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Deutsche Wörter in den USA

Am Beispiel von THE NEW YORKER

Deutsche Wörter in den USA
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Susanne Jahn
  • Abgabedatum: März 2007
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • Originaltitel: Deutsche Wörter in den USA am Beispiel von THE NEW YORKER
  • Bibliografie: ca. 50
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0743-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jahn, Susanne März 2007: Deutsche Wörter in den USA, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Amerikanisches Englisch, Zeitungssprache, Germanismus, The New Yorker, Deutsche Wortexporte

Diplomarbeit von Susanne Jahn

Einleitung:

Deutschland war im Jahr 2006 zum wiederholten Male „Exportweltmeister“, und zwar in Bezug auf industrielle Güter. Gibt es einen solchen Exporterfolg möglicherweise auch auf dem Gebiet der Sprache zu verzeichnen? Wandert deutsches Wortgut in jüngster Zeit wieder verstärkt in das in Amerikanische Englisch aus, nachdem es in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts in den USA mancherorts Bestrebungen gab, alles Deutsche aus der amerikanischen Sprache zu entfernen?

In Anbetracht der Flut von Amerikanismen, denen wir im deutschen Sprachraum täglich begegnen, vergessen wir leicht, dass auch die Deutschen Spuren in der amerikanischen Sprache hinterlassen haben. Diese Spuren sind vielfach untersucht worden. Sie könnten sich sowohl in der Grammatik als auch im Wortschatz finden lassen. So gab es Behauptungen, nach denen man einen deutschen Einfluss im AE beispielsweise auch in der Syntax feststellen kann. In der vorliegenden Arbeit geht es jedoch allein um Lehnwörter oder Lehnübersetzungen aus dem Deutschen, die in den amerikanischen Wortschatz aufgenommen wurden. Es ist festgestellt worden, dass sich besonders dort, wo sich deutsche Siedler in Nordamerika niedergelassen haben, vor allem solche Wörter niedergeschlagen haben, die für typisch Deutsches (Deutschtum) stehen. Solches Lehngut wurde vor allem in den Bereichen des Essens und Trinkens, sowie der Lebensart, aber auch im Bereich des Handwerks oder der Landwirtschaft gefunden. Als bedeutenste Quellen für deutsches Wortgut in Amerika gelten große deutsche Siedlungen, an erster Stelle Pennsylvania, wo sich das Pennsylvaniadeutsch entwickelte. Doch auch in New York haben die Deutschen mit ihrer Sprache, seit sie ab etwa 1709 begannen, sich im Hudson Valley niederzulassen, solche Spuren hinterlassen.

Allerdings sind solche Spuren der deutschen Sprache, zum Beispiel im Vergleich zu denen aus dem Französischen, aus der Zeit der frühen Einwanderer nur noch wenig vorhanden. Deutsche Wörter hielten dann wieder vermehrt in der Zeit der großen Einwandererwelle zwischen 1840 und 1880, und zwischen 1933 und 1945 Einzug in die Sprache Nordamerikas und New Yorks. Und auch heute findet der ein oder andere deutsche Ausdruck seinen Weg ins AE.

Auch viele jiddische Begriffe gingen im Laufe der Zeit in den allgemeinen New Yorker Sprachgebrauch, und von dort auch in den amerikanischen Wortschatz über. Auf jiddische Elemente trifft man besonders in Film und Fernsehen (als Beispiel seien hier nur die TV-Serien Seinfeld, Curb your Enthusiasm oder Sex and the City genannt). Man findet sie ebenfalls in den Druckmedien, und so auch in THE NEW YORKER. Daher wird den jiddischen Wörtern deutschen Ursprungs in dieser Arbeit auch ein eigener Abschnitt gewidmet.

Deutsches und jiddisches Wortgut soll im Rahmen dieser Arbeit speziell am Korpus der amerikanischen Zeitschrift THE NEW YORKER (im Folgenden TNY) untersucht werden. Das im Korpus gefundene Wortgut wird dazu beschreibend analysiert, und die Ergebnisse dieser Analyse ausgewertet. TNY wurde als Korpus der Untersuchung gewählt, da sie zunächst in ihrer Eigenschaft als Zeitschrift eine Quelle der Pressesprache ist, welche die zeitgenössische Alltagssprache recht gut repräsentiert. Darüberhinaus wurde durch gelegentliches Lesen von TNY-Ausgaben bereits der Eindruck gewonnen, dass deren Beiträge viele Lehn- und Fremdwörter enthalten, und deshalb umfangreiches Untersuchungsmaterial liefern könnten, was sich auch bestätigte. Allerdings ist auch zu beachten, dass eben durch diesen hohen Gehalt an Lehn- und Fremdwörtern die Sprache von TNY möglicherweise nur die Sprache eines bestimmten Teils der Gesellschaft wiederspiegelt (siehe Punkt 2.2.5).

