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Corporate Governance in Bulgarien im Zuge von Transformation und Privatisierung

Determinanten der Investition

Corporate Governance in Bulgarien im Zuge von Transformation und Privatisierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Werner Hölzl
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 589,0 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8546-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8546-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8546-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hölzl, Werner Januar 2005: Corporate Governance in Bulgarien im Zuge von Transformation und Privatisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Osteuropa, Regression, Cash Flow, Controlling, Fremdkapital

Diplomarbeit von Werner Hölzl

Problemstellung:

Ziel dieser Arbeit ist es, einen kritischen, wissenschaftlichen Beitrag zu der noch relativ jungen Diskussion rund um das Thema Corporate Governance in Bulgarien zu leisten.

Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem damit eingeleiteten Niedergang der kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa, befinden sich die betroffenen Länder in einem in der Geschichte einmaligen Transformationsprozess. Die Transformation in den einzelnen Ländern verlief zwar grundsätzlich ähnlich, auf Grund unterschiedlicher nationaler Ausgangslagen aber doch mit sehr unterschiedlichen Erfolgen und Geschwindigkeiten. Bulgarien, von Beginn an einer der engsten Verbündeten der damaligen Sowjetunion, gehört dabei zu jener Gruppe von Ländern die zwar mittlerweile beträchtlichen Fortschritte erzielen konnten, für einen EU-Beitritt im Mai 2004 jedoch noch nicht reif waren. Der angestrebte Beitritt soll gemeinsam mit Rumänien und eventuell Kroatien im Jahr 2007 erfolgen.

Vor dem Hintergrund dieses Transformationsprozesses versucht diese Arbeit die Entwicklung von Corporate Governacne in Bulgarien zu untersuchen und zu analysieren. Die große Bedeutung von Corporate Governance für die Schaffung von Wohlstand ist in entwickelten Marktwirtschaften kaum umstritten. In Bulgarien gilt es jedoch, nach den von politischer und wirtschaftlicher Instabilität sowie misslungenen Privatisierungen ausgelösten Wirren der 90-iger, entsprechende Forschungs und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Gang der Untersuchung:

Zu Beginn dieser Arbeit wird auf die Situation Bulgariens seit dem Fall des Kommunismus eingegangen. Hervorzustreichen ist dabei, dass das Land entgegen den Hoffnungen der Bevölkerung vermutlich erst nach einigen Jahrzehnten EU-Niveau erreichen wird. Anschliessend wird das Konzept der Corporate Governance vorgestellt und das Prinzipal-Agente-Problem in Marktwirtschaft und Planwirtschaft illustriert. Im weiteren Verlauf werden Mechanismen der Corporate Governance erläutert und auf den Systemwettbewerb zwischen anglo-amerikanischem und kontinentaleuropäischem System eingegangen. Kapitel sieben behandelt die Entwicklung von Corporate Governance in Bulgarien. Dieses ausführliche Kapitel geht zunächst Etablierung eines kapitalistisch-kommunistischen Netzes ein. Diese postkommunistischen Interessensgruppierungen beeinflussten ganz wesentlich den Verlauf von Privatisierung und den daraus entstehenden Eigentümerstrukturen. Die für die CG bedeutsame Entwicklung der Finanzmarktsegmente und deren Ausprägung ist ebenfalls Gegenstand dieses Kapitels. Hervorzuheben ist, dass auf Grund der noch sehr unterentwickelten Börse Banken eine bedeutende Rolle als Kontrollorgan übernehmen.

