Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Der Deltaplan

Ein Projekt zur Integration von Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderern in Rotterdam

Der Deltaplan
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michelle Feye
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 743,0 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9328-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9328-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9328-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Feye, Michelle Mai 2005: Der Deltaplan, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Niederlande, Einwanderung, Einbürgerung, Einwanderungspolitik, Einbürgerungskurs

Diplomarbeit von Michelle Feye

Einleitung:

Die Globalisierung geht mit einer weltweiten Verflechtung einher, in der Menschen über ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität verfügen, und stellt alle Staaten vor große Herausforderungen. In diesem Zusammenhang hat das Thema "Integration von Einwanderern und Eingewanderten" in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In Europa galt das sogenannte niederländische Integrationsmodell als beispielhaft für andere europäische Länder, insbesondere für Deutschland. Der niederländische Umgang mit der pluralistischen Gesellschaft, der sich in der Integration von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion abzeichnet, wurde lange Zeit als erfolgreich wahrgenommen. Dieser Annahme will ich in der vorliegenden Diplomarbeit nachgehen, indem ich das Einbürgerungsprojekt „Deltaplan inburgering. Op weg naar actief burgerschap“ in Rotterdam näher untersuche.

Mein Interesse an dem Deltaplanprojekt entstand bereits bei einer universitären Exkursion nach Rotterdam im Jahr 2003. Im Rahmen dieser Studienreise lernte ich zum ersten Mal dieses Einbürgerungsprojekt kennen und entwickelte eine Faszination gegenüber dem pragmatischen Ansatz bei der Durchführung dieses Projekts. Da dieses Einbürgerungsprojekt in meinem Fachbereich der Universität Oldenburg das Ansehen eines außerordentlich fortschrittlichen Integrationsprojekts genießt, wählte ich es zum Forschungsgegenstand meiner Arbeit.

Seit der Fokus auf die Integration von Einwanderern und Eingewanderten in den Niederlanden gerichtet ist, besteht eine äußerst kontroverse Debatte darüber, wie Integration eigentlich zu definieren ist und vor allem inwiefern sich Integration mit spezifischen Maßnahmen realisieren lässt. Daher befasst sich meine wesentliche Untersuchungsfrage mit Erfolgen und Misserfolgen, die das Deltaplanprojekt nach einer Projektlaufzeit von zwei Jahren aufweist.

Das erste Kapitel der Arbeit erläutert den geschichtlichen Hintergrund der Niederlande. Zunächst werde ich die Historie ab dem 16. Jahrhundert skizzieren, da sich bereits zu dieser Zeit die ersten liberalen Züge des niederländischen Umgangs mit der Aufnahme von Flüchtlingen herausbildeten. Anhand einer chronologischen Darstellung der Einwanderungsbewegungen und der jeweiligen Einwanderungspolitik werde ich die unterschiedlichen Integrationsansätze verdeutlichen.

Das zweite Kapitel beschreibt den Gegenstand meiner Untersuchung, nämlich das Deltaplanprojekt. Zu Beginn werde ich einen Einblick in die Bevölkerungsstruktur Rotterdams geben. An der Bevölkerungszusammensetzung wird deutlich, dass eine Vielfalt von Kulturen in Rotterdam lebt, denn nahezu die Hälfte der Bevölkerung sind Migranten. Anhand der Beschreibung ihrer spezifischen Lebenslagen ergibt sich die Schlussfolgerung, dass ein Großteil der Migranten sozial benachteiligt ist. Dies hat unterschiedliche Ursachen, die ich in diesem Abschnitt erörtern werde. Im Anschluss werde ich den gesamten Einbürgerungsprozess in Rotterdam beschreiben.

Mit dem dritten Kapitel werde ich das Untersuchungsdesign darstellen, das dieser Arbeit zugrunde liegt. Mittels eines offenen Leitfadeninterviews habe ich wichtige Akteure im kommunalen Netzwerk des Deltaplanprojekts befragt. Dabei ging es in erster Linie um die Erhebung von mittelfristigen Resultaten, die das Einbürgerungsprojekt erzielt hat. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Ergebnisse aus Sicht der Experten vorgestellt werden. In Ergänzung dazu, habe ich eine aktuelle Studie des Forschungsunternehmens Regioplan herangezogen. Diese Studie untersucht die Effektivität der Einbürgerungskurse aus Sicht von Kursteilnehmern. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Sachlage aus einer ganzheitlichen Perspektive zu betrachten.

Im vierten Kapitel werde ich die wesentlichen Erkenntnisse aus meinem theoretischen Wissen und den Ergebnissen meiner Expertenbefragung im Hinblick auf das Projekt „Deltaplan inburgering“ zusammentragen. Dabei werde ich die eingangs gestellte Frage beantworten, inwiefern dieses Einbürgerungsprojekt nachhaltig auf die Situation von Neuzuwanderern und Alteinwanderern Einfluss genommen hat. In einer abschließenden Interpretation meiner erzielten Daten werde ich auf einige Faktoren eingehen, die einen erheblichen Einfluss auf die Ergebnislage nahmen. Zum Schluss werde ich kurz auf die zukünftigen Entwicklungen eingehen – zum einen in der weiteren Projektplanung, zum anderen in der Integrationspolitik der Niederlande.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 5
Einleitung 6
1. Die Niederlande als Einwanderungsland 9
1.1 Kurze historische Darstellung ab dem 16. Jahrhundert 9
1.2 Einwanderungsbewegungen im 20. Jahrhundert 15
1.3 Einwanderungspolitiken nach 1945 19
1.3.1 Rechtliche Grundlagen in den 1970er Jahren 23
1.3.2 Politischer Paradigmenwechsel 1983 23
1.3.3 Von der Minderheiten- zur Integrationspolitik 26
1.3.4 Das Eingliederungsgesetz von 1998 30
1.4 Zusammenfassung 35
2. Gegenstand der Untersuchung: Deltaplan inburgering 38
2.1 Die Gemeinde Rotterdam 38
2.1.1 Zur Bevölkerungsstruktur 38
2.1.2 Zur Lebenssituation von ethnischen Minderheiten 40
2.1.2.1 Beteiligung am Erwerbsleben 40
2.1.2.2 Bildungssituation 41
2.1.2.3 Wohnsituation 43
2.1.2.4 Ältere Migranten 44
2.1.3 Politische und gesellschaftliche Entwicklungen seit Pim Fortuyn 45
2.2 Zur Genese und Finanzierung 48
2.2.1 Wesentliche Faktoren zur Entstehung des Einbürgerungsprojekts 48
2.2.2 Grundlegende Aspekte im Einbürgerungsprozess 50
2.2.3 Finanzierung 52
2.3 Zielsetzungen 54
2.3.1 Zielgruppen 54
2.3.2 Inburgering von Neuzuwanderern 56
2.3.3 Inburgering von schulpflichtigen Neuzuwanderern 59
2.3.4 Inburgering von Migranten der ersten Generation 60
2.4 Zur Implementierung 61
2.4.1 Gemeente Rotterdam 61
2.4.2 Dienst voor Sociale Zaken en Werkgelegenheid 62
2.4.3 Regionaal Opleiding Centre 63
2.4.4 Dienst Stedelijk Onderwijs 66
2.4.5 Centrum voor Werk en Inkomen 67
2.4.6 Weitere Kooperationspartner 67
2.5 Zusammenfassung 68
3. Untersuchungsdesign 70
3.1 Theoretischer Bezugsrahmen 70
3.1.1 Grundzüge qualitativer Sozialforschung 70
3.1.2 Wahl und Begründung der Untersuchungsmethode 71
3.1.2.1 Zum Expertenbegriff 72
3.1.2.2 Auswahl der Experten 74
3.1.3 Forschungsinteresse und Fragestellungen 75
3.2 Datenerhebung 75
3.2.1 Inhaltliche Struktur der verschiedenen Leitfäden 75
3.2.2 Durchführung der Interviews 76
3.3 Auswertung 78
3.3.1 Datenaufbereitung 78
3.3.2 Auswertungsverfahren 78
4. Ergebnisse der Expertenbefragung 80
4.1 Effizienz der Einbürgerungsmaßnahmen aus Sicht der Experten 81
4.1.1 Zum Integrationsverständnis 81
4.2 Zielerreichung des Deltaplanprojekts 83
4.3 Nachhaltige und hemmende Faktoren im Eingliederungsprozess 93
4.4 Perspektiven der weiteren Projektplanung 102
5 Fazit 107
Abkürzungsverzeichnis 114
Literaturverzeichnis 115
Anhang 122

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als Lehrmittel bieten die ROCs neben herkömmlichen Unterrichtsmaterialien auch neue Medien an, wie etwa Computerprogramme, die ein Selbstlernprogramm beinhalten. Das heißt, die Schüler können mit einem Sprachprogramm am Computer selbstständig und unabhängig von Unterrichtszeiten, plätzen oder -betreuung die niederländische Sprache erlernen. Auf diese Weise soll die Eigenverantwortung der Teilnehmer gefördert werden. Zudem wenden die ROCs TV-Programme als Lehrmethode an. In Form von Videos, die auch im Computer abspielbar sind, können unter anderem Wissen über Umgangsformen im Alltag und über Geschichte der Niederlande vermittelt werden. Für diesen Multimedia-Einsatz bestehen spezielle Räume in den ROCs, wobei diese computergestützten Lernprogramme auch zuhause genutzt werden dürfen.169 [...]

