Controlling von Instrumenten des Naturschutzes in Freiburg im Breisgau
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Lüdeke
- Abgabedatum: Mai 2004
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 4,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8578-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8578-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8578-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lüdeke, Jens Mai 2004: Controlling von Instrumenten des Naturschutzes in Freiburg im Breisgau, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Landschaftsplan, Erfolgskontrolle, Evaluierung, Effizienzkontrolle, Gründungsplan
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Diplomarbeit von Jens Lüdeke
Einleitung:
Der Flächenverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland steigt seit Jahren an. Auch in Baden-Württemberg, einem der am dichtesten besiedelten Bundesländer, wird immer mehr Natur verbaut. In den letzten 50 Jahren hat sich die vom Menschen in Anspruch genommene Fläche (für Siedlung und Verkehr) mehr als verdoppelt (sie beträgt heute über 13%, d.h. 471.800 ha). Der tägliche Flächenverbrauch für Baumaßnahmen beträgt in Baden Württemberg 12 ha. Soll das im Landes-Umweltplan in Baden-Württemberg festgeschriebene Ziel einer „deutlichen Reduzierung“ des Flächenverbrauchs erreicht werden, ist es dringend notwendig, hierzu Maßnahmen zu ergreifen.
Neben dem Bau- und Raumordnungsgesetz und dem Bodenschutzgesetz hat das Naturschutzrecht zu diesem Zwecke vor inzwischen über 25 Jahren die Instrumente ‚Eingriffsregelung’ und ‚Landschaftsplanung’ geschaffen. Doch trotz dieser staatlichen Regularien bleibt der Flächenverbrauch auf hohem Niveau. Dies könnte zu der Einschätzung führen, dass die bestehenden Instrumentarien wirkungslos seien. Doch um die Wirkung und die tatsächliche Umsetzung von Eingriffsregelung und Landschaftsplanung realistisch beurteilen zu können, müssen umfassende Wirkungs- und Erfolgskontrollen durchgeführt werden. Dies ist bisher nur in sehr unzureichendem Maße geschehen. Idealerweise müssten die Instrumente des Naturschutz in ein umfassendes Konzept des ‚Controlling’ analog zur Zielvorgabe und Umsetzungskontrolle in der Betriebswirtschaft eingebunden werden. In der Privatwirtschaft existiert ein umfassend ausgearbeitetes Verständnis für die Wichtigkeit eines anreizkompatiblen und transparenten Lenkungs- und Überwachungsprozesses, um Ineffizienzen zu vermeiden.
Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Diplomarbeit mit dem Thema „Controlling von Instrumenten des Naturschutzes“. Herausgearbeitet werden – nach einer Problematisierung des Ist-Zustandes - nicht nur allgemeine Vorschläge für verbesserte Umsetzungsprozesse des Naturschutzes. Am konkreten Fallbeispiel Freiburg in Breisgau werden vom Autor empirische Erfolgskontrollen durchgeführt und spezifische Verbesserungspotentiale ausgearbeitet. Dies mündet nicht zuletzt in einer eigenständig erstellten Datenbankkonzeption für ein innerörtliches Kompensationsflächenkataster.
Gerade in einer Stadt wie Freiburg, die sich doch als „Wohlfühlstadt“ definiert und mit ihrem hohen ökologischen Bewusstsein sogar Werbung betreibt („Ökohauptstadt“) und als deren Hauptstandortvorteil ihre hohe Lebensqualität herausgestellt wird, sollte ein verbessertes Naturschutz-Controlling von großem Interesse sein. In dieser Stadt, die so beliebt ist, dass sie seit langer Zeit ständig an Einwohnern zunimmt und in der deshalb ein hoher Bedarf an Bauflächen besteht, könnte eine verbesserte Landschaftsplanung für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sorgen und die Lebensqualität in der Kommune erhalten.
Der Zugang zu den empirischen Unterlagen des Teils B wurde dem Verfasser während eines Praktikums bei der Stadt Freiburg (Stadtplanungsamt, Bereich Grünordnungsplanung) ermöglicht. Während des Praktikums im Zeitraum Juni 2003 bis August 2003 und im Anschluss daran erfolgte auch die Kontrolle insbesondere zur Realisierung der grünordnerischen Festsetzung von B-Plänen vor Ort durch den Bearbeiter.
Gang der Untersuchung:
Die Gliederung der Diplomarbeit wird in drei grundlegende Bestandteile untergliedert: In den Grundlagenteil (A), in den anwendungsorientierten Teil B, der sich mit der Erfolgskontrolle der Instrumente des Naturschutzes in Freiburg befasst und in den Teil C, der das dafür entwickelte Kompensationsflächenkataster mit Datenbank und das Geographische Informationssystem, die Luftbildphotos der B-Pläne, die Photos der Erfolgskontrolle sowie die Homepage wwwoekohauptstadtde, die zur Darstellung der Ergebnisse dieser Diplomarbeit erstellt wurde (auf DVD) beinhaltet.
Beim Erstellen der Diplomarbeit werden im Teil A die Grundlagen des Themas untersucht. In Kapitel 1 erfolgt eine Betrachtung des eigentlich aus der Betriebswirtschaftslehre stammenden Konzeptes des Controllings. Dabei wird versucht, es auf die Landschaftsplanung zu übertragen. Kapitel 2 analysiert die Voraussetzungen in Freiburg, die dort für die Umsetzung eines Controlling der Instrumente des Naturschutzes existieren. In Kapitel 3 erfolgt die spezifische Analyse der Probleme beim Controlling der Instrumente des Naturschutzes, verbunden mit einer Darstellung der Instrumente selbst (Landschaftsplan und grünordnerische Festsetzungen im Bebauungsplan).
Im Teil B, dem empirischen Teil, beginnt der eigenständig konzeptionalisierte Beitrag zu einer Kontrolle der Instrumente des Naturschutzes in Freiburg. In Kapitel 1 wird dazu der Landschaftsplan betrachtet. Nach einer allgemeinen Analyse (1.1) folgt eine Evaluierung mit der von KIEMSTEDT et al. konzipierten Kontrolle (1.2). Daraufhin werden in der Literatur gefundene Lösungsansätze für die Defizite der Landschaftsplanung angeführt (1.3), um dann zu den spezifisch für die Stadt Freiburg entwickelten Ergänzungsansätzen zu kommen.
Ähnlich auch das Vorgehen bei der Kontrolle der grünordnerischen Festsetzungen in Kapitel 2: Hier werden die Mindestvoraussetzungen für ein effektives Kompensationsflächenkataster entworfen (2.1), um danach eine Erfolgskontrolle durchzuführen und auszuwerten. Auch in diesem Teil werden erst allgemeine Lösungsvorschläge zur Problembeseitigung genannt (2.3), um anschließend ein Ergänzungskonzept für die speziell in Freiburg vorgefundene Situation zu konzipieren.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| Teil A | Grundlagenteil | 3 |
| 1. | Controlling als Leitkonzept für die Evaluierung des Naturschutzes | 3 |
| 2. | Spezifische Voraussetzungen für ein Controlling des Naturschutzes in Freiburg im Breisgau | 6 |
| 2.1 | Politische Situation | 6 |
| 2.1.1 | Struktur der Erwerbstätigen | 6 |
| 2.1.2 | Aufbau und Kompetenzverteilung in der Verwaltung | 6 |
| 2.1.3 | Engagierte Projekte des Umwelt- und Naturschutzes | 8 |
| 2.1.4 | Einfluss umweltorientierter Lobbygruppen | 10 |
| 2.2 | Bevölkerungsdichte und Siedlungsdruck | 13 |
| 3. | Probleme des Controllings von Instrumenten des Naturschutzes | 16 |
| 3.1 | Probleme des Controllings in der Landschaftsplanung | 16 |
| 3.1.1 | Landschaftsplanung in Baden-Württemberg | 16 |
| 3.1.2 | Allgemeine Defizite der Landschaftsplanung | 19 |
| 3.1.3 | Methoden der Erfolgskontrolle für die Landschaftsplanung | 21 |
| 3.2 | Probleme des Controllings der grünordnerischen Festsetzungen in Bebauungsplänen | 25 |
| 3.2.1 | Inhalt des Grünordnungsplans in Baden-Württemberg | 25 |
| 3.2.2 | Allgemeine Defizite der Eingriffsregelung in der Bauleitplanung/ Grünordnungsplan | 26 |
| 3.2.3 | Methoden der Erfolgskontrolle für die grünordnerischen Festsetzungen/ Kompensationen | 28 |
| Teil B | Beiträge zur Durchführung der Erfolgskontrolle von Instrumenten des Naturschutzes in Freiburg im Breisgau | 33 |
| 1. | Erfolgskontrolle der Landschaftsplanung in Freiburg im Breisgau | 33 |
| 1.1 | Analyse des Landschaftsplans von Freiburg im Breisgau | 33 |
| 1.2 | Durchführung und Auswertung der Erfolgskontrolle des Landschaftsplans von Freiburg nach der „Methode Kiemstedt“ | 37 |
| 1.2.1 | Wirksamkeitsvoraussetzung des Landschaftsplans | 37 |
| 1.2.2 | Art und Umfang der instrumentellen Umsetzung | 42 |
| 1.2.3 | Art und Umfang der Umsetzung in der Realität | 42 |
| 1.2.4 | Art und Umfang prozessualer Effekte und Instrumente | 47 |
| 1.2.5 | Gesamtbeurteilung des Landschaftsplans | 48 |
| 1.3 | Allg. Lösungsansatze zu den Defiziten der Landschaftsplanung | 49 |
| 1.4 | Spezifisches Ergänzungskonzept für Freiburg im Breisgau | 56 |
| 1.4.1 | Stärkung des Konzeptionsteils | 56 |
| 1.4.2 | Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit | 56 |
| 1.4.3 | Strukturelle Veränderungen bei den Zuständigkeiten | 56 |
| 1.4.4 | Vermeidung inhaltlicher Fehler | 57 |
| 1.4.5 | Verbesserung der Umsetzungsorientierung | 57 |
| 1.4.6 | Verbesserung der Kartendarstellungen | 57 |
| 2. | Erfolgskontrolle grünordnerischer Festsetzungen in Bebauungsplänen in Freiburg im Breisgau | 58 |
| 2.1 | Analyse der Mindestvoraussetzungen eines Kompensationsflächenkatasters zur Erfolgskontrolle | 58 |
| 2.1.1 | Konzeption eines Kompensationsflächenkatasters | 58 |
| 2.1.2 | Erstellung eines Kompensationsflächenkatasters | 62 |
| 2.1.3 | Einarbeiten des Kompensationsflächenkatasters in ein Geographisches Informationssystem | 68 |
| 2.2 | Durchführung und Auswertung der Erfolgskontrolle grünordnerischer Festsetzungen in Bebauungsplanen in Freiburg im Breisgau | 70 |
| 2.2.1 | Auswertung der grünordnerischen Festsetzungen | 70 |
| 2.2.2 | Untersuchung der Herstellungsmaßnahmen | 71 |
| 2.2.3 | Untersuchung der Vermeidungsmaßnahmen | 74 |
| 2.2.4 | Untersuchung der Pflegemaßnahmen | 76 |
| 2.2.5 | Auswertung Kompensationskontrolle: Konzept und Beispiele | 78 |
| 2.2.6 | Gesamtauswertung der Kontrollergebnisse | 84 |
| 2.3 | Allgemeine Lösungsansätze zu den Defiziten der grünordnerischen Festsetzungen | 86 |
| 2.4 | Spezifisches Ergänzungs-Konzept für Freiburg im Breisgau | 90 |
| 2.4.1 | Öffentlichkeitsarbeit | 90 |
| 2.4.2 | Anwendung des entwickelten Kompensationsflächenkatasters | 92 |
| 2.4.3 | Konsequente Nachkontrollen | 92 |
| 2.4.4 | Änderung der grünordnerischen Festlegungen in B-Plänen | 93 |
| 2.4.5 | Führung eines Ökokonto | 93 |
| Resümee und Ausblick | 95 | |
| Literaturverzeichnis | 97 | |
| Anhang |
1.2.4 Art und Umfang prozessualer Effekte und Instrumente Prüfstelle 4: Art und Umfang prozessualer Effekte und Instrumente Bewertung der Beeinflussung umweltrelevanter Entscheidungen durch den Landschaftsplan. KIEMSTEDT et al zählt zu den möglichen prozessualen Effekte: örtliche Akteure ändern Entscheidungen im Zusammenhang mit der Landschaftsplanaufstellung (z.B. Dimensionierung eines Bebauungsgebietes) oder es kommt zu Nutzungsänderungen (z.B. Extensivierung der Nutzung) - prozessuale Instrumente tragen zur Umsetzung des Landschaftsplans bei (KIEMSTEDT et al 1999, S. 37f). Um diese prozessualen Effekte bei der Erstellung des Landschaftsplans einschätzen zu können, wurde mit der damals (und heute) Verantwortlichen für den Landschaftsplans bei der Stadt Freiburg (Babette Köhler) ein längeres Interview geführt (siehe Anhang). Daraus geht hervor, dass ein Mangel bei der Erstellung des Landschaftsplans die mangelhafte Bürgerbeteiligung war. Es fand gar keine Öffentlichkeitsarbeit und institutionalisierte Öffentlichkeitsbeteiligung ab. Daraus ergibt sich, dass mit der Aufstellung des Landschaftsplans auch keine Bewegung in der Öffentlichkeit in Bezug auf umweltrelevante Themen stattfinden konnte. Ein weiteres Problem, was einer erfolgreichen Prozess der Landschaftsplanung (und damit auch der damit zusammenhängenden prozessualen Effekte) entgegenstand, war der Zeitdruck, der bei der Planerstellung herrschte. Die geplanten Baugebiete Vauban und Rieselfeld mussten unter allen Umständen schnell gebaut werden, was umfangreichere Untersuchung für den Landschaftsplan teilweise verhindert hat. Seine Hauptaufgabe war eindeutig, die geplanten Baugebiete nicht zu behindern und einen reibungslosen Ablauf ihrer Planung zu sichern. Ein weiteres für das erfolgreiche Wirken des Landschaftsplans hinderliches Problem war das Kompetenzgerangel um den Landschaftsplan zwischen dem CDU geführten Stadtplanungsamt und dem grüngeführten Umweltamt. Hierbei setzte sich letztendlich das Stadtplanungsamt durch, die dort geschaffene Stelle musste allerdings in ständigem Konflikt mit dem Umweltamt agieren, was eine erfolgreiche Landschaftsplanung erschwerte. Die Bestandsaufnahme wurde noch federführend vom Umweltamt an das Institut für Landespflege der Uni Freiburg vergeben, allerdings konnte dabei eine faunistische Analyse aus finanziellen Gründen nicht mehr durchgeführt werden. Für die weitere Planerstellung wurde dann vom Stadtplanungsamt das Planungsbüro Ökologie und Umwelt (Süd) engagiert, die allerdings ihre Hauptaufgabe leider nicht in einem konkreten Entwicklungskonzept gesehen haben. Deswegen hat die Grundlagenermittlung bei ihnen gegenüber den Entwicklungszielen zu viel Raum eingenommen. Es wurde zur Aufstellung des Landschaftsplans zwar eine Arbeitsgruppe eingerichtet, diese diente dann aber (auch wegen des Turnus: die Treffen fanden nur alle 3-4 Monate statt) doch mehr der Informationsübermittlung vom Stadtplanungsamt an die eingeladenen Gruppen (Verbände, Agrar-, Wasser-, Boden -, Forstverwaltung...) als zur wirklichen Zusammenarbeit. Beim Beschluss des Landschaftsplans im Gemeinderat kam es in Freiburg zu einer Besonderheit: der gesamte Landschaftsplan wurde als Teil der Beschlussvorlage mit 47 - [...]
Nach Auswertung der Tabellen kann festgestellt werden, das die Ziele, Erfordernisse und Maßnahmen aus der Teilkonzeption Freiraumstruktur meistens nur in Teilen in die anderen Planungsinstrumente umgesetzt wurden. In Realität wurde nur die Forderung nach Erhalt der gliedernden Freiräumen zwischen den Siedlungen am Tuniberg vollständig erfüllt, alle anderen vorgeschlagenen Maßnahmen wurden nur zum Teil berücksichtigt. Die Teilkonzeption Naturhaushalt wurde nur teilweise umgesetzt. Dabei wurde die Forderungen nach Sicherung der Bodeneigenschaften größtenteils (sowohl in Plänen als auch in Realität) vollständig umgesetzt. Überhaupt nicht umgesetzt wurden die Forderungen nach Aufgabe des Ackerbaus bei grundwassergefährdeten Böden (Moosbachniederung) und der Reduktion der Grundwasserentnahme im Gewerbegebiet Nord. Auch die Forderung, die gesamte Freiburger Gemarkung zur Grundwasserschutzzone III zu erklären, wurde nicht erfüllt. Die Maßnahmen zur Hochwasservorsorge sowie die Sicherung klimatisch bedeutsamer Flächen („Höllentäler) wurden nur in Teilen verwirklicht, wohingegen der Forderung nach Sicherung, Pflege und Entwicklung von Trocken- und Magerstandorten (Hirzberg, Tuniberg) und von Streuobstwiesen nicht planerisch (und nur z.T. in der Realität ) nachgegangen wurde. Auch Vorschläge zur planerischen Umsetzung von Pflegekonzepten zur Sicherung von Feuchtwiesen (Opfinger See, Tuniberggemeinden, Rieselfeld) wurden nicht aufgegriffen. Die Forderung nach Erhalt standorttypischer Waldbestände wurde zum Teil erreicht. Die Teilkonzeption Landschaftserleben wurde bei der Empfehlung der eingeschränkten