Cyberethik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabine Kübert
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 104 Seiten
- Dateigröße: 731,9 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
- Bibliografie: ca. 141
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0321-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0321-8 P - Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kübert, Sabine Juli 2003: Cyberethik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Medienethik, Internetethik, Informationsethik, Internet, Ethik
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Sabine Kübert
Problemstellung:
In den letzten Jahren hat sich das Internet vor allem in den westlichen Ländern und Teilen Asiens zu einem weiteren ernst zu nehmenden Medium neben Presse, Rundfunk und Fernsehen entwickelt. Während bei den traditionellen Medien schon längere Zeit rege medienethische Diskussionen geführt werden, stellt der Bereich Internet hier noch Neuland dar. Deshalb soll mit dieser Arbeit das Thema Cyberethik, auch Internet- oder Netzethik genannt, näher dargestellt werden.
Das Internet steht zunächst für eine neue technologische Entwicklung. Doch es ist weit mehr als das. Das Netz beeinflusst und verändert unser gesellschaftliches Leben - sei es in der Arbeitswelt oder im Privatleben, sei es die Wirtschaft oder die Politik. Es eröffnet neue Formen der Kommunikation und Interaktion, die viele Chancen mit sich bringen. So wird beispielsweise wissenschaftliche Zusammenarbeit erleichtert, es können neue Absatzmärkte erschlossen werden oder es besteht die Chance, die Bürger aktiver am politischen Geschehen teilhaben zu lassen, etwa über das Angebot eines „virtuellen Rathauses“ oder per Meinungsumfragen.
Neben Chancen birgt das Internet jedoch auch (ethische) Probleme wie Datenmissbrauch, ethisch fragwürdige Inhalte und Zugangsschranken. Solche ethischen Probleme aufzuzeigen steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Betonen möchte ich, dass es sich hierbei nur um eine Auswahl handelt, denn eine vollständige Darstellung würde den Rahmen der Arbeit sprengen und wird wohl auch nicht zu erreichen sein, weil das Angebot im Netz zu vielseitig ist und das Internet einem permanenten Wandel unterliegt. Neben rein ethischen Problemstellungen werden auch technische, rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gegebenheiten und Probleme des Internets dargelegt, weil diese teilweise grundlegend für ein Verständnis der ethischen Fragen sind.
Da es bisher noch wenig wissenschaftliche Literatur zum Thema Cyberethik gibt, ist es das Ziel dieser Arbeit, für derzeitige ethische Probleme die das Internet aufwirft zu sensibilisieren, zu reflektieren welche ethischen Herausforderungen in Zukunft in den Vordergrund rücken könnten und darzustellen wie Wirtschaft, Gesetzgebung und Gesellschaft bisher auf diese Anforderungen reagieren. Zudem soll aufgezeigt werden, dass nationale Gesetze aufgrund der Globalität des Netzes schnell an ihre Grenzen stoßen und daher vor allem jene Aktivitäten und Entwicklungen unterstützt werden sollten, die versuchen, das Netz eigenverantwortlich zu regeln und eine Selbstbindung der Internetnutzer an allgemein akzeptierte ethische Normen zu erreichen, wie sie für den Bereich der sozialen Umgangsformen im Netz beispielsweise in der Netiquette festgehalten sind.
Gang der Untersuchung:
Um die ethischen Herausforderungen des Internets erkennen zu können, ist es zunächst einmal nötig, das Medium zu verstehen. Daher werden zu Beginn einige technische Grundlagen und die wesentlichen Dienste des Internets dargelegt. Anschließend werden die Begriffe Ethik und Moral näher erläutert. Da bisher nur Ansätze einer eigenen Internetethik vorhanden sind, sollen in diesem Zusammenhang einige Aspekte der Medienethik aufgezeigt werden, die auch für eine Ethik des Internets von zentraler Bedeutung sind. Es folgt eine kurze Zusammenfassung der netzethischen Positionen von Bernhard Debatin und Andreas Greis, die meines Erachtens grundlegende Beiträge zum Thema Internet und Ethik geliefert haben und von denen deshalb einige ihrer Ansätze in dieser Arbeit übernommen werden.
Eine wichtige Aufgabe der Internetethik ist es, zu reflektieren, wie das Netz und die Handlungen der am Netz beteiligten Akteure reguliert werden. Es soll aufgezeigt werden, ob neben technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Regelungen auch „ethische Mechanismen der Selbstregulation“ wirksam im Internet umgesetzt werden können. Deshalb werden im dritten Abschnitt neben gesetzlichen Vorschriften und technischen Standards vor allem ethische Normen geschildert, denen sich die Netzbürger, Internetdienstanbieter und Verbände verpflichten und es wird für die Netiquette dargelegt, wie die Einhaltung ethischer Normen erreicht werden kann.
Im letzten Abschnitt, dem Schwerpunkt der Arbeit, werden einige (ethische) Problemstellungen aufgegriffen und teilweise kurze Lösungsansätze aufgezeigt. Es werden sowohl Probleme geschildert, die schon seit längerer Zeit die ethische Diskussion über das Netz beherrschen, als auch Probleme, die aus aktuellem Anlass in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt sind. Das wichtige Themengebiet Datenschutz und Datensicherheit, möchte ich hierbei bewusst nur kurz anreißen, da es überwiegend den juristischen Bereich betrifft. Zudem sind die gesetzlichen Regelungen hierzu noch nicht abgeschlossen und derzeit noch einem starken Wandel unterworfen.
Da das Internet ein globales Medium ist, das Länder mit unterschiedlichstem historischem und kulturellem Hintergrund vernetzt, ist die Vielfalt an Denkmodellen und Wertvorstellungen groß. Daher beziehen sich die ethischen Gesichtspunkte dieser Arbeit hauptsächlich auf deutsche Wertmaßstäbe, wobei das Hauptaugenmerk auf den privaten Internetnutzer gerichtet ist. Angemerkt werden soll noch, dass man sich der Ethik aus philosophischer und theologischer Sichtweise nähern kann. In dieser Arbeit wird der erste Weg gewählt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Fragestellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Internetethik | 3 |
| 2.1 | Internet | 3 |
| 2.1.1 | Technische Grundlagen und Geschichte | 3 |
| 2.1.2 | Dienste | 4 |
| 2.2 | Ethik | 6 |
| 2.2.1 | Begriffsdefinitionen | 6 |
| 2.2.2 | Grundlegendes zur Medienethik | 7 |
| 2.2.3 | Ansätze einer Internetethik | 10 |
| 3. | Regulierungsansätze | 13 |
| 3.1 | Regulierungsbedarf | 13 |
| 3.2 | Die Rolle des Staates | 16 |
| 3.3 | Selbstregulierung | 18 |
| 3.3.1 | Die Netiquette | 18 |
| 3.3.2 | Mögliche Sanktionen | 21 |
| 3.3.3 | Filtersysteme | 22 |
| 3.3.4 | Private Netzinitiativen | 23 |
| 3.4 | Das Projekt ICANN | 25 |
| 4. | Ethische Problemstellungen | 28 |
| 4.1 | Virtualität: Bedeutung von Raum, Zeit und Identität | 28 |
| 4.1.1 | Der virtuelle Raum – ein Raum ohne Grenzen? | 28 |
| 4.1.2 | Raum Internet | 31 |
| 4.1.3 | Bedeutung der Zeit | 34 |
| 4.1.4 | Identität im digitalen Zeitalter | 38 |
| 4.2 | Ein Medium mit weitreichenden Folgen | 41 |
| 4.3 | Kommerzialisierung von Information | 46 |
| 4.3.1 | Forderung nach freiem Zugriff auf Information | 46 |
| 4.3.2 | Unerwünschte Information | 55 |
| 4.4 | Vertrauen im E-Commerce | 57 |
| 4.4.1 | E-Commerce | 57 |
| 4.4.2 | Der Begriff Vertrauen | 59 |
| 4.4.3 | Vertrauensbildende Maßnahmen | 62 |
| 4.5 | Das Internet als Informations- und Nachrichtenmedium | 68 |
| 4.5.1 | Zwischen Meinungsfreiheit und Zensur | 68 |
| 4.5.2 | Die Rolle im Irak-Krieg | 75 |
| 4.6 | Digitale Spaltung | 81 |
| 4.6.1 | Die Situation in Deutschland | 81 |
| 4.6.2 | Das Projekt Simputer | 87 |
| 5. | Fazit | 89 |
| Literaturverzeichnis | 93 | |
| Erklärung | 102 |
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Fragestellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Internetethik | 3 |
| 2.1 | Internet | 3 |
| 2.1.1 | Technische Grundlagen und Geschichte | 3 |
| 2.1.2 | Dienste | 4 |
| 2.2 | Ethik | 6 |
| 2.2.1 | Begriffsdefinitionen | 6 |
| 2.2.2 | Grundlegendes zur Medienethik | 7 |
| 2.2.3 | Ansätze einer Internetethik | 10 |
| 3. | Regulierungsansätze | 13 |
| 3.1 | Regulierungsbedarf | 13 |
| 3.2 | Die Rolle des Staates | 16 |
| 3.3 | Selbstregulierung | 18 |
| 3.3.1 | Die Netiquette | 18 |
| 3.3.2 | Mögliche Sanktionen | 21 |
| 3.3.3 | Filtersysteme | 22 |
| 3.3.4 | Private Netzinitiativen | 23 |
| 3.4 | Das Projekt ICANN | 25 |
| 4. | Ethische Problemstellungen | 28 |
| 4.1 | Virtualität: Bedeutung von Raum, Zeit und Identität | 28 |
| 4.1.1 | Der virtuelle Raum – ein Raum ohne Grenzen? | 28 |
| 4.1.2 | Raum Internet | 31 |
| 4.1.3 | Bedeutung der Zeit | 34 |
| 4.1.4 | Identität im digitalen Zeitalter | 38 |
| 4.2 | Ein Medium mit weitreichenden Folgen | 41 |
| 4.3 | Kommerzialisierung von Information | 46 |
| 4.3.1 | Forderung nach freiem Zugriff auf Information | 46 |
| 4.3.2 | Unerwünschte Information | 55 |
| 4.4 | Vertrauen im E-Commerce | 57 |
| 4.4.1 | E-Commerce | 57 |
| 4.4.2 | Der Begriff Vertrauen | 59 |
| 4.4.3 | Vertrauensbildende Maßnahmen | 62 |
| 4.5 | Das Internet als Informations- und Nachrichtenmedium | 68 |
| 4.5.1 | Zwischen Meinungsfreiheit und Zensur | 68 |
| 4.5.2 | Die Rolle im Irak-Krieg | 75 |
| 4.6 | Digitale Spaltung | 81 |
| 4.6.1 | Die Situation in Deutschland | 81 |
| 4.6.2 | Das Projekt Simputer | 87 |
| 5. | Fazit | 89 |
| Literaturverzeichnis | 93 | |
| Erklärung | 102 |
Textprobe:
Kapitel 4.1.2, Raum Internet:
Die Beschäftigung mit dem Raum ist nicht neu. Viele wissenschaftliche Disziplinen haben sich diesem Thema zugewandt, doch die Grundsteine wurden in der Philosophie und der Mathematik beziehungsweise der Physik gelegt. In der Philosophie beispielsweise gibt es unterschiedliche Vorstellungen vom ›Raum‹.
So sieht Aristoteles im Raum das Begrenzende der materiellen Körper. Descartes setzt im Begriff der Ausgedehntheit Raum und Materie gleich. Für Kant hingegen ist Raum eine apriorische Anschauungsform, welche uns die Erfahrung äußerer Dinge erst ermöglicht. Raum liegt also nicht den Dingen an sich zu Grunde. Dem Anschauungsraum entspricht in der Mathematik unter anderem der dreidimensionale euklidische Raum. Dieser wird über drei Koordinaten bestimmt, die die Position eines Punktes im Raum exakt festlegen. Der mathematische Raum kann um beliebig viele Dimensionen erweitert werden.
In der sozialpsychologischen und pädagogischen Forschung unterscheidet man zwischen dem mathematischen Raum, der hier für ein theoretisches Modell des dreidimensionalen euklidischen Raumes steht und dem gelebten Raum. Bezieht man in diesem Zusammenhang den Begriff Raum auf das Internet, so spannen die Handlungen und Kommunikationen der Internetteilnehmer einen sozialen Raum auf. Er ist eine Verbindung aus mathematischem und gelebtem Raum. Denn aus technisch-physikalischer Sicht kann das Internet annäherungsweise als mathematischer Raum betrachtet werden. Das Internet ist nicht unendlich, aber es ist isotrop, da es keine ausgezeichnete Richtung aufweist, und ein Netzwerk-Bündel kann als homogen betrachtet werden.
Aus Sicht der Kommunizierenden bekommt das Netz einen Mittelpunkt und stellt sich als inhomogen dar, da den einzelnen Informationen eine unterschiedliche individuelle Wertigkeit zufällt. Die Dimensionen endlich und unendlich verlieren in Bezug auf das Internet an Aussagekraft. Denn das Internet ist zwar keineswegs unendlich, aber beim Surfen durch das Netz wird leicht dieser Eindruck vermittelt. Einerseits ist der soziale Raum Internet also durch physikalische Verbindungen wohlgeordnet, andererseits bietet er eine schier unermessliche Vielfalt an Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Die konkreten Anwendungen, also die Dienste des Internets sind es, die das Internet formen, die das „Design“ des Internet-Raumes bestimmen und nicht die technisch-physikalischen Strukturen.
Walter Rammert spricht vom natürlichen, fiktiven und rechnerkonstruierten Raum. Der natürliche Raum ist dabei der Abstand zwischen den per Computernetz Kommunizierenden. Aufgrund der Kommunikationsgeschwindigkeit wird diese Distanz kaum wahrgenommen - vergleichbar einem Telefongespräch. Allerdings unterscheidet sich die computervermittelte Kommunikation vom Telefonieren durch größere Anonymität und Unpersönlichkeit, sowie der Möglichkeit zur asynchronen, zeitversetzten Kommunikation, wie etwa per E-Mail oder in Newsgroups.
,Unter fiktivem Raum versteht er einen nicht greif- und veränderbaren Raum, der nur in der persönlichen Rezeption erlebbar wird, vergleichbar den Orten, Charakteren und Handlungen eines Romans. Der rechnerkonstruierte Raum schließlich zeichnet sich durch seine mediale Wirklichkeit aus. Das Besondere daran ist, dass diese nicht wie bei Film und Fernsehen nur wahrgenommen und unterschiedlich erlebt und interpretiert, sondern auch aktiv verändert werden kann. Diese Interaktivität ist kennzeichnend für das Medium Internet.
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836603218
Arbeit zitieren:
Kübert, Sabine Juli 2003: Cyberethik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Medienethik, Internetethik, Informationsethik, Internet, Ethik



