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Defizite beruflicher Bildung und Ansätze zu ihrer Beseitigung

Dargestellt auf der Grundlage neuerer empirischer Untersuchungen

Defizite beruflicher Bildung und Ansätze zu ihrer Beseitigung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Wamser
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 492,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7266-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7266-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7266-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wamser, Markus Juli 2003: Defizite beruflicher Bildung und Ansätze zu ihrer Beseitigung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: berufliche Bildung, PISA-Studie, Duales System, Handlungskompetenz, Wirtschaftlicher Wandel

Diplomarbeit von Markus Wamser

Einleitung:

Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Wandels und den Veränderungen der Qualifikationsanforderungen in der Arbeitswelt beschäftigt sich diese Arbeit mit der Situation der beruflichen Bildung in Deutschland.

Es steht die Frage im Mittelpunkt, wie die berufliche Bildung, hier schwerpunktmäßig die duale Erstausbildung, auf die veränderten Anforderungen reagieren kann. Dabei werden anhand der aufgezählten Defizite zahlreiche Problemfelder deutlich, welche die aktuelle Diskussion bestimmen. So wird unter anderem eingegangen auf die Schaffung neuer und die Überarbeitung bestehender Ausbildungsberufe, mangelnde Lernortkooperation zwischen Schule und Betrieb, eine sinkende Attraktivität des dualen Systems bei Arbeitgebern und Schulabgängern sowie die zum Teil noch unzureichende Einbindung der Neuen Medien in den Unterricht.

Unter Einbeziehung von Ergebnissen aus der PISA-Studie sowie der Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zur Untersuchung des strukturellen Wandels der Arbeitswelt werden die mangelnde Vorbildung und große Heterogenität der Auszubildenden sowie die Problematik von Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten eingehender untersucht.

Bei der Darstellung von Lösungsansätzen für eine Verbesserung der beruflichen Bildung werden vielfach verwendete Begrifflichkeiten wie lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen, Handlungsorientierung, Problemlösen und vernetztes Denken sowie Schlüsselqualifikationen kurz erläutert.

Schließlich werden Modularisierung, Lernfeldorientierter Unterricht, Lernortkooperation und rechtlich-organisatorische Maßnahmen als Ansätze zur Verbesserung der beruflichen Bildung vorgestellt. Einen größeren Raum nimmt die Untersuchung der Gestaltung von Lehr-Lern-Arrangements ein, wobei Ergebnisse aus dem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Lehr-Lern-Prozesse in der kaufmännischen Erstausbildung“ mit einbezogen wurden.