Um die Auswertung der gefundenen deutschen (und jiddischen) Wörter besser nachvollziehbar zu machen, verschafft Punkt 2.1 zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte und die aktuelle Situation der Deutschen, der Deutsch-Amerikaner und der deutschstämmigen Juden in Nordamerika, insbesondere in New York. Im Anschluss daran wird unter Punkt 2.2 der Korpus TNY vorgestellt.

Für die Analyse unter Punkt 3 wurden zunächst Listen deutscher Wörter, die als Wortexporte bereits bekannt waren, aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Die quantitativ bedeutsamste Quelle war hierbei die Sammlung „ausgewanderter Wörter“, die als Ergebnis einer Preisaufgabe der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) aus dem Jahr 2004, und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat, entstand. Außerdem wurden die unter Punkt 3 erwähnten Hefte von TNY beim Lesen nach deutschen Wörtern durchsucht, und daraus ebenfalls je eine Liste pro Heft erstellt. Es wurde eine separate Liste für jiddische Wörter deutscher Herkunft erarbeitet, wobei ebenfalls verschiedene Quellen konsultiert wurden. Die Wörter aus diesen Listen wurden dann eingeteilt in Sachbereiche, Namen und Jiddismen, und auf ihre Häufung in TNY überprüft. Eine Auswahl der am häufigsten vorkommenden Wörter wurde getroffen. Es wurden außerdem Wörter ausgewählt, die in einer der Druckausgaben, also innerhalb der letzten Jahres verwendet wurden, um eine möglichst aktuelle Auswahl zu erhalten. Diese Auswahl von Wörtern wurde dann daraufhin untersucht, welche Gründe es für ihre Entlehnung gab, in welcher Weise sie in TNY verwendet wurden, welche Konnotationen sie hatten und wie häufig sie verwendet wurden. Daneben wurde eine Liste der TNY-Autoren erstellt, die durch die besonders häufige Verwendung deutscher Wörter auffielen. Beim Zählen der einzelnen Wörter wurde dann jeweils berücksichtigt, ob sie von bestimmten Autoren wiederholt verwendet wurden. Solche Wiederholungen eines Wortes durch bestimmte Autoren wurden vermerkt, damit kein falscher Eindruck von der Verbreitung des Wortes im AE entsteht.

Im Rahmen dieser Arbeit konnte keine erschöpfende Analyse jedes untersuchten Wortes durchgeführt werden. Es wurde beispielsweise nicht untersucht, ob ein Wort auf mündlichem oder schriftlichem Weg ins AE übernommen wurde, oder ob es einen „Exportweg“ über das BE genommen hat. Eine Etymologie, die über die Feststellung der deutschen Herkunft hinausgeht, wurde in der Regel nicht betrieben. Stattdessen handelt es sich um eine exemplarische Untersuchung ausgewählter Wörter (meist solche, die im Korpus besonders oft oder in jüngster Zeit vorkamen, oder die für die Untersuchung aus diversen Gründen von besonderem Interesse zu sein schienen).

Schließlich wurde anhand der Analyseergebnisse eine Einschätzung darüber vorgenommen, ob sich die Wörter bestimmten Bereichen zuordnen lassen, und ob sich diese Bereiche, aus denen die Wörter ausgewandert sind, im Vergleich zu früher benannten Bereichen (Speisen und Getränke, Handwerk, Alltag einfacher Leute, usw.) verändert haben.

Desweiteren werden Hinweise darauf gesucht, wie sich die Aufnahme deutschen Wortguts im AE entwickelt, und was dies hinsichtlich der Offenheit der Nordamerikaner (ausgehend von den Lesern von TNY) gegenüber den Deutschen und ihrer Kultur heißen könnte.

Inhaltsverzeichnis:

Liste der Abkürzungen I
1. Einleitung 1
2. THE NEW YORKER, New York und die Deutschen 5
2.1 Deutsches Leben in New York 5
2.2 THE NEW YORKER 9
2.2.1 Inhalte 9
2.2.2 Titelblatt 10
2.2.3 Stil 11
2.2.4 Verbreitung 12
2.2.5 Leserkreis 12
3. Deutsche Woerter in THE NEW YORKER von 1925 bis heute 14
3.1 Analyse nach Sachbereichen 15
3.1.1 Essen und Trinken 15
3.1.1.1 Delikatesse 15
3.1.1.2 Brezel 16
3.1.1.3 Sauerkraut 17
3.1.1.4 Torte 19
3.1.1.5 Marzipan 19
3.1.1.6 Schnaps 22
3.1.1.7 Lager 22
3.1.1.8 Hot Dog 22
3.1.1.9 Zusammenfassung 25
3.1.2 Geographie 26
3.1.2.1 Hinterland 26
3.1.2.2 Mitteleuropa 27
3.1.2.3 Zusammenfassung 28
3.1.3 Hundezucht 28
3.1.3.1.1 Pudel 28
3.1.3.1.2 Dackel/Teckel 29
3.1.3.1.3 Schnauzer 29
3.1.3.1.4 schnoodle 30
3.1.3.1.5 Zusammenfassung 31
3.1.4 Kultur 31
3.1.4.1 Walzer 31
3.1.4.2 Kindergarten 33
3.1.4.3. Kitsch 35
3.1.4.4 Jodeln 36
3.1.4.5 Bildungsroman 37
3.1.4.6 Heldentenor 37
3.1.4.7 Zusammenfassung 38
3.1.5 Lebensart 38
3.1.5.1 Autobahn 38
3.1.5.2 Wanderlust 39
3.1.5.3 Hausfrau 39
3.1.5.4. Kaffeeklatsch 41
3.1.5.5 Christmas tree 41
3.1.5.6 Zusammenfassung 41
3.1.6 Militär 42
3.1.6.1 Blitzkrieg 42
3.1.6.1.1 blitz 43
3.1.6.2 Zusammenfassung 43
3.1.7 Politik 44
3.1.7.1 Weimar 44
3.1.7.2 Realpolitik 44
3.1.7.3 Zusammenfassung 45
3.1.8 Philosophie 46
3.1.8.1 Zeitgeist 46
3.1.9 Psychologie 47
3.1.9.1 Angst 47
3.1.9.2 Wunderkind 49
3.1.9.3 Gestalt 50
3.1.9.4 Doppelgänger 51
3.1.9.5 Schadenfreude 52
3.1.9.6 Zusammenfassung 52
3.1.10. Weitere deutsche Wortexporte 53
3.1.10.1 Ersatz 53
3.1.10.2 Gesundheit 55
3.1.10.3. glitz 56
3.1.10.4 über 57
3.1.10.5 echt 57
3.1.10.6 Ur- 58
3.1.11 - fest 59
3.2 Namen 59
3.2.1 Lokalitäten in New York 60
3.2.1.1 Neue Galerie 60
3.2.1.2 Spiegeltent 60
3.2.1.3 Klavierhaus 61
3.2.1.4 Zusammenfassung 61
3.2.2 Markennamen 61
3.2.2.1 Aspirin 61
3.2.2.2 Mercedes 63
3.2.2.3 Weitere deutsche Automarken 65
3.2.2.4 Plexiglas 66
3.2.3 Stilrichtungen 67
3.2.3.1 Bauhaus 67
3.2.3.2 Biedermeier 68
3.2.4 Zusammenfassung 70
3.3 Jiddische Wörter deutschen Ursprungs 70
3.3.1 Yiddish 71
3.3.2 bagel 73
3.3.3 lox 74
3.3.4 spiel 75
3.3.5 schmaltz 76
3.3.6 Weitere jiddische Begriffe 77
3.3.7 Zusammenfassung 78
4. Warum kommt THE NEW YORKER nicht ohne deutsche Wörter aus? 80
4.1 Welchen Bereichen ließen sich die Wortexporte zuordnen? 80
4.2 Aus welchen Gründen wurden sie übernommen? 81
4.3 Wie wurden sie verwendet? 82
4.3.1 Schreibung 82
4.3.2 Semantik 82
4.3.3 Wortvarianten 83
4.4 Konnotation 83
4.5 Frequenz 84
4.6 Wer verwendete die Wörter? 85
Schluss 88
Literaturverzeichnis 89
Anhang 94

Textprobe:

Kapitel 3.1.1.6, Schnaps (8):

