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Designerdrogen

Bestandsaufnahme und Umgangsstrategien für die Sozialarbeit

Designerdrogen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Steffen Krüger
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 778,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Nordostniedersachsen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4778-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4778-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4778-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krüger, Steffen September 2000: Designerdrogen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ecstasy, Handlungsstrategien, Risiken, Fortbildungen, Konsumszene

Diplomarbeit von Steffen Krüger

Einleitung:

Ich habe mir als Abschlußarbeit das Thema Designerdrogen ausgewählt, weil es ein noch relativ unverbrauchtes Thema ist, ich konnte am Fachbereich Sozialwesen keine Diplomarbeit mit diesem Titel finden. Viele, ich eingenommen, haben schon einmal etwas davon gehört, aber kaum jemand weiß so richtig, was es mit Designerdrogen auf sich hat.

Die Vielfalt der als Designerdrogen bezeichneten Stoffe hat mich im Laufe der Arbeit sehr überrascht. Aus diesem Grund mußte ich eine Auswahl zu den Stoffen treffen, mit denen ich mich näher beschäftigen konnte, um nicht den Rahmen der Arbeit sprengen zu müssen. Daher beschäftigte ich mich hauptsächlich mit den Amphetaminen, insbesondere dem Ecstasy, mit dem Ziel, die meiner Meinung nach moderneren Methoden sozialarbeiterischer Drogenhilfe gegenüber der traditionellen Drogenhilfe hervorzuheben. Die vielfältige Literatur zu dem Thema Designerdrogen bestätigt, daß Ecstasy in Deutschland die bedeutendste Designerdroge ist und somit ein bedeutender Faktor sozialarbeiterischer Betätigungsfelder werden kann.

Während des Literaturstudiums fiel auf, daß trotz der Vielfalt der Abhandlungen immer wieder die gleichen Autoren zu finden waren, was vermuten läßt, daß kompetente Fachleute zu diesem Thema noch rar sind.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel eins behandele ich Grundsätzliches zur Begrifflichkeit von Drogen. Kapitel zwei gibt einen geschichtlichen Abriß zum Thema Drogen und Gesellschaft wieder. Aspekte zur Sucht/Abhängigkeit, deren Entstehung und Ausmaß in der BRD beschreibe ich in Kapitel drei. Zum Hauptpunkt der Arbeit komme ich dann in Kapitel vier, in dem ich erkläre was Designerdrogen sind und gebe einen Überblick über die existierenden Designerdrogen, um in Kapitel fünf auf die in Deutschland weit verbreiteten Amphetamine zu kommen. Nach einer persönlichen Einschätzung zum heutigen Zustand unserer Gesellschaft in Kapitel sechs leite ich über zu Kapitel sieben, dem Ecstasy. Hier befasse ich mich mit der Herstellung, der Herkunft, den Wirkungen und Risiken und der Verbreitung von Ecstasy in Deutschland. Und letztlich widme ich mich den Punkten, die für das sozialarbeiterische Handeln in Bezug auf Drogenarbeit, Prävention und Aufklärung von Bedeutung sind.

Ich habe mich für die anerkannte amerikanische Form des Zitierens entschieden. Der Einfachheit halber benutze ich die männliche Ausdrucksform, z.B. Sozialpädagoge, das möchte ich keinesfalls als Herabsetzung des weiblichen Geschlechts verstanden wissen.

Aus Gewohnheit und zum besseren Verständnis meine ich, wenn ich von den 60er oder 70er Jahren spreche, immer das vorherige Jahrhundert, also das Zwanzigste, sofern ich es nicht anders erwähnt habe. Einige Szenebegriffe sind, meines Erachtens nach nicht zu übergehen, ich habe soweit es möglich war diese vermieden, aber für einige gibt es keine anderen Worte, als die szenegebräuchlichen. Ich habe sie daher, soweit es möglich ist versucht zu übersetzen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
1. Definition des Begriffs Droge 6
2. Zur Geschichte der Drogen 7
3. Was ist Sucht/Abhängigkeit 12
3.1 Ein Exkurs zur Suchtentwicklung aus psychologischer Sicht 14
3.2 Zum Ausmaß von Abhängigkeit in der BRD 18
4. Was sind Designerdrogen 20
4.1 Fentanyle 23
4.2 Prodine 24
4.3 Phencycilidin (PCP) - „Angel Dust“ 25
4.4 Tryptamin 27
5. Amphetamine 29
5.1 Methoxyamphetamine 31
5.1.2 TMA (Tri-methoxy-amphetamin) 32
5.1.3 PMA (Para-methoxy-amphetamin) 32
5.1.4 DMA (Di-methoxy-amphetamin) 33
5.1.5 DOB (Di-methoxy-brom-amphetamin) 33
5.1.6 DOM oder STP (2, 5 Di-methoxy-4-methyl-amphetamin) 33
5.1.7 DOET (Di-methoxy-ethyl-amphetamin) 34
5.2 Methylendioxyamphetamine/Methylendioxybutamine 34
5.2.1 MDA (Methylen-dioxy-amphetamin) 35
5.2.2 MDE oder MDEA (Methylen-dioxy-N-ethyl-amphetamin) 35
5.2.3 BDB (Benzo-dioxy-butamin) 36
5.2.4 MBDB (Methyl-benzo-dioxyl-butamin) 36
5.2.5 MMDA (Methyl-methylen-dioxy-amphetamin) 37
5.2.6 Yaba 37
5.2.7 MDMA (Methylen-dioxy-metamphetamin) 40
6. Persönliche Ansichten über den Status Quo unserer Gesellschaft oder „immer schneller, höher, weiter“! 43
7. Was ist Ecstasy? 49
7.1 Zur Herstellung von Ecstasy 50
7.2 Warum ist gerade Ecstasy so beliebt? 53
7.3 Wie wirkt Ecstasy 56
7.3.1 Phychische Wirkung 56
7.3.2 Psychische Wirkung 59
7.4 Zu Risiken und Nebenwirkungen von Ecstasy 61
7.5 Langzeitwirkungen von Ecstasy 64
7.6 Mischkonsum 65
7.7 Zum Personenkreis und zur Verbreitung von Ecstasy in der BRD 67
7.8 Suchtpotential von Ecstasy 70
7.9 Fazit und Abschluß der Bestandsaufnahme 72
8. Umgangsstrategien für die Sozialarbeit 75
8.1 Zur Konzeption der Drogenarbeit 75
8.2 Drogenprävention 79
8.3 Lebensfeldbezogene Prävention in der „Raver-Szene“ durch Aufklärung 83
8.4 Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft 87
8.5 Aufklärung kontra Massenmedien 88
8.6 Vorsichts- und Hilfsmaßnahmen bei Gebrauch von Ecstasy 89
9. Gesamtfazit und Zukunftsperspektiven für die Sozialarbeit - eine pesönliche Stellungnahme 91
Literaturverzeichnis 94
Anhang: Abbildungen
Wirkungsweise von MDMA
Designerdrogen

Automatisiert erstellter Textauszug:

Forderungen nach mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, sich rasant ändernde Märkte und eine permanente Erhöhung des Arbeitstempos zur Produktivitätssteigerung verunsichern die Menschen. Eine kontinuierliche Arbeitsbiographie, in der ein Mensch sein ganzes Erwerbsleben bei einem Arbeitgeber absolvieren kann, gehört wohl bald der Vergangenheit an. Die Massenmedien, häufig nach dem Motto arbeitend, „nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“, tragen durch pausenlose Berieselung mit Schreckensmeldungen in Wort und Bild mit zur allgemeinen Verunsicherung bei. Hinzu kommt der Drang mithalten zu müssen, viel konsumieren zu müssen um dazu zu gehören und „trendy“ zu sein. Mit Hilfe verlockender Angebote tragen z.B. Versandkaufhäuser oder Handy-Vertragshändler ohne Prüfung der Bonität der Kunden zur Verschuldung privater Haushalte erheblich bei. Dabei wird die Kluft zwischen arm und reich immer größer, die Börsengewinne explodieren bei Lohnenthaltung für die Arbeitnehmer. Ein Michael Schuhmacher verdient mit über hundert Millionen Mark pro Jahr mehr als er in seinem ganzen Leben benötigt, während die Sozialleistungen gedeckelt oder abgebaut werden. Auch die Ernährungsindustrie hat den Trend der Leistungssteigerung zum Erzielen eines höchst möglichen Ertrages nicht verschlafen und hält für den Konsumenten hormonell gedoptes Fleisch, mit Wissen um die BSE-Gefahr und genmanipulierte Lebensmittel, deren Auswirkungen niemand kennt, bereit. Wir essen uns krank und konsumieren uns schwindelig. Die gedopten Lebensmittel, im Besonderen die Masthormone zur Fleischerzeugung und die Antibiotika zur Gesunderhaltung der Tiere in der Massentierhaltung, lassen zunehmend Medikamente wie etwa Antibiotika [...]

paradoxerweise keine Ruhe- und Entspannungszentren, sondern eine vielfältige Erlebnisindustrie, welche mit immer neuen Sensationen zur Spaßmaximierung aufwartet. Um jederzeit Leistungsbereitschaft und Anwesenheit zu demonstrieren ist ein mobiles Handy unersetzlich, somit beraubt sich der Nutzer seiner letzten Rückzugsmöglichkeiten und gibt sich selbst den Anstrich unentbehrlich und wichtig zu sein. Dabei scheint sich diese permanente Kommunikationsbereitschaft auf elektronische Medien wie Telefon und Internet zu beschränken, persönliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ist zu aufwendig in der Organisation, ausbleibende persönliche Kontakte entfremden die Menschen. Die zunehmend digitalisierte virtuelle Umwelt, das Gefühl hier und jetzt möglichst intensiv und schnell zu leben und zu erleben, immer alles jederzeit verfügbar zu haben, läßt die Welt unwirklich werden. Die Zukunft ist für junge Leute gefühlsmäßig so unsicher wie die Rente, die Bedrohungen unserer Zeit wirken irreal, es ist eben kompliziert zu begreifen warum ein hiesiger Arbeitsplatz aus schwer durchschaubaren globalen Wirtschaftsverflechtungen - und interessen von einem nahezu beliebigen Punkt der Erde bedroht werden kann. Es sind nicht mehr reale Bedrohungen, wie Seuchen und Kriege die uns ängstigen, denn selbst Aids hat seinen Schrecken bei uns schon wieder verloren, sondern die Angst vor unsichtbaren Gefahren, wie die Atomkraft, die Gentechnik, oder das Ozonloch. Bedrohungen denen sich keiner mehr entziehen kann, vor denen eine Flucht nicht mehr möglich ist. Durch die Globalisierung wird der Planet Erde vom Gefühl her immer kleiner, jeder Punkt der Erde scheint innerhalb kürzester in Zeit erreichbar von zu sein. Ungewisse und Zukunftsperspektiven Zeiten Massenarbeitslosigkeit [...]

die Werbung ist hier mit „Red Bull“ und „Flying horse“ als Leistungssteigerer/Energie Drink eingestiegen („Red Bull verleiht Flügel“) und unterstreicht diesen Trend. Die Erwachsenenwerbung macht es vor, indem trotz starker Kopfschmerzen die vom Umfeld erwartete Leistung dank Thomapyrin N oder Spalt innerhalb kürzester Zeit wieder hergestellt und der anstehende Umzug in nullkommanichts bewältigt ist. Vitalität und Schönheit werden als Freizeitgestaltung in „Fitneß- und Wellneßtempeln “ teuer erkauft, wenn das nicht gelingt wird mit Analbolika, oder gleich der plastischen Chirurgie nachgeholfen. Der so gestählte Körper verlangt geradezu danach sich in Extremsituationen, wie z.B. beim Freeclimbing zu bewähren. Um den Schönheitskult auch sexuell voll auszureizen, hält die Pharmaindustrie für den allzeit potenten Mann Viagra bereit. Der Mangel an real erlebten Gefahrensituationen fordert angstbesetzte Situationen und deren Überwindung geradezu heraus. Für den „Angst-Kick“, bei dem dank spontaner Endorphinausschüttung des Gehirns der kurze Rausch zum Erlebnis wird, ist „Bungee-Jumping“ das richtige Angebot. Wer sich auf diese Weise nicht profilieren kann, hat immer noch die Möglichkeit sich und seine Seele vor aller Öffentlichkeit in täglichen TalkShows zu entblößen, um einmal aus der grauen Masse heraus zu treten, je tabuloser und schriller, desto besser. Erlaubt ist was gefällt oder auch nicht, Hauptsache vor der Öffentlichkeit, wie jüngst die Fernsehsendung „Big Brother“ vormachte, indem jegliche Intimsphäre mißachtet wurde. So ist Extremes und Aktivsein „in“ und Ruhe gilt als Spaßverweigerung oder Faulheit. Zur vermeintlichen Entspannung von der Arbeitswelt gibt es [...]

Arbeit zitieren:
Krüger, Steffen September 2000: Designerdrogen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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