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Deutsche Fußballtrainer im Ausland - Das Beispiel Türkei

Deutsche Fußballtrainer im Ausland - Das Beispiel Türkei
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Islam Fatih Kisacik
  • Abgabedatum: Juli 2009
  • Umfang: 38 Seiten
  • Dateigröße: 798,8 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 50
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3898-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kisacik, Islam Fatih Juli 2009: Deutsche Fußballtrainer im Ausland - Das Beispiel Türkei, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Medien, Fußballvereine, Zeitung, Horst Buhtz, Friedel Rausch

Bachelorarbeit von Islam Fatih Kisacik

Einleitung:

Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der im Ausland beschäftigten deutschen Fußballtrainer explizit an dem Beispiel der Türkei. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt standen bisher in der Türkei über 30 deutsche Fußballlehrer (inklusive deutscher Co-Trainer) in einem Arbeitsverhältnis, ob Nationalmannschaft, Spitzenklub oder Provinzverein. Diese türkisch-deutsche sportliche Konstellation hat mich dazu gebracht, der Frage nachzugehen, wie sich die Presseberichterstattungen über deutsche Fußballtrainer in speziellen türkischen wie auch in deutschen Zeitungen wiederspiegelte (d.h. in regionale-, überregionale-, und Boulevardzeitungen sowie Nachrichtenmagazine) und zudem der Frage nachzugehen ob erste taktische Änderungen durch die Trainer vorgenommen wurden. Ich beziehe mich hier allerdings nicht auf alle Trainer, da dieser Vorgang den Rahmen dieser Bachelor Arbeit enorm sprengen würde, sondern nur um ausgewählte, spezieller, um die ersten deutschen Trainer in der Türkei und konzentriere mich auf die Berichte in den ersten zwei Wochen ab Einstellungsdatum.

Da in Kassel keine türkischen Zeitungen langfristig archiviert werden und deutsche Zeitungen auch eher in bescheidenem Rahmen archiviert sind, musste ich mehrfach zur Uni Frankfurt reisen um meine Pressearbeit dort zu realisieren. Ein Besuch an der Sporthochschule Köln wäre sicherlich von Vorteil gewesen im Bezug auf archivierte Sportzeitungen und ein Besuch an der Uni Berlin wäre ebenso Erkenntnisbringend gewesen im Bezug auf weiterer archivierter großer türkischen Zeitungen, doch aus finanziellen Gründen konnte ich diese Vorhaben nicht umsetzen.

Im ersten Kapitel stelle ich meine Vorgehensweise dar und anschließend werden die großen Fußballvereine aus der Türkei von mir kurz vorgestellt Im zweiten Kapitel werden alle sämtlichen professionellen deutschen Trainer, die in der Türkei gearbeitet hatten, in einer Tabelle präsentiert. Im dritten Kapitel werden die türkischen und deutschen Pressestimmen zu den ersten deutschen Trainern in der Türkei (Horst Buhtz, Friedel Rausch Jupp Derwall sowie der erste deutsche Nationaltrainer in der Türkei Sepp Piontek) genauer analysiert. Die Arbeit wird dann im letzten Kapitel abschließend mit einem Ergebnis beendet.

Zum Forschungsstand ist bisher leider relativ wenig auf deutscher sowie türkischer Seite, was mein Themengebiet abdeckt, erschienen. Zu nennen ist hier aber die Dissertation von Hidir Akbas, der die Fußballtrainer in Deutschland und der Türkei hinsichtlich des Spannungsfeldes in der Öffentlichkeit untersucht. Auch die Promotion von Gerhard Nowak ist im historischen Zusammenhang speziell mit deutschen Zeitungen und der dazugehörigen Sportberichterstattung ein guter Beitrag. Das Zentrum für Türkeistudien brachte mit Ihrer Untersuchung über die türkische Tagespresse eine inhaltliche Auswertung bezüglich der türkischen Tageszeitungen. Erich Straßners Werk beinhaltet einen Überblick über die Entwicklung der deutschen Zeitungen. Cem Atabeyoglu’s Enzyklopädie über den türkischen Fußball vom Osmanischen Reich bis in die 1990er Jahre zählt noch heute zu den bedeutendsten Werken über den türkischen Fußball. Auch Mehmet Ali Gökacti durchleuchtet mit seinem Werk über die Wechselwirkungen zwischen Politik und Fußball in der Türkei unter anderem die Rolle der deutschen Trainer.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 3
II. Hauptteil 5
1. Die Fußballvereine in der Türkei 5
1.1 Vorgehensweise und die Zeitungen 6
2. Liste der deutschen Trainer 9
2.2 Interpretation der Liste 10
3. Pressearbeit 11
3.1 Horst Buhtz, erster deutscher Trainer in der Türkei 11
3.2 Deutsche Stärke 13
3.3 Pressestimmen zu Buhtz 15
3.4 Friedel Rausch, zweiter deutscher Trainer in der Türkei 18
3.5 Pressestimmen zu Rausch 20
3.6 Jupp Derwall, dritter deutscher Trainer in der Türkei 24
3.7 Pressestimmen zu Derwall 26
3.8 Josef ‘Sepp’ Piontek, erster Nationaltrainer in der Türkei 32
3.9 Pressestimmen zu Piontek 34
III. Ergebnis 36
IV. Literatur- und Quellenverzeichnis 37
Zeitungen und Zeitschriften 38
Internetquellen 39