Die Zusammensetzung der Unterrichtsmodule ist abhängig von der aktuellen Nachfrage. Es bestehen verschiedene Unterrichtsangebote, die sich nach Intensität und Unterrichtszeiten unterscheiden. Das heißt, es bestehen Unterrichtsangebote unter oder über 15 Unterrichtsstunden pro Woche und diese finden entweder tagsüber oder abends statt. Zudem gibt es für erwerbstätige Teilnehmer die Möglichkeit, am Wochenende dem Unterricht zu folgen. Beim Angebot für NT2 wird zwischen ‚Niederländisch als Zweitsprache I‛ und ‚Niederländisch als Zweitsprache II‛ unterschieden. Während NT2 I sich an Teilnehmer richtet, die eine niedrig qualifizierte Berufs- oder Fortbildung anstreben, gilt NT2 II für Teilnehmer, die sich für eine Berufs- oder Fortbildung auf dem Niveau einer Fachhochschule oder einer Universität qualifizieren wollen. In den NT2-Kursen wird ausschließlich Niederländisch gesprochen. Teilweise wird im Unterricht für Höherqualifizierte Englisch oder Französisch als Unterrichtssprache verwendet.164 Die Kurse über ‚Gesellschaftliche Orientierung‛ werden bei Bedarf in den ersten vier Wochen in arabischer, türkischer, spanischer oder portugiesischer Sprache unterrichtet.165 Da in Rotterdam über 100 Sprachen gesprochen werden, ist es nicht möglich, in allen Sprachen zu unterrichten. Die ROCs bieten Vorbereitungs- und Orientierungsprogramme an, zum Beispiel für spezielle Berufszweige oder für Examenstraining.166 Zum Schluss des Einbürgerungsprogramms erfolgt der sogenannte Profiltest, um das Sprachniveau der einzelnen Teilnehmer zu prüfen. Dieser Test besteht aus vier Teilen in den Bereichen Sprechen, Hören, Lesen und Schreiben. Bei der Bewertung der NT2-Niveaus orientieren sich die ROCs an den sogenannten Cito-Niveau-Einstufungen, die die Cito-Gruppe vom Zentralen Institut für Testentwicklung in Arnheim in Zusammenarbeit mit der katholischen Universität Nijmegen 1985 entwickelt hat.167 [...]

ten findet auf der Grundlage von Verträgen statt. In diesen Verträgen wird unter anderem der Einkauf von Unterrichtskursen für den Einbürgerungsprozess geregelt. Es bestehen Zielvereinbarungen über Leistungen, die die ROCs erbringen müssen, insbesondere im Hinblick auf das Resultat der erfolgreich absolvierten Einbürgerungsprogramme. Ein erfolgreicher Abschluss liegt vor, wenn ein Teilnehmer ein bestimmtes Sprachniveau erreicht hat, wobei die Zielvorgaben zwischen den verschiedenen Zielgruppen variieren. Des Weiteren werden im Rahmen von Vertragsabschlüssen Entscheidungen über Gruppengröße, Lernziele, Art und Umfang der Kursangebote, sowie Preise ausgehandelt. Falls die ROCs die vertraglich festgelegten Erfolgsquoten nicht erreichen, erhalten sie nicht die komplette Finanzierung, die vertraglich vorab vereinbart wurde. Wenn jedoch am Ende bessere Resultate erzielt worden sind, erhalten die Bildungsanstalten Prämien in Form zusätzlicher Mittel. Diese Zusatzfinanzierung soll als Anreiz für die ROCs dienen, bessere Resultate zu erlangen. Die Vertreter der regionalen Ausbildungszentren sind ebenfalls bei der Erstuntersuchung anwesend, um das Sprachniveau, die Ausbildungs- und Berufserfahrungen der Teilnehmer zu beurteilen.162 Dabei werden die im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen nach bestimmten Kriterien in vier verschiedene Niveaus eingestuft.163 1. Analphabeten: Personen, die in einer nicht niederländischen Sprache alphabetisiert sind und keine oder weniger als zwei Jahre Schulbildung nachweisen. 2. Niedrig-Qualifizierte: Personen mit Nachweis über zwei bis zehn Jahre Schulbildung ohne regulären Schulabschluss, der zur Teilnahme an der niederländische Berufsausbildung der niedrigsten Stufe berechtigt. 3. Mittel-Qualifizierte: Personen, die einen Nachweis erbringen über mehr als zwei Jahre Sekundar-Unterricht mit oder ohne Abschluss, der zur Teilnahme an einer Berufsausbildung der mittleren Stufe berechtigt. 4. Höher-Qualifizierte: Personen, die mindestens das Abitur besitzen, [...]

Arbeit zitieren:
Feye, Michelle Mai 2005: Der Deltaplan, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Niederlande, Einwanderung, Einbürgerung, Einwanderungspolitik, Einbürgerungskurs

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren