Crossmedia-Kampagnen
Aspekte der inhaltlichen und formalen Integration
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rebekka Sauter
- Abgabedatum: August 2005
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 624,4 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Furtwangen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0584-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8428-0584-2 P - ISBN (CD) :978-3-8428-0584-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sauter, Rebekka August 2005: Crossmedia-Kampagnen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Werbekampagne, Kommunikations-Mix, Medien, Diversifikation, Kommunikation
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Diplomarbeit von Rebekka Sauter
Einleitung:
Eindimensionale Werbebemühungen in einer medialen Kultur wie der heutigen geraten immer mehr aus der Mode: Der Konsument verhält sich zunehmend crossmedial und nutzt je nach Situation die unterschiedlichsten Medien, um sein Orientierungs-, Informations- und Unterhaltungsbedürfnis zu befriedigen.
Crossmedia-Kampagnen halten es mit Aristoteles jahrhundertealter Weisheit „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ und setzen auf Synergie-Effekte zwischen den Werbemedien. Die Präsentation eines Produkts oder einer Dienstleistung soll durch die intelligente Vernetzung mehrerer Werbeträger zu einer Crossmedia-Kampagne einen greifbaren Mehrwert erfahren. Jedes Medium birgt dabei durch seine Eigenart unterschiedliche Potentiale für eine Kundenansprache. Wie diese in einem Verbund zu organisieren sind, dass sich hinsichtlich des Kommunikationsziels eine maximale Wirkung ergibt, ist eines der Hauptinteressen dieser Arbeit.
Ein weiteres ist die inhaltliche und formale Gestaltung von Crossmedia-Kampagnen. Wie lassen sich sämtliche eingesetzten Werbemittel integrieren? Wie schafft man Einheitlichkeit ohne in einen Einheitsbrei abzugleiten, der die spezifischen Potentiale der einzelnen Medien missachtet? Welche Werbeideen taugen zu einer crossmedialen Inszenierung? Wie schlägt man eine Brücke zwischen einem Printwerbemittel, einem TV-Spot und einem Radiospot? Wie muss ein formaler Styleguide beschaffen sein, damit er über sämtliche Medien hinweg eingehalten werden kann?
Diese und weitere Fragen werden in Kapitel 5 behandelt.
Dem voraus geht zunächst eine ausführliche Standortbestimmung, die in der derzeitigen Begriffsverwirrung um Crossmedia eine (zumindest für diese Arbeit gültige) Basis schaffen soll.
Das folgende Kapitel erörtert Faktoren, die nach einer crossmedialen Kundenansprache verlangen, und liefert Erklärungsgrundlagen aus dem medienwissenschaftlichen und wahrnehmungspsychologischen Bereich.
Die Planung von Crossmedia-Kampagnen ist Gegenstand des vierten Kapitels. Liefert das klassische Kampagnenmanagement in diesem Zusammenhang auch viele nützliche Vorgehensweisen, ergeben sich für eine Crossmedia-Kampagne dennoch eine Vielzahl spezieller Implikationen. Das Erkenntnisinteresse dieses Kapitels liegt deshalb darin, die spezifischen Anforderungen einer crossmedialen Kampagne an das klassische Kampagnenmanagement zu untersuchen. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Mediaplanung. Neben der isolierten Wirkungsweise der gängigen Werbeträger sollen insbesondere Synergiepotentiale betrachtet werden, die sich durch einen kombinierten Medieneinsatz ergeben.
Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung der Erfolgsfaktoren einer Crossmedia-Kampagne und einem kurzen Ausblick in die Zukunft.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | |
| 2. | Standortbestimmung | 2 |
| 2.1 | Grundlagen und Begriffe | 2 |
| 2.1.1 | Crossmedia | 2 |
| 2.1.1.1 | Babylonische Begriffsverwirrung | 2 |
| 2.1.1.2 | Sechs Kriterien von Crossmedia by R.S. | 4 |
| 2.1.2 | Kampagnen | 7 |
| 2.1.2.1 | Der Kampagnen-Begriff | 7 |
| 2.1.2.2 | Grundlagen des Kampagnen-Managements | 9 |
| 2.1.3 | Crossmedia + Kampagne = Crossmedia-Kampagne | 10 |
| 2.2 | Abgrenzung | 11 |
| 2.2.1 | Einordnung in den Marketingmix | 11 |
| 2.2.2 | Crossmedia vs. Mediamix | 12 |
| 2.2.3 | Crossmedia vs. Direktmarketing | 3 |
| 2.2.4 | Crossmedia vs. Integrierte Kommunikation | 4 |
| 2.2.5 | Crossmedia vs. Konvergenz | 5 |
| 3. | Der Trend zu Crossmedia | 7 |
| 3.1 | Wozu Crossmedia? | 7 |
| 3.1.1 | Konsument | 17 |
| 3.1.1.1 | Informationsüberlastung | 17 |
| 3.1.1.2 | Crossmediales Verhalten | 18 |
| 3.1.1.3 | Individualisierung | 19 |
| 3.1.2 | Medienmarkt | 20 |
| 3.1.2.1 | Atomisierung | 20 |
| 3.1.2.2 | Neue Technologien | 21 |
| 3.1.2.3 | Angebot crossmedialer Pakete | 22 |
| 3.1.2.4 | Personalisierung von Medien | 22 |
| 3.1.3 | Interne Unternehmensentwicklung | 23 |
| 3.2 | Theoretische Erklärungsgrundlagen | 24 |
| 3.2.1 | Tannenbaum-Experiment | 24 |
| 3.2.2 | Gestaltgesetze | 26 |
| 3.2.3 | Dual-Code-Theorie und Visual Transfer-Effekt | 31 |
| 3.2.4 | Generierungseffekt | 32 |
| 3.2.5 | Elaboration-Likelihood-Modell | 33 |
| 4. | Planung von Crossmedia-Kampagnen | 34 |
| 4.1 | Zielbestimmung | 34 |
| 4.2 | Budgetierung der Kampagne | 35 |
| 4.2.1 | Der optimale Umfang | 35 |
| 4.2.2 | Die optimale Aufteilung | 36 |
| 4.3 | Zielgruppendefinition | 38 |
| 4.4 | Aussagenkonzeption | 41 |
| 4.5 | Mediaplanung | 42 |
| 4.5.1 | Typologie der Werbeträger | 43 |
| 4.5.2 | „The medium is the message“ — Intermediaplanung | 45 |
| 4.5.2.1 | Isolierte Analyse | 46 |
| 4.5.2.1.1 | Fernsehen | 46 |
| 4.5.2.1.2 | Hörfunk | 49 |
| 4.5.2.1.3 | 51 | |
| 4.5.2.1.4 | Internet | 53 |
| 4.5.2.2 | Integrative Analyse | 55 |
| 4.5.2.2.1 | TV + Hörfunk | 57 |
| 4.5.2.2.2 | TV + Print | 59 |
| 4.5.2.2.3 | TV + Online | 61 |
| 4.5.2.2.4 | Hörfunk + Print | 61 |
| 4.5.2.2.5 | Hörfunk + Online | 62 |
| 4.5.2.2.6 | Online + Print | 63 |
| 5. | Integration | 66 |
| 5.1 | Inhaltliche Integration: Konzeption einer Cross-Story | 66 |
| 5.1.1 | Vier Anforderungen an eine Cross-Story | 66 |
| 5.1.1.1 | Integrierbarkeit | 67 |
| 5.1.1.2 | Zielgruppenadäquanz | 69 |
| 5.1.1.3 | Aussagenadäquanz | 70 |
| 5.1.1.4 | Flexibilität | 70 |
| 5.1.2 | Inhaltliche Beziehungen | 72 |
| 5.1.2.1 | Komplementäre Beziehung | 72 |
| 5.1.2.2 | Konditionale Beziehung | 73 |
| 5.1.2.3 | Substituierende Beziehung | 73 |
| 5.1.3 | Ein Leitfaden: Das AIDA-Stufenmodell | 73 |
| 5.2 | Formale Integration | 76 |
| 5.2.1 | Anforderungen an die formale Integration | 77 |
| 5.2.1.1 | Erweiterungsbedarf der klassischen Konzepte | 79 |
| 5.2.2 | Medienspezifische Besonderheiten | 80 |
| 5.2.2.1 | Fernsehen | 80 |
| 5.2.2.2 | Hörfunk | 81 |
| 5.2.2.3 | 83 | |
| 5.2.2.4 | Internet | 84 |
| 5.2.3 | Medienübergreifende Gestaltung | 85 |
| 5.2.3.1 | Der direkte Transfer | 85 |
| 5.2.3.2 | Der indirekte Transfer | 86 |
| 5.2.3.3 | Vom Sichtbaren zum Hörbaren: konkrete Gestaltungsvarianten | 88 |
| 5.2.3.3.1 | Audio-visuelle Bildeinheiten | 89 |
| 5.2.3.3.2 | Selbständige akustische Bilder | 90 |
| 5.2.3.3.3 | Acoustic Branding | 91 |
| 5.3 | Zeitliche Integration | 92 |
| 5.3.1 | Werbezeitpunkt | 92 |
| 5.3.2 | Wiederholfrequenz | 93 |
| 5.3.3 | Zeitliche Beziehungen | 94 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 97 |
| 6.1 | Erfolg und Barrieren | 97 |
| 6.2 | Perspektive | 98 |
| Quellenverzeichnis | 100 |
„I have fallen head over heals in love with a local television star. We've never met and I've seen him only on the TV screen and in a play. For the last two months I've stopped dating because all men seem childish by comparison. Nothing interests me“74. Das Zitat einer 23-jährigen amerikanischen College-Studentin deutet an, dass Fernsehen wie kaum ein anderes Medium Emotionen erzeugen kann. Wurde das Fernsehen ursprünglich mit Blick auf eine kognitive Wirkung beim Zuschauer konzipiert, entwickelte es sich spätestens seit dem Aufschwung der Privatsender in den 90 Jahren immer mehr zum „Affektfernsehen“75 — Fernsehen zur Emotionalisierung der Massen. In der Tat eignen sich audio-visuelle Reize bestens dazu, uns in Herz und Bauch zu treffen und Gefühle zu erzeugen, die wir kaum willentlich beeinflussen können. „Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn“76, die dem Zuschauer keine aktive, kognitive Verarbeitungsleistung abverlangen und sich ihren Weg unterschwellig in die Köpfe bahnen. Bildkommunikation funktioniert [...]
Trägheit zum Trotz dennoch selber bestimmen. Oder anders ausgedrückt: Übernimmt der Zuschauer bei der Verarbeitung der Inhalte auch eine äußerst passive Rolle, bei der Auswahl des Programms verhält er sich durchaus aktiv. Etwa die Hälfte aller jugendlichen Zuschauer und rund ein Viertel der Erwachsenen wechseln beispielsweise den Kanal sobald Werbeeinblendungen vorkommen72. Für die Fernsehwerbung besteht die Herausforderung deshalb zunächst darin, eine Ablehnhaltung beim Zuschauer zu vermeiden und ihn überhaupt zur Wahrnehmung des Spots zu animieren. Ist diese Hürde genommen, lassen sich die Stärken dieser Low-Involvement-Kommunikation gezielt ausspielen. Maximilian Carl von dem Online-Magazin „Wirtschaft“ stellt dazu fest, dass bei der Rezeption eines Fernsehspots beim Zuschauer kaum kognitive Gegenargumente hervorgerufen werden würden. Für die Überzeugung des Zuschauers auf kognitiver Ebene sei das Fernsehen jedoch ebenfalls nicht geeignet. „Wichtiger als die Stärke eines Arguments sind akustische und optische/emotionale Reize wie die Attraktivität oder Glaubwürdigkeit des Kommunikators. (...) Ziele solcher Werbung können allenfalls Markenbekanntheit und Markensympathie sein“73. [...]
„We act on print, but TV acts on us“ (Krugman, Herbert E.) Das Fernsehen ist geprägt von einem geringen Engagement seitens der Zuschauer. Fernsehen ist in den meisten Fällen Freizeitbeschäftigung und zeichnet sich durch eine passive Konsumhaltung der Zuschauer aus — man möchte sich zurücklehnen, entspannen, sich berieseln lassen und unterhalten werden. Gemäß der Hemmungsthese nach Sturm lassen allein die schnellen Bildsequenzen, abrupte Perspektivenwechsel und die Vielfalt an sprachlicher und visueller Information dem Zuschauer gar keine Zeit für eine innere Verarbeitung — die Inhalte werden oberflächlich wahrgenommen und schlecht erinnert71. Was er sieht und was er nicht sieht möchte der Zuschauer aller kognitiver [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842805842
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Sauter, Rebekka August 2005: Crossmedia-Kampagnen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Werbekampagne, Kommunikations-Mix, Medien, Diversifikation, Kommunikation



