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Determinanten der Arzneimittelversorgung

Determinanten der Arzneimittelversorgung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Garbas
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6617-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6617-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6617-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Garbas, Markus Februar 2003: Determinanten der Arzneimittelversorgung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Vorschriften, Arzneimittelmarkt, Ausgaben, Kosten, Finanzierung

Diplomarbeit von Markus Garbas

Einleitung:

Bei der Prävention und im Falle von Erkrankungen erlangen Arzneimittel für die Menschheit höchste Bedeutung. Sie tragen maßgeblich zur Verbesserung des Gesundheitszustandes bei, indem sie zur Krankheitsvorbeugung und -bekämpfung sowie Linderung von Schmerzen eingesetzt werden. Da die Arzneimitteleinnahme in vielen Lebenslagen unerlässlich ist und sich oft als lebensrettend erweist, erringt die Arzneimittelversorgung vor dem Hintergrund sozialstaatlicher Prinzipien eine besondere Rolle. Einerseits muss den Patienten zur Vermeidung sozialer Diskriminierung und Wahrung des sozialen Friedens der Zutritt zum Arzneimittelmarkt unabhängig von individuellen Einkommensverhältnissen ermöglicht werden. Andererseits ist langfristig die Finanzierung eines solchen Systems zu sichern, um sozialpolitische Grundsätze überhaupt erfüllen zu können.

Gang der Untersuchung:

In dieser Arbeit werden eingehend Determinanten der Arzneimittelversorgung beschrieben, diskutiert und analysiert. Dabei rückt zunächst die Produktgruppe Arzneimittel selbst, ihre besonderen Eigenschaften sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Hier wird vor allem auf die herausragende Bedeutung der Sicherheits- und Qualitätsaspekte eingegangen, die bereits während des Forschungs- und Entwicklungsprozesses berücksichtigt werden müssen, damit ein neues Arzneimittel die Marktzulassung erlangen kann. In diesem Zusammenhang werden kurz Charakteristika des Forschungs- und Entwicklungsprozesses bei der Pharma-Industrie beschrieben und die für den Arzneimittelmarkt relevanten maßgeblichen Zulassungsvorschriften vorgestellt. Darüber hinaus werden die Strukturen und Konstellationen auf dem Arzneimittelmarkt in Deutschland erörtert sowie die Handlungsprinzipien der am Versorgungsgeschehen beteiligten Marktakteure untersucht. Charakteristisch ist hier die Dreiteilung zwischen Anbietern, Nachfragern und der GKV, die vor allem als Finanzierungsorgan auf dem Arzneimittelmarkt agiert. Die Diskussion und Analyse der entstehenden Interdependenzen und aufgedeckten Konfliktpotenziale zwischen den involvierten Gruppen sind weitere Bestandteile dieser Arbeit.

Aus aktuellem Anlass, vor dem Hintergrund der nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Industriestaaten permanent ansteigenden Kosten der Arzneimittelversorgung, wird weiterhin den Aspekten der Ausgaben- sowie der Finanzierungsproblematik und den für diese Entwicklung verantwortlichen Faktoren eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Im ersten Schritt werden Daten zur Ausgabenentwicklung des vergangenen Jahrzehnts auf dem Arzneimittelmarkt in Deutschland vorgestellt und untersucht. Im zweiten Schritt folgt ein kurzes Benchmarking im Hinblick auf die ebenfalls von dieser Problematik betroffenen übrigen EU-Staaten. Anschließend werden ausführlich mögliche Ursachen dieser beobachteten Entwicklung diskutiert und Einflüsse der einzelnen Faktoren auf die Ausgabendynamik analysiert.

Weiterhin werden alle in den vergangenen drei Jahrzehnten von staatlicher Seite eingesetzten maßgeblichen Instrumente zur Dämpfung der Ausgabendynamik im Arzneimittelbereich vorgestellt (Kostendämpfungsmaßnahmen) sowie ihre Eignung und Wirkung eingehend diskutiert und analysiert.

Letztlich schließt das Resümee die Arbeit ab und fasst die wichtigsten erörterten Aspekte zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Basisdeterminanten 4
2.1 Systematisierung des Arzneimittelbegriffs 4
2.2 Besondere Eigenschaften der Produktgruppe Arzneimittel 7
2.3 Maßgebliche Rechtsvorschriften 8
2.4 Werdegang des Arzneimittels und die Zulassungsregelung 13
3. Charakteristika und Akteure auf dem Arzneimittelmarkt 17
3.1 Besonderheiten des Arzneimittelmarktes 18
3.2 Die Marktteilnehmer im Einzelnen, ihre Interessen und Handlungsprinzipien 19
3.3 Problematik der Machtgruppen, Verhaltensweisen und Interessenkonflikte 37
4. Arzneimittelverbrauch und Ausgabenentwicklung 42
4.1 Zahlen und Fakten auf Arzneimittelmärkten in Deutschland und der EU 42
4.2 Uraschen der Ausgabendynamik 49
5. Kostendämpfungsmaßnahmen in Theorie und Praxis 66
5.1 Einzelne Maßnahmen, Analyse der Wirkungsweise und Bewertung 69
5.2 Gesamtbewertung der Ausgaben- und Kostendämpfungsproblematik 90
6. Resümee 94
Literaturverzeichnis 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

Imitation von Präparaten für solche Unternehmen, die das Potenzial dazu haben sich innovativ zu betätigen, ein Tabuthema zu sein.75 Prinzipiell werden bei Herstellern, die sich vorwiegend auf reine Imitation von Arzneimitteln beschränken, finanzielle Schwierigkeiten als Grund für diese Tätigkeit angegeben. Die Firma Ratiopharm GmbH, eine Tochter des forschenden Unternehmens Merckle GmbH, bildet in diesem Zusammenhang eher eine Ausnahme und widmet sich ausschließlich aus marktstrategischen Überlegungen der Produktimitation.76 Weitere für die Produktpolitik bedeutende Instrumente sind die Produktgestaltung wie auch die Produktfunktionalität. Hier werden vorwiegend Anforderungen an die therapeutische Qualität der Arzneimittel gestellt.77 Schließlich muss nicht der Laie, sondern der Arzt als Experte von den Vorzügen des eigenen Produktes überzeugt werden, sofern es sich um den Verordnungsmarkt handelt. Deswegen spielt die Erreichung einer hohen Wirksamkeit, Sicherheit, Bioverfügbarkeit sowie einer guten Verträglichkeit beim Patienten eine wichtige Rolle. Auch die Markenpolitik der Pharma-Unternehmen kann im Rahmen der Produktpolitik maßgeblich zum Markterfolg der eigenen Erzeugnisse beitragen. Die Anbieter von Originalpräparaten haben die Möglichkeit ihr Produkt unter einem eigenen Markennamen zu führen.78 Generika können dagegen unter der Substanzbezeichnung des Originalpräparates vertrieben werden.79 Darüber hinaus ist die Kombination mit dem Firmennamen des Nachahmers als sog. branded generic möglich (z.B.: Glibenclamid-Ratiopharm®).80 Für die Anbieter von Originalpräparaten ist die frühzeitige Gewöhnung des Arztes an den Markennamen des eigenen Produktes von entscheidender Bedeutung. Dass man damit in der Vergangenheit im Rahmen der Kommunikationspolitik durchaus erfolgreich war, zeigt eindrucksvoll ein vom REICHELT in diesem Zusammenhang aufgeführtes Beispiel. Mit dem Eintritt der Negativliste sollten ab dem 01.07.1991 die entstehenden Therapiekosten bei der Verwendung der erfassten Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen nicht mehr von der GKV sondern individuell durch Patienten getragen werden. Im Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen kam man jedoch zum übereinstimmenden Ergebnis, wonach man ohne eine dazugehörige Produktschlüsselung mit einer solchen Liste nichts anfangen könne.81 An diesem Beispiel wird deutlich, dass viele Ärzte [...]

der auf diese Weise entstehenden Produktdifferenzierung ist eine wachsende Produktvielfalt, ohne dass bedeutende therapeutische Fortschritte erzielt werden. Mittelgroße bzw. kleine forschende Pharma-Unternehmen haben dagegen weitaus geringere Möglichkeiten den medizinischen Fortschritt voranzutreiben, diese sind jedoch nicht völlig ausgeschlossen.72 Daneben verbleibt solchen Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit die Me-too-Strategie zu verfolgen. Außer, dass sie bemüht sein müssen die mit bisherigen Produkten gewonnenen Marktanteile zu halten, können sie entweder durch den Erwerb von Lizenzen im begrenzten Maße an der Weiterentwicklung der Wirkstoffe bzw. Produkte arbeiten oder sich vollständig der Imitation patentfreier Substanzen widmen.73 Dabei scheint im Gegensatz zu den USA, wo ca. 80% des Generika-Gesamtumsatzes [...]

Ablauf des Patentschutzes erfolgreichsten Originalpräparate widmen.59 Berücksichtigt man die aus einer solchen Marktsegmentierung resultierenden hohen Konzentrationsgrade, darüber hinaus die gesetzliche Patentschutzregelung, welche den Originalpräparaten zeitweise eine Monopolposition gewährt sowie Ergebnisse von empirischen Studien, wonach in der Vergangenheit auch nach Ablauf der Patentschutzfristen teilweise hohe Margen durchgehalten werden konnten 60, muss die These von einem strengen Wettbewerb auf den einzelnen Teilmärkten stark relativiert werden. Eine hohe Spezialisierung auf einzelne Indikationsgebiete ist jedoch aus strategischer Sicht nicht unproblematisch. Sie hat dazu geführt, dass bei vielen Unternehmen auf der einen Seite große Umsatzanteile bereits mit einigen wenigen Präparaten erwirtschaftet werden. Auf der anderen Seite hängt der Unternehmenserfolg bei der Verfolgung dieser Strategie sehr stark vom Markterfolg der einzelnen Präparate ab 61, wie am Beispiel des Produktes Lipobay® der Bayer AG deutlich wurde. Damit ein Arzneimittel den gewünschten Markterfolg erzielt und dieser möglichst lang anhaltend ist, kann er von der Unternehmensseite durch den Einsatz der sog. Marketing-Mix-Instrumente aktiv beeinflusst werden. Solche Möglichkeiten existieren sowohl aus strategischer Sicht bereits bei der Planung, als auch aus operativer Sicht, bei der tatsächlichen Umsetzung der Maßnahmen. Dabei handelt es sich um Aspekte der Marktbearbeitung mit Hilfe der Produkt-, Kommunikations-, Preis- und Rabatt-, sowie Distributionspolitik.62 Bereits wegen der besonderen Eigenschaften der human-pharmazeutischen Produkte und der zahlreichen Regulierungsvorschriften, ergeben sich für den Einsatz des Marketing-Mix-Instrumentariums Einschränkungen bzw. Besonderheiten, die im Folgenden vorgestellt werden sollen. An Stellen, wo prinzipiell die Strategien der Anbieter von Originalpräparaten und der Hersteller von Nachahmerprodukten stark divergieren, wird zusätzlich zwischen den beiden Anbietertypen unterschieden. Bei der langfristigen Planung der Produktpolitik stehen grundsätzlich zwei Strategien zur Auswahl. Entweder werden dem Nachfrager einzigartige Problemlösungen angeboten (sog. unique selling proposition USP) [...]

Arbeit zitieren:
Garbas, Markus Februar 2003: Determinanten der Arzneimittelversorgung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Vorschriften, Arzneimittelmarkt, Ausgaben, Kosten, Finanzierung

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