Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Deconstruction

Eine strategietheoretische Analyse

Deconstruction
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Staudinger
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6170-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6170-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6170-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Staudinger, Michael Mai 2002: Deconstruction, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: optimale Leistungstiefe, vertikale Integration, Wertschöpfungskette, Outsourcing, Transaktionskostentheorie

Diplomarbeit von Michael Staudinger

Einleitung:

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts lässt sich bei Unternehmen hinsichtlich des praktizierten vertikalen Integrationsgrades ein fundamentaler Paradigmenwechsel feststellen. Für den Beginn des 20. Jahrhunderts berichtet der Wirtschaftshistoriker CHANDLER von einer großen Zahl von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, welche einen möglichst hohen vertikalen Integrationsgrad anstreben. Scheinbar diametral hat sich diese Beurteilung der optimalen Leistungstiefe zum Ausgang des 20. Jahrhunderts umgekehrt. Strategische Allianzen, virtuelle Unternehmen, (strategisches) Outsourcing oder die vielbeschworene Konzentration auf die Kernkompetenzen des Unternehmens sind nur einige der Schlagworte, die heute in diesem Zusammenhang propagiert werden. Seit einiger Zeit bestimmt offensichtlich die Desintegration und der Fremdbezug von Leistungserstellungsaktivitäten das unternehmerische Handeln. Die vorliegende Arbeit versucht dieses empirische Phänomen durch verschiedene ökonomische Theorieansätze zu erklären und gibt einen Ausblick auf die mögliche zukünftige Entwicklung.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Vorgehensweise 3
2. POSITIONIERUNG AUF DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE ALS STRATEGISCHES ENTSCHEIDUNGSPROBLEM DER UNTERNEHMUNG 3
2.1 Zum Begriff der Leistungstiefe 3
2.2 Die Optimierung der Leistungstiefe und Optionen zur Konfiguration der Wertschöpfung 5
3. DER DECONSTRUCTION-ANSATZ DER BOSTON CONSULTING GROUP ALS BASISKONZEPT DER UNTERSUCHUNG 7
3.1 Die These der Dekonstruktion von Wertschöpfungsketten 7
3.2 Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen und weitere Konsequenzen 8
3.3 Implikationen für die strategische Unternehmensführung 9
4. EMPIRISCHE ENTWICKLUNGSMUSTER DES VERTIKALEN INTEGRATIONSGRADES IM ZEITABLAUF 10
4.1 Die Tendenz zur Internalisierung von Wertschöpfungsstufen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts 11
4.2 Die zunehmende Tendenz zur Externalisierung von Wertschöpfungsstufen im Laufe des 20. Jahrhunderts 12
4.2.1 Phase I – Entwicklung seit den 40er Jahren 12
4.2.2 Phase II – Entwicklung seit den 80er Jahren 13
4.3 Zwischenfazit 16
5. ÖKONOMISCHE THEORIEANSÄTZE UND IHRE BEITRÄGE ZUR ERKLÄRUNG DER DECONSTRUCTION-ENTWICKLUNG 17
5.1 Produktionskostentheoretische Ansätze der Betriebswirtschaftslehre 18
5.1.1 Der Einfluss von Veränderungen des Kostenniveaus 18
5.1.1.1 Größen- und Verbundeffekte der Leistungserstellung 18
5.1.1.2 Arbeitsteilung und Faktorpreisunterschiede 21
5.1.2 Der Einfluss von Veränderungen der Kostenstruktur 22
5.1.2.1 Die zunehmende Fixkostenbelastung der Unternehmen 22
5.1.2.2 Zum Zusammenhang zwischen Kostenstrukturveränderungen und Deconstruction 24
5.1.3 Kritik 26
5.2 Die Transaktionskostentheorie 27
5.2.1 Grundzüge der Transaktionskostentheorie 27
5.2.2 Transaktionskosten und Unternehmensgrenzen 30
5.2.3 Erklärungsbeitrag zur Deconstruction-Entwicklung 31
5.2.4 Kritik 37
5.3 Ein marktorientierter Ansatz 38
5.3.1 Die strategische Grundsatzentscheidung des vertikalen Integrationsgrades vor dem Hintergrund unterschiedlicher Marktkonstellationen 38
5.3.2 Erklärungsbeitrag zur Deconstruction-Entwicklung 41
5.3.3 Kritik 43
5.4 Konzepte der ressourcenorientierten Strategielehre 43
5.4.1 Grundzüge des Resource Based View 44
5.4.2 Das Konzept der Kernkompetenzen als spezifische Ausprägung des Resource Based View 46
5.4.3 Festlegung der vertikalen Unternehmensgrenzen und Formen des Aufbaus von Kernkompetenzen 47
5.4.4 Erklärungsbeitrag zur Deconstruction-Entwicklung 49
5.4.5 Kritik 50
5.5 Ein kapitalmarktorientierter Ansatz 51
5.5.1 Zum Zusammenhang zwischen Fokussierung der Geschäftstätigkeit und Unternehmensbewertung durch den Kapitalmarkt 51
5.5.2 Die zunehmende Bedeutung des Kapitalmarktes für die strategische Unternehmensführung 54
5.5.3 Erklärungsbeitrag zur Deconstruction-Entwicklung 55
5.5.4 Kritik 56
5.6 Transaktionsschnittstellen, Produktbeschaffenheit und Kundenbedürfnisse im Branchenzyklus – Ein dynamischer Erklärungsansatz 56
5.6.1 Die Stigler-Hypothese als Ausgangspunkt 56
5.6.2 Das Modell von Christensen, Verlinden und Westerman 57
5.6.2.1 Die Beschaffenheit von Austauschschnittstellen als grundsätzliche Einflussdeterminante der Wertschöpfungskonfiguration 57
5.6.2.2 Elemente des Erklärungsmodells 58
5.6.2.3 Die Entwicklung des vertikalen Integrationsgrades im Ablauf der Marktphasen 60
5.6.2.4 Erklärungsbeitrag zur Deconstruction-Entwicklung 63
5.6.2.3 Kritik 64
6. ZUSAMMENFASSUNG 64
7. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN UND AUSBLICK 66
LITERATURVERZEICHNIS VIII
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG XXIV

