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Computereinsatz an der Schule für Geistigbehinderte als angemessenes Medium für Spiel- und Lernprozesse im Unterricht der Vor- und Unterstufe

Dargestellt an zwei Klassen im Vergleich

Computereinsatz an der Schule für Geistigbehinderte als angemessenes Medium für Spiel- und Lernprozesse im Unterricht der Vor- und Unterstufe
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Michael Werner
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 347,9 KB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3018-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3018-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3018-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Werner, Michael September 2000: Computereinsatz an der Schule für Geistigbehinderte als angemessenes Medium für Spiel- und Lernprozesse im Unterricht der Vor- und Unterstufe, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sonderpädagogik, Computerbased, Behindertenpädagogik, Learning

Staatsexamensarbeit von Michael Werner

Einleitung:

Die Motivation, eine Arbeit zum Themenkomplex Computereinsatz bei Menschen mit einer geistigen Behinderung zu erstellen, wurde aufgrund eigener Erfahrungen mit dem Computer geweckt. Erst seit wenigen Jahren befasse ich mich selbst mit diesem Medium und bin seitdem fasziniert von den Möglichkeiten, die es in vielfältiger Form bietet.

Im Vorfeld zu dieser Arbeit habe ich mich an mehreren Schulen für Geistigbehinderte in meinem Wohnumfeld (Kreis Wesel/Recklinghausen) erkundigt, ab welcher Klassenstufe bei ihnen der Computer im Unterricht eingesetzt wird. Nur bei wenigen dieser Schulen war dies schon in der Vor- und Unterstufe der Fall, bei fast allen jedoch ab der Mittelstufe. Dieses Resultat hat mich überrascht und wirft die Frage auf, warum die jüngsten Schüler oft noch nicht an dieses Medium heranführt werden.

Diese Frage stellt zwar die Grundlage dieser Arbeit dar, jedoch werden hier nicht die Gründe zusammengetragen, warum die meisten Schulen den Computer nicht in der Vor- und Unterstufe einsetzen, sondern es soll anhand zweier Klassen dargestellt werden, wie der PC in diesem Altersbereich anwendbar ist.

Hiermit wird das Ziel verfolgt, aufzuzeigen, wie der Computer in den Unterricht mit einbezogen werden kann und was die Kinder dabei lernen können. Die übergeordnete Frage, ob der Computereinsatz bei Kindern mit einer geistigen Behinderung zur individuellen Lebensbewältigung beitragen kann, soll immer im Hinterkopf behalten werden.

Sicherlich stellt der gezeigte Computereinsatz in den Klassen nicht repräsentativ die Situation für Schulen insgesamt dar, dennoch wird der Leser ein aufschlussreiches Bild, über die Arbeit an zwei verschiedenen Sonderschulen erhalten.

Die Ergebnisse werden dann bei der Beurteilung helfen, wie sinnvoll der Einsatz des Computers in der Vor- und Unterstufe ist.

Eventuell kann diese Arbeit auch manchen Schulen oder Lehrern als Anregung dienen, den Computereinsatz im Vor- und Unterstufenbereich aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und sich somit unterstützend auf ihre eigene praktische Arbeit auswirken.

Die Arbeit gliedert sich in einen Teil mit theoretischen Grundlagen und in einen praktischen Teil, bei dem der Vergleich einer Vor- und einer Unterstufenklasse im Mittelpunkt steht.

Die theoretischen Grundlagen werden weitestgehend auf alle Altersstufen bezogen, da es das Ziel ist, einen Überblick über die facettenreichen Einsatzmöglichkeiten des Computers zu geben, um darauf aufbauend der Fragestellung nachzugehen, welche Aspekte in der Vor- und Unterstufe zu realisieren sind, bzw. welche Gesichtspunkte, anhand der Darstellung der Arbeit in den Klassen, in der Praxis realisiert werden.

Ich halte es daher für notwendig, auch Aspekte wie z.B. die Bedeutung des Computereinsatzes im Hinblick auf die spätere Arbeits- und Berufswelt der Schüler mit einfließen zu lassen, auch wenn dies vordergründig noch nichts mit dem Einsatz in der Vor- und Unterstufe zu tun hat, denn die Arbeit soll auch die generelle Diskussion über die Notwendigkeit dieses Mediums in der Schule für Geistig-behinderte mit einbeziehen.

Gang der Untersuchung:

Als erster Schritt wird in Kapitel zwei zunächst mein Menschenbild beschrieben, bzw. Gedanken zu der Definition des Begriffs der geistigen Behinderung gemacht, um als Arbeitsgrundlage zu dienen.