Textprobe:

Kapitel 3.6 Jupp Derwall, dritter deutscher Trainer in der Türkei, Nach Horst Buhtz und Friedel Rausch wurde 1984 der dritte deutsche Trainer in der Türkei eingestellt - Jupp Derwall. Galatasaray Istanbul ließ sich somit als letzter der ‘drei großen’ Istanbuler Vereine mit einem deutschen Trainer ein.

Wieso nur drei deutsche Trainer bis Mitte der achtziger Jahre seitens der Türken verpflichtet werden konnte und weshalb türkische Teams anscheinend fußballerisch gesehen nicht reizend genug waren bis dahin für deutsche Trainer, belegen offizielle Statistiken von der Saison 1985/86. Von 255 Klubs stand Fenerbahce Istanbul nur auf Platz 49 und Galatasaray gleich dahinter im Anschluss auf Platz 50 als beste türkische Vereine in der Vereinswertung im Europapokal der Landesmeister. In der Länderwertung im selben Wettbewerb lag die Türkei auf Platz 23 von 32 Nationen! In der Länderwertung im Europapokal der Pokalsieger lag die Türkei auf Platz 24 von 33 Nationen hinter Länder wie beispielsweise Wales, Polen, Bulgarien, Rumänien, Dänemark! Und auch im UEFA Pokal Wettbewerb lagen die Türken nur auf Platz 24 von 32 Nationen! So gehörten die türkischen Vereinsmannschaften in der Mitte der 80er Jahren eindeutig zu den schlechten in Europa.

Mit der Verpflichtung von Jupp Derwall gelang Galatasaray Istanbul ein Coup mit dem keiner gerechnet hatte. Derwall, der kurz nach dem frühen Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 1984 als erster deutscher Nationaltrainer vorzeitig zurücktrat, da er in Deutschland ‘Opfer einer blindwütigen Lynchjustiz geworden sei’ und durch Franz Beckenbauer (der allerdings keine offizielle Trainerlizenz vom DFB aber eine Sondergenehmigung hatte) abgelöst worden war, erhielt anschließend einen Vertragsangebot vom Vizepräsidenten Galatasaray Istanbuls, Alp Yalman, der wiederum Derwall in der Schweiz im Urlaub auffand.

Jupp Derwall der in Deutschland, nach 67 Länderspielen als hauptverantwortlicher Trainer und davor 87 Länderspiele als Co-Trainer von Helmut Schön, ‘aus seinem Traumjob geekelt worden war’, unterschrieb den von Ihm selbst verfassten Vertrag, da die ‘Galatasaray-Bosse es so wollten’, am 19.07.1984 in Istanbul. Mit 600.000 DM Gehalt per anno, zudem ein weinroter Fiat und eine komplett eingerichtete Etagenwohnung mit Blick auf den Bosporus versüßten Derwalls Entscheidung. Im Vergleich dazu verdiente Derwall in der Zeit als deutscher Nationaltrainer nur 132.000 DM im Jahr.

Wieso die Entscheidung auf Derwall fiel war klar, Galatasaray sollte nach 12 Jahren wieder Meister werden und das hätte nur mit einem prominenten, erfolgreichen Trainer klappen können. Jupp Derwall war zu dem Zeitpunkt Vizeweltmeister von 1982 und Europameister von 1980.

Arbeit zitieren:
Kisacik, Islam Fatih Juli 2009: Deutsche Fußballtrainer im Ausland - Das Beispiel Türkei, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Medien, Fußballvereine, Zeitung, Horst Buhtz, Friedel Rausch

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