Compliance der Konzernverrechnungspreise bei der Allweiler AG (mittelständisches Maschinenbauunternehmen)
Theorie und Praxis im Vergleich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Mirko Müller
- Abgabedatum: März 2006
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Konstanz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9777-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9777-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9777-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Müller, Mirko März 2006: Compliance der Konzernverrechnungspreise bei der Allweiler AG (mittelständisches Maschinenbauunternehmen), Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Transfer Pricing, Verrechnungspreise, Transferpreise, Preisdokumentation, Steuerrecht
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Diplomarbeit von Mirko Müller
Problemstellung:
Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte und der damit verbundenen verstärkten internationalen Ausrichtung der Unternehmen steigen grenzüberschreitende konzerninterne Lieferungen und Leistungen immer weiter an. Diese konzerninternen Transaktionen werden unter den Konzernunternehmen verrechnet. Bei der leistenden Gesellschaft führt der jeweilige Verrechnungspreis zu Einnahmen und beim Leistungsempfänger schmälert sich als Betriebsausgabe der Gewinn. Somit wirkt sich der Verrechnungspreis direkt auf die Summe der Einkünfte und damit auf das zu versteuernde Einkommen aus.
Seit der Einführung der verschärften Dokumentationsvorschriften im Jahr 2003 ist für international tätige Konzerne die Ermittlung und Dokumentation von Konzernverrechnungspreisen die wichtigste Herausforderung im Bereich des internationalen Steuerrechts. Beim Waren- und Dienstleistungsverkehr innerhalb eines Unternehmensverbunds führen unterschiedliche Marktbedingungen, verschiedene Kosten- und Erlösstrukturen sowie eine Vielzahl anderer Faktoren zu unterschiedlichen Verrechnungspreisen.
Diese unterschiedlichen Konzernverrechnungspreise und Gewinne sind für die Fiski der verschiedenen Länder oft unverständlich. In der Betriebsprüferpraxis ist daher eine wachsende Bedeutung von Verrechnungspreisfragen festzustellen. Von Unternehmen kann der Verdacht von Steuerverlagerungen in Niedrig-Steuerländern nur durch eine gesetzeskonforme Dokumentation von Verrechnungspreisen widerlegt werden.
Die Allweiler AG nutzt die Konzernverrechnungspreisgestaltung nicht als ein Instrument der Steueroptimierung, ist aber als multinationales Unternehmen mit den verschärften Dokumentationsvorschriften konfrontiert.
Wie viele andere international tätige Unternehmen ist die Allweiler AG verunsichert, ob die derzeitige Konzernverrechnungspreisdokumentation den umfassenden Dokumentationspflichten Genüge leistet.
Das Nahziel von Allweiler ist die Erfüllung der Dokumentationsvorschriften, um das Risiko von Einkommensanpassungen zu reduzieren und die Erhebung von Strafzuschlägen von Seiten der Steuerbehörden zu vermeiden.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit soll dem Leser das Wesentliche der steuerlichen Verrechnungspreisthematik in verständlicher Art und Weise darstellen und sie soll untersuchen, ob die bestehende Konzernverrechnungspreisdokumentation bei der Allweiler AG mit den verschärften gesetzlichen Dokumentationsvorschriften einhergeht. Hierbei soll die derzeitige Verrechnungspreisdokumentation bei der Allweiler AG mit den Forderungen aus der Literatur verglichen werden.
Aspekte der betriebswirtschaftlichen Bestimmung von Verrechnungspreisen werden ausschließlich theoretisch erörtert. Gesellschaftsrechtliche Gesichtspunkte sind nicht Bestandteil der vorliegenden Untersuchung und werden nur insoweit behandelt, wie es für die Erläuterung der Untersuchungsziele notwendig ist.
Im Anschluss an diese Einleitung werden Gestaltungsparameter erläutert, die zum Thema hinführen sowie grundsätzliche Informationen liefern sollen.
Im 3. Teil des Aufsatzes werden die steuerlichen Rahmenbedingungen dargestellt. Hier wird neben der nationalen Gesetzgebung die internationale Gesetzgebung untersucht und der Fremdvergleichsgrundsatz („Arm’s length principle“), der international tragende Grundsatz der Einkunftsabgrenzung zwischen verbundenen Unternehmen, erläutert. Hieran folgt eine Würdigung der Doppelbesteuerungsproblematik sowie der Hinweis auf strittige Fragestellungen in der Praxis.
Die gesetzlichen Aufzeichnungspflichten für internationale Verrechnungspreise gliedern sich in eine Sachverhalts- und eine Angemessenheitsdokumentation.
Der Hauptteil der Arbeit berücksichtigt diese Unterteilung.
Im 4. Teil des Aufsatzes werden die Anforderungen und genauen Inhalte einer gesetzeskonformen Verrechnungspreisdokumentation geklärt. Zudem werden Hinweise auf den Ablauf und Empfehlungen zu der organisatorischen Umsetzung einer Dokumentation der Verrechnungspreise gegeben. Danach folgt eine Bestandsanalyse der bisherigen Dokumentationsbemühungen bei der Allweiler AG im Rahmen der Sachverhaltsdokumentation.
Der 5. Teil der vorliegenden Arbeit gibt einen Überblick über die steuerlichen Methoden zur Ermittlung und Überprüfung der Konzernverrechnungspreise, hierfür werden die einzelnen Methoden detailliert vorgestellt. Im Anschluss wird transaktionsbezogen die Geeignetheit der angewandten Methoden und die Angemessenheit der Konzernverrechnungspreise bei der Allweiler AG diskutiert.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf künftige Entwicklungen bezüglich der Konzernverrechnungspreise ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Diplomarbeit | 2 |
| 2. | Gestaltungsparameter | 4 |
| 2.1 | Konzernstruktur | 4 |
| 2.2 | Verrechnungspreise | 6 |
| 2.2.1 | Begriffsbestimmung | 6 |
| 2.2.2 | Betriebswirtschaftliche Funktionen von Verrechnungspreisen | 7 |
| 2.2.3 | Betriebswirtschaftliche Ermittlungsmethoden | 9 |
| 2.2.4 | Verhältnis der steuerlichen zu den betriebswirtschaftlichen Verrechnungspreisen | 12 |
| 2.3 | Verrechenbarkeit von Lieferungen und Leistungen | 13 |
| 3. | Steuerliche Rahmenbedingungen | 15 |
| 3.1 | Steuerrechtliche Perspektive | 15 |
| 3.1.1 | Nationales Recht | 15 |
| 3.1.2 | Internationales Recht | 19 |
| 3.2 | Fremdvergleichsgrundsatz | 20 |
| 3.3 | Doppelbesteuerung | 23 |
| 3.4 | Strittige Fragestellungen in der Praxis | 25 |
| 4. | Dokumentation von Verrechnungspreisen | 28 |
| 4.1 | Überblick über die Dokumentationsanforderungen | 28 |
| 4.1.1 | Allgemeine Anforderungen | 28 |
| 4.1.2 | Zeitpunkt der Erstellung der Dokumentation | 29 |
| 4.1.3 | Sachverhalts- und Angemessenheitsdokumentation | 29 |
| 4.2 | Dokumentationsinhalte | 31 |
| 4.2.1 | Dokumentation in Normalfällen | 31 |
| 4.2.2 | Dokumentation in besonderen Fällen | 32 |
| 4.3 | Aufzeichnungspflichten für kleinere Unternehmen | 33 |
| 4.4 | Konzerninterne Verrechnungspreisrichtlinie | 34 |
| 4.5 | Ablauf der Verrechnungspreisdokumentation | 34 |
| 4.6 | Organisatorische Umsetzungsempfehlung der Dokumentation | 36 |
| 4.7 | Sachverhaltsdokumentation bei der Allweiler AG | 38 |
| 4.7.1 | Gesamtüberblick | 38 |
| 4.7.2 | Industrieanalyse | 38 |
| 4.7.3 | Unternehmensanalyse | 39 |
| 4.7.4 | Überblick über die konzerninternen Transaktionsarten | 41 |
| 4.7.5 | Analyse der Funktionen und Risiken | 45 |
| 4.8 | Unternehmenscharakterisierung | 47 |
| 5. | Angemessenheit der Konzernverrechnungspreise | 50 |
| 5.1 | Steuerrechtliche Konzernverrechnungspreismethoden | 50 |
| 5.1.1 | Überblick | 50 |
| 5.1.2 | Standardmethoden | 53 |
| 5.1.2.1 | Preisvergleichsmethode | 53 |
| 5.1.2.2 | Wiederverkaufspreismethode | 55 |
| 5.1.2.3 | Kostenaufschlagsmethode | 57 |
| 5.1.3 | Gewinnmethoden | 59 |
| 5.1.3.1 | Gewinnaufteilungsmethode | 59 |
| 5.1.3.2 | Transaktionsbezogene Nettomargenmethode | 60 |
| 5.2 | Angewandte Verrechnungspreismethoden bei der Allweiler AG | 62 |
| 5.2.1 | Lieferung von Fertigerzeugnissen | 62 |
| 5.2.1.1 | Methodenanwendung | 62 |
| 5.2.1.2 | Überlegungen zur Methodenauswahl | 63 |
| 5.2.1.3 | Fremdvergleichsanalyse | 64 |
| 5.2.2 | Lieferung von Halbfertigerzeugnissen | 64 |
| 5.2.2.1 | Methodenanwendung | 64 |
| 5.2.2.2 | Überlegungen zur Methodenauswahl | 65 |
| 5.2.2.3 | Fremdvergleichsanalyse | 65 |
| 5.2.3 | Provisionsvereinbarungen | 66 |
| 5.2.3.1 | Methodenanwendung | 66 |
| 5.2.3.2 | Überlegungen zur Methodenauswahl | 66 |
| 5.2.3.3 | Fremdvergleichsanalyse | 66 |
| 5.2.4 | Dienstleistungen | 67 |
| 5.2.4.1 | Methodenanwendung | 67 |
| 5.2.4.2 | Überlegungen zur Methodenauswahl | 69 |
| 5.2.4.3 | Fremdvergleichsanalyse | 69 |
| 5.2.5 | Finanztransaktionen | 70 |
| 5.2.5.1 | Methodenanwendung | 70 |
| 5.2.5.2 | Überlegungen zur Methodenauswahl | 70 |
| 5.2.5.3 | Fremdvergleichsanalyse | 71 |
| 5.2.6 | Übernahme von Bürgschaften, Patronatserklärungen und sonstigen Garantien | 72 |
| 5.2.6.1 | Dokumentationsanforderungen | 72 |
| 5.2.6.2 | Anmerkungen zur Dokumentationsumsetzung | 73 |
| 5.2.7 | Umlageverträge nach dem Poolkonzept | 73 |
| 5.2.7.1 | Dokumentationsanforderungen | 73 |
| 5.2.7.2 | Anmerkungen zur Dokumentationsumsetzung | 74 |
| 6. | Resümee und Ausblick | 75 |
| 6.1 | Resümee | 75 |
| 6.2 | Ausblick | 76 |
| Literaturverzeichnis | 79 | |
| Rechtsquellenverzeichnis | 84 | |
| Verzeichnis weiterer Quellen | 86 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 89 |
Die Unternehmen, welche die Funktionen und Risiken im Wesentlichen wahrnehmen, die für den Unternehmenserfolg entscheidend sind, werden als „Entrepreneur“ eingestuft 176 . Der „Entrepreneur“, auch als „Strategieträger“ bezeichnet, ist ein Unternehmen mit einem ausgeprägten Chancen- und Risikoprofil 177 . Tragen Unternehmen nur geringe Risiken und verfügen nicht über die wesentlichen materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter zur Durchführung von Geschäften, werden sie als Unternehmen mit Routinefunktionen qualifiziert 178 . Als dritte Gruppe werden die Unternehmen zusammengefasst, die vom Chancen- und Risikoprofil zwischen den beiden oben genannten Unternehmenstypen angesiedelt sind 179 . Der sog. „Mischfall“ übt mehr als Routinefunktionen aus, ohne jedoch Entrepreneur zu sein 180 . [...]
Infolge der Diplomarbeit wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Bender, Sales Controller der Allweiler AG, eine detaillierte Funktions- und Risikoanalyse für die Lieferung von Fertigerzeugnissen 171 ausgefüllt. Das Muster dieser Funktions- und Risikoanalyse wurde von der Ernst & Young AG zur Verfügung gestellt und hat sämtliche Funktionen, Risiken und materielle und immaterielle Wirtschaftsgüter zum Inhalt, denen sich die Allweiler AG und die verbundenen Unternehmen gegenüberstehen. Nach Aussage von Herrn Dworaczek 172 , Mitarbeiter der Abteilung ITS/Transfer Pricing der Ernst & Young AG in Stuttgart, ist es nicht unbedingt erforderlich, solch eine ausführliche Funktions- und Risikoanalyse für die anderen konzerninternen grenzüberschreitenden Geschäftsvorfälle der Allweiler AG, wie z. B. Provisionen und Finanztransaktionen, auszufüllen, da hier die ausgeübten Funktionen und übernommenen Risiken bereits Bestandteil der ausgehandelten Verträge sind. [...]
Die OECD-Richtlinien und die neuen deutschen Dokumentationsvorschriften sehen in einer detaillierten Funktions- und Risikoanalyse einen zwingenden Bestandteil bzw. das Kernstück einer jeden Verrechnungspreisdokumentation. Das Ziel der Funktions- und Risikoanalyse ist die Zuordnung der Funktionen und Risiken zu den an einer konzerninternen Transaktion beteiligten rechtlichen Einheiten eines Konzerns. Es ist also zu hinterfragen, welche Partei, im Sinne einer rechtlichen Einheit, im Rahmen eines Transaktionssachverhalts, welche Funktionen ausübt, mit welchen Risiken konfrontiert ist und welche materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände besitzt. Durch die Ermittlung der Funktionen, Risiken und (immateriellen) Wirtschaftsgüter bei den einzelnen Konzernunternehmen kann der relative Wertschöpfungsbeitrag durch das einzelne Konzernunternehmen bestimmt werden und es kann analysiert werden, [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832497774
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Müller, Mirko März 2006: Compliance der Konzernverrechnungspreise bei der Allweiler AG (mittelständisches Maschinenbauunternehmen), Hamburg: Diplomica Verlag
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Transfer Pricing, Verrechnungspreise, Transferpreise, Preisdokumentation, Steuerrecht