Automatisiert erstellter Textauszug:

33 rung des Wettbewerbs kann als eine wesentliche gesamtwirtschaftliche Veränderung des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts gesehen werden. Dabei führt der Trend „from marketplace to marketspace”145 zu einem verstärkten Angebot von digitalen Leistungen im virtuellen Raum und zu einer zunehmenden Bereitstellung durch informationstechnische Kanäle. Ferner sei auf die kostengünstigere Erbringung der Gegenleistung in der Abwicklungsphase hingewiesen. Hier können elektronische Zahlungssysteme (z.B. kreditkartenbasierende Systeme, elektronisches Geld) zu einer erheblichen Vereinfachung der Abwicklung von Transaktionen und damit zu einer Senkung der Transaktionskosten beitragen.146 Abschließend seien die mit der intensiveren Kommunikation und dem engeren Informationsaustausch zwischen den Akteuren verbundenen Möglichkeiten der IKS zur Unterstützung eines effizienten und effektiven monitoring genannt, die zu geringeren Kontrollkosten führen können.147 Grundsätzlich kann der Einsatz von IKS zwar opportunistische Verhaltensweisen per se nicht eliminieren, wohl aber die damit verbundenen Probleme z.B. durch die höhere Informationsverfügbarkeit verringern.148 Eine Reduktion der informationstechnologischen Stückkosten und die zunehmende Informationsverfügbarkeit bzw. die gestiegen Informationsverarbeitungskapazitäten wirken sich jedoch prinzipiell sowohl auf den Markt als auch auf die Hierarchie als Koordinationsmechanismen kostensenkend aus.149 Zu einer stärkeren Nutzung des Marktes als Koordinationsmechanismus und damit einem Anreiz zur Verringerung der Leistungstiefe kommt es erst dann, wenn marktliche Koordinationsvorgänge relativ stärker vom Einsatz der IKS profitieren als hierarchische Koordinationsvorgänge und wenn das mit Markttransaktionen einhergehende Risiko nicht in gleichem Maße steigt wie die Transaktionskosten sinken. Diese Voraussetzungen sind nun zu prüfen. Zunächst kann MALONE ET AL. folgend argumentiert werden, dass Koordinationsvorgänge auf Märkten grundsätzlich kommunikationsintensiver sind als Koordinationsvorgänge innerhalb von Hierarchien, so dass erstere relativ stärker vom IKS-Einsatz profitieren.150 Neben der Reduktion der Koordinationskosten wirken sich Informations- und Kommunikationssysteme darüber hinaus über die Strukturfaktoren auch auf das Transaktionsrisiko aus. [...]

32 kataloge und Online-Procurementsysteme aufgeführt werden.136 Für die beteiligten Akteure bedeutet dies eine schnellere und gezieltere Suche nach potentiellen Geschäftspartnern und ein schnellerer und direkterer Zugang zu kaufrelevanten Produktinformationen bei globaler Reichweite und vergleichsweise geringen Kosten. Über eine höhere Markttransparenz können die Such- und Informationskosten erheblich gesenkt werden (electronic brokerage effect137). In der Entscheidungsphase kann es zu einer Verringerung der Kosten des Matching von Angebot und Nachfrage kommen. Die Verhandlungskosten sinken, wenn der Vertragsabschluß elektronisch (z.B. mit Hilfe digitaler Signaturen) abgewickelt werden kann. Dadurch können elektronische Bestellungen herkömmliche papiergestützte Vorgänge (zumindest teilweise) ersetzen. Das größte Kostenreduktionspotential durch den Einsatz von IKS ergibt sich in der Abwicklungsphase. IKS ermöglichen hier eine effizientere und reibungsfreiere Kommunikation mit direkten Geschäftspartnern ebenso wie mit indirekt tangierten externen Institutionen (z.B. Zollbehörden) (electronic communication effect138).139 Weiterhin können die Tauschkosten erheblich sinken, wenn Koordinationsvorgänge durch gegenseitige Prozesseinbindung vereinfacht werden140 (electronic integration effect141). Somit wird neben der schnellen Übertragung eine unmittelbare Weiterverarbeitung von Daten möglich. In beiden Fällen spielt die Emergenz internationaler Daten- und Datenaustauschstandards als „enabling-Faktor“ eine herausragende Rolle. Zu einer Senkung der Koordinationskosten in der Tauschphase haben ferner geringere Stückkosten des Gütertransports beigetragen.142 Diese resultieren einerseits aus der Nutzung technologischer Fortschritte in der makrologistischen Infrastruktur143 und andererseits aus zunehmenden staatlichen Bemühungen zur Deregulierung von Verkehrsmärkten.144 Je höher darüber hinaus der Grad der Digitalisierbarkeit der ausgetauschten Leistungen ist, desto stärker kann eine vormals physische Distribution durch elektronische Formen der Leistungsbereitstellung substituiert werden und desto stärker können die der Digitalisierung von Wertschöpfungsprozessen inhärenten Kostensenkungspotentiale erschlossen werden. Diese Virtualisie136 137 [...]

31 Produktions- und Transaktionskostenminimierung ausgegangen werden. Bei einer marktlichen Koordination gehen relativ niedrigere Produktionskosten mit relativ höheren Transaktionskosten einher und vice versa für eine hierarchische Koordination. 5.2.3 Erklärungsbeitrag zur Deconstruction-Entwicklung Im folgenden soll die Deconstruction-Entwicklung im Lichte der Transaktionskostentheorie analysiert werden. Neben weiteren Faktoren sollen dabei vor allem der Einfluss der immensen Fortschritte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie im hier interessierenden Zeitraum betrachtet werden.134 Deren adäquater Einsatz kann – wie zu zeigen ist – zu einer deutlichen Reduktion von Transaktionskosten führen. Dies kann einmal direkt durch Senkung einzelner Transaktionskostenarten und zum anderen indirekt über die Veränderung der Strukturfaktoren geschehen. Betrachtet man zunächst die Prämissen der Transaktionskostentheorie, so kann davon ausgegangen werden, dass sowohl die Annahme der beschränkten Rationalität135 als auch die unterstellte Opportunismusneigung der beteiligten Akteure zeitunabhängig Gültigkeit besitzen. Die oben getroffene Unterscheidung der Transaktionskostenarten aufgreifend sollen nun zunächst die Koordinationskosten phasenspezifisch analysiert werden. Ansatzpunkte für den Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen ergeben sich dabei aus der Tatsache, dass Koordinationsaktivitäten als informationsverarbeitende Prozesse charakterisiert werden können. Beginnend mit den Such- und Informationskosten sind die Einflüsse, die von einem adäquaten Einsatz moderner IKS ausgehen, offenkundig. So erlauben bspw. elektronische Märkte die umfangreiche virtuelle Präsentation von Leistungsangeboten und Nachfragewünschen. Auf der Angebotsseite sind hier z.B. Online-Produktkataloge, Online-Werbung und Online-Shops bzw. -Malls zu nennen. Nachfrageseitig können diverse Suchdienste, Online-Ausschreibungs- [...]

Arbeit zitieren:
Staudinger, Michael Mai 2002: Deconstruction, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
optimale Leistungstiefe, vertikale Integration, Wertschöpfungskette, Outsourcing, Transaktionskostentheorie

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren