Deutsch-Chinesische Wirtschaftsbeziehungen
Chancen und Risiken für deutsche Unternehmer vor dem Hintergrund des WTO-Beitritts
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Saskia Mowinski, geb. Paul
- Abgabedatum: Dezember 2003
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 636,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8847-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8847-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8847-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mowinski, geb. Paul, Saskia Dezember 2003: Deutsch-Chinesische Wirtschaftsbeziehungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Handelspartner China, Beitrittsverhandlungen, Risikomanagement, Interkulturelles Training, Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen
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Diplomarbeit von Saskia Mowinski, geb. Paul
Einleitung:
Das 19. Jahrhundert gehörte Europa, das 20. Amerika, doch das 21. befindet sich lt. Expertenmeinungen fest in asiatischer Hand. In den 60er und 70er Jahren rückte Japan als bewunderte und gefürchtete Exportnation ins weltweite Interesse. In den 80er und 90er Jahren zogen die „kleinen Tiger“ Südkorea, Singapur, Hongkong, Taiwan und Malaysia nach, und heute trägt vor allem das chinesische Marktpotenzial dieser Entwicklung Rechnung. Literatur und Presse veröffentlichen immer neue Meldungen wie z.B. den ersten bemannten Raumflug Chinas, die Erfolg und Aufschwung der VR Chinas im internationalen Beziehungsgeflecht dokumentieren.
Das Beispiel des Transrapid zeigt eindrucksvoll den boomenden Export nach China. Mit durchschnittlichen volkswirtschaftlichen Wachstumsraten von jährlich etwa 8 % und einer riesigen Verbraucherschar hat China sich in den letzten 20 Jahren zu einem der interessantesten und strategisch bedeutendsten Märkte für deutsche Unternehmen entwickelt. In der Welthandelsliste rückte China von ursprünglich Platz 32 auf den sechsten Platz vor und steht in der Rangliste deutscher Handelspartner auf Position elf. Große Unternehmen wie der Wolfsburger Volkswagen Konzern, Daimler Chrysler, BMW oder Chemiekonzerne wie Bayer, BASF und Degussa sind bereits auf dem chinesischen Markt präsent.
Problemstellung:
Alle Welt spricht mit leuchtenden Augen vom großen und z.T. noch unausgeschöpften Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes. Dennoch war in der Vergangenheit auf dem chinesischen Markt aufgrund zahlreicher rechtlicher, sozialer und wirtschaftlicher Unsicherheitsfaktoren vorsichtige Zurückhaltung geboten. Die Divergenz zwischen den Chancen und Risiken ruft zwiespältige Meinungen zum chinesischen Mark hervor.
Mit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) unterwirft China sich dem Regelwerk einer international anerkannten Organisation. Befürworter des Beitritts sehen darin Fortschritte und Anzeichen für eine Verbesserung der Bedingungen für ein China-Engagement. Kritiker befürchten eine Überforderung der Regierung. Ihrer Meinung nach könnte die Umsetzung der WTO-Regeln Arbeitslosigkeit und politische sowie wirtschaftliche Unruhen hervorrufen, was Chinas Position im Außenhandel und die Erfolgsaussichten auf diesem Markt schwächen würde.
Inwieweit die Veränderungen in Folge des Beitritts die Situation deutscher Unternehmen in China beeinflussen, ist zentrales Thema dieser Arbeit. Die Ergebnisse der Beitrittsprotokolle werden anhand ausgewählter Sektoren und Beispiele konkretisiert und Vor- und Nachteile dieser neuen Regeln aus ihrer Sicht kritisch analysiert. Ergänzend dazu spielen Verhaltensregeln und Instrumente zur Verbesserung der Erfolgschancen eine Rolle.
Gang der Untersuchung:
Als Einstieg in das Thema zieht Kapitel 1 Daten und Hintergrundinformationen zu geografischen und kulturellen Bedingungen in der VR China sowie die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der näheren Vergangenheit heran. Auf detaillierte Ausführungen zur Kaiserzeit und Mao-Ära wird dabei verzichtet und zur weiterführenden Literatur auf das Literaturverzeichnis verwiesen.
Anschließend steht in Kapitel 2 China als Partner im internationalen Handel im Vordergrund. Neben dem internationalen Handel im Sinne von Im- und Exporten treten verschiedene Möglichkeiten des Markteintritts für deutsche Unternehmen. Dabei werden Anreize für deutsche Unternehmen und bisherige Risiken im China-Geschäft skizziert. Zur theoretischen Fundierung von internationalen Handelsbeziehungen dient Kapitel 2.4. Mit Hilfe des Ricardo-Theorems werden komparative Kostenvorteile internationaler Handelsgeschäfte aufgezeigt und erläutert.
Den Kernaspekt der Betrachtung bildet mit Kapitel 3 Chinas Beitritt zur WTO. Grundlagen des WTO-Beitritts, Forderungen der WTO, Chinas Interesse an einer Mitgliedschaft, der Verhandlungsverlauf und die Auswirkungen des Beitritts auf die Situation deutscher Unternehmer, die in China tätig werden möchten bzw. tätig sind, werden aufgegriffen. An die Darstellung der Ergebnisse schließt sich eine kritische Analyse der aktuellen Situation aus Sicht deutscher Handelspartner an. Im Mittelpunkt stehen dabei wirtschaftliche Gesichtspunkte. Konsequenzen für den Agrarsektor finden daher ausschließlich am Rande Erwähnung.
Trotz der aktuellen Diskussion über die Aufwertung des Renminbi wird dem Banken- und Finanzsektor kein eigenes Kapitel gewidmet, sondern Entwicklungen und Veränderungen nur den Gesamtkontext begleitend angeführt.
Kapitel 4 beschäftigt sich mit Fragen der Sicherheit und der Erfolgsaussichten auf dem chinesischen Markt. Ein Risikomanagementsystem und Instrumente aus den Bereichen Controlling und Finanzmanagement werden vorgestellt. Neben einem eher an westlichen Standards orientierten Risikomanagement-System existiert eine Reihe von interkulturellen Erfolgsfaktoren, die für einen gelungenen Markteintritt in der VR China besondere Relevanz besitzen.
Die Problemstellung wird in Kapitel 5 noch einmal abschließend betrachtet und gemeinsam mit den Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Markteintritt in China zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Arbeit | 2 |
| 2. | China als internationaler Handelspartner | 4 |
| 2.1 | Regionaler und kultureller Hintergrund | 4 |
| 2.2 | Politische und wirtschaftliche Entwicklung der VR China | 7 |
| 2.3 | Chinas Öffnung zum Ausland | 10 |
| 2.3.1 | Faszination China | 13 |
| 2.3.2 | Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg | 15 |
| 2.3.2.1 | Marktbeschränkungen | 15 |
| 2.3.2.2 | Rechtsrahmen | 17 |
| 2.3.2.3 | Kulturelle Differenzen | 18 |
| 2.4 | Theoretische Fundierung des Außenhandels | 19 |
| 2.4.1 | Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns | 19 |
| 2.4.2 | Opportunitätskosten knapper Güter | 20 |
| 2.4.3 | Theorie der komparativen Kostenvorteile | 21 |
| 2.5 | Zusammenfassung | 22 |
| 3. | Chinas Beitritt zur WTO | 24 |
| 3.1 | Entstehung und Aufgaben der WTO | 24 |
| 3.2 | Chinas Rolle in GATT und WTO | 25 |
| 3.3 | Beitrittsverhandlungen | 27 |
| 3.3.1 | Beitrittsregelungen | 28 |
| 3.3.2 | Beitrittsbedingungen der WTO | 29 |
| 3.3.2.1 | Prinzip der Nichtdiskriminierung | 29 |
| 3.3.2.2 | Transparenzprinzip | 30 |
| 3.3.2.3 | Grundsatz der Reziprozität | 31 |
| 3.4 | Ergebnisse der Beitrittsverhandlungen | 31 |
| 3.4.1 | Allgemeine wirtschaftliche und politische Folgen | 32 |
| 3.4.2 | Außenhandels- und Vertriebsrechte | 32 |
| 3.4.3 | Branchenspezifische Besonderheiten | 33 |
| 3.4.3.1 | Bekleidungsbranche | 33 |
| 3.4.3.2 | Automobilbranche | 34 |
| 3.4.3.3 | Dienstleistungsbranche | 34 |
| 3.4.3.3.1 | Informationstechnologie und Telekommunikation | 35 |
| 3.4.3.3.2 | Versicherungsbranche | 35 |
| 3.4.3.3.3 | Banken und Finanzen | 36 |
| 3.4.4 | Investitionen in Zentral- und Westchina | 36 |
| 3.4.5 | Soziale und kulturelle Folgen | 37 |
| 3.5 | Kritische Analyse der Ergebnisse | 37 |
| 3.5.1 | Chancen für deutsche Unternehmer | 38 |
| 3.5.1.1 | Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen | 38 |
| 3.5.1.2 | Sektorale und regionale Chancen | 39 |
| 3.5.1.3 | Automobilbranche | 41 |
| 3.5.2 | Risiken für deutsche Unternehmer | 42 |
| 3.5.2.1 | Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen | 43 |
| 3.5.2.2 | Branchenspezifische und sektorale Problemfelder | 47 |
| 3.5.2.3 | Kulturelle Schwierigkeiten | 49 |
| 3.6 | Abschlussbetrachtung der Ergebnisse | 50 |
| 4. | Erfolgsfaktoren eines China-Engagements | 53 |
| 4.1 | Grundlagen eines Risikomanagementsystems | 53 |
| 4.1.1 | Risikobegriff | 54 |
| 4.1.2 | Wechselkursrisiko | 55 |
| 4.1.3 | Wirtschaftliche Risiken | 55 |
| 4.1.4 | Politische Risiken | 56 |
| 4.1.5 | Soziale Risiken | 57 |
| 4.2 | Aufbau eines Risikomanagement-Konzepts | 58 |
| 4.2.1 | Analysephase | 58 |
| 4.2.2 | Gestaltungsphase | 59 |
| 4.2.2.1 | Risikovermeidung | 60 |
| 4.2.2.2 | Risikoverminderung und -teilung | 60 |
| 4.2.2.3 | Risikoüberwälzung und -kompensation | 61 |
| 4.2.2.4 | Risikotragung | 62 |
| 4.3 | Instrumente aus dem Bereich Controlling | 63 |
| 4.3.1 | Länderanalyse | 63 |
| 4.3.2 | Kennzahlen | 64 |
| 4.3.3 | Berichtswesen | 64 |
| 4.3.4 | Balanced Scorecard | 65 |
| 4.4 | Instrumente aus dem Bereich Finanzwirtschaft | 66 |
| 4.4.1 | Dokumentenakkreditiv | 66 |
| 4.4.2 | Bankgarantie | 67 |
| 4.4.3 | Forfaitierung | 68 |
| 4.5 | Kritische Betrachtung der Effizienz dieser Instrumente | 69 |
| 4.6 | Interkulturelles Training | 70 |
| 4.6.1 | Beziehungspflege allgemein | 71 |
| 4.6.2 | Beziehungen zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitern | 72 |
| 4.6.3 | Verhandlungsführung | 72 |
| 4.6.4 | Verstehen, Verständnis, Verständigung | 74 |
| 4.6.5 | Interkulturelle Schulungen | 75 |
| 4.7 | Zusammenfassung | 76 |
| 5. | Abschlussbetrachtung und Ausblick | 77 |
| Quellen- und Literaturverzeichnis | III | |
| Anhang | IV | |
| Eidesstattliche Erklärung | V |
Der boomende und von Experten in aller Welt als einer der Zukunftsmärkte gelobte Automobilmarkt in China weist bei kritischer Betrachtung einige Schwachstellen auf. Nebeneffekt der verstärkten Öffnung des Automobilsektors ist der zunehmende Konkurrenzdruck. Der Volkswagen-Konzern ist seit 1985 auf dem chinesischen Markt vertreten und hielt mit Shanghai Volkswagen und FAW-Volkswagen über Jahre einen Marktanteil von 50 %. In Folge des neuen Preiskampfes verzeichnete VW im ersten Halbjahr 2002 ein Absinken des Marktanteils auf 44 %. Auch die VW-Tochter Audi bleibt vom zunehmenden Kampf um Marktanteile nicht unbehelligt. Muss sie sich doch u.a. gegen Joint Ventures von Toyota oder der BMWGruppe behaupten.235 [...]
Vertriebsrechte sollen FIEs schrittweise zugestanden werden, sofern sie eine dafür vorgesehene Handelsgesellschaft in der VR China gründen. Seit dem 11. Dezember 2002 sollen Großhandels-Joint Ventures mit einer Beteiligung der chinesischen Partner von über 50 %, sowie Einzelhandels- Joint Ventures, die geographischen Restriktionen in der Durchführung ihrer Geschäfte unterliegen und sich mehrheitlich in chinesischem Besitz befinden, von diesen Rechten profitieren können. Bis zum 11. Dezember 2003 plant man eine Ausweitung der Rechte auf zusätzlich GroßhandelsJoint Ventures ohne geographische Beschränkungen und chinesische Mehrheitsbeteiligung sowie Einzelhandels-Joint Ventures mit regionalen Restriktionen. Die Aufhebung aller Beschränkungen im Bereich Großhandel, Einzelhandel und Franchise ist bis zum bis zum 11. Dezember 2004 geplant.166 [...]
Alle Kosten werden in Arbeitsstunden gemessen. In einem Jahr kann eine Arbeiterin des Landes A zwei Einheiten Getreide oder vier Einheiten Computer produzieren. Eine Arbeiterin des Landes B kann im selben Zeitraum lediglich eine Einheit Computer oder eine Einheit Getreide produzieren. Beiden Ländern stehen je 100 Arbeitskräfte, die zu gleichen Teilen in beiden Industrien arbeiten, zur Verfügung. Land A kann also in einer Periode 200 Einheiten Computer und 100 Einheiten Getreide produzieren, während Land B im selben Zeitraum je 50 Einheiten von beiden Produkten herstellen kann. Land A verfügt folglich über den absoluten Produktionsvorteil in beiden Industrien, da es beide Güter günstiger produzieren kann als Land B. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488475
Arbeit zitieren:
Mowinski, geb. Paul, Saskia Dezember 2003: Deutsch-Chinesische Wirtschaftsbeziehungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Handelspartner China, Beitrittsverhandlungen, Risikomanagement, Interkulturelles Training, Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen



