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Datenautobahn und Mensch als sozio-technisches System im Spannungsfeld wirtschaftspädagogischer Optionen

Datenautobahn und Mensch als sozio-technisches System im Spannungsfeld wirtschaftspädagogischer Optionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dirk Langhoff
  • Abgabedatum: Februar 1997
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 4,5 MB
  • Note: 0,8
  • Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1099-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1099-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1099-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Langhoff, Dirk Februar 1997: Datenautobahn und Mensch als sozio-technisches System im Spannungsfeld wirtschaftspädagogischer Optionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Pädagogik, Internet, Bildung, Informationsgesellschaft, Medien

Diplomarbeit von Dirk Langhoff

Problemstellung:

Mit der Wortschöpfung Datenautobahn eröffnet sich eine gigantische Projektionsfläche, die zwar von "einem großen Resonanzraum, aber ebenso großer Unschärfe" gekennzeichnet ist. Zu ihrer genaueren Bestimmung konnten auch einige Köpfe der bundesdeutschen politischen und technologischen Führungselite - zumindest in der An-fangsphase - keinen wesentlichen Beitrag leisten. Gleichwohl ist dieses Komplement aus Rohstoff und Infrastruktur aufgrund seines metaphorischen Gehalts für eine erste Einordnung besser geeignet als die insiderrelevanten Synonyme Cyberspace oder Internet.

Während dem Cyberspace überwiegend virtuelle Kräfte anhaften, hat sich das Internet von einer wissenschaftlichen Gemeinde zu einem gesellschaftsrelevanten Treffpunkt entwickelt, der zunehmend eine kommerzielle Ausrichtung erfährt. Darüber hinaus verdeutlicht die Datenautobahn, quasi als Oberbegriff, folgendes: Auf der (Daten-) Autobahn können die Menschen mal langsam, mal schnell oder auch nebeneinander fahren, überholen, mit Gleichgesinnten rasten oder im Stau steckenbleiben, Umleitungen nutzen, Abfahrten wählen, sich verfahren, schlimmstenfalls auch überfahren werden.

Den Zugang ermöglichen ein ausreichend motorisiertes Fortbewegungsmittel, das nach Betriebsmittel und Instandhaltung verlangt, und eine Fahrerlaubnis. Hierbei entstehen neben den privaten auch öffentliche sowie soziale Kosten für die Verfügbarkeit einer funktionsfähigen Infrastruktur. Denn wo Autobahnen wachsen, müssen schließlich andere Lebens- und Erfahrungsräume weichen. Somit entsteht ein vielschichtiges Konstrukt, dessen Komponenten gleichsam systemisch ineinandergreifen.

Vorbildfunktion übernahm die im September 1993 von der amerikanischen Clinton-Gore-Administration ausgerufene Initiative zum Aufbau einer National Information Infrastructure (NII) mit dem Ziel, die bisher isolierten Kabel-, Telefon- und Computernetze in einem hochleistungsfähigen Information-Highway zu integrieren und neue Anwendungsfelder zu generieren. In diese Leitformel einer erdum-spannenden Informations- und Kommunikationstechnik sollten schließlich weitere politische, wirtschaftliche, bildungsspezifische und soziale Strömungen einmünden.

Allerdings scheinen diese Bemühungen in Amerika auf fruchtbareren Boden zu stoßen. In Deutschland ist man hingegen redlich bis penetrant bemüht, und dies, wie es scheint, überwiegend aus technologisch-ökonomischem Kalkül, das Akzeptanzniveau in der Bevölkerung zu erhöhen und rechtliche, soziale, bildungs- sowie ordnungs- und wettbewerbspolitische Hemmnisse abzubauen.

Die digitale Konvergenz der Systeme erhält als Götze der Wirtschaft für das 21. Jahrhundert also eine Zugkraft, der sich auch weite Bereiche von Gesellschaft und Kultur nicht verschließen können. Die Veränderungen betreffen daher ebenso die individuellen, sozialen und institutionellen Bedingungen für das Bildungs- und Erziehungswesen, das seinerseits wesentliche Ansatzpunkte und Instrumente zur Beeinflussung in Frage stehender Technikfolgen liefern kann.

Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG muß eine entsprechende bildungspolitische Weichenstellung zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland hohe Priorität genießen, zumal die Schulen den Unternehmen erst auf einem minderwertigen Informations-Feldweg folgen. Die bundesweite und schulartübergreifende Bildungsoffensive 'Schulen ans Netz' soll hier fundamentale Schritte einleiten. Diese zentrale Stellung des Bildungswesens sollte nun aber nicht allein aus politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten abgeleitet werden.

Insbesondere die Wirtschaftspädagogik als ausgleichende Disziplin zwischen ökonomischen Erfordernissen und pädagogischen Absichten ist mit der neuen verheißungsvollen Schlüsseltechnologie vor eine Zerreißprobe gestellt. Inwieweit sie ihre Aufgaben wahrnehmen, verschiedene Interessen vereinen und sich damit auch ihr eigenes Profil bewahren und stärken kann, soll im Rahmen dieser Arbeit über den folgenden Aufbau herausgestellt werden:

Zwischen Information und Informationstechnik werden die Bedeutung von Information sowie die Probleme und Anforderungen, die aus ihrer Bereitstellung auf der Datenautobahn resultieren, erörtert. Der im Wandel der Gesellschaft technisch modifizierte Zugriff bedingt nun eine Veränderung an der Mensch-Maschine-Schnittstelle, die die Fähigkeiten neu zuweist, indem sie zunehmend menschliche Domänen bedroht und menschliches Handeln einer technologischen Rationalität unterwirft.

Zwischen Idee und Ideologie kommt die digitale Technik daher und zieht den Betrachter dank Vernetzung, Interaktivität und Multimedia in einen ganzheitlichen Bann. Nicht nur unter methodischen, sondern auch ökonomischen Gesichtspunkten folgt hieraus ein Einfluß auf die Unterrichtsgestaltung, die sich vermehrt mit Effizienzkriterien konfrontiert sieht.

Zwischen Aneignungs- und Verwertungsinteresse erfordert der Markt Qualifikationen bezüglich verschiedener Anwendungsformen der Neuen Technologie und bestimmt somit die wirtschaftspädagogischen Inhalte. Wirtschaftspädagogik verfolgt jedoch die Ausbildung einer Gesamtpersönlichkeit, die sich auch über den ökonomischen Bereich hinaus im Leben zurecht finden muß.

Zwischen Individuum und Gesellschaft wird auf diese Orientierung eingegangen. Sie wird jedoch dadurch erschwert, daß sich mit der neuen Infrastruktur die Lebensverhältnisse verändern können, wobei die Suche nach Identität in einer neuen Öffentlichkeit nicht unbedingt den Weg in die Freiheit bedeuten muß.

In ausblickenden Einblicken und einblickenden Ausblicken werden die Ausführungen zu den einzelnen Kapiteln schließlich zu einer Handlungsaufforderung für die Wirtschaftspädagogik subsummiert. Diese sollte stets zwischen den Polen arrangieren, ohne dabei den Blick für das Ganze zu verlieren, denn trotz des technischen Fortschritts und ökonomischer Zwänge steht immer noch der Mensch mit all seinen Qualitäten im Mittelpunkt der Betrachtung.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungen II
1. Einleitung 1
2. Zwischen Information und Informationstechnik 5
2.1 Daten, Information und Wissen 5
2.1.1 Zusammenhänge und Besonderheiten 5
2.1.2 Die informierte Gesellschaft 9
2.2 Technikentwicklung als gesellschaftlicher Prozeß 12
2.2.1 Die Technisierungsspirale 12
2.2.2 Schnittstelle Mensch-Maschine 14
2.2.3 Ambivalenz der Technik 17
3. Zwischen Idee und Ideologie 20
3.1 Digitalisierung 20
3.2 Digitale Derivate 23
3.2.1 Vernetzung 23
3.2.2 Interaktivität 27
3.2.3 Multimedia 30
3.3 Pädagogische Modetendenzen 33
4. Zwischen Aneignungs- und Verwertungsinteresse 39
4.1 Der Markt als Bestimmungsgröße 39
4.1.1 Wirtschaftliche Ausgangslage und Perspektiven 39
4.1.2 Anwendungsformen 42
4.2 Ein Anforderungskatalog 46
4.3 Wirtschaftspädagogische Intentionen 52
5. Zwischen Individuum und Gesellschaft 58
5.1 Suche nach Identität 58
5.2 Neue Öffentlichkeit 62
5.3 Weg in die Freiheit 67
6. Ausblickende Einblicke - einblickende Ausblicke 72
Literatur 81

Arbeit zitieren:
Langhoff, Dirk Februar 1997: Datenautobahn und Mensch als sozio-technisches System im Spannungsfeld wirtschaftspädagogischer Optionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Pädagogik, Internet, Bildung, Informationsgesellschaft, Medien

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