Deutsche mittelständische Unternehmen in den Osterweiterungsländern der Europäischen Union
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thorsten Kirch
- Abgabedatum: März 2006
- Umfang: 150 Seiten
- Dateigröße: 8,3 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9794-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9794-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9794-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kirch, Thorsten März 2006: Deutsche mittelständische Unternehmen in den Osterweiterungsländern der Europäischen Union, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Länderstudie, Tschechien, Ungarn, Direkinvestition, Internationaler Handel
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Diplomarbeit von Thorsten Kirch
Einleitung:
Der 1. Mai 2004 hat der Europäischen Union den größten Mitgliederzuwachs seit ihrer Entstehung beschert. Unter den neuen Ländern befinden sich viele ehemals kommunistisch gesonnene Sattelitenstaaten, die sich anderen politischen und marktwirtschaftlichen Grundsätzen zugehörig fühlten als die Gründerväter der EU. Ich selbst erlebte die Osterweiterung im politischen Zentrum Europas, Straßburg, unter europäischen Studenten als fast banale Beiläufigkeit, die demonstrierte, wie sehr der eiserne Vorhang seit dem Zerfall der Russischen Förderation allmählich in Vergessenheit geraten und die wirtschaftliche Vereinigung Europas eine Selbstverständlichkeit geworden war.
Dennoch steht die Osterweiterung auch eng in Verbindung mit aufkommenden Ängsten vor den nicht in vollem Ausmaß absehbaren Folgen für die deutsche Wirtschaft. Unternehmen aller Größen und Branchen nehmen die Veränderungen auf den Märkten war – auch an den Verbrauchern gehen die Folgen einer wachsenden Globalisierung nicht bedenkenlos vorüber. Nicht alle dieser Bedenken sind begründet und basieren letztendlich auf der Furcht vor dem Unbekannten. Besonders für Unternehmen ist es deswegen erforderlich, tiefere Einblicke in die Zusammenhänge der Weltwirtschaft und v. a. in die Zusammenhänge der Wirtschaft ihrer nächsten Nachbarn und gleichzeitigen Bündnispartner zu erhalten. Für die Geschäftswelt ist es unerlässlich, sich fortwährend und systematisch mit der längst nicht mehr neuen Situation auseinander zu setzen.
Die vorliegende Schrift konzentriert sich mit ihren Analysen in den folgenden Kapiteln auf die Auswirkungen der Osterweiterung aus der Perspektive des gewerblichen Mittelstandes in Deutschland und seine grenzübergreifenden multinationalen Aktivitäten mit den neuen Beitrittsländern. Einen deutlichen Schwerpunkt setzt der Autor hierbei auf die Gebiete der Tschechischen Republik und der Republik Ungarn.
Zusammenfassung:
Auch in Zukunft wird es für die hiesigen Unternehmen unumgänglich bleiben, sich ihren Nachbarn zu öffnen, um die wachsende Globalisierung nicht als auferlegte Bürde sondern als sich bietende Chance wahrzunehmen. Die unternehmerischen Kosmopoliten sind im bedeutsamen Maße von dem Zugang zu qualitativen Informationen abhängig, weswegen die großen Unternehmen gegenüber ihren kleineren Konkurrenten bessere Startpositionen innehaben, doch auch der innovationsstarke Mittelstand verfügt über das benötigte Potential zur Marktdurchdringung auf der noch immer nicht ganz verstandenen „anderen Seite“ Europas.
Wie die Untersuchungen in Tschechien und Ungarn gezeigt haben, bieten die neuen Länder der Osterweiterung trotz einer schwierigen Ausgangsbasis ein nicht zu unterschätzendes Maß an qualitativen Standards, die die westlichen deutlich übersteigenden. Die deutschen Unternehmer werden hiervon nicht bloß lernen können, sie werden sich den Herausforderungen stellen müssen, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Sobald die Infrastrukturen in der Ost-EU erneuert worden sind und die Gelder v. a. durch das Kreditwesen besser organisiert der Wirtschaft zugeleitet werden, wird sich das jetzt noch oft belächelte Bild von einem schwachen Handelspartner beträchtlich verändern. Deutschland wird insbesondere im Hinblick auf die zahlreichen mittelständischen Unternehmen darauf achten müssen, seinen internationalen Auftritt durch eine umfassendere Förderung der Marktteilnehmer zu verbessern. Der steigenden Konkurrenz auf dem umkämpften Arbeitsmarkt werden auf Dauer nur qualifizierte und motivierte Arbeitnehmer standhalten können.
