Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Community Based Tourism

Als Instrument nachhaltiger Entwicklung ehemals benachteiligter Bevölkerungsgruppen am Beispiel Kayamandi, Südafrika

Community Based Tourism
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Manuela Margraf
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8963-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8963-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8963-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Margraf, Manuela Juli 2004: Community Based Tourism, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tourismus, Entwicklungshilfe, Township, Nachhaltigkeit, Dritte Welt

Diplomarbeit von Manuela Margraf

Einleitung:

„Something out of Nothing – etwas aus dem Nichts zaubern – heißt die Werkstätte von Sarah Mahlangu, die in Mhluzi bei Middelburg (Südafrika) Abfälle sammelt und aus Blechdosen Kunst, aus Abfallsäcken Türvorlagen und aus Lumpen Gewänder herstellt. Mit ihrem Recycling- und Kunstzentrum hat Sarah Mahlangu Arbeitsplätze für sich und andere Dorfangehörige sowie eine Touristenattraktion geschaffen. Immer mehr Gäste kommen vorbei, lassen sich kulinarisch verwöhnen und anschließend von Mahlangus Tochter die verschiedenen Facetten des Township-Lebens zeigen.

Diese Erfolgsgeschichte steht stellvertretend für die neuere Entwicklung im südlichen Afrika hin zu mehr Partizipation der im Zuge der Apartheidpolitik benachteiligten Bevölkerungsgruppen an der ‚weißen’ Tourismusindustrie.

So stellte die südafrikanische Regierung schon in ihrer Tourismuspolitik 1996 fest, dass die Mehrheit dieser Menschen bis dahin mit oben genanntem Wirtschaftszweig nur selten in Berührung gekommen ist und dementsprechend ein dringender Handlungsbedarf zur ökonomischen Förderung dieser Bevölkerungsgruppen besteht. Bis heute profitiert mehrheitlich die weiße, bessergestellte Minderheit von der Reiseindustrie – sowohl in Südafrika als auch in den meisten anderen Entwicklungsländern der Welt.

Folglich trägt Tourismus in diesen Nationen oftmals dazu bei, dass Arm und Reich sich kontinuierlich weiter voneinander entfernen und es zu einer Stärkung vorhandener Ungleichgewichte kommt. Diese Entwicklung birgt die Gefahr der Verfestigung bereits existierender Probleme wie steigender Kriminalität, hoher Arbeitslosigkeit, zunehmender Armut oder auch starker regionaler Disparitäten.

Um dem entgegen wirken zu können, setzen eine Vielzahl der Dritte-Welt-Länder ihre Hoffnungen in die neuere Entwicklung der alternativen Tourismusform Community Based Tourism, welche entsprechend dem einleitenden Beispiel, benachteiligte ethnische Gruppen einbindet, und zwar auf eine sozial- sowie umweltverträglich Weise, um so negative Auswirkungen des Tourismus minimieren zu können.

Ziel dieser Arbeit ist die Vorstellung des Community Based Tourism und im speziellen des Township-Tourismus als eine konstruktive Antwort auf oben genannte Probleme. Es wird gezeigt, dass der Community Based Tourism eine Form des nachhaltigen Tourismus darstellt, welcher in der Lage ist, einen positiven Beitrag zur Entwicklung ehemals benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Dritte-Welt-Ländern zu leisten.

Dabei sollen im Anschluss an allgemeine Informationen über Tourismus in Entwicklungsländern und alternative Reiseformen die Inhalte dieses relativ neuen Konzeptes dargestellt und auf ihre Entwicklungsrelevanz hin geprüft werden. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen demnach benachteiligte Bevölkerungsgruppen und deren Einbindung in Tourismusprojekte mit dem Ziel der Bekämpfung von Ungleichgewichten zwischen Arm und Reich in Entwicklungsländern.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel: Nach der Einleitung folgt in Kapitel 2 ein allgemeiner Überblick über den Tourismus in Entwicklungsländern, um so deren Position im internationalen Tourismus bestimmen sowie daraus resultierende Chancen und Risiken herausstellen zu können. Als Antwort auf die identifizierten Probleme werden abschließend mögliche alternative Tourismusformen dargestellt und auf ihre Sozial- sowie Umweltverträglichkeit geprüft.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Konzept des Community Based Tourism (CBT) als alternative und zugleich nachhaltige Tourismusform für Dritte-Welt-Länder. Dabei werden Inhalte, Ziele, Organisationsformen sowie drei ausgewählte Beispiele vorgestellt. Zudem werden die spezifischen Problemfelder herausgestellt und entsprechende Handlungsempfehlungen erörtert.

Abschließend wird versucht, eine Bewertung des CBT-Konzeptes im Hinblick auf die Entwicklungsrelevanz für benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Dritte-Welt-Ländern vorzunehmen, um damit aufzeigen zu können, inwieweit die Durchführung von dementsprechenden Projekten für diese Länder sinnvoll erscheint.

Da Township-Tourismus in Südafrika als Form des CBT einen Großteil der vorliegenden Arbeit ausmacht, gibt Kapitel 4 einen grundlegenden Überblick über den geschichtlichen Hintergrund, die allgemeine soziale Lage der Menschen sowie den Tourismus des südlichsten Staates des afrikanischen Kontinentes. Diese Einführung ist Grundlage für das Verständnis der Probleme des Landes und somit der Notwendigkeit eines Konzeptes, welches die ehemalig benachteiligte Bevölkerung involviert und zu dessen Weiterentwicklung beiträgt.

Das Kapitel 5 beschäftigt sich dann weiterführend mit dem Konzept des Township-Tourismus als Form des CBT. Zur besseren Veranschaulichung wird ein entsprechendes Projekt in Kayamandi, einem Township nahe der Touristenstadt Stellenbosch, östlich von Kapstadt, vorgestellt, um abschließend eine fundierte Bewertung dieser Tourismusform unter Heranziehung der CBT-Kriterien durchführen zu können.

Kapitel 6 gibt einen kurzen Überblick über vorliegende Arbeit und fasst wichtige Aspekte noch einmal zusammen, um so abschließend zu einem Fazit bezüglich des Community Based Tourism und dessen zukünftiger Entwicklung kommen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Vorgehensweise 2
2. Allgemeiner Überblick - Tourismus in Entwicklungsländern 4
2.1 Definition Entwicklungsland 4
2.2 Entwicklung im Dritte-Welt-Tourismus 5
2.3 Chancen und Risiken des Dritte-Welt-Tourismus 7
2.3.1 Ökonomische Aspekte 7
2.3.2 Ökologische Aspekte 10
2.3.3 Sozio-kulturelle Aspekte 12
2.4 Alternative Tourismusformen 13
2.4.1 Integrativer Tourismus 13
2.4.2 Alternativtourismus 15
2.4.3 Ökotourismus 16
3. Community Based Tourism in Entwicklungsländern als Instrument nachhaltiger Entwicklung 18
3.1 Das Konzept des CBT 18
3.2 Ziele der an CBT-Projekten beteiligten Akteure 21
3.3 Machbarkeit von CBT 24
3.4 Beispiele ausgewählter CBT-Projekte 25
3.4.1 Marokko 25
3.4.2 Brasilien 26
3.4.3 Namibia 27
3.5 Organisationsformen des CBT 28
3.6 Problemfelder des CBT 30
3.7 Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von CBT-Projekten 33
3.8 Bewertung von CBT im Hinblick auf die Entwicklungsrelevanz für Entwicklungsländer 36
4. Tourismus in der Republik Südafrika 38
4.1 Ein notwendiger Rückblick 38
4.2 Die soziale Lage 40
4.3 Touristisches Angebot 42
4.3.1 Ursprüngliches Angebot 42
4.3.2 Abgeleitetes Angebot 44
4.4 Wirtschaftsfaktor Tourismus 45
4.5 Tourismuspolitik 49
5. Township-Tourismus in Südafrika als Form des CBT 52
5.1 Der Begriff ‚Township' 52
5.2 Township-Tourismus in Südafrika 54
5.3 Die Fallstudie Kayamandi 61
5.3.1 Die Stadt Stellenbosch und das dazugehörige Township Kayamandi 63
5.3.2 Der Greater Stellenbosch Development Trust (GSDT) 64
5.3.3 Das Tourismus-Projekt 67
5.3.3.1 Machbarkeitsanalyse 69
5.3.3.2 SWOT-Analyse 76
5.3.3.3 Zielgruppen 78
5.3.3.4 Kommunikationspolitik 82
5.3.3.5 Abschließende Beurteilung 88
5.4 Bewertung von Township-Tourismus als Form des CBT 90
6. Schlussbetrachtung 92
Anhang V
Literaturverzeichnis X
Homepage-Verzeichnis XIII
Ehrenwörtliche Erklärung XV

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Tourismus und seine indirekten Folgen trugen 2002 72,5 Milliarden Rand (etwa 7,2 Milliarden US$) zum BIP des Landes bei, was einem Anteil von 7,1 % entspricht. Laut Vorhersagen der WTO sollen diese Werte bis zum Jahr 2012 auf 194,3 Milliarden Rand (21,3 Milliarden US$) und somit einen Anteil von 8,1 % am gesamten BIP steigen.2 Auch der Einfluss des Tourismussektors auf die Beschäftigung ist nicht unerheblich: So lag die Zahl der direkt geschaffenen Arbeitsplätze im Jahr 2002 bei 492.700 (3 % der Gesamtbeschäftigung) und soll, laut Vorhersage, bis zum Jahr 2012 auf 679.200 (3,4 % der Gesamtbeschäftigung) ansteigen. Nimmt man die indirekt geschaffenen Arbeitsplätze, in den dem Tourismus vorgelagerten Sektoren hinzu, so kommt man insgesamt auf etwa 1,1 Millionen Jobs (6,9 % der Gesamtbeschäftigung), die im oben erwähnten Zeitraum auf etwa 1,6 Millionen ansteigen sollen.3 [...]

Die südafrikanische Wirtschaft ist heutzutage breiter gefächert und die ehemalige Abhängigkeit von der Goldproduktion überwunden. So hat die verarbeitende Industrie, deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2001 etwa 18,5 % betrug, den Bergbau von Platz 1 der Rangliste verdrängt.3 Wichtigster Sektor dieser Industrie ist die Automobilbranche, unterstützt durch ausländische Unternehmen wie BMW, Volkswagen und Ford, welche in Südafrika produzieren. Dagegen verliert der Agrarsektor immer weiter an Bedeutung und trug 2001 nur noch etwa 4 % zum BIP bei, wobei jedoch die starke Arbeitsintensität dazu führt, dass circa 15 % der Arbeitnehmer in diesem Sektor einen Platz finden4. Besonders für die benachteiligten Bevölkerungsteile ist die Landwirtschaft ein wichtiger Arbeitgeber5. [...]

Südafrika ist 3,5 mal so groß wie die Bundesrepublik und umfasst folgende neun Provinzen: Western Cape (mit der Parlamentshauptstadt Kapstadt), Eastern Cape, Northern Cape, North-West, Free State, Gauteng (mit der Verwaltungs- und Regierungshauptstadt Pretoria), Northern Province, Mpumalanga und Kwa-Zulu-Natal. Es werden vier unterschiedliche geologische Primär-Zonen unterschieden: Da ist zum einen die Küstenregion, die sowohl Wüstengebiete wie auch subtropische Wälder zu bieten hat, dann die Bergmassive des Great Escarpment, das in seinem Erscheinungsbild halbrund gedehnte Inland-Plateau sowie das subtropische Lowveld (Savannenlandschaft im Nordosten des Landes)2. Auch die Flora ist erstaunlich vielfältig: Von weltweit etwa 400 existierenden Pflanzenfamilien gibt es allein in Südafrika 216, und die Fauna3, ein wichtiger Anziehungsfaktor für Südafrika-Reisende, lässt ebenfalls keine Wünsche offen. So lassen sich unter anderem die sogenannten ‚Big Five’ (Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard und Löwe) in einem der 20 Nationalparks oder auch 400 Wildparks und Reservaten4 beobachten. [...]

Arbeit zitieren:
Margraf, Manuela Juli 2004: Community Based Tourism, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tourismus, Entwicklungshilfe, Township, Nachhaltigkeit, Dritte Welt

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren