Darstellung und Beurteilung der Prozeßorganisation
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Morfoula Vlassakidou
- Abgabedatum: Dezember 1995
- Umfang: 75 Seiten
- Dateigröße: 3,6 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3679-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3679-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3679-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vlassakidou, Morfoula Dezember 1995: Darstellung und Beurteilung der Prozeßorganisation, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Morfoula Vlassakidou
Problemstellung:
Das für Unternehmen in Deutschland jahrzehntelang relativ stabile und überschaubare Umfeld ist durch die wachsende Größe des relevanten Marktes, die zunehmende Anzahl der Konkurrenten und das schnelle Voranschreiten der technologischen Entwicklung komplex und sehr dynamisch geworden. Die beschriebenen Entwicklungen verändern die Anforderungen an die Unternehmensorganisation grundlegend.
Eine Organisation muß angepaßt werden, wenn sie der Situation nicht mehr gerecht wird. Dieser Schluß ergibt sich unmittelbar aus dem Grundmodell des Situativen Ansatzes. Warum der Mechanismus der Organisationen zur Anpassung der Strukturen an geänderte Umweltbedingungen nicht von selbst oder zumindest nicht schnell genug funktioniert, ist in der Trägheit von Organisationen zu suchen. Zu überwinden ist das natürliche Beharrungsvermögen von Menschen und Organisationen, die Angst vor dem Neuen, manchmal auch vor Machtverlust. Denkbar ist aber auch, daß die Dynamik der Umwelt die vorhandenen Anpassungsmechanismen überfordert. Nichtsdestotrotz verbleibt jedoch die Notwendigkeit zur Entwicklung der Fähigkeit einer Organisation sich rasch an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.
Die aktuelle Wirtschaft ist geprägt von intensivem Verdrängungswettbewerb, von Kostendruck, Internationalisierung und stagnierender Nachfrage. Unternehmen sehen sich in zunehmendem Ausmaß turbulenten Veränderungen ihrer Umwelt ausgesetzt, und alles deutet darauf hin, daß diese Turbulenzen eher zu- als abnehmen werden. Produziert wird nicht mehr für einen anonymen Massenmarkt, sondern für Einzelkunden mit individuellen Produkt-, Liefer- und Qualitätsanforderungen. Um den steigenden Anforderungen, mit denen Unternehmen heute konfrontiert werden, besser gerecht zu werden, ist eine konsequente Ausrichtung ihrer Produkte, ihrer Leistung und insbesondere ihrer gesamten Organisation auf den Kunden und dessen Bedürfnisse sicherzustellen. Die Unternehmensorganisation ist zur kritischen Wettbewerbsdeterminante geworden. Dies bestätigt auch eine McKinsey-Studie.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, daß nur etwa 20% des deutschen Kostennachteils gegenüber japanischen Konkurrenten auf höhere Faktorkosten zurückzuführen sind, aber 80% ihre Ursache in Organisationsdefiziten, Konzeptionsmängeln und der Schwerfälligkeit der Führungsbürokratie haben . Deutsche Unternehmen haben offensichtlich ihre Strukturen und Abläufe den veränderten Marktanforderungen noch nicht hinreichend angepaßt. Der harte internationale Wettbewerb zwingt zu einer Umstrukturierung der Industriebetriebe. Diese Erkenntnis hat sich weithin durchgesetzt. Die Frage ist nur in welche Richtung die Organisationsstruktur eines Unternehmens weiterentwickelt werden kann, um den Erfordernissen des Marktes und des Wettbewerbs gerecht zu werden und strategische Möglichkeiten offenzuhalten. Dabei ist soviel schon klar: Lean Management, Business Reengineering und die Prozeßorganisation werden in dem zu vollziehenden Wandel eine zentrale Rolle spielen. Denn all diese Begriffe haben einen gemeinsamen Kern: die Ablösung der hierarchischen und funktionalen Organisation durch die Ausrichtung auf die Kernprozesse der Wertschöpfung.
In dieser Arbeit wird das Organisationskonzept der Prozeßorganisation vorgestellt und als Umstrukturierungsalternative bewertet. Grob umrissen geht es dabei um folgendes: Bisher haben Unternehmen ihre Organisationsstruktur primär nach den Merkmalen Funktionen, Produkte oder Projekte gestaltet. Bei der Prozeßorganisation stehen betriebliche Prozesse als Strukturierungskriterium im Vordergrund. Im Sinne einer prozeßorientierten Organisationsgestaltung werden materielle Leistungs- und Informationsprozesse integrativ, d.h. stellen- und abteilungsübergreifend, nach den Anforderungen ihres Ablaufs strukturiert. Im Mittelpunkt steht die Fluß- oder Prozeßoptimierung anstelle der Funktions- oder Arbeitsplatzoptimierung. Dabei verfolgt die „Strategie des Fließens" das Ziel, den Arbeitsprozeß durchgängig und ganzheitlich vom Auftragseingang bis zur Produktion und Ablieferung der Leistung zu gestalten. Gegenstand dieser Arbeit ist die Darstellung und Beurteilung der Prozeßorganisation.
Gang der Untersuchung:
Der verfolgte Gang dieser Arbeit beginnt mit der begrifflichen Abgrenzung des betriebswirtschaftlichen Prozeßbegriffs. Im nächsten Abschnitt wird gezeigt, daß es sich beim Organisationskonzept zur Prozeßorganisation gar nicht um einen vollkommen neuen Ansatz handelt. Anschließend werden die inhaltlichen Ansatzpunkte einer prozeßorientierten Organisationsgestaltung präsentiert. Den letzten Abschnitt der Arbeit bildet eine Bewertung der Prozeßorganisation als alternativer Gestaltungsansatz und als Restrukturierungsmethodik.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | lI | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Der Prozeßbegriff der Betriebswirtschaft | 3 |
| 2.1. | Charakteristische Merkmale betriebswirtschaftlicher Prozesse | 3 |
| 2.2. | Zur Definition des Begriffes „Prozeß“ | 4 |
| 3. | Elemente bekannter Konzepte, welche in die Prozeßorganisation einfließen | 5 |
| 3.1 | Der Ansatz von Nordsieck | 5 |
| 3.1.1 | Nordsiecks` Überlegungen zur Organisation des Betriebsaufbaus | 5 |
| 3.1.2. | Nordsiecks` Überlegungen zur Organisation des Arbeitsablaufs | 8 |
| 3.1.3. | Nordsiecks` Beitrag zur Entwicklung der Prozeßorganisation | 9 |
| 3.2. | Der Ansatz von Kosiol | 10 |
| 3.2.1 | Dominanz der Aufbauorganisation in der klassischen Organisationslehre | 10 |
| 3.2.2. | Problematik der Anwendung des Analyse-Synthese-Konzepts | 12 |
| 3.2.3 | Problematik der Anwendung des Analyse-Synthese-Konzepts auf dem Büro- und Verwaltungssektor | 13 |
| 3.3. | Der Ansatz von Porter | 14 |
| 3.3.1 | Wertkettenanalyse | 14 |
| 3.3.2 | Unterstützungspotential der Wertkettenanalyse für die Prozeßorganisation | 15 |
| 3.3.3. | Abgrenzung unterschiedlicher Prozeßtypen | 16 |
| 3.3.4. | Prozessorganisation -ein alter Zopf? | 17 |
| 4. | Grundlagen der Prozeßorganisation | 18 |
| 4.1. | Abgrenzung des Begriffs der Prozeßorganisation | 18 |
| 4.2. | Was will die Prozeßorganisation | |
| 4.3. | Vorgehensmethodik zur Einführung der Prozeßorganisation | 20 |
| 4.3.1. | Ausgrenzung des | 20 |
| 4.3.1.1. | Das konzeptionelle Vorgehen | 21 |
| 4.3.1.2. | Das empirische Vorgehen | 22 |
| 4.3.1.3. | Prozeßausgrenzung in der Praxis | 23 |
| 4.3.2. | Prozeßanalyse | 26 |
| 4.3.2.1. | Prozeßanalyse als Istanalyse | 26 |
| 4.3.2.2. | Zerlegung des Prozesses in Teilprozesse | 27 |
| 4.3.3. | Visualisierung von Prozeßabläufen mit Hilfe des Prozeßflußdiagramms | 29 |
| 4.3.4. | Prozeßoptimierung | 31 |
| 4.3.4.1. | Eliminieren nicht notwendiger Schritte | 31 |
| 4.3.4.2. | Automatisieren von Prozessen | 32 |
| 4.3.5. | Verteilung von Prozeßaktivitäten auf Stellen | 33 |
| 4.3.6. | Koordination von Prozessen | 34 |
| 4.3.6.1. | Interprozessuale Koordination | 34 |
| 4.3.6.2. | Intraprozessuale Koordination | 36 |
| 5. | Beurteilung der Prozeßorganisation | 38 |
| 5.1. | Geringe Arbeitsteilung | 39 |
| 5.1.1. | Zunahme der organisatorischen Komplexität durch extensive Arbeitsteilung | 39 |
| 5.1.2. | Geringe Arbeitsteilung durch Prozeßorganisation | 41 |
| 5.1.2.1. | Prozeßbeschleunigung | 42 |
| 5.1.2.2. | Eröffnung von Routinisierungspotentialen im Verwaltungsbereich | 44 |
| 5.2. | Funktionsintegration | 46 |
| 5.2.1. | Verringerung der Schnittstellen | 47 |
| 5.2.2. | Sinnvolle Nutzung der Personalkapazität | 48 |
| 5.3. | Delegation der Verantwortung auf ausführende Bereiche | 49 |
| 5.3.1. | Erhöhung der Arbeitszufriedenheit | 49 |
| 5.3.2. | Übernahme von Gesamtverantwortung | 50 |
| 5.4. | Die Unternehmung als ein Geflecht von Kunden-Lieferanten-Beziehungen | 51 |
| 5.4.1. | Tendenz zu innovativem Verhalten | 52 |
| 5.4.2. | Erhöhung der Wahrnehmungsfähigkeit | 52 |
| 5.5. | Praktikabilität des Prozeßansatzes | 53 |
| 5.5.1. | Erarbeitung durchsetzbarer Konzepte | 54 |
| 5.5.2. | Rechtzeitige und umfassende Einbindung der betroffenen Mitarbeiter | 54 |
| 6. | Resümee | 56 |
| Literaturverzeichnis | 64 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832436797
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Vlassakidou, Morfoula Dezember 1995: Darstellung und Beurteilung der Prozeßorganisation, Hamburg: Diplomica Verlag
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