Es sind bereits viele wichtige europäische Weichen gestellt worden; nicht alle führen auf das richtige Gleis. Es wird alles davon abhängig sein, wie leistungsfähig die Lokomotiven wirklich sind, denen man es zur anspruchsvollen Aufgabe gemacht hat, die gesamte Bandbreite der Güter und Dienstleistungen, die aus der deutschen Wirtschaft hervorgehen, hinter sich herzuziehen...
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| 1. | STILISIERTE FAKTEN | 1 |
| 1.1 | Exporte | 1 |
| 1.2 | Direktinvestitionen | 2 |
| 1.3 | RWA-Indices | 3 |
| 1.4 | RCA-Analyse | 6 |
| 2. | MULTINATIONALE UNTERNEHMEN | 8 |
| 2.1 | Der Mittelstandsbegriff | 8 |
| 2.2 | Charakteristiken Multinationaler Unternehmen | 9 |
| 2.2.1 | Ausländische Direktinvestitionen | 11 |
| 2.2.2 | Die Internationalisierung der Produktion | 11 |
| 2.3 | Theorie des Internationalen Handels | 13 |
| 2.3.1 | Das Theorem komparativer Kosten | 13 |
| 2.3.1.1 | Absolute Kosten | 14 |
| 2.3.1.2 | Komparative Kosten | 14 |
| 2.3.2 | Das Faktorproportionstheorem | 16 |
| 2.3.3 | Die neue Außenhandelstheorie | 18 |
| 2.4 | Die Unternehmensperspektive | 19 |
| 2.4.1 | Der komparative Vorteil | 20 |
| 2.4.2 | Die Standortentscheidung | 21 |
| 2.4.3 | Der Standortvorteil | 22 |
| 2.5 | Strategien | 24 |
| 2.5.1 | Markterschließungsstrategien | 27 |
| 2.5.2 | Kooperationen | 28 |
| 2.5.3 | Joint Ventures | 31 |
| 2.5.4 | Neugründung und Akquisition | 32 |
| 3. | DIE STANDORTE TSCHECHIEN UND UNGARN | 34 |
| 3.1 | Staatliche Rahmenbedingungen | 34 |
| 3.1.1 | Infrastruktur | 34 |
| 3.1.2 | Mittelstandsförderung | 38 |
| 3.2 | Der Marktauftritt des Mittelstandes | 41 |
| 3.3 | Humankapital | 44 |
| 3.3.1 | Lohnkosten | 45 |
| 3.3.2 | Arbeitsproduktivität | 48 |
| 3.3.3 | Arbeitslosigkeit | 52 |
| 3.4 | Kulturelle Divergenzen | 55 |
| 3.4.1 | Sprachbarrieren | 55 |
| 3.4.2 | Führungsstil | 57 |
| 4. | AUSBLICK | 60 |
| Literaturverzeichnis | 61 | |
| Anhang | 68 - 150 |
Als die Säulen des Kommunismus spröde wurden und die vielen Risse im Jahr 1989 schließlich der notdürftigen Flickschusterei nicht mehr standhielten, brach auch allmählich für Tschechien und Ungarn eine neue Zeit an, die es erforderte, mit den traditionellen Strukturen zu brechen. Die drei wesentlichen Aspekte des Transformationsprozesses waren die Restrukturierung der mit staatlicher Hand geführten Unternehmen, die Förderung des Wachstums der neu entstehenden Privatunternehmen und der Aufbau eines Finanzmarktes nach marktwirtschaftlichem Verständnis, der das erforderliche Finanzkapital bereitstellte (Colombo; Drifill, 2003, 8). Die Einführung eines zweistufigen Bankensystems, basierend auf einer ständigen Kontrolle der nationalen Zentralbanken, schaffte zwar mehr Stabilität im Geldmarkt (Freitag, 1997, 158), doch war dies erst die notwendige Einleitung in den Transformationsprozess. Ungarn begann schon zu Beginn der 80er Jahre mit den ökonomischen Reformen und erreichte, dass zum Ende eines Jahrzehntes bereits über 80 % der Preise marktwirtschaftlich bestimmt wurden. (Carmignani, 2003, 47) 1991 steuerten die privatwirtschaftlich geführten Unternehmungen 16 % zur ökonomischen Leistung bei, 1996 stieg der Anteil auf 74 %. Tschechiens Privatsektor erreichte im selben Jahr mit 73 % nahezu dieselbe Wirtschaftsleistung, allerdings wirkten die staatlichen Eigentumsübertragungen früher, denn 1991 stammte schon fast die Hälfte des BIP aus privater Hand. (von Beyme, 2001, 23 und Siebert, 2000, 93) Der Privatwirtschaft offenbarten sich bald die Defizite des maroden Finanzsystems in der Bankenlandschaft, deren Existenz beinahe surrealistisch anmutete, zumal Unternehmen ihre Kredite nach staatlich festgelegten Zahlen erhielten und am Rande der Illiquidität auf einfachstem Wege ein Nachschuss zugebilligt wurde. Der solvente Kern befand sich somit zwischen den gegen Preissteigerungen immunisierten Druckerpressen der Zentralbank. (Colombo; Drifill, 2003, 7) Ein sehr dürftig ausgebautes Bankennetz (siehe Tab. 2-2) verschlechterte den Zugang zu finanziellen Dienstleistern erheblich. Tschechiens Bankendichte betrug ungefähr 40 % des deutschen Niveaus, und obwohl sich Ungarn als Frühstarter dem Finanzsektor annahm (Freitag, 1997, 158), mussten die Investoren vor Ort mit gerade einem Siebtel des deutschen Standards auskommen. Die Banken waren nicht darin geübt, Risiken zu [...]
trifft, nicht zu den Joint Venturen. Fusionen, bei denen die rechtliche Selbständigkeit der Parteien nicht erhalten bleibt, und Portfolio-Investitionen, bei denen nur eine Partei Gelder verlagert, werden ebenfalls nicht unter der Begrifflichkeit „Joint Venture“ (JV) subsumiert. (Müller; Paquin, 2003, 196) Als besonderes Element dieser Zusammenarbeit stehen (Eisele, 1995) neben der gemeinschaftlichen Führungsverantwortung die unterschiedliche Nationalität der teilnehmenden Partner im Mittelpunkt: Viele Autoren betonen die Wichtigkeit diese Kriteriums damit, dass rein nationale Partnerschaften nicht als JV angesehen werden können, selbst wenn alle anderen Anzeichen darauf hindeuten. Trotz vielfacher Definitionsversuche bleiben JV zahlreich und sind begrifflich nur schwer erfassbar. Auch durch die im Jahr 1990 eingeführte Fusionskontrolle im europäischen Raum sind die Züge einer JV nicht unbedingt klarer geworden. Die Unterteilung in kooperative und [...]
Obwohl der Terminus „Joint Venture“ aus dem Amerikanischen übernommen wurde, wo er eine besondere Definition im Kooperationsrecht besitzt, ist er in Europa bisher nicht eindeutig abgegrenzt worden (Funke, 1998, 23). In der Literatur wird dieser Begriff auch oft als Synonym für vertragliche Kooperationen verwendet, wobei Joint Ventures nach der gängigen Autorenmeinung eine spezielle Form der Kooperation darstellen, in der mindestens zwei Unternehmen Finanz- und Sachkapital in ein neu gegründetes und gemeinsam geleitetes Unternehmen zusammenbringen. Das unternehmerische Risiko und die Beteiligung am Gewinn werden auf die rechtlich unabhängigen Parteien aufgeteilt. Die vertragliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen gehört also, insofern sie nur bestimmte Unternehmensbereiche be31 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832497941
Arbeit zitieren:
Kirch, Thorsten März 2006: Deutsche mittelständische Unternehmen in den Osterweiterungsländern der Europäischen Union, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Länderstudie, Tschechien, Ungarn, Direkinvestition, Internationaler Handel



