Demografischer Wandel und Wohnungsmarktentwicklung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thomas Koop
- Abgabedatum: März 2006
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9587-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9587-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9587-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Koop, Thomas März 2006: Demografischer Wandel und Wohnungsmarktentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Demographie, Wohnungsnachfrage, Wohnungspolitik, Haushalt, Stadt-Umland-Wanderung
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Diplomarbeit von Thomas Koop
Gang der Untersuchung:
„Demografischer Wandel“ wird oftmals als Schlagwort benutzt, das für einen gesellschaftlichen Umbruch steht und vorwiegend negative Assoziationen hervorruft. Tatsächlich bezeichnet es einen lang anhaltenden Prozess mit gravierenden Auswirkungen auf Bevölkerungszahlen und -strukturen. Wegen dauerhaft niedriger Geburtenzahlen nimmt die Zahl der jungen Menschen ab. Dagegen führt die steigende Lebenserwartung zu einem immer größeren Anteil älterer Menschen. Neben der Alterung wird die Bevölkerung auch von Schrumpfung betroffen sein, wenn nicht ausreichend Menschen geboren werden, um die Anzahl der Gestorbenen zu kompensieren. Auch mit verstärkter Zuwanderung wird der Rückgang der Einwohnerzahl langfristig nicht aufgehalten werden können.
Bereits heute macht sich der demografische Wandel in Deutschland bemerkbar und wird in den nächsten Jahrzehnten weit reichende Konsequenzen für viele Lebensbereiche haben. Inwieweit der Wohnungsmarkt davon betroffen sein wird, soll in der vorliegenden Arbeit „Demografischer Wandel und Wohnungsmarktentwicklung“ untersucht werden. Vor dem Hintergrund der zahlenmäßig abnehmenden Bevölkerung könnte man annehmen, dass die Wohnungsnachfrage in Zukunft spürbar sinken und sich Neubauinvestitionen nicht rentieren werden. Deshalb ist es das Ziel dieser Arbeit, die Zusammenhänge zwischen Demografie und Wohnungsmarkt darzustellen und künftige Tendenzen aufzuzeigen.
Dafür werden zuerst die Grundlagen des Wohnungsmarktes kurz vorgestellt. Außer den Besonderheiten dieses Marktes wird auch die Wohnungspolitik mit ihren wesentlichen Zielsetzungen beschrieben. Im Anschluss daran wird dargelegt, wie sich der Wohnungsmarkt in den vergangenen Jahrzehnten bis zum heutigen Zeitpunkt entwickelt hat, und zwar hinsichtlich der Neubauzahlen, dem Wandel der Siedlungsstrukturen und der Bedeutung des Wohneigentumsbereichs gegenüber dem Mietwohnungssektor.
Die beiden darauf folgenden Kapitel behandeln die Determinanten von Angebot und Nachfrage am Wohnungsmarkt. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf den Bestimmungsfaktoren der Nachfrage, weil diese weitgehend die künftige Angebotsentwicklung beeinflusst. Dazu gehören neben den langfristig wirkenden demografischen Faktoren auch ökonomische und staatliche Einflussgrößen, wie z.B. Zinsen, Wohnimmobilienpreise, Haushaltseinkommen und Fördermaßnahmen.
Das sechste Kapitel behandelt die zukünftige Wohnungsmarktentwicklung und bildet damit den Kern der Arbeit. Darin werden verschiedene Prognoseergebnisse zum erwarteten Neubaubedarf bis zum Jahr 2020 vorgestellt. Allerdings beschränkt sich die Darstellung ausschließlich auf Westdeutschland, da in den neuen Bundesländern andere Bedingungen vorherrschen, die maßgeblich aus der zentralen Planung des Wohnungswesens in der ehemaligen DDR resultieren. Eine einheitliche Darstellung des gesamten Bundesgebiets ist deshalb nicht sinnvoll. Allein innerhalb der alten Bundesländer sind große Gegensätze erkennbar.
Aus diesem Grund werden zusätzlich noch die Wohnungsmarktsituationen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis auf Kreisebene untersucht. Beide Bundesländer weisen eine Fülle von regionalen Unterschieden auf, die eine detaillierte Betrachtung erforderlich machen, um valide Aussagen über die jeweiligen Wohnungsmärkte treffen zu können.
