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Covered Call Writing

Covered Call Writing
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Tomas Packa

Einleitung:

Die Trends auf den weltweiten Kapitalmärkten, wie Verkürzung der Laufzeiten von Trendzyklen, Gefahr von Schocks in den Volatilitäten aufgrund erhöhter Unsicherheit auf der makropolitischen Seite, erfordern von den Investmentbanken Entwicklung innovativer Produkte und Anlagestile für jede Art und Typ von Anlegern, ob institutionellen oder kleineren privaten. Diese Kontrakte sollen und müssen auf die Investoren und die Marktbedingungen genau zugeschnitten werden, um die gewünschte Rendite-Risiko Einstellung des Investors und des einzelnen Investmentansatzes zu erfüllen. Bei dem Definieren von neuen Strategien setzt man nach der Formulierung der klassischen Portfoliotheorie auf eine zweifache Zielsetzung: Maximieren der erwarteten Portfoliorendite bei vorgegebenem Portfoliorisiko. Diese Tendenz erfordert jedoch ein sehr ausgewogenes und bedachtes Risikomanagement. Wenn dies nicht gelingt, dann kann der Investor einem sehr hohen Risiko bei moderaten Renditeerwartungen ausgesetzt sein. Das Ziel ist es, für den Investor das optimale Portfolio, welches die nutzenmaximale Kombination aus Rendite und Risiko darstellt, zusammenzustellen.

Bei Portfolios, die in weit gestreuten Märkten investiert sind und mehrere Anlageklassen umfassen, stellt sich die Frage, wie genau und mit welchen Instrumenten man ein ausgeglichenes Risiko/Ertragsprofil erreichen kann? Dieser Teil des Portfoliomanagements beschäftigt sich mit Anlagestrategien, die das Portfolio um bestimmte renditestabilisierende Managementkomponenten ergänzt. Diesem Managementteil kann eine spezielle Investitionsstrategie zugeordnet werden. Das „Covered Call Writing.“ Es wird unter Einsatz von Optionen das Portfoliorisiko zum Teil abgesichert und das Erzielen von zusätzlichen rechnerischen Renditen angesteuert. Über diese Strategie wird versucht, bei einer Geldanlage drei Aspekte zu erreichen: Den Schutz gegenüber von Verlusten; Eine möglichst hohe erwartete Rendite; Die Chance weiterer Gewinne.

In den letzten Jahren hat eine zunehmende Zahl von Managern erfolgreich Verständnis und systematische Ansätze zur Anwendung von Derivativen Produkten in den Investmentstrategien entwickelt. Das derzeitig volatile Marktumfeld und moderate Aktienerträge haben dazu beigetragen, dass sich die Manager nach Instrumenten umsehen, durch die eine Return–Enhancement und ein Risikomanagement des Portfolios angestrebt wird. Es ist aber sehr wichtig, dass diese Derivativ-Strategien und Instrumente verstanden werden um sie den Marktbedingungen richtig anzupassen und man sie richtig interpretieren kann.

In dieser Arbeit gehe ich näher auf die Analyse und detalierte Beschreibung der Covered Call Writing Strategie und deren Implementierung im Markt ein. Es ist wichtig zu verstehen, wann man mit dieser Derivativstrategie gegenüber dem Markt einen zusätzlichen Ertrag erwirtschaften kann und wann man mit einem reinen Marktinvestment besser da steht. Bei einer CCW Strategie kauft ein Händler ein Basiswert und verkauft auf diesen Bestand europäische Calls (short Call). Für diese verkauften Calls nimmt er gleich eine Prämie, oder auch Discount genannt, ein. Die vereinnahmte Prämie aus dem Call Verkauf erlaubt es dem Händler eine Stop-Order, bedingt durch den gewählten Strike Price der Option, auf den Basiswert zu legen, was weitere strategische Möglichkeiten bietet. Diese Strategie wird im nächsten Kapitel im Detail beschrieben und im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird speziell auf die verschiedenen Kenzahlen und Statistiken eingegangen.

Im zweiten Kapitel beschreibe ich näher den allgemeinen begriff des Covered Call Writing und was genau man sich darunter vorstellt. Wie man diese Anlageart auch in dem realen Marktumfeld implementieren kann und welche Voraussetzungen für den Investor als solche vorliegen müssen, um den erwünschten Rendite Effekt zu erzielen. Weiter ist es wichtig zu verstehen, wie diese Strategie zu anderen reinen Investment-Strategien steht und wie sich der Investor im Markt positionieren muss, und welche Vorteile daraus entspringen. Im dritten Kapitel gehe ich auf die einzelnen Kennzahlen und Charakteristika der umgesetzten Covered Call Strategie ein. Wie man über die einzelnen Kennzahlen die CCW Instrumente unterscheiden kann und wie sich der Investor sein Investitionsvorhaben auf seine Bedürfnisse maßschneidern kann. Es müssen bestimmte Marktbedingungen erfüllt werden und wie man sich bei diesen als ein Manager verhalten kann, wird im weiteren Verlauf dieses dritten Kapitels beschrieben.

Über die Bewertung und das Pricing eines Covered Call Writing Instrumentes kann implizit auch das Risiko des Mispricings durch den Emittenten erkannt werden und trägt zu einem besseren Verständnis dieser Anlagestrategie bei. In diesem vierten Kapitel wird gezeigt, wie man den Preis einer CCW Strategie theoretisch ermitteln kann.

Die CCW Strategie ist eine sehr dynamisch ausgerichtete Anlageform und kann durch die Strike-Wahl der eingebetteten Option sehr stark variiert werden. Deshalb wird auf die Bedeutung der Optionsdefinition und Optionspreisermittlung großer Wert gelegt. Diese Faktoren werden im Kapitel 5 beschrieben. Hier ist es wichtig zu verstehen, wie die Änderung im Optionspreis den Covered Call beeinflusst und definiert. (für Charakteristika siehe auch Kapitel 3) Das Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Begründung, wieso ein CCW Investment überhaupt einem reinen Basisinvestment vorzuziehen ist und vergleicht diese beiden Strategien über verschiedene Laufzeiten.

Der Risikostandpunkt ist das Thema des Kapitels 7 und beschreibt die einzelnen spezifischen als auch allgemeinen Risiken, die dieser Anlagestrategie entspringen. Um die Konstruktion und die Wertentwicklung dieses hybriden Instruments möglichst gut zu erklären und zu beschreiben, beschäftige ich mich im Kapitel 8 mit einer stochastischen Simulation der Wertentwicklung. Unter Simulation versteht man allgemein ein Verfahren zur Durchführung von Experimenten mit dem Ziel, Aussagen über das Verhalten eines realen Systems zu gewinnen. Die mittels Simulation gewonnenen Erkenntnisse, sollen Rückschlüsse auf reale Zusammenhänge liefern, wozu das Modellexperiment dem gegebenen System hinreichend ähnlich sein muss. Und genau an diese theoretisch gewonnenen Erkenntnisse knüpft das nächste Kapitel an. Dieses untersucht die historische Analyse am Beispiel der UBS Discountzertifikate und des S&P500. (Kapitel 9).

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Covered-Call-Writing Strategie als Anlagestil 4
2.1 Allgemeine Charakteristik 4
2.2 CCW Modell 7
2.3 Strategiebausteine eines Covered Call Schreibers 9
2.4 Umsetzung und Anlagestrategie des Covered-Call-Writing 10
3. Charakteristika und Preisbildung 15
3.1 Cap Niveau 15
3.2 Discount 16
3.3 Maximaler Ertrag 16
3.4 Bezugsverhältnis 16
3.5 Cap Niveau – Discount – Maximal Ertrag 17
3.6 Diskussion der Einflussgrößen auf den CCW Preis 18
4. Bewertung und Pricing von CCW Strategien 22
5. Auswahl der Optionen und deren Charakteristika 26
5.1 Aus dem Geld Calls und Normale CCW Strategie 29
5.2 Im Geld Calls und Deep-Discount CCW Strategie 30
5.3 Optionspreisberechnung und numerische Techniken 31
5.3.1 Modelldefinition 31
5.3.2 Simulationsanalyse und Call Preis Erwartung 34
5.3.3 Optionsbewertung 35
6. Wieso ein CCW Investment? 36
7. Risiken der CCW Strategie 39
7.1 Implizite Volatilität 40
7.2 Fazit 43
8. Modellbewertung und numerische Techniken 44
8.1 Renditeberechnung einer CCW Veranlagung 44
8.2 Simulationsergebnis des CCW Modells 45
9. Historische Performance 49
9.1 UBS – Historische Performance 49
9.2 Performancevergleich – S&P 500 Total Return Index und CBOE Buy-Write-Index (BXM) 52
10. Schluss 56
Anhang
A. Visual Basic Programmcode für die Umsetzung der Monte Carlo Simulation mit der Antithetischen Variate als Varianzreduktion
B. Separate Häufigkeitsverteilungen für den S&P500 und CBOE Buy-Write Index BXM
C. Formeln für die Berechnung der Verteilungsparameter einer reinen Aktienanlage
Literaturverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

zunehmender Laufzeitphase ist deutlich zu beobachten. Eine lineare Regression liefert den Regressionskoeffizienten von -2,22% und ist bei einem p-Wert von <0,0001 deutlich signifikant ungleich Null41. Die Emittenten treten zu Beginn der Laufzeit am Sekundärmarkt eher als Verkäufer der Produkte auf, wodurch ihnen eine positive Preisdifferenz zugute kommt. Zum Ende der Laufzeit sind sie hingegen eher (Rück-)Käufer der Produkte, weshalb hier eine kleine oder sogar negative Preisdifferenz für sie vorteilhaft ist42. Ein anderer Grund ist auch, dass bei Fälligkeit der Wert des Zertifikates jedem Anleger transparent ist. Kurz vor Fälligkeit ist i.d.R. absehbar, ob die Tilgung in Aktien oder zum Höchstbetrag erfolgt, so dass der Wert nahe dem inneren Wert oder dem Cap liegt. Aufgrund der Transparenz lässt sich ein deutlich von diesem Wert abweichender Preis nicht durchsetzen43. Daher muss gegen Ende der Laufzeit die Preisdifferenz zwingend nahe bei Null sein. Darüber hinaus sollte der Verlauf der Preisdifferenz stetig sein, da eine sprunghafte Abnahme zu irgendeinem Zeitpunkt gegenüber dem Anleger nicht kommunizierbar wäre. [...]

Wenn diese Formel einen negativen Wert liefert, ist der Investor besser dran, wenn er in das strukturierte Produkt investiert, anstatt sich über die einzelnen Marktinvestments einzudecken. Wenn die Differenz einen positiven Wert liefert, ist der Investor besser dran, wenn er über die Replikationsstrategie direkt in die einzelnen Marktsegmente (Basiswert + Optionsbörse) investiert. Die Transaktionskosten für diese beiden Strategien sind approximativ gleich und werden deshalb nicht direkt in die Berechnung dazugezogen. Bei der empirischen Analyse von Baule/Rühling/Scholz hat man für die vorliegende Stichprobe die Verteilung der relativen Preisdifferenzen aller 272 Discountzertifikate betrachtet38. Die Abbildung Nr. 7 gibt die Verteilung der Preisdifferenzen der analysierten DAX-Discount-Zertifikate auf den deutschen Sekundärmarkt sowie die zugehörigen Verteilungsparameter wieder. Diese Differenzen liegen zwischen -1,19% und 3,8% bei einem Mittelwert von 0,89%. Dieses Ergebnis unterstützt die Vermutung, dass die Bruttogewinnmargen für das liquide Underlying DAX tendenziell niedriger sein sollten. [...]

Der Emissionspreis eines Veranlagungsinstrumentes, dem die CCW Strategie unterliegt, berechnet sich direkt aus dem Kurs des Basiswertes, Discounts und des Buzugsverhältnisses. Jeder dieser Preisbildungs-Parameter kann den Emissionspreis des Instrumentes beeinflussen und definieren. Meistens wird er jedoch über die Größe des Discounts charakterisiert. Ein CCW Instrument bietet und beinhaltet meistens ein Paket von Anteilen, die zu einem Abschlag (Discount) vom tatsächlichen Marktpreis des Basiswertes angeboten werden. Zum Austausch für den eingenommenen Discount ist der Inhaber des CCW Instrumentes mit der Gewinnerwartung nach oben limitiert. Der Vorteil in diesem Fall ist es, dass man bei der CCW Strategie, ohne einen aktiven Zugang zu dem Optionsmarkt zu haben, an diesem partizipiert. Man hat keine zusätzlichen „margin“ Verpflichtungen aus der Verkaufsposition, die der Investor durch den short Call auf den Basiswert eingeht. In diesem Punkt jedoch muss man sich Fragen, welche Risiken aus der Bewertung der strukturierten Produkte ein Investor beachten muss und wie man eine Preisabweichung durch z.B. zu hohe Margen, die durch den Emittenten vereinnahmt werden, erkennen kann. Denn eine kleine Regel bei der Bewertung von strukturierten Produkten gilt es: Je komplexer das Produkt, desto höher sind die von dem Emittenten eingepreisten Margen. Anfang der 90er Jahre erzielte JP Morgan in den USA bei Emission bestimmter strukturierten Produkte sogar eine Marge von ca. 400 Basispunkten und mehr.35 Auf diese Problematik beim Bewerten wird im nächsten Kapitel eingegangen. [...]

Arbeit zitieren:
Packa, Tomas April 2005: Covered Call Writing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schreiben gedeckte Optionen, Asset-Allocation-Strategie, Discount-Zertifikate, Portfolio- und Return-Optimierung, Anlagestrategie

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