Der Einstieg in die Thematik des Computereinsatzes beginnt mit einem Überblick über die Argumente der Kritiker, die gegen den Einsatz des Computers in der Schule für Geistigbehinderte sind, sowie den Rechtfertigungen der Befürworter. Diese Pro & Contra Diskussion wird grundlegende Aspekte beinhalten, um die Frage der Legitimation in der Schule für Geistigbehinderte im Allgemeinen zu beantworten. Prinzipiell baut die Arbeit aber auf dem Standpunkt auf, dass der Computereinsatz grundsätzlich zu befürworten ist.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Computers im Bereich der Schule für Geistigbehinderte. Weiterhin wird der Blick auf die unterschiedlichen Arten von Programmen und Software gerichtet, sowie Lernziele vorgestellt, die mit Hilfe des PCs verfolgt werden können. Dieses Kapitel soll einen weit gefächerten Überblick geben, was eigentlich alles mit dem Computer im Unterricht möglich ist.

Im fünften Kapitel wird dann daraufhin untersucht, welche der vorgestellten Möglichkeiten des Einsatzes auch für Schüler der Vor- und Unterstufe in Frage kommen. Hierzu werden die Förderschwerpunkte in den einzelnen Schulstufen verglichen und dann die erforderlichen Voraussetzungen für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche geprüft.

Im zweiten Teil der Arbeit wird auf der Basis der theoretischen Grundlagen, die Beziehung zur Praxis hergestellt, indem der Einsatz des Computers einer Vor- und einer Unterstufe zwei verschiedener Schulen für Geistigbehinderte vergleichend dargestellt wird.

Dabei fließen eigene Beobachtungen, sowie Gespräche mit den Lehrern in die Illustration der beiden Klassen mit ein.

In der Vorstufenklasse der Haldenwangschule habe ich in vier aufeinanderfolgenden Wochen bei den entsprechenden PC-Stunden hospitiert, in der Unterstufenklasse der Jordan-Mai-Schule konnte ich eine gesamte Woche am Unterricht teilnehmen. Diese Maßnahme war durch die unterschiedliche Anwendung des Computers im jeweiligen Unterricht notwendig. Eine detaillierte Beschreibung meiner Vorgehensweise bei diesem Vergleich, ist einleitend vor dem Kapitel zu finden.

Es soll weiterhin darauf hingewiesen werden, dass der Vergleich keinen empirischen Anspruch hat, sondern der praxisnahen Einbettung in die Gesamtthematik dient.

Im abschließenden siebten Kapitel wird im Zuge der Reflexion der theoretische und der praktische Teil miteinander verbunden. Die wichtigsten Aspekte meines Themas werden aufgearbeitet, um ein Gesamtresümee ziehen zu können, wobei jeweils Gedanken zu denkbaren Perspektiven eingearbeitet sind.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 4
1. Einleitung 5
1.1 Motivation zum Thema 5
1.2 Strukturierung der Arbeit 6
2. Überlegungen zum Begriff der geistigen Behinderung 9
3. Zur Legitimation des Computereinsatzes an der Schule für Geistigbehinderte 12
3.1 Kritikpunkte zum Computereinsatz 12
3.2 Positive Argumente für den Computereinsatz 17
3.3 Zusammenfassung und Anmerkungen 19
4. Einsatzmöglichkeiten des Computers im Unterricht der Schule für Geistigbehinderte 21
4.1 Der Computer als Unterrichtsgegenstand 22
4.2 Der Computer als Unterrichtsmedium 23
4.3 Computerspiele / Spielen am PC 31
4.4 Zusammenfassung 35
5. Aspekte zum Computereinsatz in der Vor- und Unterstufe 37
5.1 Förderschwerpunkte und Ziele des Unterrichts der verschiedenen Schulstufen 37
5.2 Einsatzfaktoren für den PC in der Vor- und Unterstufe 39
5.3 Erkenntnisse 42
6. Computereinsatz in der Praxis der Vor- und Unterstufe: Vergleich zweier Klassen 44
6.1 Vorgehensweise 44
6.2 Haldenwangschule Dorsten 45
6.2.1 Rahmenbedingungen 45
6.2.2 Der Computereinsatz im Unterricht 47
6.2.3 Gespräch mit dem Klassenlehrer 50
6.3 Jordan-Mai Schule Gladbeck 53
6.3.1 Rahmenbedingungen 53
6.3.2 Der Computereinsatz im Unterricht 54
6.3.3 Gespräch mit dem Klassenlehrer 57
6.4 Vergleichende Zusammenfassung 61
7. Reflexion 63
Literaturverzeichnis 66
Glossar 70
Erklärung 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Auch im Bezug auf die Ausdauer, sich mit einer Aufgabe zu beschäftigen, fiel mir auf, dass sich die Schüler sehr lange konzentrieren konnten. Herr D. erzählte, dass einige Schüler im herkömmlichen Unterricht nicht in der Lage sind, sich mehr als fünf Minuten mit einer Aufgabe auseinander zu setzen, ohne sich ablenken zu lassen oder ermuntert werden zu müssen, am Computer jedoch bis zu einer Viertelstunde mit Eifer agieren. Auf das Phänomen, warum der PC ein solch Ausdauer förderndes und motivierendes Unterrichtsmedium sein kann, wird im Zuge der Zusammenfassung und Reflexion noch detailliert eingegangen. Ein Punkt, der auch besonders wichtig im Zusammenhang mit der übergeordneten Frage dieser Arbeit zusammenhängt, ist, dass jegliches Handeln am Computer für die Schüler ein Spiel ist. Egal, ob Aufgaben mit dem Budenbergprogramm zu bewältigen waren, welches ja ein reines Drill-and-Practice-Programm ist, oder mit dem PC z.B. gemalt wurde, oder richtige Computerspiele eingesetzt wurden, immer haben es die Schüler als Spiel angesehen. Herr D. ergänzte noch, dass er den Computer ebenfalls gelegentlich nutzt, um behandelte Sachthemen im Unterricht durch den Einsatz von Programmen auf CDROM multimedial zu ergänzen, da sie ihm eine wertvolle Hilfe bei der Demonstration von Abläufen und Zusammenhängen seien. [...]

Der Unterricht gestaltet sich aber nicht nur in Form von Einzelarbeit, sondern oft sitzen auch zwei Schüler gemeinsam an einem Computer, wobei ein Schüler dem anderen beim Lösen seiner Aufgaben zusieht und manchmal auch hilft. Ob Hilfestellung gegeben werden kann oder soll, ist natürlich von der Leistungsfähigkeit des einzelnen Schülers abhängig. Das übergeordnete Ziel ist aber, dass auch durch Zusehen gelernt und auch die Kommunikation der Schüler untereinander angeregt wird. In den Phasen solcher Kleingruppenarbeit werden dann aber auch häufiger die Positionen getauscht, da bei demjenigen, der die Eingaben des Mitschülers beobachtet, die Geduld und die Konzentrationsfähigkeit meist sehr begrenzt ist. Die Schüler die gerade nicht am PC arbeiten können, beschäftigen sich im Nebenraum, der durch eine Glasscheibe vom Klassenraum abgetrennt ist. Ein Zusammenarbeiten beider Gruppen in einem Raum ist nicht möglich, da das Medium Computer einen so starken Reiz auslöst, dass Störungen in Form von Ungeduld sowohl die am Computer arbeitenden Kinder als auch die übrige Lerngruppe behindern würde. Da die Klasse aber nur sechs Schüler stark ist, funktioniert dieser Wechsel ausgesprochen gut. [...]

Die Schüler dieser Klasse haben seit ca. 2 Jahren schulischen Kontakt mit dem Computer. Seit Beginn dieses Schuljahres ist der Unterricht mit dem PC ein fester Bestandteil des Stundenplans geworden und zwar in einem Umfang von zwei Mal einer dreiviertel Stunde pro Woche. Auch während der Gestalteten Freizeit ist es den Kindern möglich, den Computer zu nutzen. Der Unterricht findet zum größten Teil an den beiden Rechnern in der Klasse statt, der Computerraum wird nur gelegentlich genutzt. Der Grund dafür laut Herrn D. ist, dass zur Zeit noch ein zu hohes Maß an Interventionen nötig ist, um an fünf Computern gleichzeitig alle Kinder in ausreichender Form fördern zu können. Da aber auch gelegentlich CD-ROMS eingesetzt werden, muss der Unterricht in diesen Fällen in den PC-Raum verlegt werden, da die Computer in der Klasse nicht über ein entsprechendes Laufwerk verfügen. Dies ist häufig im Rahmen der Gestalteten Freizeit der Fall, wobei sich dann jeder Schüler selbst für ein Programm oder die entsprechende Software entscheiden darf. Der PC-Unterricht in der Klasse ist im Vergleich dazu durch das deduktive Verfahren gekennzeichnet, da der Lehrer die Aufgaben hier vorgibt. [...]

Arbeit zitieren:
Werner, Michael September 2000: Computereinsatz an der Schule für Geistigbehinderte als angemessenes Medium für Spiel- und Lernprozesse im Unterricht der Vor- und Unterstufe, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sonderpädagogik, Computerbased, Behindertenpädagogik, Learning

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