The Consequences of the New Basel Capital Accord (Basel II) for Bank Lending to Corporate Borrowers
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Katrin Sülberg
- Abgabedatum: Mai 2003
- Umfang: 105 Seiten
- Dateigröße: 887,1 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Dortmund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7804-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7804-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7804-9 CD
- Sprache: Englisch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sülberg, Katrin Mai 2003: The Consequences of the New Basel Capital Accord (Basel II) for Bank Lending to Corporate Borrowers, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rating, IRB, Mittelstand, Credit-Risk, Risk Weighted Assets
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Diplomarbeit von Katrin Sülberg
Abstract:
The central problem and resulting question of this thesis was: 'Will Basel II make credits in the „Mittelstand” more expensive?' In view of the previous analysis on possible capital requirements and changes in credit conditions for German small and medium-sized enterprises, the answer to this question can be adequately answered: On average, Basel II does not make credits in the „Mittelstand” more expensive. Basel II has an influence on the amount of regulatory capital the banks have to hold. The costs of this scarce factor are included in the risk premium which is part of the borrower’s credit rent. Therefore, the credit rent would ceteris paribus be higher if capital requirements rose.
However, it has been shown that for about 90% of German companies, capital requirements will even be lower in Basel II. This is because these companies will belong to the retail segment in Basel II where there is a reduction in regulatory capital (compared to the current 8%) up to a high probability of default between 7% and 8%, which would apply to a company in default or bankruptcy.
Additionally, capital requirements for small and medium-sized enterprises can be further reduced due to the extended recognition of collaterals. Basel II has introduced types of collaterals that small and medium-sized companies are more often able to deliver, namely account receivables and real estate. It can therefore be concluded that a possible future increase in average credit rent levels for German small and medium-sized enterprises must have other reasons than the banks’ costs for regulatory capital.
Zusammenfassung:
„Jede Wirtschaft beruht auf einem Kreditsystem, das heißt, auf der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurückzahlen“ (Kurt Tucholsky, 1931) Kreditinstitute spielen eine besondere Rolle in modernen Volkswirtschaften. Sie sind nicht nur Mittler zwischen Kreditnehmern und Einlegern, sondern stellen darüber hinaus vielfältige nicht bilanzwirksame Finanzdienstleistungen zur Verfügung. Dabei ist der professionelle Umgang mit Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und anderen Risiken eine der wichtigsten Leistungen von Finanzintermediären. Solche Risiken dürfen jedoch nicht zu Instabilitäten im Finanzsektor führen. Über die eigene Risikovorsorge der Institute hinaus wurden deshalb besondere Aufsichtsregeln für Kreditinstitute geschaffen, unter denen die Eigenkapitalregeln eine herausragende Rolle einnehmen.
Im dynamischen und komplexen Finanzsystem von heute kann Sicherheit und Solidität nur durch das Zusammenspiel von effizienter Geschäftsführung der Banken, Marktdisziplin und wirksamer Aufsicht erreicht werden. Die Eigenkapitalvereinbarung von 1988 (Basel I) konzentrierte sich auf das gesamte Eigenkapital einer Bank, das für die Begrenzung des Insolvenzrisikos einer Bank und der möglichen Kosten für die Einleger beim Konkurs der Bank entscheidend ist. Darauf aufbauend zielt der neue Entwurf der Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf grössere Sicherheit und Solidität des Finanzsystems ab, indem die internen Kontrollsysteme und die Geschäftsführung der Banken, die Überprüfung durch die Aufsicht und die Marktdisziplin einen höheren Stellenwert erhalten.
Der Baseler Ausschuss hat im April 2003 nach zwei vorherigen Konsultationspapieren vom Juni 1999 und vom Januar 2001 in einem dritten Konsultationspapier Vorschläge zur Neufassung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung von 1988 unterbreitet. Im Kern geht es darum, die Kapitalanforderungen an Banken stärker als bisher vom ökonomischen Risiko abhängig zu machen und neuere Entwicklungen an den Finanzmärkten sowie im Risikomanagement der Institute zu berücksichtigen. Demnach sollen sich die Eigenkapitalanforderungen an Banken für die Unterlegung von Risikoaktiva künftig stärker an den tatsächlichen Risikoverhältnissen der Kreditkunden orientieren. Um die derzeit pauschale Risikoaktiva-Unterlegung zur Bestimmung des aufsichtsrechtlich zu unterlegenden Eigenkapitals abzulösen, wird mit der Anerkennung bankinterner als auch externer Ratingverfahren die Einführung eines flächendeckenden Ratings angestrebt. Ratings dienen der individuellen Bonitätsbeurteilung und erlauben somit, jeden einzelnen Kreditnehmer auf sein individuelles (Ausfall-) Risiko zu überprüfen und zu bewerten. Demnach kann das Ergebnis des jeweiligen Kreditnehmer-Rating zukünftig die derzeitigen Eigenkapitalanforderungen an Banken sowohl positiv als auch negativ beeinflussen und somit respektive die Kreditkonditionen der Kreditnehmer erhöhen oder senken. Sofern Eigenkapital ein knappes Gut darstellt, scheint es sinnvoll, dass künftig die Kreditzinsen umso höher ausfallen werden, je mehr Eigenkapital eine Bank für ein spezifisches Geschäft mit einem bestimmten Kunden vorzuhalten hat. In diesem Kontext zeichnet sich die Vermutung ab, dass es in Zukunft zu einer deutlich stärkeren Konditionenspreizung zwischen den unterschiedlichen Kundenbonitäten kommen wird.
Eine risikoadäquate Eigenkapitalausstattung - so wichtig diese auch ist - kann die Solvenz einer Bank und die Stabilität des Bankensystems alleine nicht gewährleisten. Entscheidend ist letztlich das von der Geschäftsleitung bestimmte Risiko- und Ertragsprofil einer Bank in Verbindung mit deren Fähigkeit, die eingegangenen Risiken zu steuern und dauerhaft zu tragen. Der Baseler Ausschuss will daher darauf hinwirken, dass die bankeigenen (internen) Risikosteuerungssysteme weiter verbessert und diese durch die zuständigen Aufsichtsinstanzen überprüft werden.
Mit diesem neuen Element wird in Deutschland und vielen anderen Ländern, in denen die Aufsichtstätigkeit bisher vor allem durch die Analyse von Meldungen und Berichten der Banken sowie der Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfer gekennzeichnet ist, ein Paradigmenwechsel zu einer stärker qualitativ ausgerichteten Bankenaufsicht vollzogen. Darüber hinaus ist eine Erweiterung der Offenlegungspflichten für Banken vorgesehen, um die disziplinierenden Kräfte der Märkte komplementär zu den regulatorischen Anforderungen zu nutzen. Der neue Baseler Eigenkapitalakkord besteht daher aus drei sich gegenseitig ergänzenden Säulen, um die Stabilität des nationalen und des internationalen Bankensystems besser abzusichern:
- Säule 1: Mindestkapitalanforderungen.
- Säule 2: Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess.
- Säule 3: Erweiterte Offenlegung.
Ein zentrales Thema der Ausgestaltung von Basel II sind die möglichen Auswirkungen der neuen Eigenkapitalregeln auf die Verfügbarkeit von Bankkrediten und auf die Kreditkonditionen für den Mittelstand. Dieser läßt sich generell durch quantitative und qualitative Merkmale von Großunternehmen abgrenzen. Zu den quantitativen Kriterien zählen z.B. Anzahl der Mitarbeiter, Umsatzgröße oder die Bilanzsumme. Der qualitative Aspekt hingegen bezieht sich im wesentlichen auf die Beziehung zwischen Unternehmen und Eigentümer. Charakteristisch für den Mittelstand ist demnach die Unabhängigkeit eines Unternehmens, d.h. es befindet sich i.d.R. im Eigentum einzelner Personen, Familien oder eines eng begrenzten Personenkreises. Die Tatsache, daß in der Bundesrepublik Deutschland von dieser Finanzierung fast 50% der deutschen Bruttoinvestitionen, etwa 60% der Bruttowertschöpfung, circa 70% aller Arbeitsplätze sowie 80% der Ausbildungsplätze abhängen, verdeutlicht besonders die Bedeutung des Mittelstandes. Angesichts dieser großen Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen für Innovationen, für das gesamtwirtschaftliche Wachstum und für die Beschäftigung liegt das Hauptaugenmerk der deutschen Verhandlungsdelegation darauf, bei der Konzeption von Basel II die Besonderheiten des Mittelstands im Vergleich zu großen Unternehmen zu berücksichtigen, um eine Benachteiligung kleiner und mittlerer Firmen auszuschließen.
Die Kopplung der Kreditkonditionen an das nun für alle Kreditnehmer zwingende Rating wird hierbei speziell im Hinblick auf die strukturellen Besonderheiten des Mittelstandes mit Skepsis betrachtet. So impliziert beispielsweise die (vielfach) unzureichende Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen bei den kreditgewährenden Banken höhere Risiken als bei Großunternehmen. Höhere Risiken wiederum resultieren in einem vergleichsweise schlechteren Rating. Das bereitet gerade dem für die Wirtschaft so wichtigen Zweig der Mittelständler erhebliche Sorgen, da diese bis zu 75% ihres gesamten Finanzierungsbedarfes über Bankkredite decken. Dabei ist die Besorgnis über die künftige Kreditversorgung des Mittelstandes durch viele Facetten geprägt, wie bspw. die Angst vor einem Rückzug der Banken aus dem Mittelstandsgeschäft bis hin zu Kreditrationierungs- und Kreditverteuerungsängsten. Pressestimmen erschüttern mit Panikmeldungen wie: „Rückzug der Großbanken aus der Mittelstandsfinanzierung“, „Gefahr für Finanzierung des Mittelstandes“, „25 Prozent höhere Kreditkosten für kleine und mittlere Unternehmen“, „Infolge von Basel II droht einem Viertel der Mittelständler das Aus“ etc. Fakt ist, dass sich in den letzten Jahren bedingt durch die Trends der Globalisierung, Liberalisierung und Securitization ein tiefgreifender Wandel des internationalen Finanzsektors vollzogen hat. Das führte zu einem immer noch fortwährenden Umbruch der nationalen Bankenlandschaft sowie zu Veränderungen im Kreditgeschäft. Dieser Strukturwandel resultiert in einer enormen Verschärfung der Wettbewerbssituation im Bankensektor, was sich in Bezug auf das Kreditgeschäft in den derzeit niedrigen Zinsmargen, die in keinem Verhältnis zu den eingegangen Risiken stehen, ausdrückt. Im Zuge dieser Strukturänderungen sowie bedingt durch das in der Vergangenheit stark durch Pleitewellen beeinträchtigte mittelständische Firmenkreditgeschäft sind die Banken im Umgang mit ihren Kreditkunden ohnehin vorsichtiger geworden.
Die Informationslage über die erwarteten Veränderungen von Basel II und dem damit verbundenen Rating gestaltet sich zum jetzigen Zeitpunkt im Mittelstand noch sehr dürftig. So glauben laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) nur 37% der befragten Unternehmen gut bis sehr gut auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet zu sein, 50 % mittelmäßig bis unzureichend und 8% der Befragten fehlte eine Vorbereitung gänzlich.6 Dieser Fakt birgt erhebliches Risikopotential für die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Unbedingte Aufgabe des Finanzmanagement ist deshalb eine intensive Auseinandersetzung mit der finanzwirtschaftlichen Lage des Unternehmens, um die Chancen und Risiken der zukünftigen Veränderungen zu erkennen und zu steuern. Bei der Vorbereitung müssen sich die Unternehmen selbstkritische Fragen stellen, die als Anlass zur Verbesserung der Unternehmensführung gesehen werden können. Die Chancen, neues Kapital und bessere Konditionen von den Kreditinstituten zu bekommen, steigen mit der Fähigkeit, die Entwicklung, Vorhaben und Zukunftsperspektiven des Unternehmens transparent, nachvollziehbar und schlüssig präsentieren zu können. Je nach Qualität des Ratings eröffnen sich neue Möglichkeiten. Durch ein gutes Rating können Fremdfinanzierungskosten drastisch gesenkt und neue Finanzierungsquellen erschlossen werden. Umgekehrt werden kleine und mittelständische Unternehmen, die den neuen Transparenzanforderungen nicht genügen, mit erheblich höheren Kapitalkosten und einer Verschlechterung ihrer Finanzierungslage rechnen müssen.
Inwieweit sich nun nach heutigem Informationsstand die neuen Eigenkapitalvorschriften der Bankenaufsicht für Kreditinstitute tatsächlich auf die Finanzsituation des Mittelstandes, und hier insbesondere auf die Kreditkonditionen auswirken werden und welche Entwicklungen letztlich daraus resultieren, ist Gegenstand der Untersuchung dieser Diplomarbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| List of Formulas | I | |
| List of Figures | II | |
| List of Tables | III | |
| List of Abbreviations | IV | |
| 1. | The Development of Basel II | 2 |
| 1.1 | The Third Consultative Document | 5 |
| 1.1.1 | Pillar 3 - Disclosure | 6 |
| 1.1.2 | Pillar 2 - Supervisory Review Process | 7 |
| 1.1.3 | Pillar 1 - Minimum Capital Requirements | 7 |
| 1.2 | Central Problem | 9 |
| 1.3 | Line of Proceeding | 11 |
| 2. | Credit Risk in Basel II and its Impact on Credits to German small and medium-sized Enterprises | 12 |
| 2.1 | Regulatory Capital for Credit Risk in Basel II | 17 |
| 2.1.1 | Standardised Approach | 18 |
| 2.1.2 | IRB Approach | 21 |
| 2.1.3 | IRB Risk Weight Formulas for the Retail and the Corporate Segment | 24 |
| 2.1.4 | Minimum Requirements and Disclosure in the IRB Approach | 26 |
| 2.1.5 | Credit Risk Mitigation Techniques in Basel II | 26 |
| 2.2 | Small and medium-sized Companies in Germany | 29 |
| 2.2.1 | The quantitative Aspect | 29 |
| 2.2.2 | The qualitative Aspect | 32 |
| 2.2.3 | Current Situation in the „Mittelstand“ | 32 |
| 2.2.4 | Financial Structures in the „Mittelstand“ | 34 |
| 2.2.5 | German small and medium-sized Enterprises and Rating in Basel II | 38 |
| 2.3 | Regulatory Capital Requirements for German small and medium-sized Enterprises | 44 |
| 2.3.1 | Capital requirements for German small and medium-sized Enterprises | 46 |
| 2.4 | Impact of Regulatory Capital Requirements on Credit Conditions | 53 |
| 2.4.1 | Changes in Credit Rents for German small and medium-sized Enterprises | 55 |
| 3. | Conclusion and Outlook | 58 |
| 3.1 | Basel II causes structural Changes in Credit Pricing | 58 |
| 3.2 | Structural Crisis of Banks and Credit Pricing | 59 |
| 3.3 | German small and medium-sized Enterprises have to take Action | 65 |
| 3.3.1 | Capital Base | 65 |
| 3.3.2 | Transparency | 65 |
| Appendix A: | Common Framework of the IRB Formula for Risk Weights | 67 |
| A.1 | Factor 1 | 69 |
| A.2 | Factor 2 | 76 |
| A.3 | Factor 3 | 77 |
| A.4 | Calculation of Risk Weights | 77 |
| A.5 | Supplementary Information on Volatility and Variance | 77 |
| A.6 | Supplementary Information on Expected and Unexpected Loss | 79 |
| Appendix B: | Calculation of IRB Risk Weights in Practice | 80 |
| B.1 | Example Calculations | 83 |
| Reference List | 85 | |
| Summary in German | 93 |
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Arbeit zitieren:
Sülberg, Katrin Mai 2003: The Consequences of the New Basel Capital Accord (Basel II) for Bank Lending to Corporate Borrowers, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rating, IRB, Mittelstand, Credit-Risk, Risk Weighted Assets