Erholungsnutzung bestimmter Gebiete voll, beim völligen Ausschluss der Nutzung und bei gezielten Lenkungsmaßnahmen in anderen Erholungsgebiet aber nur z.T. umgesetzt. Beim Teilkonzept Natur- und Landschaftsschutz wurde die Forderung nach nachrichtlicher Übernahme der festgelegten Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten, Wasserschutzgebieten und Naturdenkmälern vollständig nachgegangen (wozu aber auch eine gesetzliche Verpflichtung besteht). Auch die Vorrangbereiche für Überschwemmungen wurden dargestellt. Die Forderung nach Ausweisung von vier Landschaftsschutzgebieten, nach nachrichtlicher Übernahme der Darstellung der §24a Biotopen (LNatSchG BaWü) und der nachrichtlichen Übernahme und Freihaltung von Bebauung der regionalen Grünzüge aus dem Regionalplan und der Grünzäsuren wurde nicht nachgegangen. Die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten sowie die Nutzungsumstellung in Überschwemmungsgebieten fand (in Plandarstellung des F-Plans und in der Realität) nicht statt. Auch die nachrichtliche Übernahme von regionalen Vorrangbereichen für wertvolle Biotope wurde nicht realisiert. Insgesamt ist damit das Teilkonzept Naturund Landschaftsschutz (außer was die nach Gesetz auch verpflichtend notwendige Übernahme von Naturschutzgebieten, Wasserschutzgebieten...) in größten Teilen nicht umgesetzt worden. [...]
Die Ergebnisse werden in einer Tabelle zusammen mit der Analyse der Umsetzung in der Realität (1.2.1) wiedergegeben (KIEMSTEDT et al 1999, S. 27f). 1.2.3 Art und Umfang der Umsetzung in der Realität In der Prüfstelle 3 geht es um die Art und den Umfang der Umsetzung in Realität. Hierfür hat eine Vollzugskontrolle der Erfordernisse und Maßnahmen, die direkt in Realität umgesetzt werden (so z.B. Anpflanzungen, Ausweisung eines LSG, Umstellung der Bewirtschaftungsweise), sowie der Aussagen, die über andere Instrumente umgesetzt werden (sofern ausreichend operationalisiert) stattzufinden (siehe KIEMSTEDT et al 1999, S.33). Da der zeitliche Rahmen für die angestrebte Erfolgskontrolle des Landschaftsplans im Rahmen dieser Diplomarbeit begrenzt ist, wird dabei auf die Methode der überschlägigen Kontrolle („Kurzcheck“: veranschlagte Dauer 2-3 Wochen) zurückgegriffen, da für einen „Vollcheck“ nach KIEMSTEDT et al mehrere Monate veranschlagt werden müssten. Dabei wurden zur Evaluierung der Übernahme von Zielen, Erfordernissen und Maßnahmen in andere Planungsinstrumente und der Umsetzung in die Realität alle Ziele, Erfordernisse und Maßnahmen des Landschaftsplans Freiburg tabellarisch dargestellt. Hierzu wurde vom Autor eine Tabelle entwickelt. Grundlage dafür waren die Ziele des Freiburger Landschaftsplans nach einer Idee der Methode „Kiemstedt“. Danach wurden sie der zuständigen Bearbeiterin im Stadtplanungsamt (Fr. Eva Bartling, zuständig für Grünordnungsplanung) sowie vor allem der verantwortlichen Kraft für die Erstellung des Landschaftsplans im Umweltamt (Frau Babette Köhler) weitergeleitet, mit der Bitte um Stellungnahme, auf welchem Wege und in welchem Umfang der Landschaftsplan umgesetzt wurde. Auf der Basis dieser Stellungnahmen erfolgte die Kennzeichnung von ja, z.T. und nein. Die vollständige Tabelle aller Teilkonzepte des Landschaftsplans Freiburg befindet sich im Anhang. Hier nur beispielhafte die Darstellung des Umsetzungserfolgs des Teilkonzepts Natur- und Landschaftsschutz: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832485788
Arbeit zitieren:
Lüdeke, Jens Mai 2004: Controlling von Instrumenten des Naturschutzes in Freiburg im Breisgau, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Landschaftsplan, Erfolgskontrolle, Evaluierung, Effizienzkontrolle, Gründungsplan



