Customer Relationship Marketing in der Luxusgüterindustrie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alice Haupt
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Münster Deutschland
- Bibliografie: ca. 98
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9894-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9894-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9894-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Haupt, Alice Januar 2006: Customer Relationship Marketing in der Luxusgüterindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: CRM, Marketing, Direktmarketing, Kundenbindung, Luxusgüter
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Diplomarbeit von Alice Haupt
Einleitung:
Die Luxusgüterindustrie steht einer strategischen Umkehr gegenüber, die ihr Kundenkonzept komplett ändern kann. Die 90er Jahre waren geprägt durch offensive Kundenrekrutierungsstrategien, durch die Wiederbelebung der Marken und durch massive Ladenöffnungen. Diese Strategien haben es den Unternehmen ermöglicht, ein gewaltiges Wachstum zu verzeichnen. In diesem Zusammenhang wurde die Beziehung zu den Kunden stark vernachlässigt.
An einem relativen Sättigungspunkt angekommen, erreichen diese Rekrutierstrategien von nun an ihre Grenzen. Kundenbindungsmaßnahmen sollten die Rekrutierungsmaßnahmen ablösen, um die in den 90er Jahren gewonnenen Kunden nicht zu verlieren. Es scheint, dass in Zukunft die Produktfokussierung von der Kundenfokussierung abgelöst wird.
Diese strategische Wandlung spiegelt sich in einem neuen Phänomen wider: mit der „Demokratisierung“ des Luxus kann sich eine größere Anzahl von Verbrauchern von nun an einen Teil der Traumwelt kaufen. Die Big Player der Luxusbranche führen „Einstiegsprodukte“ ein, eine neue Kundenbasis - insbesondere aus den wachstumsstarken asiatischen Ländern - verfügt von nun an über eine starke Kaufkraft. Besonders die großen Luxusgruppen, geprägt durch den Rentabilitätsgedanken, denken in Zukunft mehr und mehr in Volumina und vernachlässigen folglich den handwerklichen, qualitativen Gedanken. Die traditionellen Konzepte der Kundenbeziehung, insbesondere der Kontakt mit dem Verkaufspersonal, werden in Zukunft nicht mehr ausreichen, um die Erwartungen einer breiter gewordenen Kundschaft zufriedenzustellen.
Von nun werden Marketingaktionen mehr und mehr die Kundenbeziehung in den Vordergrund stellen. Genauso wie in anderen Branchen, liegt der wahre Reichtum einer Luxusmarke in ihren Kunden. Um so mehr als der Verlust eines Kunden viel schmerzlicher gefühlt wird als in anderen Branchen, da die Anzahl der Kundenkäufe beschränkt ist und von Produkten und Preisen beeinflusst wird.
Wenn die Kunden jedoch zufrieden sind, stellen sie die das beste Werbemedium einer Luxusmarke dar. Dennoch sind die Kunden in ihrem Verhalten immer unbeständiger und ihre Zufriedenheit garantiert nicht unbedingt Markentreue : durch den Kauf eines Luxusproduktes wird ein Traum erfüllt –dies muss jedoch nicht zwingend bedeuten, dass der Kunde erneut ein Produkt kauft.
Gleichzeitig gibt es eine starke Veränderung in den Erwartungen der Verbraucher: heute kann es sich eine Luxusmarke nicht mehr ausschließlich erlauben, ihre Marke in den Vordergrund zu stellen. Der Verbraucher will, dass das Produkt dazu beiträgt, sich von der Masse abzuheben und somit einen wahren Zusatznutzen schafft. Im Luxusbereich hat der Verbraucher das Verlangen von Marke und Produkt fasziniert zu werden: wenn ein Kunde eine Luxusboutique betritt, hat er das Gefühl in den elitären Kreis der Kunden aufgenommen zu werden.
Durch den Kauf eines Luxusproduktes, ersteht der Kunde gleichzeitig ein Traumprodukt, das Teil einer Traumwelt ist. Der Konsum eines Luxusgutes ist gleichgestellt mit einer Erfahrung, die alle Sinne betrifft. Die Kundschaft erwartet die Beratung durch ein kompetentes und geschultes Verkaufspersonals, eine individuelle Behandlung ist immer wichtiger geworden. Die Qualität des Service hat somit an Bedeutung gewonnen, umso mehr da dies dazu dienen kann, sich von der Konkurrenz abzuheben.
Zahlreich sind noch die Punkte, die bezüglich der Kundenbeziehung optimiert werden müssen: im Hinblick auf die Kundenbindung sollte mehr Nähe zu den Kunden geschaffen werden. Eine Luxusmarke muss dem Verbraucher nahe sein, so dass sie kein abstraktes Gebilde mehr ist. Das Customer Relationship Marketing kann eine adäquate Antwort auf dieses Phänomen darstellen. Es ermöglicht eine ausführliche Kenntnis der Kunden sowie die Möglichkeit das Angebot des Marktes an seine Bedürfnisse anzupassen. Sollte die Luxusgüterindustrie also die Methoden des Customer Relationship Marketing annehmen, die dem Mass Market entsprungen sind? Wenn ja, welche sind die angebrachtesten Techniken und Konzepte? Wie kann sich die Luxusindustrie dieser Werkzeuge bedienen, wenn sie gleichzeitig die Prinzipien einer Luxusmarke schützen möchte?
Gang der Untersuchung:
Die Diplomarbeit ist in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil stellt theoretische Ideen und Konzepte vor, während der zweite Teil versuchen wird mit Hilfe einer praktischen Studie auf meine Anfangsproblematik zu antworten: „Wie kann die Luxusgüterindustrie die Werkzeuge des Customer Relationship Marketings an ihre Ansprüche und Bedürfnisse anpassen?“ Ich werde versuchen, diese Frage zu beantworten, indem ich allgemeine Definitionen des Customer Relationship Marketing und des Luxus vorstellen werde, um mich später auf das Customer Relationship Marketing in der Luxusgüterindustrie zu konzentrieren.
Im praktischen Teil wird die Rolle des Service in den Luxusgeschäften näher betrachtet. Dank einer ausführlichen Analyse der Techniken des Customer Relationship Marketing, bzw. des Direct Marketing, werde ich die für die Luxusgüterindustrie passendsten Techniken aufführen können. Zwei Experteninterviews mit einem Direct Marketing Experten und einem Experten der Luxusgüterindustrie werden mir dabei helfen, die zu Beginn der praktischen Studie aufgestellten Hypothesen zu testen, um schließlich zu einer Schlussfolgerung zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| Einleitung | 8 | |
| TEIL I. | THEORETISCHE STUDIE - Definitionen und Konzepte | |
| 1.1 | Die Luxusgüterindustrie, eine Branche wie keine andere | 11 |
| 1.1.1 | Geschichte des Luxus : die Faszination des Überflusses im Laufe der Zeit | 13 |
| a. | Der Luxus und die Philosophen : eine unterschiedliche Wahrnehmung | 13 |
| b. | Entwicklung des Luxusbegriffs : vom altertümlichen Luxus zum modernen Luxus | 14 |
| c. | Die Demokratisierung des Luxus, „Luxus für alle“ | 16 |
| 1.1.2 | Der Luxusbegriff | 18 |
| a. | Die Dimensionen des Luxus | 18 |
| b. | Eigenschaften eines Luxusproduktes | 19 |
| c. | Die Marke als Zeichen sozialer Herkunft | 20 |
| 1.1.3 | Die Luxusbranche und ihre Paradoxe | 22 |
| a. | Das Nachfrageparadox | 23 |
| b. | Das Produktparadox | 23 |
| c. | Das Preisparadox | 24 |
| d. | Das Vertriebsparadox | 25 |
| e. | Das Werbeparadox | 25 |
| 1.1.4 | Die Luxusgüterindustrie : ökonomische Faktoren | 28 |
| a. | Die Bereiche, die die Luxusgüterindustrie darstellen | 29 |
| b. | Die Big Player der Branche : von großen Gruppen bis hin zu Traditionshäusern | 30 |
| c. | Trends und Perspektiven | 33 |
| 1.1.5 | Die Kundschaft : soziologische Faktoren | 34 |
| a. | Unterschiedliche Profile | 35 |
| b. | Kulturelle und nationale Unterschiede im Konsumverhalten | 38 |
| c. | Auf der Suche nach neuen Zielgruppen | 39 |
| 1.2 | Relationship Marketing : Geschichte und Entwicklung | 42 |
| 1.2.1 | Die bewegte Geschichte der Kundebeziehung | 44 |
| a. | Von einer Produktorientierung zu einer Kundenorientierung | 45 |
| b. | Der Conso-Akteur kommt an die Macht | 47 |
| c. | Die Erwartungen des Verbrauchers | 49 |
| 1.2.2 | Konzepte des Customer Relationship Marketing | 51 |
| a. | Die Eigenschaften der Kundenbeziehung | 52 |
| b. | Die drei Hauptdimensionen des Relationship Marketing | 53 |
| c. | Auf der Suche nach dem rentablen Kunden | 54 |
| 1.2.3 | Datenbanken, die Waffen des Relationship Marketing | 55 |
| a. | Erstellen einer Datenbank / Data Warehouse | 56 |
| b. | Die Kenntnis seiner Kunden | 58 |
| c. | Die Kunst der Datenverwertung | 59 |
| 1.2.4 | Die Direct Marketing Techniken : „Industrialisierung“ der Kundenbeziehung | 60 |
| a. | Die Individualisierung der Botschaften | 61 |
| b. | Welche Kontaktkanäle? -die unterschiedlichen Techniken | 62 |
| c. | Entwicklung eines Relationship Programmes | 65 |
| 1.2.5 | Erhöhter Konkurrenzdruck gefährdet die Kundenbindung | 67 |
| a. | Das Konzept der Kundenbindung | 67 |
| b. | Die Vorteile | 68 |
| c. | Grenzen einer Kundenbindungsstrategie | 69 |
| TEIL II. | PRAKTISCHE STUDIE | |
| Einleitung | 71 | |
| 2.1 | Der Service steht im Mittelpunkt | 72 |
| 2.1.1 | Das „Louis Vuitton Experiment“ | 72 |
| 2.1.2 | Die Bedeutung des Service in der Beziehung Marke-Kunde | 73 |
| 2.1.3 | Das Verkaufspersonal : Übermittler des Markenimages | 73 |
| 2.2 | Analyse der Direct Marketing Techniken in der Luxusgüterindustrie | 74 |
| 2.2.1 | Analysetabelle | 75 |
| 2.2.2 | Analyse der unterschiedlichen Direct Marketing Techniken in der Luxusgüterindustrie | 77 |
| 2.2.3 | Empfehlungen | 88 |
| 2.3 | Experteninterviews | 90 |
| 2.3.1 | Die Methodik | 90 |
| 2.3.2 | Formulierung der Hypothesen | 91 |
| 2.3.3 | Ergebnisse und Diskussion | 94 |
| 2.3.4 | Prüfung der Hypothesen und Empfehlungen | 94 |
| Schlussfolgerung der praktischen Studie | 100 | |
| Schlussfolgerung | 101 | |
| Bibliographie | 104 | |
| Bücher | 104 | |
| Artikel | 105 | |
| Interviews | 108 | |
| Dossiers | 108 | |
| Studien | 109 | |
| Doktorarbeiten | 110 | |
| Websites | 110 | |
| TV-Sendungen | 111 | |
| Anhang | 112 | |
| Interview / Timo Hinze, UGW (Wiesbaden) | 112 | |
| Zusammenfassung des Gespräches mit Timo Hinze /UGW | 114 | |
| Interview / Schweizer Luxusuhren- und Schmuckhersteller (Genf / Schweiz) | 117 | |
| Zusammenfassung des Gespräches mit einer Kontaktperson eines Schweizer Luxusunternehmens | 118 | |
| Das Customer Relationship Marketing im Rahmen einer relationellen Strategie | 120 | |
| Der komplementäre und symetrische Austausch | 121 |
Richtig genutzt ermöglichen es die Datenbanken, solide Bindungen zu den Kunden aufzubauen, die „auf einer besseren Kenntnis der Kunden und ihrer Erwartungen basiert, um schließlich die Produktkonzeption und die Kommunikation auf die Kunden abzustimmen.“98 Dennoch muss ein Unternehmen einige Barrieren überwinden, um die Daten seiner Kunden besser auswerten zu können und um schließlich Lösungen zu den Problemen zu finden, die entstehen können.99 Bevor man die Daten auswerten kann, können zahlreiche Probleme auftreten: Interessenkonflikte –die Interessen innerhalb der verschiedenen Gruppen innerhalb eines Unternehmens können sich stark unterscheiden. Wo soll man also den Akzent setzen ? Außerdem können Probleme bezüglich des Datenzugangs auftreten –wer darf die Daten verwerten und wer wird sie kontrollieren? Ein weiteres Problem betrifft die Verantwortlichkeit : wer wird sich um die Handhabung der Daten kümmern? Schließlich darf man nicht die technischen Probleme außer Acht lassen, die bei der Wahl des Datenmediums entstehen können –welche Software passt am besten zu den Ansprüchen des Unternehmens? [...]
Kundebindungsprozess nur auf lange Sicht realisiert werden kann. Das Relationship Marketing braucht tatsächlich eine Verbindung, nicht punktuell, sondern regulär, damit die Kundschaft gebunden werden kann. Um ein effizientes Customer Relationship Programm zu erstellen, müssen der Kunde und sein Verhalten bekannt sein, alle Aktionen des Kunden verfolgt werden und Informationen über den Kunden stetig aktualisiert werden. Ein solcher Prozess ist sehr zeitintensiv, v.a. mit dem Hintergrund, dass eine dauerhafte Beziehung angestrebt wird. Die Dimension der Individualisierung : jede Partie, die an der Beziehung beteiligt ist, also Unternehmen wie Kunde, muss sein Gegenüber gut kennen, um ein personalisiertes Angebot unterbreiten zu können. Es scheint, als wäre die Individualisierung der Schlüsselfaktor des Erfolgs, umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass sich die Erwartungen des Kunden geändert haben und dass er einen immer individualisierteren Dialog mit dem Unternehmen verlangt. [...]
Gemäß dem Institut Nielsen erscheinen täglich auf dem französischen Markt mehrere 100 Produkte, d.h. 37. 000 pro Jahr 76 Ein Beispiel : Mugler hat einen selektiven Club ins Leben gerufen, der sich speziell an die Kundinnen der Marke richtet („Cercle Angel“). Diese Kundinnen profitieren von speziellen Angeboten sowie Geschenken. In diesem Zusammenhang wurde die exklusive Kerze „Angel“ an die Kunden des „Cercle Angel“ geschickt. Sie entsprach genau den Erwartungen der Kundinnen, da diese sich zuvor mit diesem Vorschlag an die Marke gewandt hatten. „Es war ein von den Kundinnen zweimal in Folge (durch Fragebögen) erwähnter Vorschlag,“ sagt Nadège Villeneuve (verantwortlich für das Relationship Marketing der Marke Mugler). „Sie wollten einen Raumduft mit dem Aroma ihres Lieblingsparfums. Die Kerze war unsere Antwort auf ihre Erwartungen.“ Marketing Direct, n° 63 (01/03/2002) 77 « Quel luxe pour quelle cible –comment identifier le consommateur du luxe en France et à l’international ? Comment lui parler, Comment a-t-il évolué ? » 10ème journée luxe du 3 juin 2003 (Les Echos Conférences) Interview mit Stéphane Truchi (Chef von Ipsos France) und Nelly Rodi (Leiterin eines Stilbüros) Fernsehsendung auf abc-luxetv.com [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832498948
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Haupt, Alice Januar 2006: Customer Relationship Marketing in der Luxusgüterindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
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