Analyse der Variable „Alter“ 31
4.2.1 Ergebnisdarstellung der Variable „Alter“ 31
4.2.2 Interpretation der Variable „Alter“ 34
4.3 Analyse der Variable „Verweildauer“ 34
4.3.1 Ergebnisdarstellung der Variable „Verweildauer“ 34
4.3.2 Interpretation der Variable „Verweildauer“ 38
4.4 Analyse der Variable „Medizinische Nebendiagnosen“ 38
4.5 Analyse der Variable „Pflegediagnosen“ 40
4.5.1 Ergebnisdarstellung der Variable „Pflegediagnosen“ 40
4.5.2 Interpretation der Variable „Pflegediagnosen“ 46
4.6 Analyse der Variable „PPR-Einstufung“ 47
4.6.1 Ergebnisdarstellung der Variable „PPR-Einstufung“ 47
4.6.2 Interpretation der Variable „PPR-Einstufung“ 49
4.7 Korrelation der Variablen „Pflegediagnosen“ und „Verweildauer“ 50
4.7.1 Ergebnisdarstellung von Zusammenhängen der Variablen“Pflegediagnosen“ und „Verweildauer“ 52
4.7.2 Interpretation von Zusammenhängen der Variablen“Pflegediagnosen“ und „Verweildauer“ 57
4.8 Korrelation der Variablen „Pflegediagnosen“ und „PPR-Einstufung“ 58
4.8.1 Ergebnisdarstellung von Zusammenhängen der Variablen“Pflegediagnosen“ und „PPR-Einstufung“ 58
4.8.2 Interpretation von Zusammenhängen der Variablen“Pflegediagnosen“ und „PPR-Einstufung“ 60
4.9 Korrelation der Variablen „Pflegediagnosen“ und „Alter“ 62
4.10 Korrelation der Variablen „PPR-Einstufung“ und „Alter“ 63
4.11 Korrelation der Variablen „Verweildauer“ und „PPR-Einstufung“ 65
4.11.1 Ergebnisdarstellung von Zusammenhängen der Variablen“Verweildauer“ und PPR-Einstufung“ 65
4.11.2 Interpretation von Zusammenhängen der Variablen“Verweildauer“ und „PPR-Einstufung“ 66
4.12 Korrelation der Variablen „Alter“ und „Verweildauer“ 66
5. Zusammenfassung und Fazit 68
6. Literaturverzeichnis 75
Abbildungsverzeichnis 81
Tabellenverzeichnis 82
Abkürzungsverzeichnis 84
Anhang 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Auffallend ist, dass bereits die zwei am häufigsten genannten Pflegediagnosen Wunde und Veränderte Schleimhaut gemeinsam einen Anteil von 47,8 Prozent ergeben. Zusammen mit der dritthäufigsten PD Schmerz werden bereits 56,5 Prozent aller genannten Pflegediagnosen erfasst. Die entsprechenden Fokusbereiche der ICNP sind sogar noch höher gewichtet. 473 der 483 Pflegediagnosen konnten Fokusbereichen zugeordnet werden. Diejenigen Fokusbereiche, in denen die drei häufigsten PD vertreten sind, beinhalten mit 73,8 Prozent knapp drei Viertel aller zugeordneten Pflegediagnosen. Das betrifft die Fokusbereiche: Funktionen des Gewebes (135 Nennungen), Funktionen der Haut (124 Nennungen) und Funktionen der Empfindungen (90 Nennungen). Die durchschnittliche Anzahl gestellter Pflegediagnosen ( x ) pro Behandlungsfall beträgt [...]

Während eines informellen Gesprächs mit behandelnden Ärzten der Abteilung wurde deutlich, dass die Dokumentation von Nebendiagnosen in der Regel eine Zusammenfassung von aktuellen und in der Vergangenheit durchgestandenen Erkrankungen darstellt. Eine Bedeutung für den aktuellen Krankenhausaufenthalt, so erklärte man, sei daraus nicht zwingend abzuleiten. Die derzeitige Praxis der Bestimmung von Nebendiagnosen wird somit den Anforderungen nicht gerecht, eine exakte DRG-Zuordnung des Behandlungsfalles zu ermöglichen. Eine klare Unterscheidung in „gültige“ oder „ungültige“ Nebendiagnosen war wegen der retrospektiven Form der Datenerfassung nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wurde die Erfassung der medizinischen Nebendiagnosen nach der Aufnahme von Daten aus 15 Dokumentationen nicht weitergeführt. Eine Auswertung kann deshalb nicht erfolgen. 39 [...]

Eine ebenso deutliche Abweichung ist bei der Spannweite festzustellen. Während dieser Wert bei Kolonkarzinompatienten 38 Tage beträgt, liegt er bei Patienten mit einem Mammakarzinom bei 47 Tagen. Noch deutlicher wird dieser Unterschied, wenn Extremwerte und Ausreißer nicht berücksichtigt werden. Minimum und Maximum unterscheiden sich in den Gruppen dann wie folgt: Kolonkarzinompatienten - Minimum 2 Tage, Maximum 16 Tage Mammakarzinompatienten - Minimum 1 Tag, Maximum 29 Tage Bei Nichtbeachtung der Extremwerte und Ausreißer, beträgt die Spannweite also 14 Tage für Kolonkarzinompatienten und doppelt so viel, nämlich 28 Tage, für Mammakarzinompatienten. Verdeutlicht werden diese Unterschiede noch einmal in Tabelle 11 und Abbildung 5. Extremwerte5 sind in der Grafik als Sternchen „*“, Ausreißer6 als Kreis „o“ gekennzeichnet. [...]

Arbeit zitieren:
Nacke, Matthias Mai 2001: Diagnosis Related Groups und Pflegeaufwand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Chemotherapie, Diagnosis Related Groups, Pflegeaufwand, Pflegediagnosen, Pflege-Personalregelung

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