Obwohl sowohl bei der Herausarbeitung der Defizite als auch bei der Vorstellung der Lösungsansätze natürlich kein Anspruch auf Vollzähligkeit gestellt werden kann, soll in dieser Arbeit ein möglichst guter Überblick über die aktuelle Diskussion gegeben werden und es können einige interessante Ansätze für Verbesserungen vorgestellt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung
1.1 Wirtschaftlicher Wandel und veränderte Qualifikationsanforderungen 1
1.2 Problemstellung 3
1.3 Verwendete Studien 4
2. Defizite der beruflichen Bildung
2.1 Überblick 7
2.2 Rechtlich-organisatorische Defizite 8
2.3 Mangelnde Lernortkooperation 12
2.4 Auflösung des Berufsprinzips 15
2.5 Sinkende Attraktivität des dualen Systems 17
2.6 Mangelnde Einbindung der Neuen Medien in den Unterricht 19
2.7 Probleme in der Qualität der Ausbildung 21
2.8 Mangelnde Vorbildung und große Heterogenität der Auszubildenden 23
2.8.1 Ergebnisse aus der PISA-Studie 24
2.8.2 IAB/BiBB-Studie 25
2.8.3 OECD-Bildungsindikatorenprojekt 26
2.8.4 Ungenügende Vorbereitung auf das Berufsleben 27
2.9 Jugendliche mit Lernschwierigkeiten 28
2.9.1 Ergebnisse aus PISA- und IAB/BiBB-Studie 29
2.9.2 Bedeutung für die berufliche Ausbildung 30
2.10 Abschließende Bemerkungen zu Defiziten der beruflichen Bildung 31
3. Lösungsansätze
3.1. Allgemeine Aussagen 32
3.2 Erläuterung wichtiger Begriffe 36
3.2.1 Lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen 36
3.2.2 Handlungsorientierung 38
3.2.3 Problemlösen und vernetztes Denken 40
3.2.4 Schlüsselqualifikationen 41
3.3 Möglichkeiten zur Verbesserung der beruflichen Bildung 43
3.3.1 Rechtlich-Organisatorische Maßnahmen 43
3.3.1.1 Attraktivitätssteigerung des dualen Systems 43
3.3.1.2 Neuordnung bestehender undEinführung neuer Ausbildungsberufe 44
3.3.1.3 Weiterentwicklung der Berufsschulen 46
3.3.1.4 Verbesserungen durch Verbundausbildung und neue Prüfungsordnungen 48
3.3.2 Modularisierung 49
3.3.2.1 Definition 49
3.3.2.2 Aktuelle Diskussion 50
3.3.2.3 Ansätze zur Verbesserung von Defiziten 51
3.3.3 Lernfeldorientierter Unterricht 54
3.3.4 Lernortkooperation 56
3.3.5 Gestaltung von Lehr-Lern-Arrangements 59
3.3.5.1 Einführende Bemerkungen 59
3.3.5.1.1 Die Theorie des Konstruktivismus 59
3.3.5.1.2 Beziehungen zu Schlüsselqualifikationen / Handlungsorientierung 60
3.3.5.1.3 Ergebnisse aus der PISA-Studie 61
3.3.5.1.4 Voraussetzungen für gute Lehr-Lern-Arrangements 62
3.3.5.2 DFG-Projekt „Lehr-Lern-Prozesse in der kaufmännischen Erstausbildung 64
3.3.5.2.1 Überblick über das Projekt 64
3.3.5.2.2 Interesse und Motivation 65
3.3.5.2.3 Kompetenzentwicklung 66
3.3.5.2.4 Lehren und Lernen in komplexen Situationen 69
3.3.5.3 Abschließende Bemerkungen und nicht genannte Lösungsansätze 73
4. Zusammenfassung / Abschließende Bemerkungen 75
Literaturverzeichnis V

Automatisiert erstellter Textauszug:

Es ist gerade die Herausbildung beruflicher Handlungsfähigkeit durch die Kombination von Lernen und Arbeiten auf der Grundlage umfassender Qualifikationen, die einen reibungslosen Übergang in das Erwerbsleben gestattet. Durch die Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz und der Förderung zum lebensbegleitenden Lernen wird die Voraussetzung für Mobilität im Beruf und am Arbeitsplatz geschaffen.2 Für die schulische Seite wird in den Rahmenvereinbarungen über die Berufsschule vom März 1991 betont, dass sich die Berufsschule an einer für ihre Aufgaben spezifischen Pädagogik, die Handlungsorientierung betont, ausrichten müsse.3 Die KMK-Handreichungen betonen ebenfalls das Ziel der Entwicklung von Handlungskompetenz. Dabei wird Handlungskompetenz verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen, sich in beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Situationen sachgerecht und durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.4 Der Unterricht solle daher Handlungsorientierung betonen und zu selbständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben im Rahmen ihrer Berufstätigkeit befähigen.5 So wird die berufliche Handlungskompetenz vor allem dadurch gefördert, dass Erwerbstätige nicht nur mit einfachen Anforderungen konfrontiert werden, sondern auch besondere Kenntnisse (Fachwissen) einsetzen müssen, dass sie Aufgaben gestellt bekommen, in die sie sich hineindenken und einarbeiten müssen und schließlich auch [...]

Studie dazu z .B. Lernstrategien wie Elaborationsstrategien, Wiederholungsstrategien sowie Kontrollstrategien untersucht. 1 Ein weiteres wichtiges Merkmal des selbstregulierten Lernens ist die Regulation der Motivation. Motivationale Merkmale stellen eine allgemeine Voraussetzung für die Initiierung von Lernprozessen dar. 2 Auf solche motivationalen Aspekte wird im weiteren Verlauf nochmals genauer eingegangen, wenn im Rahmen der Lehr-Lern-Arrangements Ergebnisse und Aspekte des DFG-Forschungsprojektes aufgegriffen werden. Es wird sich dann Arrangements beschäftigen. Weiterhin zeigen die PISA-Ergebnisse, dass eine solide Wissensbasis im Hinblick auf Lernstrategien eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches selbstreguliertes Lernen darstellt. 3 Bedeutsame Unterschiede zeigen sich beim Lernstrategiewissen jedoch zwischen den Bildungsgängen (Gymnasium, Haupt-, Real- und Gesamtschule). Dabei liegt der Wert der Gymnasialschüler bezüglich dem Lernstrategiewissen deutlich über dem der Schüler anderer Bildungsgänge.4 Auch hier zeigt sich wieder eine recht große Heterogenität bezüglich dem Vorwissen bzw. der Vorbildung der in die berufliche (Erst-) Ausbildung Eintretenden. Darauf wurde im Abschnitt Defizite bereits intensiv eingegangen. Eine moderne Ausbildung muss auf ein selbstgesteuertes, lebensbegleitendes Lernen vorbereiten. Dabei ist mit lebensbegleitendem Lernen eine Veränderung der Sichtweise des Lernens selbst und ein Einstellungswandel der Lehrenden verbunden. Die Eigenverantwortung der Lernenden wird zum Grundprinzip des Lernens. 5 Wichtig ist es, Lernen so anzuleiten, dass sich die Lernenden nicht in ihrer Autonomie und Kompetenz als eingeschränkt erleben und ihre intrinsische Motivation erhalten bleibt. Merkmale der Lehrveranstaltung wie Unterrichtsqualität, soziale Einbindung, Autonomieunterstützung sowie Kompetenzunterstützung können dies fördern. 6 ein ganzer Abschnitt mit Aspekten der Motivation im Rahmen der Gestaltung von Lehr-Lern- [...]

Lebenslanges Lernen wird als Kern von Beruflichkeit, sozialem Engagement und Lebensführung zu einem Grundverhalten.1 „Ständige Weiterentwicklung nicht nur hinsichtlich beruflicher Qualifikationen, sondern auch im Bezug auf gesellschaftliches Wissen und Orientierungsvermögen, Selbständigkeit und Eigenverantwortung, sind für den Einzelnen unverzichtbar. Nur lebenslanges, kompetenzentwickelndes Lernen, auch in Form informeller und selbstgesteuerter Lernprozesse, befähigt die Menschen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ständig weiterzuentwickeln, ein eigenständiges Leben zu führen, die Gesellschaft mitzugestalten und ihren beruflichen Aufstieg und ihre Existenz zu sichern.“ 2 Man geht darüber hinaus davon aus, dass ein kontinuierliches und selbstgesteuertes Lernen im Arbeitsprozess die berufliche Aus- und Weiterbildung der Zukunft auf allen Qualifikationsebenen prägen wird. 3 Der Vermittlung von Bereitschaften und Fähigkeiten zur Selbststeuerung des Lernens, die vor allem auch die Methodenkompetenzen umfassen, kommt daher eine zentrale Rolle zu. Die Beschäftigten sind in die Lage zu versetzen, ihr Lernen zu planen, zu organisieren, umzusetzen und zu kontrollieren sowie zu bewerten. Dies gilt sowohl für den Einzelnen als auch in der Gruppe mit anderen Lernenden. 4 Auch in der PISA-Studie nimmt das selbstregulierte Lernen einen entsprechenden Stellenwert ein. Selbstreguliertes Lernen beruht nach dieser Studie auf einer Handlungskompetenz, bei der die insgesamt notwendigen und / oder verfügbaren kognitiven, motivationalen und sozialen Voraussetzungen für erfolgreiches Handeln und Leisten zusammenwirken. 5 Als wichtige Voraussetzungen selbstregulierten Lernens werden die Kenntnis und Verfügbarkeit von Lern- und Problemlösestrategien genannt. So wurden in der PISA- [...]

Arbeit zitieren:
Wamser, Markus Juli 2003: Defizite beruflicher Bildung und Ansätze zu ihrer Beseitigung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
berufliche Bildung, PISA-Studie, Duales System, Handlungskompetenz, Wirtschaftlicher Wandel

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