Dieses Wort wird von der Website Yiddishkeit (in der Schreibweise Shnapps) zwar als jiddischer Ausdruck für Whisky beansprucht. Dies wird allerdings weder durch Nachlagen im AHD online noch im OED bestätigt. In TNY wird das Wort ausschließlich in Kleinschreibung und der Schreibweise schnapps gefunden (mit Ausnahme einer Kurzgeschichte, wo es großgeschrieben wurde). Erstmals wurde es 1945 in einem deutschen Kontext („German schnapps“) verwendet. Danach hat es keine deutsche Konnotation. Die Bedeutung entspricht bei allen Verwendungen der deutschen (klares, hochprozentiges Destillat), wobei es jedoch die Variante peppermint schnapps gibt, die man in Deutschland weniger kennt. Es lässt sich eine Häufung bei der Verwendung des Wortes in TNY feststellen; vier von acht Verwendungen seit 1945 gab es innerhalb des Zeitraums von 1992 bis 2001 zu verzeichnen.

Lager (8): Nennungen dieses Wortes aus dem 19. Jahrhundert (OED) wurden zwar in TNY nicht oft gefunden. Es ist jedoch im AE recht gängig, und wird hier deshalb wenigstens kurz aufgeführt. Lager wird erstmals 1929 in einem Bericht über einen „Bierkoster“, und zuletzt 1997 in einer Kurzgeschichte (TNY vom 14. April) erwähnt. Meist steht es als Teil eines Namens für eine bestimmte Biermarke. Davon abgesehen wird lager (beer) jeweils kleingeschrieben.

Hot Dog (120): Als Lehnübersetzung steht hot dog, trotz der grossen Zahl von Nennungen in TNY, am Schluss der Kategorie „Essen und Trinken“. Die deutsche Herleitung von hot dog geht zwar weder aus dem OED noch aus dem AHD online hervor. Es muss hier jedoch aufgeführt werden, wenn man die Behauptung Allens berücksichtigt, dass das Wort hot dog, welches ein zwischen zwei Brötchenhälften gelegtes Wienerwürstchen bezeichnet, die Übersetzung des deutschen Wortes „Hundewurst“ bzw. „Hündchen“ sei. Deutsche Einwanderer gaben dem Wurstsandwich spaßeshalber diese Namen, nachdem Gerüchte über als Würstchen verarbeitete Hunde (besonders dachshunds, siehe Punkt 3.1.3.2) einen Skandal ausgelöst hatten. (Dazu passend gab es 1914 ein Lied mit dem Titel Fido Is a Hot Dog Now. Dies lässt vermuten, dass der Begriff hot dog zu dieser Zeit bereits popularisiert genug war, damit solch ein Titel verstanden werden konnte.) Der Hot Dog ist laut Allen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert besonders auf Coney Island beliebt. Tatsächlich wird Coney Island auch in TNY einige Male im Zusammenhang mit Hot Dogs erwähnt oder bildet den Schauplatz für einen Hot-Dog-Cartoon. Glaubt man Allens Ausführungen, und betrachtet hot dog also als deutsche Lehnübersetzung, so liegt hier ein äußerst erfolgreicher Wortexport vor. In der Tat klärt ein TNY-Autor die Leser im Heft vom 17. Juni 1939 auf, dass der Hot Dog keine Erfindung eines Iren sei, wie einige Zeitungen behaupteten, sondern eben eine deutsche. Und auch in einem TNY-Beitrag von 1945 (17. Februar) heißt es: „The Rhineland is the birthplace of Beethoven, Goethe, the Rothschild family, Gutenberg, the Neanderthal man & the hot dog”. Allein in einem Beitrag in TNY vom 11. August 1928 mit dem Titel RED HOT (wie das Wurstsandwich auch zuweilen genannt wird) wird behauptet, dass das Würstchen im Brötchen von einem amerikanischen Cartoon-Zeichner hot dog getauft wurde.

In TNY spielt im Zusammenhang mit dem Hot Dog auch der entsprechende Verkaufsstand, der (ähnlich dem obengenannten Brezelstand) überall auf den Straßen New Yorks zu finden ist, eine große Rolle (in TNY vom 29. Juli 1996 preist ein Hot-Dog-Verkäufer sein Produkt als “Authentic Street Cuisine of New York City” an, siehe Abbildung 2).

Der Prototyp eines solchen Hot-Dog-Stands ist ein Kasten mit zwei großen Rädern, einem oder zwei Griffen zum Schieben und einem Sonnenschirm. Einige Titelblätter (8) zeigen einen Hot-Dog-Stand. In verschiedenen Cartoons, in denen ein Hot-Dog-Stand Schauplatz ist, geht es um die Erschwinglichkeit des Hot Dogs: „..., but that and a buck-fifty’ll buy you at hot dog“. „WASP DOGS“, die von einem sehr konservativ gekleideten Mann, scheinbar ein White Anglo Saxon Protestant, verkauft werden, erzeugen einen komischen Kontrast zwischen billigem Massenprodukt und dem Image, das der Verkäufer ihm geben will. Desweiteren geht es um die Zugehörigkeit des Hot Dogs zur Kategorie junkfood (einfach, kalorienhaltig, mangelnder Nährwert): “He doesn’t have wasabi, dear”, ein Geschäftsmann sagt zum Hot-Dog-Verkäufer: „Surprise me!“, ein Kunde sagt zum Hot-Dog-Verkäufer: „My compliments to the chef” und ein Kommentar, in dem der Trend kritisiert wird, minderwertigen Lokalen den französischen Zusatz Chez zu geben (um einen gehobenen Standard zu implizieren; französische Restaurant gelten in der Regel als gut), trägt die Überschrift „Chez Hot Dog“. Und auch die Menschen, für die der Verkauf von Hot Dogs die einzige Möglichkeit ist, Geld zu verdienen, werden thematisiert („All of my Hopes and Dreams, Crushed, Served on a Bun, with Mustard“). Ein sehr beliebtes Cartoon-Motiv ist ein typischer Hot-Dog-Stand, von dem aus verschiedenste Produkte (Hühnersuppe, Mobiltelefone, Versicherungen usw.) verkauft werden, was einen leicht komischen Überraschungseffekt auslöst. Mehrfach geht es in Cartoons auch um das Klischee des Hot-Dog-Verkäufers im Sportstadion. In einem Kommentar von 1928 wird die Ankunft des Zeppelin als „biggest hot-dog [hier mit Bindestrich] event of the year“ bezeichnet (TNY vom 27. Oktober). In einem Cartoon wird der Hot Dog als typisch amerikanische Speise angepriesen: „Eat American!“. Unter der Rubrik THE TALK OF THE TOWN vom 25. Januar 1958 amüsiert sich der Autor über ein Schild vor einem Restaurant in Südfrankreich, dessen Aufschrift lautet „Sandwiches - Haut Dog“. Die überwältigende Mehrheit der Verwendungen von hot dog wurde in Cartoons (85), oder in sonstigen komischen Kontexten gefunden.

Wie oben erwähnt, werden Hot Dogs auch zuweilen red hots genannt. Daneben gibt es noch die Bezeichnung Franks (kurz für Frankfurter), jedoch ist hot dog der weitaus gebräuchlichere Ausdruck. Bei seiner ersten Nennung im Heft vom 4. Februar 1928 steht der Ausdruck noch in Anführungszeichen, und zwar in „’hot dog’ stand“. Scheinbar ist der Ausdruck also zu diesem Zeitpunkt noch nicht so popularisiert wie im August desselben Jahres, in dem es bereits in obengenanntem Beitrag heißt „He [Harry Stevens] has given this country the hot dog“. Die Verteilung ist über die Jahre gleichmäßig, wobei ab den 1980er Jahren ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Besonders oft (6) wird hot dog im Jahr 1998 in TNY verwendet. Das Wort hot dog kommt in vier Beiträgen desselben Autors vor. Vier Cartoon-Zeichner verwenden das Motiv „Hot-Dog-Stand“ in vierzehn Cartoons. Ansonsten werden das Wort und das Konzept hot dog (stand) von etwa einhundert verschiedenen Autoren verwendet. Hot dog hat sich schnell als gängiger Ausdruck im AE etabliert, und ist auch nach einem Jahrhundert noch aktuell. Es handelt sich bei der Lehnübersetzung hot dog um eine deutsche Hinterlassenschaft, aus der sogar heute etwas typisch Amerikanisches geworden ist. Dies ist auch an der häufigen Verwendung in TNY und an der Kleinschreibung abzulesen. Die Konnotation des Alltagsbegriffs hot dog ist überwiegend positiv (unkompliziert und schmackhaft, oft komisch).

Arbeit zitieren:
Jahn, Susanne März 2007: Deutsche Wörter in den USA, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Amerikanisches Englisch, Zeitungssprache, Germanismus, The New Yorker, Deutsche Wortexporte

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