Delaunay-Triangulierungen in zwei und drei Dimensionen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörg Krämer
- Abgabedatum: November 1995
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6646-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6646-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6646-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krämer, Jörg November 1995: Delaunay-Triangulierungen in zwei und drei Dimensionen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Netzgenerierung, Dreiecksnetze, Algorithmische Geometrie, Computational Geometry, Veronoi-Diagramm
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Diplomarbeit von Jörg Krämer
Einleitung:
Das Voronoi-Diagramm und sein Dual, die Delaunay-Triangulierung, haben in vielen Gebieten der Naturwissenschaft und der Technik Anwendung gefunden, wie z.B. in der Kristallographie, in der Geographie und in der Metallurgie. Nachdem am Anfang dieses Jahrhunderts der russische Mathematiker Georges Voronoi Veröffentlichungen über die nach ihm benannte Struktur schrieb, verwendete in den 30er Jahren der Kristallograph Delaunay diese Struktur für die Simulation von Kristallwachstum sowie zur Beschreibung und Untersuchung von Kristallstrukturen. Weitere geographische Anwendungen finden sich in der Kartographie und in der Stadtplanung.
Heute sind das Voronoi-Diagramm und die Delaunay-Triangulierung grundlegende Strukturen in der algorithmischen Geometrie (Computational Geometry). Eine naheliegende geometrische Anwendung des Voronoi-Diagramms besteht im Post-Office-Problem d.h. im Beantworten von Anfragen der Form, welcher Punkt einer Punktmenge in der Ebene oder im Raum zu einem vorgegebenen Punkt der nächste ist. Bei vielen Anfragen lohnt es sich, das Voronoi-Diagramm für die Bestimmung der nächsten 'Postämter' zu benutzen.
Die geometrische Struktur des Voronoi-Diagramms kann schnell konstruiert werden (O(n log n) Zeit und enthält alle wichtigen Informationen über Nachbarschaften (O(n) Speicherplatzbedarf), aus denen sich in linearer Zeit wichtige Probleme der algorithmischen Geometrie berechnen lassen. Zu diesen zählen u.a. der euklidische minimale Spannbaum (EMST), der größte leere Kreis und die zwei nächsten Nachbarpunkte. Eine Näherungslösung für ein NP-vollständiges, graphentheoretisches Problem, das Problems des Handlungsreisenden, kann mit Hilfe der zweidimensionalen Delaunay-Triangulierung bzw. des EMST gewonnen werden. Das Problem des Handlungsreisenden besteht aus dem Bestimmen einer optimalen Rundtour durch n vorgegebene Punkte (Städte), ohne einen Punkt zweimal zu besuchen.
In der Computer-Graphik eignet sich die Delaunay-Triangulierung besonders gut für die Visualisierung und Modellierung von geometrischen Objekten, wie z.B. Freiformflächen. Eine wichtige Eigenschaft der Delaunay-Triangulierung, dass die Winkel unter allen möglichen Triangulierungen optimal sind, rechtfertigt die Verwendung der Delaunay-Triangulierung bei der Netzgenerierung. Zur Visualisierung werden geometrische Objekte durch Dreiecksnetze approximiert, die dann mittels Hardware-Unterstützung schnell schattiert und dargestellt werden können. Weitere Anwendungen zwei- und dreidimensionaler Delaunay-Triangulierungen finden sich in der Stereolithographie und in der Methode der Finiten Elemente.
Wegen der Dualität zwischen Voronoi-Diagramm und Delaunay-Triangulierung kann in einer zur Größe der Struktur proportionalen Zeit aus der einen die jeweils duale Struktur berechnet werden. Im wesentlichen existieren zur Berechnung der Delaunay-Triangulierung einfachere Algorithmen als zur Berechnung des Voronoi-Diagramms. Aus diesem Grund empfiehlt es sich zur Berechnung des Voronoi-Diagramms, zunächst die Delaunay-Triangulierung und anschließend das Voronoi-Diagramm zu bestimmen.
In dieser Diplomarbeit werden eine Reihe von Algorithmen zur Berechnung der Delaunay-Triangulierung mit oder ohne Beschleunigungsstrukturen auf die Eignung für die Computer-Graphik und Netzgenerierung untersucht und miteinander verglichen. Im ersten Kapitel der Arbeit werden die Eigenschaften von Voronoi-Diagrammen und Delaunay-Triangulierungen zusammengestellt. Sie bilden die Grundlage für die im zweiten Kapitel vorgestellten Algorithmen zur Berechnung von zwei- und dreidimensionalen Delaunay-Triangulierungen. Am Ende des zweiten Kapitels befinden sich die ermittelten Laufzeiten der Algorithmen in Form von Tabellen und Graphiken. Das nächste Kapitel gibt einen Überblick über die verwendeten Datenstrukturen und deren Realisierung in Klassen. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Visualisierung von dreidimensionalen Triangulierungen. Dort werden einfache Methoden vorgestellt, wie z.B. das Auseinanderziehen der Tetraeder oder das Entfernen einzelner Tetraedern, die die Visualisierung erheblich erleichern. Im letzten Kapitel sind einige Algorithmen für die Netzgenerierung zusammengestellt, die auf den in dieser Arbeit vorgestellten Algorithmen aufbauen. Diese Algorithmen berechnen die bedingte Delaunay-Triangulierung (CDT), die Delaunay-Triangulierung von Polygonen (PDT) und verfeinerte Netze bzw. Triangulierungen durch Einfügen von Punkten. Anschließend wird erklärt, welche Bedeutung die Netzgenerierung für die Stereolithographie, die Modellierung und Visualisierung von Freiformflächen und die Methode der Finiten Elemente besitzt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Grundlagen | 6 |
| 1.1 | Definitionen | 6 |
| 1.1.1 | Graph | 6 |
| 1.1.2 | Simplex, Facette und Kugel | 6 |
| 1.1.3 | Polygon, Polygonnetz und Polyeder | 7 |
| 1.1.4 | Konvexe Hülle | 8 |
| 1.1.5 | Triangulierung | 9 |
| 1.1.6 | Voronoi-Diagramm | 10 |
| 1.1.7 | Delaunay-Triangulierung | 12 |
| 1.1.8 | Delaunay-Triangulierung im R² | 13 |
| 1.1.9 | Delaunay-Tetraedrisierung im R³ | 13 |
| 1.1.10 | Zusammenhang mit konvexen Polyedern | 14 |
| 1.2 | Berechnung der Umkugel | 15 |
| 1.2.1 | Umkugel-Kriterium | 15 |
| 1.2.2 | Berechnung der Umkugel | 16 |
| 1.3 | Numerische Probleme | 17 |
| 2. | Die Algorithmen | 19 |
| 2.1 | Der Flipping-Algorithmus | 20 |
| 2.2 | Der Plane-Sweep-Algorithmus | 23 |
| 2.3 | Der Einfüge-Algorithmus | 30 |
| 2.3.1 | Der randomisierte inkrementelle Algorithmus | 34 |
| 2.3.2 | Strukturen zum Lokalisieren für den Einfüge-Algorithmus | 35 |
| 2.3.3 | Der Einfüge-Algorithmus im R³ | 41 |
| 2.4 | Algorithmen mit Suchstrukturen | 44 |
| 2.4.1 | Das reguläre Gitter | 44 |
| 2.4.2 | Die spärliche Matrix | 45 |
| 2.4.3 | Die Berechnung des Startdreiecks | 45 |
| 2.4.4 | Die Berechnung des dritten Punktes | 46 |
| 2.4.5 | Die Shelling-Methode | 49 |
| 2.4.6 | Der Algorithmus im R³ | 51 |
| 2.5 | Der Divide-and-Conquer-Algorithmus | 56 |
| 2.6 | Der Delaunay-Wall-Algorithmus | 58 |
| 2.7 | Vergleich der Algorithmen | 63 |
| 3. | Datenstrukturen und Klassen | 74 |
| 3.1 | Polygonale Netze | 74 |
| 3.2 | Tetraedrisierungen | 77 |
| 4. | Visualisierung | 81 |
| 4.1 | Die Schichten-Methode | 81 |
| 4.2 | Die Ebenenmethode | 82 |
| 4.3 | Die Strahlmethode | 83 |
| 4.4 | Die Picking-Methode | 84 |
| 4.5 | Die Explosionsmethode | 84 |
| 4.6 | Das Visualisierungsprogramm showTetra | 85 |
| 5. | Anwendungen | 87 |
| 5.1 | Netzgenerierung | 87 |
| 5.1.1 | Bedingte Delaunay-Triangulierung | 87 |
| 5.1.2 | Delaunay-Triangulierung von Polygonen | 89 |
| 5.1.3 | Algorithmus zum Verfeinern von Netzen | 90 |
| 5.2 | Die Methode der Finite Elemente | 91 |
| 5.3 | Modellierung und Visualisierung von Flächen | 91 |
| 5.4 | Stereolithographie | 92 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832466466
Arbeit zitieren:
Krämer, Jörg November 1995: Delaunay-Triangulierungen in zwei und drei Dimensionen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Netzgenerierung, Dreiecksnetze, Algorithmische Geometrie, Computational Geometry, Veronoi-Diagramm



