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Detailverfahren für die Zustandsbewertung der Fluss- und Stromauen in Deutschland

Kartieranleitung mit Anwendungsbeispielen und Ergebnissen aus NRW

Detailverfahren für die Zustandsbewertung der Fluss- und Stromauen in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Uwe Zellmer
  • Abgabedatum: März 2010
  • Umfang: 228 Seiten
  • Dateigröße: 8,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 146
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0103-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zellmer, Uwe März 2010: Detailverfahren für die Zustandsbewertung der Fluss- und Stromauen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aue, Bewertungsverfahren, Detailverfahren, Kartieranleitung, Fließgewässer

Diplomarbeit von Uwe Zellmer

Einleitung:

Aufbau und Inhalt der Arbeit:

Einleitend werden die terminologischen, fachlichen und rechtlichen Grundlagen zum Thema Auen erläutert. Anschließend wird kurz auf das Forschungsvorhaben des BfN eingegangen, welches die Basis der vorliegenden Arbeit bildet. Es folgt der Hauptteil der Arbeit, welcher drei wesentliche Themen umfasst:

1) Die Kartieranleitung des Detailverfahrens.

2) Die Anwendung der Kartieranleitung an ausgesuchten Beispielen.

3) Die Ergebnisse der Kartierungen.

1) Die Kartieranleitung des Detailverfahrens stellt den umfangreichsten und bedeutendsten Abschnitt der Arbeit dar, da sie alle verwendeten Parameter des Detailverfahrens definiert und die gesamte Methodik des Verfahrens hinsichtlich Erfassung, Bewertung und Verrechnung der Parameter zu einem Gesamtergebnis erläutert. Die Kartieranleitung ist das unverzichtbare methodische Bindeglied zwischen Bestandsaufnahme und Landschaftsbewertung. Sie garantiert die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse und bildet somit die wissenschaftliche Basis des Detailverfahrens.

2) Mit den Anwendungsbeispielen wird die konkrete Durchführung der Kartierung beschrieben. Die im Rahmen dieser Arbeit kartierten Auen befinden sich an der Rur bei Linnich, an der Ruhr bei Wickede und am Niederrhein zwischen Köln und Düsseldorf. Insgesamt wurden ca. 90,30 km2 Auen bewertet. Das Detailverfahren arbeitet mit drei Hauptparametern, den so genannten Funktionalen Einheiten. Aus der Bewertung dieser drei Funktionalen Einheiten wird der ökologische Zustand eines Auensegments (Auenabschnitt) berechnet. Es bot sich an, von jedem der drei Untersuchungsgebiete ein Auensegment herauszugreifen und anhand dessen die Vorgehensweise zur Erhebung und Bewertung je einer Funktionalen Einheit zu beschreiben. Diesen Darstellungen wird die Beschreibung des jeweiligen Untersuchungsraumes vorangestellt.

3) Es folgt die Dokumentation und Darstellung der Ergebnisse aller kartierten Auengebiete. Die Darstellung in Form von Diagrammen gewährleistet eine leichte Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen anderer, im Detailverfahren bewerteter Auen und darüber hinaus mit den Ergebnissen anderer Auenbewertungsverfahren.

Neben dieser statistischen Darstellung werden die Ergebnisse auf maßstabsgetreuen Karten visualisiert.

Der Schluss dieser Arbeit beleuchtet kritisch die Anwendbarkeit der Kartieranleitung und gibt einen Ausblick.

1.2, Geographische Relevanz der Arbeit:

Nach über 100 Jahren intensiven Ausbaus der deutschen Fließgewässer wurde verstärkt ab den 1980er Jahren die Bedeutung der Fließgewässerökologie untersucht. Das wohl bekannteste ökologische Konzept dieser Zeit, das River Continuum Concept, erläutert den Gleichgewichtszustand der Nahrungsressourcen der Fließgewässer vom Ober- bis zum Unterlauf. Seit dem Ende der 1980er wurde auch die Bedeutung der zugehörigen Landbereiche der Fließgewässer erkannt und wissenschaftlich untersucht. Das Flood Pulse Concept beschreibt den Austausch von Nährstoffen, Material und Lebewesen zwischen Fluss und Aue. Das Hyporheic Corridor Concept bezieht zusätzlich die Wechselwirkungen von Fluss und Aue mit dem Grundwasser ein. Aufgrund der funktionalen Zusammenhänge zwischen Fließgewässern und ihren Auen wird die gesamte vom Fluss geprägte Landschaft heute als ein zusammenhängendes Ökosystem verstanden.

Die vorliegende Arbeit beschreibt ein Verfahren mit dem der ökologische Zustand dieser Flusslandschaften bewertet werden kann. Dazu werden fachübergreifende Kenntnisse aus den Bereichen der Geomorphologie, Landschaftsökologie, Hydrologie und Biologie benötigt. Diese integrative Betrachtung der Landschaft als Wirkungskomplex aus physischen, biotischen und anthropogenen Sachverhalten ist eine Kernaufgabe der Geographie.

Das vorgestellte Detailverfahren kann als Informationsquelle für die Raumplanung verwendet werden und gehört zum Arbeitsfeld der angewandten Geographie.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Aufbau und Inhalt der Arbeit 1
1.2 Geographische Relevanz der Arbeit 2
2. Grundlegendes zum Thema Auen 3
2.1 Bedeutung und Definition 3
2.2 Allgemeine Begriffsbestimmungen 4
2.3 Bisherige Verfahren zur Bewertung von Flussauen 6
2.4 Rechtlicher Rahmen 7
2.4.1 Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt 7
2.4.2 Die Bedeutung der Wasserrahmenrichtlinie für den Auenschutz 7
2.4.3 Bundesnaturschutzgesetz und Auen 8
2.4.4 Weitere Gesetze und Richtlinien 8
2.5 Schlussfolgerung 9
3. Die Zustandsbewertung der deutschen Fluss- und Stromauen 10
3.1 Das Übersichtsverfahren 10
3.2 Das Detailverfahren 11
4. Kartieranleitung des Detailverfahrens 13
4.1 Grundlegende Informationen zur Kartierung 13
4.1.1 Grundsätzliche Vorgehensweise 13
4.1.2 Bearbeitungsmaßstab und Zeitaufwand 14
4.1.3 Auentypologische Grundlagen 14
4.1.4 Der Erhebungsbogen 15
4.1.5 Betrachtungsraum 16
4.2 Vorbereitungen 17
4.2.1 Erstellung der Segmente 17
4.2.2 Geländearbeiten 17
4.2.2.1 Zeitpunkt der Geländearbeiten 17
4.2.2.2 Planung und Durchführung 17
4.2.3 Datenrecherche 18
4.3 Datenverwendung 19
4.3.1 Verwendete Daten im Detailverfahren 19
4.3.2 Probleme bei der Datenverwendung 21
4.3.2.1 Aktualität der Daten 22
4.3.2.2 Fehlende Daten 22
4.3.2.3 Alternative Daten und Fehlerquellen 22
4.4 Beschreibung und Erhebung aller Parameter des Erhebungsbogens 23
4.4.1 Erhebung der Stammdaten 23
4.4.2 Erhebung des Auenleitbildes 24
4.4.3 Kurzbeschreibung des Segments 28
4.4.4 Erhebung der Leitbildzustände der Wertparameter 28
4.4.5 Erhebung der Ist-Zustände für alle Wert- und Schadparameter 29
4.4.5.1 Erfassungsarten 29
4.4.5.2 Registrierung der einzelnen Parameter 31
4.4.5.3 Funktionale Einheit 1: Morphodynamik, Auenrelief und Auengewässer 32
4.4.5.4 Funktionale Einheit 2: Hydrodynamik, Abfluss und Überflutung 46
4.4.5.5 Funktionale Einheit 3 : Vegetation und Flächennutzung 54
4.4.5.6 Fauna 65
4.5 Bewertungsmethoden und -matrizen 67
4.5.1 Bewertungsmatrix der EP 1.1, 1.3, 3.1 und 3.4 67
4.5.2 Dominanzansatz 68
4.5.3 Bewertungsübernahmen aus GSG-Kartierungen (GSG-5) 71
4.5.4 Bewertung der EP 1.3, 1.4, 2.3 und 2.5 per GSG-Indexdotierung 74
4.5.5 Bewertungsmatrix für den EP 2.1 75
4.5.6 Alternative Bewertung des Ausuferungsvermögens 75
4.5.7 Bewertung des Einzelparameters 2.2 75
4.5.8 Bewertungsmatrix für den EP 2.4 76
4.5.9 Bewertungstabelle für den EP 2.5 76
4.5.10 Der Eindruck des Kartierers 77
4.5.11 Bonus Naturnähe + / Malus Naturferne – 77
4.5.12 Sondersituationen 78
4.6 Hinweise zur Verrechnung 79
4.7 Auenzustand 83
4.8 Plausibilitätskontrolle 84
4.8.1 Plausibilitätskontrolle durch Ergebnisvergleich mit dem Übersichtsverfahren 84
4.8.2 Plausibilitätskontrolle während der Geländearbeiten 84
4.8.3 Plausibilitätskontrolle durch Fernerkundung 85
5. Anwendungsbeispiele 86
5.1 Verwendete Daten 87
5.2 Beispiel zur Bewertung der FE 1 im Untersuchungsgebiet Rur 87
5.2.1 Naturräumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets Rur 87
5.2.2 Beschreibung des Untersuchungsgebiets 87
5.2.3 Lage des Segments 27 90
5.2.4 Morphologisches Leitbild für das Segment 27 91
5.2.4.1 Morphologisches Leitbild Fließgewässer 91
5.2.4.2 Morphologisches Leitbild der Aue 92
5.2.4.3 Exkurs: Leitbildanpassungen im Segment 27 und im Untersuchungsgebiet Rur 92
5.2.5 Erhebung des Ist-Zustands der FE 1 für das Segment 27 95
5.2.5.1 Ist-Zustände der EP 1.1 und EP 1.2 (Auenrelief und -gewässer) 95
5.2.5.2 Ist-Zustände der EP 1.3 und EP 1.4 (Gewässerstruktur) 97
5.2.6 Bewertung der FE 1 für das Segment 27 97
5.3 Beispiel zur Bewertung der FE 2 im Untersuchungsgebiet Ruhr 99
5.3.1 Naturräumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets Ruhr 99
5.3.2 Beschreibung des Untersuchungsgebiets 99
5.3.3 Lage des Segments 119 101
5.3.4 Hydrologisches Leitbild für das Segment 119 102
5.3.4.1 Hydrologisches Leitbild Überflutungsdynamik 102
5.3.4.2 Hydrologisches Leitbild Grundwasserdynamik 103
5.3.5 Erhebung des Ist-Zustands der FE 2 für das Segment 119 103
5.3.5.1 Ist-Zustände der EP 2.1, 2.2 und 2.3 (Überflutungsdynamik) 103
5.3.5.2 Ist-Zustände der EP 2.4 und 2.5 (Grundwasserdynamik) 107
5.3.6 Bewertung der FE 2 für das Segment 119 108
5.4 Beispiel zur Bewertung der FE 3 im Untersuchungsgebiet Niederrhein-Urdenbach 110
5.4.1 Naturräumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets Niederrhein-Urdenbach 110
5.4.2 Beschreibung des Untersuchungsgebiets 110
5.4.3 Lage des Segments 108 113
5.4.4 Phytologische Leitbilder für das Segment 108 114
5.4.4.1 Leitbildtypische Vegetation und Biotoptypen 114
5.4.5 Erhebung des Ist-Zustands der FE 3 für das Segment 108 115
5.4.5.1 Ist-Zustände der EP 3.1 und 3.4 (leitbildtypische Vegetation) 116
5.4.5.2 Ist-Zustände der EP 3.2 und 3.5 (extensive Nutzung) 118
5.4.5.3 Ist-Zustände der EP 3.3 und 3.6 (intensive Nutzung) 118
5.4.6 Bewertung der FE 3 für das Segment 108 119
6. Ergebnisse der Detailkartierung für die drei Untersuchungsgebiete 120
6.1 Darstellung der Ergebnisse in Diagrammen 120
6.2 Kurzanalyse der Ergebnisse 122
6.3 Kartographische Darstellung der Ergebnisse 123
6.4 Dokumentation der Ergebnisse 124
7. Kritische Beleuchtung der Verfahrensanwendung 129
7.1.1 Erfassung und Bewertung der Funktionalen Einheit 1 129
7.1.2 Erfassung und Bewertung der Funktionalen Einheit 2 129
7.1.3 Erfassung und Bewertung der Funktionalen Einheit 3 130
7.1.4 Kritik zum gesamten Detailverfahren 131
8. Fazit und Ausblick 132
Literaturverzeichnis 134
Kartenverzeichnis 144
Anlage 1: Karte ‘Ergebnisse der Detailkartierung im Untersuchungsgebiet Rur’
Anlage 2: Karte ‘Ergebnisse der Detailkartierung im Untersuchungsgebiet Ruhr’
Anlage 3: Karte ‘Ergebnisse der Detailkartierung im Untersuchungsgebiet Niederrhein’

Textprobe:

Kapitel 5.1, Verwendete Daten:

Zur Analyse und Bewertung der Anwendungsbeispiele wurden die im Kapitel 4.3.1 angegebenen Daten verwendet sowie speziell auf die Untersuchungsgebiete bezogene Literatur- und Kartenwerke. Im Anhang sind die zusätzlich zur Bearbeitung der drei Untersuchungsgebiete verwendeten Informationen separat aufgelistet.

5.2, Beispiel zur Bewertung der FE 1 im Untersuchungsgebiet Rur:

Das Untersuchungsgebiet Rur umfasst 15 Auensegmente und ist 9,93 km2 groß. Es liegt im Kreisgebiet Düren und beginnt cirka 0,7 km nördlich von Jülich auf Höhe der A 44. Von dort verläuft es cirka 13,40 km in Fließrichtung der Rur nach Nordnordwest und endet im Kreis Heinsberg 0,5 km südöstlich von Hilfarth. Die morphologische Aue des Untersuchungsgebiets weist wechselnde Breiten von cirka 0,09 km bis maximal 1,70 km auf. Nach der Beschreibung des Untersuchungsgebiets wird anhand des Auensegments 27 bei Floßdorf die Vorgehensweise zur Bewertung der FE 1 vorgestellt.

5.2.1, Naturräumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets Rur:

Das Untersuchungsgebiet Rur durchläuft zwei naturräumliche Großeinheiten. Der nördliche Teil des Untersuchungsgebiets liegt in der naturräumlichen Großeinheit des Niederrheinischen Tieflandes (57), innerhalb derer die Untereinheit untere Rurebene (570.2) in der Haupteinheit des Selfkants (570) liegt. Südlich der Linie Rurich - Brachelen beginnt der südliche Teil des Untersuchungsgebiets. Er gehört zur Großeinheit der Niederrheinischen Bucht (55), innerhalb derer die Untereinheit mittleres Rurtal (554.3) in der Haupteinheit der Jülicher Börde (554) verläuft.

5.2.2, Beschreibung des Untersuchungsgebiets:

Im Folgenden wird nur der südliche Teil des Untersuchungsgebiets beschrieben, da sich das Segment 27 in diesem Raum befindet. Das Segment 27 umfasst einen Auenabschnitt des mittleren Rurtals in der Jülicher Börde. Die Jülicher Börde stellt den nördlichsten Teil der niederrheinischen Börden in der Niederrheinischen Bucht dar. Die Niederrheinische Bucht liegt im immerfeuchten gemäßigten Bereich des CfBKlimas. Das ganze Jahr über herrscht die Westwinddrift vor, die den charakteristischen Wechsel zwischen antizyklonalen Schönwetterabschnitten und kurzen Schlechtwetterabschnitten verursacht. Das Klima der Niederrheinischen Bucht ist, aufgrund der Leelage zur Eifel, kontinentaler als im übrigen Norddeutschen Tiefland. Die klimatische Kontinentalität der Jülicher Börde ist, aufgrund ihrer gegen Westen wenig geschützten Lage und ihres nach Norden offenen Übergangs zum Niederrheinischen Tieflands, schwächer ausgeprägt als die der Zülpicher Börde oder der Kölner Bucht. Die mittlere Niederschlagshöhe der Jülicher Börde lag im Zeitraum 1951 - 1980 bei 650 - 700 mm im Jahr. Das mittlere Tagesmittel der Lufttemperatur lag im Zeitraum 1931 - 1960 zwischen 9,5 und 10 Grad Celsius. Die geologischen Verhältnisse der Niederrheinischen Bucht sind durch, seit dem Tertiär wirkende, Hebungs- und Senkungsvorgänge geprägt. Die gegenüber dem Rheinischen Schiefergebirge eingesunkene Bucht wurde in mehrere Bruchschollen zerlegt (germanotype Tektonik).

Arbeit zitieren:
Zellmer, Uwe März 2010: Detailverfahren für die Zustandsbewertung der Fluss- und Stromauen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aue, Bewertungsverfahren, Detailverfahren, Kartieranleitung, Fließgewässer

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