Die Deutsche Rentenversicherung
Augenblickliche Sicherungsziele und zukünftiger Reformbedarf unter Berücksichtigung demographischer und gesellschaftspolitischer Veränderungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marco Zimmer
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8802-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8802-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8802-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zimmer, Marco Januar 2005: Die Deutsche Rentenversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rentenarten, Reformmöglichkeiten, Demographie in Deutschland
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Diplomarbeit von Marco Zimmer
Einleitung:
In der vorliegenden Diplomarbeit werde ich einen für mich wesentlichen Bestandteil der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Diskussion – die gesetzliche Rentenversicherung heute und in der Zukunft – aufgreifen und erörtern.
Ich habe mich für die Erarbeitung dieses Themas entschieden, weil mich die augenblickliche Debatte über die weitere Existenz der Rentenversicherung und deren Geschichte sehr interessiert.
Der Bevölkerung werden über die Medien viele Halbwahrheiten suggeriert, die einer besseren Aufklärung bedürfen. Dazu möchte ich im Rahmen meiner Diplomarbeit beitragen.
Überwiegend werde ich dabei näher betrachten, welche Probleme der Generationenvertrag für die deutsche Rentenversicherung in sich birgt und wie eine mögliche Zukunft dieser aussehen kann.
Der Generationenvertrag ist nach Ansicht des Verfassers ein wichtiger, grundlegender Aspekt, der aus damaliger Sicht der einzig richtige Weg für eine stabile Rentenversicherung war. Aufgrund der sich über die Jahre veränderten Determinanten dieses ungeschriebenen Vertrages, ist mittlerweile eine dringende Überarbeitung der Strukturen der deutschen Rentenversicherung notwendig geworden.
Es ist daher unerläßlich, sich in dieser oder anderer Form mit der Situation auseinander zu setzen und nach Lösungen für eine Zukunft der Rentenversicherung zu suchen.
Neben der wissenschaftlichen Erarbeitung des Themas wurde eine nichtrepräsentative Umfrage zur gesetzlichen Rentenversicherung durchgeführt. Eine Auswertung und Analyse erfolgt im zusammenfassenden Schlußwort dieser Diplomarbeit.
Viele Arbeiten zu diesem umfangreichen Thema sind und werden noch niedergeschrieben. Meine Erkenntnisse und Analysen sollen auf diesem Wege beisteuern, ein mögliches Modell einer neuen, attraktiven Rentenversicherung zu gestalten und umzusetzen.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde eine Umfrage, die als nichtrepräsentativ angesehen werden muß, zur gesetzlichen Rentenversicherung durchgeführt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen dem Verfasser lediglich einen Eindruck zukommen lassen, über welchen Wissensstand ein ausgewählter, geringer Teil der gesamten Bevölkerung diesbezüglich verfügt. Meinungen, Fragen und Ängste, die einzelne Personen bewegen, sind ein wichtiger Baustein für ein Rentensystem der Zukunft.
Aus verschiedenen Altersgruppen und sozialen Schichten wurden 40 Personen mit Hilfe eines Fragebogens gebeten, in kurzer Form Stellung zu beziehen und ihr allgemeines Wissen über die Rentenversicherung darzulegen.
Im Rahmen meines Studiums zum Landesinspektor bei der Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt, Fachbereich Sozialversicherung, Abteilung Arbeiterrentenversicherung, wurde diese Diplomarbeit unter Maßgabe der alten Rechtschreibregeln in der Zeit vom 6. September 2004 bis 7. Januar 2005, angefertigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| Abbildungsverzeichnis | 6 | |
| Einleitung | 7 | |
| I. | Das Wesen der gesetzlichen Rentenversicherung | 9 |
| 1. | Geschichte und Grundlagen, ein kurzer Überblick | 9 |
| 2. | Augenblickliche Sicherungsziele | 11 |
| 3. | Aktuelle Rentenarten | 12 |
| 3.1 | Renten wegen Alters | 13 |
| 3.1.1 | Regelaltersrente | 14 |
| 3.1.2 | Altersrente für langjährig Versicherte | 14 |
| 3.1.3 | Altersrente für Schwerbehinderte | 15 |
| 3.1.4 | Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit | 16 |
| 3.1.5 | Altersrente für Frauen | 17 |
| 3.2 | Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit | 18 |
| 3.2.1 | Rente wegen teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung | 19 |
| 3.2.2 | Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit | 23 |
| 3.3 | Renten wegen Todes | 25 |
| 3.3.1 | Kleine Witwen- und Witwerrente | 26 |
| 3.3.2 | Große Witwen- und Witwerrente | 27 |
| 3.3.3 | Erziehungsrente | 28 |
| 3.3.4 | Waisenrente | 28 |
| 4. | Demographie und Altersentwicklung in Deutschland seit Entstehung der Rentenversicherung | 33 |
| 4.1 | Geburtenentwicklungen | 33 |
| 4.2 | Lebenserwartungen | 35 |
| 4.3 | Wanderungen | 37 |
| 4.4 | Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung | 39 |
| II. | Der Generationenvertrag | 43 |
| 1. | Der Grundgedanke | 43 |
| 2. | Betrachtung des Generationenvertrages | 44 |
| 3. | Generationenbeziehungen im demographischen Wandel | 46 |
| 3.1 | innerfamiliäre Generationenbeziehungen | 47 |
| 3.2 | außerfamiliäre Generationenbeziehungen | 48 |
| 4. | Symmetrische Solidarität aller Generationen | 49 |
| III. | Die Zukunft des Rentensystems | 51 |
| 1. | Gründe für ein verändertes, neues Rentensystem durch verschobene Determinanten des Generationenvertrages | 51 |
| 2. | Mögliche Gestaltung einer neuen, attraktiven Rentenversicherung | 53 |
| IV. | Fazit und Ausblick | 59 |
| Quellangaben | ||
| Literaturverzeichnis | 69 | |
| Broschüren / Zeitschriften | 73 | |
| Rechtliche Arbeitsanweisungen (RAA) der LVA S.-A. | 75 | |
| Arbeitsanweisungen (AA) der BfA | 75 | |
| Internet-Glossar | 76 | |
| Rechtsprechungsverzeichnis | 80 | |
| Bundestagsdrucksache | 80 | |
| Anhang | 81 | |
| Erklärung zur Eigenständigkeit der Diplomarbeit | 107 |
4.4 Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung Häufig wird unter dem Begriff „Bevölkerungsproblematik“ die Auswirkung der globalen Bevölkerungsexplosion verstanden. Tatsache ist, daß die Weltbevölkerung voraussichtlich 2030 die 8 MilliardenGrenze überschreiten wird. Allerdings konzentriert sich das Wachstum auf einige Entwicklungsländer, wogegen die Bevölkerungszahl in den Staaten der Europäischen Union ab 2015 vermutlich sinken wird. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der in der Europäischen Union lebenden Menschen mutmaßlich 10 Millionen weniger betragen als gegenwärtig.103 In der heutigen Zeit ist die Beobachtung der Bevölkerungsentwicklung von grundlegender Bedeutung, da fast jeder Bereich unseres Lebens von demographischen Veränderungen tangiert wird. Bevölkerungsprognosen verfolgen das Ziel, Endgrößen der zukünftigen demographischen Entwicklung zu erhalten.104 Langfristig gesehen war die Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland positiv, nahm sie doch seit 1950 um etwa 20 % zu. Durch die vorher dargestellte Entwicklung der zentralen Einflußgrößen, Geburten, Lebenserwartungen und Wanderungen, wird sich der Altersaufbau der deutschen Bevölkerung tiefgreifend verändern.105 Die 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung geht davon aus, daß nur bei einer sehr hohen Zuwanderung und einer gleichzeitig sehr hohen Zunahme der Lebenserwartung, die Bevölkerungszahl Deutschlands im Jahre 2050 fast so hoch sein wird wie heute.106 [...]
In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Zuwanderung nach Deutschland durch das Anwerben von Gastarbeitern auf Grund eines Arbeitskräftemangels künstlich angehoben. Nach dem Anwerberstopp prägte Anfang der 70er Jahre die Familienzusammenführung der angeworbenen Arbeitskräfte das Migrationsgeschehen. Inmitten der 80er und 90er Jahre kam ein weiterer Zustrom von Asylbewerbern, Bürgerkriegsflüchtlingen und deutschstämmigen Aussiedlern aus Osteuropa hinzu.100 Zu einem negativen Wanderungssaldo kam es Ende der 90er Jahre durch die Rückführung von Bürgerkriegsflüchtlingen, welcher im Jahr 1998 seinen Höhepunkt fand.101 Von 2003 bis zum Jahr 2050 rechnet das Statistische Bundesamt mit einer Nettozuwanderung von etwa 5 bis 9 Millionen Ausländern, was aus Prognosen verschiedener Wanderungsszenarien hervorgeht.102 Die Zuwanderung von überwiegend jungen Menschen kann den Alterungsprozeß in Deutschland jedoch nicht aufhalten. Die Migration hat, nach der beruflichen Eingliederung der Zuwanderer, auf unser Rentensystem einen positiven Einfluß in Form von erhöhten Einnahmen. Vorausschauend betracht bringt sie aber auch nach etwa 20 Jahren eine Erhöhung der Ausgaben mit sich. Seit einiger Zeit hält sich in Deutschland die Debatte über eine künftige Regelung der Zuwanderungen. Die Bundesregierung will nach eigener Aussage ein Zuwanderungsrecht gestallten, daß den gewandelten Erfordernissen der Wirtschaft gerecht werden soll. Aber auch die Frage der Aufnahme von Menschen unter humanitären Gesichtpunkten muß eine optimale Berücksichtigung finden. Die Zuwanderung sollte besser gesteuert und begrenzt werden. Eine Unterscheidung zwischen Zuwanderung und Asyl ist hier erstrebenswert. Erst wenn ein Arbeitsplatz nicht mit einer einheimischen Arbeitskraft besetzt werden kann, sollten Einwanderungsbewerber zum Zuge kommen. [...]
4.3 Wanderungen Eine dritte Determinante der Veränderung der Bevölkerung bildet die Migration. Man spricht von Migration, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt über eine sozial bedeutsame Entfernung verlegt, von internationaler Migration, wenn dies über die Staatsgrenzen hinweg geschieht. Die internationale Migration von und nach Deutschland beinhaltet die Zu- und Fortzüge über die Grenzen des Landes. Wenn im folgenden von Migration die Rede ist, bezieht sich dieser Terminus immer auf internationale Migration.99 Grundlage der folgenden Ausführungen ist im allgemeinen die amtliche Zu- und Fortzugsstatistik, die seit 1950 besteht. Die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen, der Wanderungssaldo, ist dabei für die künftige Bevölkerungszahl und die Altersstruktur in Deutschland ausschlaggebend. Der Wanderungssaldo hängt von den politischen, wirtschaftlichen oder auch ökonomischen Entwicklungen in den Herkunftsländern ab, aber auch von der Migrationspolitik in Deutschland. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488024
Arbeit zitieren:
Zimmer, Marco Januar 2005: Die Deutsche Rentenversicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rentenarten, Reformmöglichkeiten, Demographie in Deutschland



