Crossmedia-Strategien
Die Bedeutung des medienübergreifenden Dialogs für das TV-Marketing
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tobias Lüling
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 149 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5910-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5910-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5910-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lüling, Tobias Mai 2002: Crossmedia-Strategien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fernsehen, Werbung, Kundenbindung, Markenführung, Kommunikation
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Diplomarbeit von Tobias Lüling
Problemstellung:
Die Rahmenbedingungen für die Marketing-Kommunikation gestalten sich für die Unternehmen immer schwieriger. Durch die zunehmende Ähnlichkeit von Produkten ändern sich die Wettbewerbsbedingungen in der Weise, dass die Unternehmen weniger in einem Produktwettbewerb stehen, als vielmehr in einem Kommunikationswettbewerb. Somit wird die Kommunikation zu einem zentralen Erfolgsfaktor für die Unternehmen. Um sich in diesem Konkurrenzkampf zu behaupten, reagieren die Unternehmen mit einer verstärkten Platzierung ihrer Werbebotschaften. Daraus resultiert eine hohe finanzielle Belastung für die Werbetreibenden und die Forderung nach einer Effizienzsteigerung im Kommunikationsbereich wird laut.
Aus der Sicht der Konsumenten zeichnet sich ein Überangebot an Werbeinformationen bis hin zur Ablehnung ab. Gleichzeitig ändert sich das Nutzungsverhalten von klassischen Medien, so dass die Wirksamkeit der Werbung in den Massenmedien zunehmend in Frage gestellt wird. Insbesondere der Einfluss der neuen Kommunikationskanäle spielt dabei eine besondere Rolle. Auf der Konsumentenseite findet zudem ein Wertewandel hin zur Individualisierung statt. Dies erschwert eine Zielgruppenbildung nach den bewährten Verfahren, wie beispielsweise die Einteilung nach soziodemographischen Daten. Es zeigt sich vielmehr das Bedürfnis des Konsumenten nach einem individuellen, bedürfnisgerechten Dialog, anstelle einer anonymen Massenansprache. Eine Abkehr von dieser ausschließlich massenmedial ausgerichteten Unternehmenskommunikation wird als ein Lösungsweg angesehen, um diesem Konsumentenbedürfnis gerecht zu werden. Die Bedeutungszunahme des ergänzend eingesetzten Direktmarketings im Kommunikations-Mix der Unternehmen lässt bereits einen Wandel erkennen.
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwieweit diese erfolgsversprechenden Instrumente des Direktmarketings mit den Kommunikationskanälen des Digitalen Zeitalters in ein medienübergreifendes Kommunikationskonzept eingebunden werden können. Der Begriff „Crossmedia-Strategie“ beschreibt dabei die Realisierung dieses vernetzten Dialogs mit dem Konsumenten. Die Stärke von Crossmedia-Kampagnen zeigt sich in der Verzahnung der klassischen mit den neuen Medien in ein integriertes Kommunikationskonzept.
Insbesondere für die Fernsehunternehmen eröffnet dieser crossmediale Dialog, aufgrund der steigenden Konkurrenzsituation am Werbemarkt und des wachsenden Senderangebots im Verhältnis zur stagnierenden Sehdauer, weitreichende Potenziale – nicht nur im Rahmen ihrer vernetzten Markenführung. Deshalb bilden sie den Mittelpunkt dieser Arbeit.
Diese Arbeit soll prüfen, inwieweit Fernsehsender bereits crossmediale Kompetenzen im Rahmen ihrer medienübergreifenden, zuschauergerichteten Markenführung etabliert haben. Darauf aufbauend soll analysiert werden, inwieweit sich diese erlangten Crossmedia-Kompetenzen, insbesondere für die Privatsender, zur Etablierung neuer Märkte eignen könnten, um den stagnierenden Werbeerlösen aus dem Kerngeschäft entgegenzuwirken.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit besteht aus vier großen Teilen. Im ersten Teil dieser Arbeit wird auf die Entwicklung des Werbemarktes und die daraus resultierenden, gestiegenen Anforderungen an die Kommunikationsstrategien werbetreibender Unternehmen eingegangen. In diesem Zusammenhang zeigt der Verfasser die Notwendigkeit der Entwicklung neuer Kommunikationsstrategien auf, um dem Verlust an Werbewirkung entgegenzuwirken. Darauf aufbauend werden die Potenziale und die Anforderungen, die aus einer crossmedialen Kommunikationsstrategie resultieren, aufgezeigt. Anschließend erarbeitet der Verfasser, in Ermangelung von Fachliteratur zu diesem Untersuchungsgegenstand, auf Grundlage eigener Überlegungen, die notwendigen Erfolgsvoraussetzungen, die aus einer Crossmedia-Strategie für die werbetreibenden Unternehmen resultieren. Im zweiten Teil der Arbeit untersucht der Verfasser anhand von zahlreichen Beispielen, inwieweit die Fernsehsender crossmediale Kompetenzen im Rahmen ihrer integrierten Markenführung etabliert haben. Der dritte Teil dieser Arbeit untersucht, inwieweit die Fernsehsender ihre Crossmedia-Kompetenzen zum Aufbau von strategischen Kundenbindungskonzepten verwerten könnten, um den stagnierenden Werbeerlösen entgegenzuwirken. Dazu erarbeitet der Verfasser zwei mögliche Strategieansätze im Hinblick auf die Erreichung des Erlösziels und bewertet sie. Anschließend werden zwei mögliche Alternativen denkbarer Partnereinbindungs-Konzepte aufgezeigt und bewertet. Im Schlussteil dieser Arbeit zeigt der Verfasser anhand eines Praxisbeispiels, erste Verwertungsansätze crossmedialer Kompetenzen bei einem TV-Sender auf, die seine zuvor beschriebenen, theoretischen Ausarbeitungen veranschaulichen. Eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse sowie ein Ausblick über die zukünftige Bedeutung crossmedialer Dialoge im Rahmen der Unternehmenskommunikation runden die Arbeit ab.
Es existiert bisher noch keine eigene Theorie über die Bedeutung von Crossmedia-Strategien für Fernsehunternehmen und ihrer möglichen Ausprägungsvarianten. Deshalb bilden theoretische Ansätze aus der Werbewirkungsforschung und der Marketingtheorie den Ausgangspunkt für weiterführende, eigene Überlegungen. Die Herausforderung bestand deshalb in der Zusammenführung von betriebswirtschaftlichen Denkansätzen und verschiedenen theoretischen Ansätzen der Kommunikationswissenschaft. Buchveröffentlichungen über den ausgewählten Forschungsgegenstand gibt es erst sehr wenige. Deshalb wurden zusätzlich auch Aufsätze aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften als Quellen genutzt. Zur Information über den aktuellen Stand des Marketings hinsichtlich der erlangten Crossmedia-Kompetenzen von TV-Sendern, wurden neben eigenen Recherchen und Beobachtungen verstärkt auch Artikel aus Medien- und Werbefachzeitschriften herangezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Die Entwicklung des Werbemarktes und die daraus resultierenden Anforderungen an die Kommunikationsstrategien werbetreibender Unternehmen | 3 |
| 2.1 | Die Bedeutung der Werbung im Rahmen der Unternehmenskommunikation | 4 |
| 2.2 | Die starke Hinzunahme der Werbeinvestitionen im Zeitverlauf | 4 |
| 2.3 | Die negativen Auswirkungen des zunehmenden Werbeeinsatzesauf die Erreichung des Werbeziels | 6 |
| 2.4 | Die veränderten Konsumentenbedürfnisse und die neuen Möglichkeiten der Zielgruppenerreichung | 7 |
| 2.5 | Die Notwendigkeit der Entwicklung neuerKommunikationsstrategien, um dem Verlust an Werbewirkung entgegenzuwirken | 9 |
| 2.6 | Crossmedia-Strategien als Instrumente für den medienübergreifenden Kundendialog | 16 |
| 2.6.1 | Die Anforderungen an die Werbetreibenden | 19 |
| 2.6.2 | Die Anforderungen an die Mediendienstleister | 20 |
| 2.6.3 | Die notwendigen Voraussetzungen für den Erfolg einer Crossmedia-Strategie | 22 |
| 2.6.3.1 | Strukturelle und inhaltliche Voraussetzungen als organisatorische Grundlagen | 22 |
| 2.6.3.2 | Konvergenz und Stringenz als Durchführungsvoraussetzungen | 25 |
| 3. | TV-Sender im Aufbau crossmedialer Kompetenzen | 28 |
| 3.1 | Das Fernsehgeschäft | 28 |
| 3.1.1 | Werbung im Fernsehen | 30 |
| 3.1.2 | Die Konkurrenzsituation auf dem Fernsehmarkt | 31 |
| 3.1.3 | Die Anforderungen an die Fernsehsender | 32 |
| 3.2 | Die crossmediale Positionierung der Fernsehsender | 32 |
| 3.2.1 | Das Kernmedium Fernsehen | 34 |
| 3.2.2 | Internet als Crossmedia-Plattform | 38 |
| 3.2.3 | Teletext als crossmediale Kommunikationsplattform | 59 |
| 3.2.4 | Merchandising als Crossmedia-Kanal | 64 |
| 3.2.5 | Clubs als crossmediale Kommunikationskanäle | 67 |
| 3.2.6 | Formatbezogene Printprodukte als crossmediale Kommunikationskanäle | 69 |
| 3.2.7 | Events als crossmediale Kommunikationskanäle im Medien-Mix | 71 |
| 3.2.8 | Public Relations als crossmedialer Kommunikationskanal | 75 |
| 3.2.9 | Hörfunk als crossmedialer Kommunikationskanal | 77 |
| 3.2.10 | Mobilfunk als crossmedialer Kommunikationskanal | 80 |
| 3.2.11 | Sonstige Kanäle zur medienübergreifenden Kommunikation | 85 |
| 4. | Die etablierten Crossmedia-Kompetenzen als Chance für die Fernsehunternehmen, neue Märkte zu mobilisieren, um den stagnierenden TV-Erlösen entgegenzuwirken | 87 |
| 4.1 | Die Stagnation der Werbeerlöse aufgrund des veränderten Nachfrageverhaltens der Werbekunden | 88 |
| 4.2 | Prüfung des möglichen Einsatzes der etablierten Crossmedia-Kompetenzen zum Aufbau strategischer Kundenbindungskonzepte | 92 |
| 4.3 | Möglichen Strategieansätze im Hinblick auf die Erreichung des Erlösziels | 97 |
| 4.3.1 | Markterweiterung als Strategieansatz | 97 |
| 4.3.2 | Potenzialausschöpfung als Strategieansatz | 99 |
| 4.3.3 | Bewertung der Strategieansätze im Hinblick auf die Erreichung des Erlösziels | 101 |
| 4.4 | Alternative Möglichkeiten der Partnereinbindung | 101 |
| 4.4.1 | Der Reichweiten-Ansatz | 103 |
| 4.4.2 | Der Format-Ansatz | 104 |
| 4.4.3 | Bewertung beider Ansätze im Hinblick auf die Zielerreichung | 107 |
| 5. | Ansätze eines crossmedialen Partnereinbindungs-Konzepts in der Praxis | 111 |
| 5.1 | Crossmediale Etablierung der RTL Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ | 112 |
| 5.1.1 | „Wer wird Millionär?“ im Fernsehen | 112 |
| 5.1.2 | Internet-Angebote zu „Wer wird Millionär?“ | 113 |
| 5.1.3 | Teletext-Angebote zu „Wer wird Millionär?“ | 114 |
| 5.1.4 | Merchandising-Angebote zu „Wer wird Millionär?“ | 115 |
| 5.1.5 | Mobile Kommunikationsdienste zu „Wer wird Millionär?“ | 115 |
| 5.2 | Die Verwertung des crossmedial etablierten Formats zur medienübergreifenden Partnereinbindung | 116 |
| 5.2.1 | Die Zielsetzungen der Kooperationspartner RTL und wissen.de | 116 |
| 5.2.2 | Die Plattform-Einbindung von wissen.de als Kooperationspartner | 117 |
| 5.2.2.1 | Die Einbindung von wissen.de im Fernsehen | 117 |
| 5.2.2.2 | Die Einbindung von wissen.de im Internet | 118 |
| 5.2.2.3 | Die Einbindung von wissen.de in ein TV-Event | 118 |
| 5.2.2.4 | Die Einbindung von wissen.de in die Public Relations Maßnahmen des Senders | 118 |
| 5.2.3 | Bewertung der Partnereinbindung im Hinblick auf die Zielerreichung beider Partner | 119 |
| 6. | Resümierende Betrachtung | 123 |
| 7. | Ausblick | 124 |
| Anhang | 125 | |
| Abbildungsverzeichnis | 131 | |
| Tabellenverzeichnis | 132 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 133 | |
| Literaturverzeichnis | 134 |
Während die Fernsehsender im Rahmen ihrer Markenprofilierungsstrategie auf die Voraussetzungen einer effizienteren Zuschauererreichung mittels crossmedialer Kommunikationskonzepte erfolgreich reagiert haben, wies der „Zweitmarkt“ der Fernsehsender – der Werbekundenmarkt – eine sich deutlich abzeichnende Problematik auf. Die Werbeeinbuchungen sind ab dem Jahr 2001 innerhalb der gesamten Werbebranche deutlich zurückgegangen. Nach aktuellen Erhebung der AC Nielsen Werbeforschung wurden im Jahr 2001 1,1 Milliarden Euro weniger in Werbung investiert als im Vorjahr. Allein die Fernsehwirtschaft verbuchte mit 7,6 Milliarden Brutto-Werbeumsätzen ein Minus im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent.206 Unberücksichtigt des Boomjahres 2000 mit den dazugehörigen Sondereffekten207 befinde sich der Markt in einer Stagnation, so Ludger Vornhusen, Geschäftsführer der AC Nielsen Werbeforschung.208 [...]
84 Die MTV- und Viva Plus-Angebote sind somit von hoher Komplementarität geprägt. Die sich für die Mehrwertdienste gegenseitig bedingenden Medien Mobilfunk, Fernsehen, Teletext und Internet bilden die Kommunikationskanäle und werden seitens Fernsehsender und Zuschauer im crossmedialen Dialog parallel genutzt. Es ist anzunehmen, dass der Viva Plus- beziehungsweise MTV-Zuschauer, der eine Kurzmitteilung via Mobilfunk oder von der InternetSeite aus abgesendet hat, dem Sender mindestens so lange „treu“ bleiben wird, bis seine Botschaft auf dem Bildschirm erscheint, beziehungsweise bis sein Lieblingslied, für das er gestimmt hat, gespielt wird. Der medienübergreifende Kontakt mit Format- und Sendermarke kann somit den erwünschten Vertiefungseffekt der Markenbotschaft begünstigen, um diesen gewinnbringend zur langfristigen Zuschauerbindung einzusetzen. [...]
Das sogenannte „Speak to the World“ Angebot des Konkurrenzsenders Viva Plus, bietet beinahe rund um die Uhr die Möglichkeit, entweder per Handy oder von der Homepage des Senders aus, eine Mitteilung zu senden, die dann per Crawl, sowohl auf der Website als auch live, auf dem Bildschirm erscheint. Zudem kann der Viva Plus Zuschauer, ähnlich dem MTV-Angebot, per Voting mittels SMS, oder direkt von der Website aus mitbestimmen, welches Musikvideo als nächstes gespielt wird. Eine weitere Möglichkeit, das Programm mitzugestalten, besteht durch das Chat-Angebot des Senders. Die Moderatoren sind jeden Tag im Chat, um im direkten Dialog mit dem Zuschauer, Kritik und Verbesserungsvorschläge aufzunehmen. Ein weiteres Angebot von Viva Plus ist der sogenannte SMS-Chat, der die Medien Mobilfunk und Teletext verbindet. Die Zuschauer können auf Seite 280199 des Viva Plus-Teletext-Angebots miteinander kommunizieren und parallel, sozusagen „im Hintergrund“, die Musik „ihres Senders“ konsumieren. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832459109
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