In den dann folgenden Abschnitten werden Handlungsempfehlungen für Wohnungspolitik und -wirtschaft ausgesprochen. Aufgrund des demografischen Wandels verändern sich die Rahmenbedingungen für die Wohnungsmarktakteure, so dass sie ihr Handeln darauf abstimmen müssen. Für die Wohnungspolitik geht es um das Anpassen von Wohnraumförderung und Stadtentwicklung an die neuen Herausforderungen, während die Wohnungswirtschaft sich auf die veränderten Nachfragegruppen und -strukturen einstellen muss.
Im letzten Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Demografischer Wandel: Weniger Menschen, weniger Wohnraum? | 1 |
| 2. | Grundlagen des Wohnungsmarktes | 2 |
| 3. | Wohnungsmarktentwicklung und aktuelle Wohnungsmarktsituation | 4 |
| 3.1 | Entwicklung des Wohnungsbestandes | 4 |
| 3.2 | Wandel der Siedlungsstrukturen | 7 |
| 3.3 | Bedeutung von Wohneigentum in Deutschland | 10 |
| 4. | Determinanten des Wohnungsangebots | 12 |
| 5. | Determinanten der Wohnungsnachfrage | 14 |
| 5.1 | Ökonomische Einflüsse auf die Wohnungsnachfrage | 14 |
| 5.1.1 | Preise am Wohnungsmarkt | 14 |
| 5.1.2 | Einkommensentwicklung der privaten Haushalte | 17 |
| 5.2 | Staatliche Einflüsse auf die Wohnungsnachfrage | 18 |
| 5.3 | Demografische Einflüsse auf die Wohnungsnachfrage | 20 |
| 5.3.1 | Bevölkerungsentwicklung | 20 |
| 5.3.2 | Haushaltsentwicklung | 25 |
| 5.4 | Auswirkungen auf die nachgefragte Wohnfläche | 30 |
| 6. | Wohnungsmarktprognosen | 32 |
| 6.1 | Einflussfaktoren | 32 |
| 6.2 | Wohnungsmarktprognosen für Westdeutschland | 36 |
| 6.2.1 | Zukünftiger Neubaubedarf | 36 |
| 6.2.2 | Vergleich zwischen Neubaubedarf und tatsächlicher Neubautätigkeit | 41 |
| 6.3 | Wohnungsmarktprognosen für ausgewählte Bundesländer | 43 |
| 6.3.1 | Niedersachsen | 43 |
| 6.3.2 | Nordrhein-Westfalen | 49 |
| 7. | Handlungsempfehlungen für die Wohnungspolitik | 54 |
| 7.1 | Neuausrichtung der Wohnraumförderung | 54 |
| 7.2 | Stadtentwicklung | 56 |
| 8. | Handlungsempfehlungen für die Wohnungswirtschaft | 58 |
| 9. | Schlussbetrachtung | 60 |
| Literaturverzeichnis | 63 | |
| Anhangsverzeichnis | 75 | |
| Anhang | 76 |
33 sowie langen Entstehungs- und Nutzungszeiten von Immobilien sind Unternehmen der Wohnungswirtschaft daran interessiert, möglichst frühzeitig auf Änderungen der Bedarfszahlen und des Nachfrageverhaltens reagieren zu können, um ihre Investitionsentscheidungen darauf abzustimmen. Daneben ist auch für den Träger der Wohnungspolitik die zukünftige Entwicklung des Wohnungsbedarfs von Bedeutung, um eine ausreichende Wohnraumversorgung gewährleisten zu können. Die erforderlichen Daten können aus Wohnungsbedarfsprognosen gewonnen werden. Aussagen über den Wohnungsbedarf basieren auf normativen Vorstellungen über einen wünschenswerten Versorgungsgrad der Bevölkerung. Vereinfachend wird dabei jedem Haushalt eine Wohnung zugeordnet. Darüber hinaus haben sich noch weitere Versorgungsnormen herausgebildet. Berufs- und ausbildungsplatzbedingt wird ein Bedarf an Zweitwohnungen ausgelöst, sofern der Ort des Arbeitsplatzes und der Hauptwohnsitz zu weit voneinander entfernt liegen und ein Wohnortwechsel nicht vorgenommen wird. Ferienwohnungen müssen bei einer entsprechend zahlungskräftigen Nachfrage ebenfalls berücksichtigt werden. Außerdem muss in einem funktionierenden Wohnungsmarkt eine ausreichende Zahl an Wohnungen bereit gehalten werden (Mobilitätsreserve), damit jeder sich neu bildende Haushalt ohne weiteres eine Wohnung finden kann.132 Neben den Versorgungsnormen ist die Anzahl der Bedarfsträger die bestimmende Größe für den Wohnungsbedarf. Dafür wird zunächst die wahrscheinliche Bevölkerungsentwicklung ermittelt und diese in einem zweiten Schritt den eigentlichen Bedarfsträgern, den privaten Haushalten, zugerechnet, um den Entwicklungsverlauf der Haushaltszahlen abzubilden.133 Der Neubedarf gibt dann die Differenz zwischen den erwarteten Haushaltszahlen und dem bereits existierenden Bestand an. Die Berechnung des Neubedarfs basiert somit allein auf demografischen Faktoren. Des Weiteren müssen die Bestandsentwicklungen für den Prognosezeitraum berücksichtigt werden. Dazu zählt der Nachholbedarf, der angibt, wie viele Haushalte mit Wohnraum unterversorgt sind. Nachholbedarf entsteht, wenn die Zahl der verfügbaren Wohnungen im Vergleich zur festgelegten Bedarfsnorm nicht ausreicht. In diesem Fall kommt es vor, dass Haushalte in ungenügenden oder überbelegten Wohnungen leben müssen. Der Ersatzbedarf gibt dagegen den Wohnungsneubau an, der notwendig ist, um den Bestand an Wohnraum konstant zu halten. Durch Abriss, Nutzungsänderungen [...]
32 Eine aktuellere Untersuchung zur Wohnflächennachfrage mit einem Zeithorizont bis 2030 hat das empirica-Institut durchgeführt.127 Hierbei wird allerdings nicht zwischen Mieter- und Eigentümerhaushalten unterschieden. Ausgehend von 46 m² Wohnfläche pro Kopf in Westdeutschland im Jahr 2005 erhöht sich dieser Wert bis 2015 um rund 9 % auf 50 m². Bis 2030 wird eine kontinuierliche Steigerung der Wohnfläche um insgesamt 22 % auf 56 m² erwartet.128 Die Werte der beiden Untersuchungen sind um einiges voneinander entfernt. Der tatsächliche Wohnflächenzuwachs für die Jahre von 1998 bis 2002 ist allerdings größer ausgefallen als in der „Wohnungsprognose 2015“ angenommen. Wenn sich der Trend fortsetzt, werden auch die Zahlen für den weiteren Prognosezeitraum höher liegen als erwartet. Die beiden Prognosen würden sich dann in ihren Ergebnissen annähern.129 Begründet werden kann die Ausweitung der insgesamt nachgefragten Wohnfläche zum einen mit den zunehmenden Haushaltszahlen. Derartige demografisch bedingte Struktureffekte lösen zusätzlichen Bedarf an Wohnraum aus. Zum anderen sind Wohlstandseffekte dafür verantwortlich, die aufgrund steigender Haushaltseinkommen eine Zunahme der durchschnittlichen Wohnungsgröße bewirken. Diese beiden Komponenten tragen zu etwa gleichen Anteilen zur Wohnflächenausweitung der kommenden Jahre bei, wobei die Haushaltsentwicklung bis 2015 leicht überwiegt.130 Erst danach werden Wohlstandseffekte den dominierenden Einfluss ausüben. Auch bei stagnierenden Haushaltszahlen wird es noch eine steigende Wohnflächennachfrage geben.131 [...]
Eine Berechnung der zukünftigen Entwicklung des Wohnflächenkonsums hat das BBR in seiner „Wohnungsprognose 2015“ vorgenommen. Demnach wird sich der gezeigte Trend auch in den nächsten Jahren sowohl für Mieter- als auch für Eigentümerhaushalte fortsetzen. Insgesamt wird die Pro-Kopf-Wohnfläche im früheren Bundesgebiet im Zeitraum von 1998 bis 2015 um rund 12 % ansteigen. Während die Wohnfläche der Mieter pro Person um knapp 10 % von 35,9 m² auf 39,4 m² anwächst, wird sich die der Eigentümer gemäß der Prognose um 9 % von 46,2 m² auf 50,4 m² erhöhen. Damit ergibt sich für alle Haushalte eine durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche von 45,8 m².126 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832495879
Arbeit zitieren:
Koop, Thomas März 2006: Demografischer Wandel und Wohnungsmarktentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Demographie, Wohnungsnachfrage, Wohnungspolitik, Haushalt, Stadt-Umland-Wanderung



