Commercial Paper als Instrument der Unternehmensfinanzierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jutta Kleinhans
- Abgabedatum: November 2003
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 435,9 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Aachen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7681-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7681-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7681-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kleinhans, Jutta November 2003: Commercial Paper als Instrument der Unternehmensfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Geldmarktinstrument, kurzfristig, ECP, Short-term rating, Disintermediation
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Diplomarbeit von Jutta Kleinhans
Zusammenfassung:
Commercial Papers sind ein kurzfristiges kostengünstiges Finanzierungsinstrument, das in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. Während dieses Instrument in den USA auf eine sehr lange Tradition zurückblickt, so gewannen Commercial Papers in Europa erst seit der Euro-Währungsunion verstärkt an Bedeutung. Die Diplomarbeit „Commercial Paper als Instrument der Unternehmensfinanzierung“ beschreibt die Charakteristiken dieses Instruments, Gründe für den hohen Stellenwert in den USA und die Gründe, warum Commercial Papers in Europa erst in den letzten Jahren verstärkt an Aufmerksamkeit gewannen. Die Darstellungen beschränken sich auf die USA und Europa, hier insbesondere auf Deutschland, Frankreich und den Euromarkt. In Japan, Kanada und Australien existieren ebenfalls bedeutende Märkte, auf die jedoch nicht eingegangen werden soll.
Kapitel A stellt zunächst die Charakteristiken von Commercial Papers dar und beschreibt kurz eine Variante dieses Instruments, Asset Backed Commercial Papers.
In Kapitel B werden die jüngsten Entwicklungen auf den hier betrachteten Märkte beschrieben. Anschließend werden der geschichtliche Hintergrund sowie die Faktoren erläutert, welche zur Entstehung dieses Instruments auf den jeweiligen Märkten beigetragen haben.
Kapitel D beschreibt die Chancen und Risiken für Emittenten von Commercial Papers. Das nächste Kapitel befasst sich insbesondere mit dem Einfluss der Ratingagenturen, die eine bedeutende Rolle auf den Commercial-Paper-Märkten spielen, sowie den Methoden zur Unterbringung am Markt und der Abwicklung der Papiere.
Kapitel F setzt sich mit den Folgen für die beteiligten Intermediäre im Markt auseinander, die durch die vermehrte Kapitalmarktorientierung von Unternehmen in erster Linie ihre Kunden bester Bonität verloren haben.
Kapitel G stellt kurz die Interessen der Anleger an Commercial Papers dar.
Kapitel H vergleicht schließlich Commercial Papers mit alternativen oder ähnlichen Finanzierungsinstrumenten wie beispielsweise Medium Term Notes oder Euronotes.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| Abbildungsverzeichnis | 7 | |
| Tabellenverzeichnis | 7 | |
| A. | Einführung | 8 |
| I. | Definition, Eigenschaften und Ausstattung von Commercial Paper | 8 |
| II. | Commercial-Paper-Programme | 10 |
| III. | Eine Variante von CP: Asset Backed Commecial Paper | 11 |
| IV. | Einordnung von Commercial Paper in die Finanzmärkte | 12 |
| B. | Die internationalen Commercial-Paper-Märkte | 16 |
| I. | Der US-Commercial-Paper-Markt | 16 |
| II. | Der Euro-Commercial-Paper-Markt | 19 |
| III. | Inländische Commercial-Paper-Märkte in Europa | 22 |
| a. | Der französische Commercial-Paper-Markt | 22 |
| b. | Der deutsche Commercial-Paper-Markt | 24 |
| IV. | Statistische Veröffentlichungen über Commercial Papers | 26 |
| V. | Gesetzliche Regelungen für Commercial Papers | 28 |
| a. | Die mangelnde Integration innerhalb des Eurosystems | 28 |
| b. | Überblick über gesetzliche Bestimmungen in Europa | 29 |
| c. | Rechtliche Grundlagen für CP in Deutschland, Frankreich, UK und USA | 30 |
| C. | Historische Entwicklung internationaler Commercial-Paper-Märkte | 33 |
| I. | Die Entstehung von Commercial Paper in den USA und die anfängliche Entwicklung des US-amerikanischen Marktes | 33 |
| II. | Die Entstehung von Commercial-Paper-Märkten in Europa | 35 |
| a. | Entstehung des Euro-Commercial-Paper-Marktes | 35 |
| b. | Entstehung nationaler Commercial-Paper-Märkte in Europa | 37 |
| D. | Kurzfristige Finanzierung mittels Commercial Paper aus Unternehmenssicht | 40 |
| I. | Kurzfristige kontra langfristige Finanzierung am Beispiel von Anleihen und Commercial Papers | 40 |
| II. | Der Kreis der Kreditnehmer | 41 |
| III. | Die Interessenlage und Vorteile der Emittenten | 45 |
| IV. | Finanzierungskosten einer Commercial Paper-Emission | 46 |
| a. | Die Zinskosten | 47 |
| b. | Weitere Kosten | 48 |
| V. | Die Risiken für den Kreditnehmer | 49 |
| a. | Das Zinsänderungsrisiko | 49 |
| b. | Das Wechselkursänderungsrisiko | 50 |
| c. | Das Platzierungs- und Anschlussfinanzierungsrisiko | 50 |
| E. | Pricing, Marktunterbringung und Abwicklung von Commercial Paper | 52 |
| I. | Pricing und der Einfluss des Rating | 52 |
| a. | Die Rolle der Ratingagenturen | 52 |
| b. | Spezielle Bewertungsfaktoren bei kurzfristigen Schuldtiteln | 53 |
| c. | Bedeutung des Ratings in Hinsicht auf Finanzierungskosten und Marktunterbringung | 59 |
| II. | Preisnotierung | 61 |
| III. | Unterbringung und Platzierung auf dem Markt | 63 |
| a. | Direktplatzierung | 63 |
| b. | Dealerplatzierung | 65 |
| IV. | Clearing und Settlement | 66 |
| V. | Der Sekundärmarkt für Commercial Paper | 68 |
| F. | Die Rolle der Intermediäre innerhalb einer Commercial-Paper-Emission | 69 |
| I. | Arten von Intermediären | 69 |
| II. | Funktionen der Intermediäre innerhalb der verschiedenen Phasen | 70 |
| III. | Die Folgen der Disintermediation für die Kreditinstitute | 72 |
| G. | Commercial Paper als kurzfristige Finanzanlage aus Investorensicht | 74 |
| I. | Der Kreis der Investoren | 74 |
| II. | Die Interessenlage und Vorteile der Investoren | 75 |
| III. | Kreditrisiko einer Commercial-Paper-Investition | 76 |
| H. | Commercial Paper im Vergleich zu alternativen kurz-oder mittelfristigen Finanzierungsinstrumenten | 77 |
| I. | Kontokorrentkredite | 77 |
| II. | Finanzwechsel | 79 |
| III. | Euronotes | 80 |
| IV. | Medium Term Notes | 82 |
| Anhang | 84 | |
| Literaturverzeichnis | 89 |
a. Die Zinskosten Die Bandbreite für die Zinsen liegt zwischen EURIBOR oder LIBOR minus 25 Basispunkten (Basis Points, bps)1 und plus 6 ¼ Basispunkten.2 Die Höhe des Spread hängt ab von der Bonität des Kreditnehmers3, der Laufzeit sowie der allgemeinen Lage auf den Finanzmärkten.4 Der Spread auf dem ECP-Markt entwickelte sich während der letzten zweieinhalb Jahre wie folgt: Für Kapitalgesellschaften mit einem Rating der zweitbesten Kategorie von A-1/P1 lag der Abschlag zum US-Dollar LIBOR für Euro Commercial Papers bei -8 bps im Januar 2001, bis Dezember 2001 fiel der Spread kontinuierlich auf 0 bps und verweilte auf diesem Niveau bis September 2003. Für Kapitalgesellschaften und Banken mit einem Rating der höchsten Stufe (A-1+/P1) und für Banken mit einem Rating der zweitbesten Kategorie (A-1/P1) betrug der Abschlag im Januar 2001 USD LIBOR –12 bps, fiel auf –6 bps zum Jahresende 2001 und verweilte auf diesem Level bis September 2002. Seitdem schwankte der Spread zwischen –6 bps und –3 bps und erreichte im September 2003 einen Stand von –4 bps.5 Die Differenz zwischen den Spreads für Unternehmen mit einem erstklassigen Rating und Unternehmen mit einem Rating der zweiten Kategorie verdeutlicht die Sensibilität des Marktes auf die Bonität des Emittenten. Abb. D-1, S. 48 zeigt die Entwicklung der Geldmarktsätze in Europa (EURIBOR) und den USA (US-Dollar LIBOR). Seit April 2001 ist der Referenzzins für Dreimonatsgeld aufgrund der aggressiven Geldpolitik der Fed in den Vereinigten Staaten niedriger als in Europa. Seit Januar 2002 verlaufen die Geldsätze wieder relativ parallel zueinander, die Differenz lag seitdem zwischen ca. 1% und 1,6%. Derzeit ist die Finanzierung auf dem USCP-Markt wesentlich günstiger als auf dem ECP-Markt bzw. auf europäischen Inlandsmärkten. Zwischen April 1996 und März 2001 war dies umgekehrt. [...]
Flexibilität: Volumen sowie Laufzeit der jeweiligen Emissionen können den individuellen Finanzierungsbedürfnissen des Kreditnehmers angepasst werden – vorausgesetzt es bestehen günstige Marktkonditionen und eine entsprechende Nachfrage seitens der Anleger. Diese Flexibilität erlaubt eine fristenkongruente Refinanzierung kurzfristiger Aktiva. Kreditgeberbasis: Die Kreditaufnahme am Geldmarkt ermöglicht das Erreichen einer wesentlich breiteren Investorenbasis sowie das mögliche Erschließen neuer Finanzierungsquellen bei Etablierung am Markt. Zudem können sehr hohe Kreditbeträge von einer einzigen Quelle beschafft werden, während bei Aufnahme eines Bankkredits, bedingt durch Mindestreserve- und Eigenkapitalunterlegungsvorschriften, möglicherweise das Herantreten an mehrere Banken nötig wäre. Weiterhin können durch die Emission von CPs Kreditlinien geschont werden. Prestige: Nur die kreditwürdigsten Unternehmen mit guter Marktreputation haben die Möglichkeit zur CP-Emission. Ein hervorragendes Credit Standing könnte auch für die Emission anderer Finanzierungsinstrumente wie Anleihen oder Aktien von Nutzen sein. Keine Vermögensanforderungen: Grundsätzlich bestehen keine Mindestanforderungen an das kurzfristige Vermögen seitens der Anleger. Jedoch unterhalten die Emittenten meistens Kreditlinien bei Banken im Falle einer scheiternden Tilgung bzw. Neuemission von CPs.1 Stetige Nachfrage: Historisch gesehen wurden in den USA Papers erstklassiger Unternehmen, zumeist mit ausgezeichnetem Rating, mühelos von Geldmarktfonds abgenommen (Ausnahmen waren Rezessionsphasen, z. B. 1991/1992 und 2001).2 [...]
III. Die Interessenlage und Vorteile der Emittenten Commercial Papers erfüllen insbesondere zwei Zwecke für den Emittenten: kurzfristige Finanzierung des Umlaufvermögens und Liquiditätssteuerung (Cash Management). CPs stellen in diesem Zusammenhang eine kostengünstige Alternative zu Bankkrediten dar.1 Finanzunternehmen finanzieren mit Commercial Papers in erster Linie die Kreditnachfrage ihrer Kunden während Industrieunternehmen hauptsächlich das Vorratsvermögen finanzieren. Finanzunternehmen haben i. d. R. dauerhaften und stetigen Bedarf an kurzfristigen Mitteln, Industrieunternehmen dagegen oft schwankenden und saisonalen Liquiditätsbedarf.2 CPs werden darüber hinaus auch zur Brückenfinanzierung während ungünstiger Marktkonditionen ausgegeben. Angenommen, eine Unternehmung benötigt zur Finanzierung eines Investitionsprojekts langfristiges Kapital bei Erwartung eines fallenden Zinsniveaus. Dieser Kapitalbedarf würde zunächst durch kurzfristige Commercial-Paper-Emissionen zwischenfinanziert und die langfristige Kreditaufnahme durch beispielsweise Industrieanleihen verzögert, bis die vorteilhafteren Marktbedingungen eingetreten sind. Bisweilen wurden CPs auch zur Brückenfinanzierung von Unternehmensübernahmen emittiert.3 Unternehmen, die aktiv im M&A-Bereich sind, sind auf hohe Flexibilität angewiesen, um möglichst schnell potentiell große Geldsummen aufnehmen zu können. Unternehmen finanzieren sich vermehrt über konkurrenzfähigere Quellen, einschließlich des CP-Marktes, als durch teure Bankkreditlinien. Eine Reihe von Firmen nutzten erfolgreich ECPProgramme zur Finanzierung von Akquisitionen bevor sie sich durch längerfristige Finanzierungsquellen, z. B. durch Aktienemission, refinanzierten.4 Die Allianz finanzierte etwa die Übernahme der Dresdner Bank im Juli 2001 teilweise mit Commercial Papers.5 Vorteile von Commercial Paper als kurzfristiges Finanzierungsinstrument, insbesondere im Vergleich zu kurzfristigen Bankkrediten, werden nachfolgend kurz dargestellt: • Finanzierungssätze: Die Zinssätze sind günstiger als die für kurzfristige Bankkredite oder vergleichbare kurzfristige Kreditinstrumente. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832476816
Arbeit zitieren:
Kleinhans, Jutta November 2003: Commercial Paper als Instrument der Unternehmensfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Geldmarktinstrument, kurzfristig, ECP, Short-term rating, Disintermediation