Es folgen Erläuterungen zur Privatisierung von Staatsunternehmen im Allgemeinen sowie konkret zur Privatisierung in Bulgarien und die sich daraus ergebenden Eigentümerstrukturen (Stand 2001). Das Kapitel acht, Cash Flow und Investition, wird als besonders wesentlich erachtet da es die theoretische Grundlage für die empirsche Untersuchung und das dabei verwendete mathmatische Modell bildet. Im Zuge dieses empirischen Teils werden drei konkrete Hypothesen bezüglich der Determinanten von Investition formuliert und mit Hilfe einer OLS-Regression auf ihre Beständigkeit getestet. Es wird dabei versucht eventuell auftretende Corporate Governance Probleme in Bulgarien zu identifizieren. Das letzte Kapitel fasst die gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Bulgarien seit dem Fall des Kommunismus 3
2.1 Politische Entwicklungen 3
2.2 Die Transformation in Bulgarien 4
2.3 Wirtschaftlage und Wirschaftspolitik 5
2.4 Bulgarien erst in 50 Jahren auf EU-Niveau? 6
3. Corporate Governance 8
3.1 Definition 8
3.2 Prinzipal-Agent-Theorie 10
3.3 Asymetrischer Informationsstand 12
3.4 Prinzipal-Agent-Theorie in der Plan- und Marktwirschaft 14
3.4.1 Planwirtschaft 14
3.4.2 Marktwirtschaft 15
3.5 Die Prinzipal-Agent-Beziehung im Transformationsprozess 16
4. Mechanismen der Corporate Governance 18
4.1 Externe Kontrollsysteme 18
4.1.1 Überwachung durch den Kleinaktionär 18
4.1.2 Überwachung durch Großaktionäre 19
4.1.3 Markt für Unternehmenskontrolle 21
4.1.4 Überwachung durch Gläubiger 22
4.1.5 Staat 23
4.2 Interne Kontrollsysteme 24
4.2.1 Führungsorganisation 24
4.2.2 Arbeitnehmermitbestimmung 24
5. Corporate Governance-Systeme 26
5.1 Systemwettbewerb 28
6. Corporate Governance Systemausprägung in Bulgarien 29
7. Die Entwicklung des Corporate Governance Systems in Bulgarien 30
7.1 Etablierung eines kapitalistisch-kommunistischen Netzes (State-Capture) 30
7.2 Die Entwicklung der Finanzmarktsegmente in Bulgarien 32
7.2.1 Banken 32
7.2.2 Börse 35
7.3 Zweigeteilte Wirtschaft 38
7.4 Korruption in Bulgarien 39
7.5 Privatisierung der Staatsunternehmen im Allgemeinen 40
7.5.1 Begriffliche Abgrenzungen 40
7.5.2 Zum Verfahren der Voucher-Privatisierung 41
7.6 Privatisierung in Bulgarien 44
7.6.1 Formelle und illegale Privatisierung 1989-1991/92/93 44
7.6.2 Privatisierung 1991-1996 45
7.6.3 Privatisierung 1996/97 (Voucher-Privatisierung) 45
7.6.4 Privatisierung ab 1997 (MEBO-Privatisierung) 46
7.6.5 Fazit der Privatisierung 48
7.7 Eigentümerstrukturen nach der Privatisierung (Stand 2001) 51
7.7.1 Eigentümerkonzentration von Aktiengesellschaften 54
8. Cash-Flow und Investition 57
8.1 Die grundlegende Investitionsentscheidung 57
8.2 Die Modigliani und Miller Theoreme 58
8.2.1 Die Irrelevanz von Fremdkapital und Dividenen 58
8.2.2 Alternativdemonstration der Irrelevanz der Kapitalstruktur 64
8.3 Modigliani und Miller in der realen Welt 65
8.3.1 Transaktionskosten 65
8.3.2 Informationsasymmetrien 66
8.3.3 Managementwillkür (Managerial Discretion MD) 68
8.4 Verschiedene Investitionstheorien 69
8.4.1 Die Beschleunigungstheorie 69
8.4.2 Cash Flow Modelle 70
8.5 Die Neoklassische Investmenttheorie 72
8.6 Die Erwartungstheorie für Investment 73
9. Empirische Untersuchung bulgarischer Unternehmen 76
9.1 Hintergrund 76
9.2 Das Modell 77
9.3 Daten 78
9.4 Regression ohne Berücksichtigung der Eigentümerstruktur 78
9.4.1 Hypothese 1 78
9.5 Berücksichtigung der Eigentümerstruktur 79
9.5.1 Hypothese 2 81
9.5.2 Hypothese 3 84
10. Zusammenfassung und Conclusio 86
11. Literaturverzeichnis 89

Automatisiert erstellter Textauszug:

