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Data Envelopment Analysis im Gesundheitswesen

Eine Effizienzanalyse ambulanter Pflegedienste

Data Envelopment Analysis im Gesundheitswesen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Brigitte Uhlig
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 464,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4589-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4589-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4589-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Uhlig, Brigitte April 2001: Data Envelopment Analysis im Gesundheitswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftlichkeit, Benchmarketing, Pflegemanagement, Kennzahlensystem

Diplomarbeit von Brigitte Uhlig

Einleitung:

Unternehmensanalysen, Benchmarking und andere Arten von Unternehmensvergleichen mit Hilfe von Kennzahlensystemen nach immer neuen Methoden sind im Trend der Zeit. Die Knappheit der Ressourcen und der Mittel zwingt uns, immer neue Wege und Methoden zu suchen, das Optimale aus gegebenen Möglichkeiten zu holen. Pflegedienste im ambulanten Bereich sind ebenso zu wirtschaftlich sparsamem Handeln angehalten wie alle anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Beim Diakonischen Werk Bayern wurde ein Kennzahlensystem als Frühwarninstrument entwickelt, das die Dienste nutzen können, um die betriebliche Entwicklung zu kontrollieren und zu steuern. Fragen nach Vergleichen untereinander sind die logische Folge. Organisationsentwicklung und Organisationssicherung sind im Interesse des Diakonischen Werkes Bayern.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 2 sind die verschiedenen Möglichkeiten der Betriebsvergleiche, die bisher vornehmlich im Krankenhausbereich erprobt wurden und durchgeführt werden, beschrieben.

Die Modelle der Data Envelopment Analysis (DEA), die als neuere Instrumente der Unternehmensanalyse seit ca. den 1970er Jahren entwickelt wurden, werden in Kapitel 3 vorgestellt und mit Beispielen erläutert. Eine Anleitung zum allgemeinen Analyseverfahren, zu den Verfahrensschritten und zur Anwendung der DEA wird in diesem Kapitel beschrieben.

In Kapitel 4 wird die Anwendung der DEA in einer Auswahl von ambulanten pflegerischen Diensten dargestellt. Diverse Beurteilungskriterien werden in den Rechenmodellen variiert und interpretiert. Aus den gewonnenen Effizienzmaßen sollen die Kriterien identifiziert werden, die für den Bestand und die Weiterentwicklung der Pflegedienste bedeutsam sind. Ziele können gesteckt werden, Benchmarking- Partner und Vorbilder gefunden werden. Dieses umfassende Verfahren soll zu neuen Erkenntnissen beitragen, aber auch ggf. das Erfahrungswissen der verantwortlichen Führungskräfte bestätigen, indem es betrieblich bedeutsame Faktoren objektiviert und evtl. deren Relevanz beweist.

Die Einrichtungen werden nicht pauschal in die Kategorien „gut“ und „schlecht“ eingeteilt. Es gibt in jedem Pflegedienst Stärken und Schwächen. Die DEA hilft beim Herausfiltern der relevanten Kriterien.

Jede Analyse wirft neue Fragen auf. Künftige Möglichkeiten und Chancen durch weitere DEA-Anwendungen werden aufgezeigt. Hierin liegt meines Erachtens noch weiteres beträchtliches Potenzial für die betrieblichen Entwicklungen durch umfassendes Management, besonders hingewiesen wird auf die Entwicklungsmöglichkeiten durch ein umfassendes Qualitätsmanagement.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Grundlagen der mathematischen Effizienzanalysen 2
3. Data Envelopment Analysis (DEA) 7
3.1 Theoretische Grundlagen der DEA 11
3.1.1 CCR-Modell 12
3.1.2 BCC-Modell 13
3.1.3 Beispiele 15
3.2 Analyseverfahren 21
3.2.1 Definition der Vergleichseinheiten 21
3.2.2 Auswahl der Analysegruppen 21
3.2.3 Bestimmung der Analyseziele 21
3.2.4 Organisations-/ Unternehmensanalyse zur Bestimmung relevanter Analysefaktoren 22
3.2.5 Hypothesenbildung 23
3.2.6 Zuordnung von Input und Output 24
3.2.7 Auswahl der Rechenmodelle 25
3.2.8 Darstellung der Ergebnisse 25
3.2.9 Übersicht zum Analyseverfahren 26
3.2.10 Software 27
4. Anwendung der DEA bei ambulanten pflegerischen Diensten 28
4.1 Einführung 28
4.2 Beschreibung der ambulanten Pflegedienste 29
4.3 Analyseziel 29
4.4 Auswahl der ambulanten Pflegedienste (DMUs) 30
4.5 Darstellung des Kennzahlensystems „Focus ambulant“ 30
4.5.1 Liste der erfassten Kennzahlen 31
4.5.2 Liste der errechneten Kennzahlen 33
4.5.3 Kennzahlensystematik 35
4.5.3.1 Rechensystem 35
4.5.3.2 Ordnungssystem 36
4.5.3.3 Aufbau der Spitzenkennzahl 37
4.5.4 Auswahl der relevanten Input- und Outputfaktoren 39
4.6 Analysen 40
4.6.1 inputorientierte Analyse 40
4.6.2 outputorientierte Analyse 58
4.6.3 personalbezogene Analyse 63
4.6.4 Analyse zur optimalen Betriebsgröße 67
4.6.5 Gegenüberstellung der Spitzenkennzahl aus Focus ambulant und den Effizienzmaßen 71
5. Schlussbemerkung und Ausblick 73
Anhang 75
Gesamttabelle 76
Literaturverzeichnis 77

Automatisiert erstellter Textauszug:

42 sonals, die Geschäftsleitung und die Pflegedienstleitung, soweit diese anteilig mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt ist. Die Zeit, in der die Pflegedienstleitung pflegerische Aufgaben erfüllt, wird auch anteilig zu den Personalkosten gerechnet. Wichtig bei der Interpretation der Einsatzzeiten ist, dass Rüstzeiten, Besprechungszeiten und Fahrzeiten in diesen Zeiten enthalten sind. Es gibt nur wenige ambulante Dienste, die genaue Daten gemessen haben. Viele stützen ihre Angaben nur auf Schätzungen (siehe S. 57-58). Die Summe der tatsächlichen Arbeitszeit der Pflegemitarbeiterinnen dividiert durch die Anzahl an Hausbesuchen pro Monat ergibt die Zeit pro Hausbesuch. Ebenso wird die Zahl der Leistungen durch die Zahl der Hausbesuche dividiert. Die Datengrundlage für die unterschiedlichen Leistungen ist sehr groß. So ist es akzeptabel, aus sehr lang dauernden Pflegeleistungen, z.B. Grundpflege, und kurzen Pflegeleistungen, z.B. Spritzen, Blutdruckmessung, Medikamentengabe, einen Durchschnitt zu berechnen. Der Mix aus der großen Zahl an Einzelleistungen ist durchaus vergleichbar. In die Berechnungen zur Effizienz werden nur die Ausfallzeiten für Erkrankungen, Kuren und Mutterschutz einbezogen, da sie nicht im Voraus einkalkuliert werden können und Effizienzverschiebungen durchaus denkbar sind. Ausfallzeiten, die durch Urlaub, Fortbildungen und sonstige Dienstbefreiungen entstehen, werden nicht berücksichtigt. Sie müssen pro Jahr regelmäßig mit ca. 12 % der regulären Arbeitszeit eingeplant werden. Aufstellung aller Analysefaktoren: Input Gesamtkosten [...]

Auf Grund der Kostenbegrenzung durch die Gebührensätze für die pflegerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen durch den gesetzlichen Rahmenvertrag § 132a SGB V ist eine Steigerung der Umsatzerlöse nur bedingt möglich. In vielen Fällen wird sich das Management primär für die Reduzierung der Kosten entscheiden. Es kommt zu Einsparungen bei Büroräumen, Mieten, Verbrauchsmaterialien, den Fahrzeugen und insbesondere bei den Personalkosten. Diese Betrachtungsweise ruft zuweilen begründete Ängste hervor. Durch Rationalisierung und Einsparungen werden erhebliche Einschnitte im Leistungsgeschehen verursacht, die sich möglicherweise negativ auf das Betriebklima, auf die Arbeitsleistung und die Motivation der Beschäftigten auswirken. Andererseits fördert ein verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen die Arbeitsplatzsicherheit in ambulanten diakonischen Einrichtungen mit ihrem Auftrag der Dienstleistung am Mitmenschen. Neben den Kosten für Leitungs- und Verwaltungspersonal und den Sachkosten machen die Personalkosten allein für das Pflegepersonal im Durchschnitt ca. 75 % der gesamten Kosten aus. Jeder Pflegedienst muss und kann hier viel Geld sparen. Allgemeine Praxis ist, dass Zivildienstleistende Hilfskräfte ersetzen. Pflegefachkräfte werden durch Pflegehilfskräfte ersetzt. Manche Stationen haben einen Hilfskräfteanteil von bis zu 60 %, im Durchschnitt beträgt der Hilfskräfteanteil 32 %. Ob es Einrichtungen gibt, die nur noch junge, ledige, kinderlose Pflegekräfte einstellen, die in niedrigeren Gehaltsstufen eingruppiert werden können, entzieht sich meinem Kenntnisstand. Fremdvergabe von z.B. Reinigungsdiensten zur Kosteneinsparung ist bei ambulanten Pflegediensten sicherlich nicht von Bedeutung. Relevant wird Outsourcing nur bei großen Stationen, wenn angeschlossene Pflegestationen der Kurzzeit- oder Tagespflege mit beteiligt sind. Die Vergütung der hauswirtschaftlichen Hilfskräfte wurde den am Markt üblichen Löhnen angepasst (Brucker 1999, S.11 ff), um die Mitarbeiter im Beschäftigungsverhältnis der Diakonie halten zu können und Outsourcing entgegen zu wirken. [...]

Die in dieser Arbeit untersuchten Pflegestationen unterstehen alle der Trägerschaft der Diakonie. Es gibt unter ihnen Gesellschaften mit beschränkter Haftung. In der Mehrzahl sind es aber eingetragene Vereine. Ca. 265 ambulante pflegerische Dienste der Diakonie (Stand Dezember 1999) versorgen in Bayern Pflegebedürftige. Der Leistungskatalog erstreckt sich auf pflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen nach SBG V und SGB XI. Bei Bedarf werden Leistungen von den Pflegebedürftigen zugekauft, die privat bezahlt werden müssen. Ergänzend dazu wird evtl. auch finanzielle Hilfe nach dem BSHG gewährt, wenn die Aufwendungen von den Pflegebedürftigen nicht getragen werden können und auch von den Kassen nicht übernommen werden. Die Statistik des Diakonischen Werks Bayern unterscheidet die Pflegestationen auch regional nach ländlichen und städtischen Einzugsgebieten mit Städten über 75.000 bzw. unter 75.000 Einwohnern. Diese Aufteilung kann in dieser Untersuchung nicht berücksichtigt werden, da der Datenumfang zu gering ist. Als Untersuchungszeit wird das komplette Jahr 1999 gewählt. So werden innerbetriebliche und saisonale Schwankungen überbrückt, die bei der monatlichen Betrachtung und Analyse der Kennzahlen Schwierigkeiten bereiten würden. Gute Vergleichbarkeit der pflegerischen Einrichtungen begründet sich aus den gleichen Bedingungen der Leistungserbringung und der Leistungsvergütung, den gesetzlichen Grundlagen nach SBG V und SGB XI, dem Gebührenkatalog und der Trägerschaft. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden nach den Arbeitsvertragsrichtlinien der EKD vergütet. Eine Vergleichbarkeit der mitarbeiterbezogenen Daten lässt sich aus der gleichen Vergütungsstruktur für alle ableiten. Unterschiede, bedingt durch die Altersstruktur und dem Familienstand der Beschäftigten, die sich in den Personalkosten auswirken, können in der Analyse nicht berücksichtigt werden, da die Daten hierzu fehlen. [...]

Arbeit zitieren:
Uhlig, Brigitte April 2001: Data Envelopment Analysis im Gesundheitswesen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftlichkeit, Benchmarketing, Pflegemanagement, Kennzahlensystem

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