Das Currency Board als Instrument wirtschaftlicher Stabilisierung
Das Beispiel Argentinien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: René Engel
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 745,0 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5216-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5216-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5216-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Engel, René Dezember 2001: Das Currency Board als Instrument wirtschaftlicher Stabilisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Argentinien, Plan Cavallo, Tequila-Krise, Currency Board, Wechselkursanbindung
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Diplomarbeit von René Engel
Die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise Argentiniens hat das Land zum Ende des Jahres 2001 an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geführt: Allein für den November dieses Jahres betrug die von der argentinischen Zentralregierung zu begleichende Summe des monatlichen Schuldendienstes – Zinsen und Tilgung der staatlichen Verbindlichkeiten – etwas 2,6 Mrd. US$. Diesem Betrag stand Mitte des Monats aber lediglich eine eher unsichere Finanzierung von 1,5 Mrd. US$ gegenüber (vgl. FAZ v. 13.11.2001). Diese offensichtliche Liquiditätsschwäche lieferte, vor dem Hintergrund der argentinischen „Verschuldungsgeschichte“, begründeten Anlaß für die Annahme, daß die derzeit an Argentinien gestellten Zinsforderungen lediglich nur noch für kurze Zeit bedient werden könnten und daß des weiteren womöglich mit Argentinien sogar der größte „Zahlungsausfall der Geschichte“ (FAZ v. 15.11.2001) bevorstehen würde (vgl. Walter 2001: S 46).
Im Zusammenhang mit diesen Zahlungsschwierigkeiten Argentiniens wurde auch das CB - die Kopplung des Peso an den US$ - deswegen wieder in das Blickfeld der aktuellen Diskussion gerückt, weil insbesondere Kritiker in dem argentinischen Wechselkurssystem die Hauptursache für die aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes sehen (vgl. FAZ v. 9.11.2001).
Von wissenschaftlicher Seite erfährt das CB- System als mögliche Lösungsstrategie für wirtschaftspolitische Probleme, insbesondere von Entwicklungs- und Transformationsländern, eine uneinheitliche Beurteilung: Verfechter sehen in ihm ein Allheilmittel, während Kritiker diese Art von Wechselkurssystem grundsätzlich ablehnen. Von diesen „Hardliner- Positionen“ abgesehen, werden in aller Regel jedoch keine allgemeingültigen Aussagen über Eignung oder Leistungsfähigkeit von CB- Systemen zu erwarten sein. Vielmehr wird es eher darauf ankommen, im konkreten potentiellen Anwendungsfall auf die für ein Land entstehenden Vor- und Nachteile einzugehen, diese gegeneinander abzuwägen, um dann, basierend auf einer solchen Diskussion, Einzelfall- orientierte Empfehlungen abgeben zu können (vgl. Feuerstein 2000: S. 228; Schmücker 1998: S. 29).
Gang der Untersuchung:
In den folgenden Ausführungen werden in einem ersten Abschnitt die theoretischen Grundlagen der Institutionalisierung eines CBS betrachtet. Eine diesen Teil abschließende Betrachtung der Vor- und Nachteile von CB- Systemen wird die Grundpositionen der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion um die Leistungsfähigkeit dieser Wechselkurssysteme in ihren Grundzügen darstellen.
Vor dem Hintergrund der mit diesem ersten Abschnitt gewonnenen Erkenntnisse um die Theorie des Stabilisierungsinstruments CB wird anschließend auf das argentinische System der Wechselkursanbindung mit dessen Besonderheiten in seiner Ausprägung sowie in seiner Entwicklungsgeschichte bis zur Gegenwart eingegangen werden. Die dem Text vorgeheftete Chronologie soll hierbei insbesondere einen ersten Überblick über die wesentlichen Schlaglichter der Entwicklungsgeschichte des argentinischen CBS vermitteln. Dieser zweite Teil meiner Arbeit schließt mit Erörterungen über die aktuellen Probleme dieses Wechselkurssystems und den hierauf von der argentinischen Regierung eingeleiteten (Gegen-) Maßnahmen, sowie mit einer Darstellung des gegenwärtigen Dissens um geeignete Problemlösungsvorschläge für die „angeschlagene“ argentinische Volkswirtschaft.
Ziel dieser Arbeit ist es, mittels der Darstellung der theoretischen Grundzüge von CB- Systemen, allgemein die grundsätzlich mit dem Betreiben dieser Wechselkurssysteme verbundenen potentiellen Möglichkeiten und Risiken darzustellen.
Am Beispiel des argentinischen CB sind dann konkret, differenziert nach den einzelnen Entwicklungsphasen, die hier mit einer solchen Wechselkursanbindung erzielten Erfolge, aber auch die offensichtlich gewordenen Schwachstellen dieses Systems zu erörtern.
Inhaltsverzeichnis:
| VERZEICHNIS DER ÜBERSICHTEN, ABBILDUNGEN UND TABELLEN | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| CHRONOLOGIE | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Das Currency Board | 3 |
| 2.1 | Einleitende Definition und begriffliche Abgrenzung | 3 |
| 2.2 | Herkunft und historische Entwicklung des Currency Boards im Überblick | 4 |
| 2.3 | Beweggründe für die Institutionalisierung von CB- Systemen in Schwellen- und Entwicklungsländern | 6 |
| 2.4 | Voraussetzungen einer erfolgreichen Implementierung von Currency Boards | 9 |
| 2.5 | Funktionsweise, Organisation und Konzeption | 13 |
| 2.6 | Exkurs: Dollarisierung | 15 |
| 2.7 | Orthodoxes und unorthodoxes Currency Board | 16 |
| 2.8 | Bewertung der Leistungsfähigkeit von Currency Boards | 18 |
| 2.8.1 | Vorteile | 18 |
| 2.8.2 | Nachteile | 19 |
| 2.8.3 | Fazit | 20 |
| 3. | Der „Plan Cavallo“ von 1991 | 21 |
| 3.1 | Argentinien Ende der 80er Jahre - Resultate eines verlorenen Jahrzehnts ökonomischer Entwicklung | 21 |
| 3.2 | Der „Plan Cavallo“ | 23 |
| 3.2.1 | Das Konvertibilitätsgesetz | 25 |
| 3.2.2 | Das argentinische Currency Board: Ausgestaltung, Besonderheiten und Probleme | 27 |
| 3.2.3 | Weitere Reformmaßnahmen des „Plan Cavallo“ | 29 |
| 3.3 | Bewertung der Leistungsfähigkeit des Reformplans | 31 |
| 3.3.1 | Stärken | 31 |
| 3.3.2 | Schwächen | 32 |
| 4. | Auswirkungen der Mexiko- Krise von 1994 auf das argentinische Finanzsystem | 34 |
| 4.1 | Währungsabwertung in Mexiko | 34 |
| 4.2 | Chronologie der „Tequila“- Krise: Probleme und eingeleitete Gegenmaßnahmen | 35 |
| 4.2.1 | Phase 1: „A flight to quality“ (Dezember 1994 - Ende Februar 1995) | 36 |
| 4.2.2 | Phase 2: Die Liquiditätskrise (Ende Februar 1995 - Mitte März 1995) | 37 |
| 4.2.3 | Phase 3: Entspannung für das argentinische Finanzsystem (ab Mitte März 1995) | 39 |
| 4.3 | Zwischenergebnis: Der „Tequila“- Effekt und das argentinische Currency Board System | 41 |
| 5. | Von der Brasilien- Krise bis in die Gegenwart: Das argentinische Currency Board System in Bedrängnis | 42 |
| 5.1 | Die argentinisch- brasilianischen Handelsbeziehungen im Mercosur | 44 |
| 5.2 | Unmittelbare Auswirkungen der Brasilien- Krise | 45 |
| 5.3 | Überblick über die Entwicklung Argentiniens bis zur Gegenwart | 46 |
| 5.4 | Heutige Probleme des Landes | 49 |
| 5.5 | Exkurs: Folgen der Argentinien- Krise für den Handel im Mercosur | 51 |
| 5.6 | Inhalte der aktuellen Diskussion um die Zukunft des argentinischen Currency Board Systems | 52 |
| 6. | Schlußbetrachtung | 54 |
| ANHANG | 57 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 68 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832452162
Arbeit zitieren:
Engel, René Dezember 2001: Das Currency Board als Instrument wirtschaftlicher Stabilisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Argentinien, Plan Cavallo, Tequila-Krise, Currency Board, Wechselkursanbindung