Privatisierung im formellen Sinn bleibt eine Aufgabe also als Staatsaufgabe definiert. Die öffentliche Hand bedient sich dabei aber nicht hoheitlicher Handlungsformen, sondern der Instrumente des öffentlichen Rechts. Man spricht auch von Organisationsprivatisierung. 89 Des Weiteren kann man begrifflich zwischen einer engen und einer weiten Privatisierung unterscheiden. Letztere umfasst nicht nur die Übertragung staatlichen Vermögens an Private sondern schafft auch die rechtliche Möglichkeit zur Gründung von privaten Unternehmen. Bestandteil der weiten Privatisierung ist daher auch die so genannte Privatisierung von unten, bei der Betriebsangehörige Informationsvorteile nutzen und durch Management Buy-Outs oder Employee Buy-Outs staatliches Vermögen in privates Überführen. Im Gegensatz zur großen Privatisierung der industriellen Einheiten wird die Privatisierung von Handel, Handwerk und Dienstleistungen als kleine Privatisierung [...]

Der Transparency International Korruptionsindex listet Bulgarien an Stelle 47 von 91 Ländern, neben Kroatien und der Tschechischen Republik. Korruption tritt in den Bereichen Privatisierung, öffentliche Ausschreibung, staatliche Regulierung und Schattenwirtschaft in Erscheinung. Wie in Kapitel 6.4 bereits erläutert wurde handelte es sich im Falle der Privatisierung im Wesentlichen um eine so zu sagen kostenlose Verteilaktion staatlichen Eigentums an regierungsnahe Interessensgruppierungen. Die Schattenwirtschaft konstituiert nach offiziellen Schätzungen etwa 27-35% des BIP, Steuerhinterziehung ist somit eine Massenerscheinung. Schmiergelder zu bezahlen kommt oft wesentlich günstiger als seiner Steuerverpflichtung vollkommen nachzukommen. Steuersubjekte in einer besseren wirtschaftlichen Lage profitieren dadurch auf Kosten der Gesellschaft. Die immer noch existierende Verbindung zwischen Staat (dieser hat sich aus den Unternehmen zurückgezogen bleibt aber nach wie vor Großabnehmer) und privaten Unternehmen generiert Machtverhältnisse die für die Aufrechterhaltung des Status-quo sorgen. Ein weiterer Problembereich sind öffentlich Ausschreibungen. Diese sind oft mangelhaft transparent, die Behandlung von Einsprüchen ist langsam und ineffizient und es kommt zur selektiven Behandlung von Bietern. Diesbezügliche gesetzliche Verbesserungen wurden im Jahr 2002 umgesetzt. Staatliche Regulierungen sind ebenfalls Anlass zur Korruption. Schätzungen gehen von etwa 450-526 verschiedenen Lizenzregimes aus, die von den verschiedensten staatlichen Institutionen wahrgenommen werden. Diese Mechanismen dienen [...]

Die komplizierten Transformationsvorgänge in Bulgarien brachten schließlich eine Art zweiteilige Wirtschaftsstruktur zu Tage. Es bestehen Unternehmen mit grundsätzlich verschiedenen Unternehmenskulturen: ● marktorientierte Unternehmen ● Transformationsunternehmen Erstere verfügen über eine klare Eigentümerstruktur (Neugründungen bzw. solche mit marktorientierten Eigentümern) und zeigen effizientes Verhalten. Ausländische Investoren und prominente Banken gehören ebenfalls dieser Gruppe an. Zweite sind so genannte Transformationsfirmen, deren Eigentümer kurzsichtige Strategien verfolgen und kein Interesse an einer langfristigen Geschäftsentwicklung zeigen. Solche kurzfristigen Strategien umfassen den Verkauf von Anlagevermögen oder des gesamten Unternehmens sowie Enteignung von Minderheitsaktionären und die Enteignung von Staatseigentum. Nach der Bankenkrise und nach Einführung des CBA ging die Anzahl solcher Organisationen zurück. So sind zum Beispiel nur noch knapp 10% des gesamten Bankvermögens in Besitz unklarer Herkunft. Nach Liquidierung bereits privatisierter [...]

Arbeit zitieren:
Hölzl, Werner Januar 2005: Corporate Governance in Bulgarien im Zuge von Transformation und Privatisierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Osteuropa, Regression, Cash Flow, Controlling, Fremdkapital

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