Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment im deutschen Lebensmitteleinzelhandel
Mit Schwerpunkt Kaiser's Tengelmann AG, Viersen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sven Kühnel
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 133 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6603-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6603-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6603-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kühnel, Sven Februar 2002: Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Efficient Consumer Response, Supply Chain Management, Electronic Data Intercharge, Handel, Absatzplanung
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Diplomarbeit von Sven Kühnel
Zusammenfassung:
Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) - Kollaborative Planung, Prognose und Bestandsführung ist ein Prozessmodell in dem durch eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Lieferant und Händler das automatische Wiederbefüllen der Regale durch kollaborative Planung und Prognose verbessert wird. Zudem können Kosten gesenkt und eine bessere Beziehung zwischen den Handelspartnern entwickelt werden. CPFR als Fortentwicklung des ECR-Gedankens gilt insbesondere in den USA als neues Instrument zur Optimierung der gesamten Lieferkette. Efficient Consumer Response (ECR) ist ein Managementkonzept für Einzelhandel und Industrie, um die Wertschöpfungskette an die Verbraucherbedürfnisse angepasst zu gestalten. Die Grundidee von CPFR liegt in der gemeinsamen Nutzung, Zusammenführung und Weiterentwicklung des auf Handels- und Herstellerseite vorhandenen Wissens zur Absatzplanung. Ziel ist es, die gesamte Lieferkette von der Produktion bis zur Filiale effizienter zu gestalten. Dazu wird unter anderem eine gemeinsame Produktions- und Abverkaufsplanung auf der Basis von gemeinsamen Marktprognosen erstellt. Insbesondere wird Produktion und Lagerhaltung der tatsächlichen Nachfrage angepasst sowie Warenfluss und Werbung aufeinander abgestimmt. Die konsequente Umsetzung des CPFR-Gedankens soll eine hohe Flexibilität im Bereich der Lieferprozesse garantieren und variable Bestellgrößen und Lieferstrukturen zulassen, sowie ein kurzfristiges Reagieren auf Nachfrageschwankungen ermöglichen. Hierdurch sollen - wie schon bei ECR im deutschen Handel - in erster Linie Rationalisierungseffekte im Bereich Logistik erreicht werden.
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) im Einzelhandel. Schwerpunktmäßig wird der Bereich für Konsumgüter insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) betrachtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Unternehmensgruppe Tengelmann mit der Supermarktsparte Kaiser's Tengelmann. Zur Einführung in die Thematik von CPFR im Lebensmitteleinzelhandel soll sowohl ein theoretischer wie auch ein praktischer Ansatz behandelt werden. Es soll die Frage beantwortet werden, ob und wenn ja inwieweit CPFR für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland, insbesondere für Kaiser's Tengelmann, sinnvoll ist und welche Vor- und Nachteile mit einer solchen Einführung verbunden sind. Die Diplomarbeit soll ebenfalls eine Grundlage für das Aufdecken möglicher Schwierigkeiten bei der Einführung bilden. Außerdem wird eine allgemeinere Einführung über die richtige Auswahl eines Anbieters von CPFR-fähiger Software gegeben. Für die mögliche Einführung von CPFR bei der Unternehmensgruppe Tengelmann soll als Entscheidungsgrundlage für Angebote unter anderem ein Ansatz zur Wirtschaftlichkeitsabschätzung erstellt werden. Für die Mitarbeiter des Unternehmens soll sie eine Informationsquelle bilden, um eine Steigerung der Akzeptanz von CPFR - besonders bei den verschiedenen Geschäftseinheiten von Tengelmann - zu bewirken.
Gang der Untersuchung:
Die Diplomarbeit ist in fünf Kapitel unterteilt: Das erste Kapitel führt in die Thematik der Arbeit ein. Neben einigen Rahmeninformationen werden hier Ziele und Grenzen vorgestellt.
Im zweiten Kapitel wird CPFR theoretisch dargestellt. CPFR wird definiert, gegen andere Begriffe abgegrenzt und seine Entwicklung dargestellt. Das Kapitel beantwortet die Frage, was mit dem CPFR-Prozess in der Theorie erreicht werden soll, welche Ziele damit verbunden sind und welche Risiken existieren. Zum Abschluss dieses Kapitels wird CPFR im Umfeld der Transaktionskostentheorie beleuchtet.
Im dritten Kapitel wird am Beispiel erfolgreicher CPFR Einführungen dieser neue Begriff genauer untersucht. Dazu werden die Strukturmerkmale des Lebensmitteleinzelhandels dargestellt und in einen Zusammenhang mit CPFR gebracht. Die Herausforderungen der Einführung und der Umsetzung von CPFR werden behandelt. Zum Abschluss wird die Auswahl eines passenden Softwareanbieters näher beleuchtet.
Das vierte Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Möglichkeit einer CPFR-Einführung bei Kaiser's Tengelmann. Es soll dazu ein Zielsetzungsvorschlag erstellt werden, dem die Besonderheiten von Kaiser's Tengelmann und eine grobe Ist-Analyse der Einkaufsprozesse folgt. Der folgende Abschnitt des Kapitels enthält eine kurze Einschätzung des Einführungspotentials der einzelnen Tengelmannsparten. Einer Kosten und Nutzenrechnung für die nächsten Jahre folgt eine Roadmap oder Wegbeschreibung mit Empfehlungen für eine erfolgreiche Einführung von CPFR für diesen Zeitraum. Dieses Kapitel schließt mit einer Untersuchung über die Bedeutung einer Einführung von CPFR für die strategischen Ziele des Unternehmens.
Den Abschluss dieser Arbeit im fünften Kapitel bildet ein umfangreiches Resümee, in dem ein Ausblick auf CPFR und weitergehende Konzepte gegeben wird. Dazu gehören auch die Entwicklungsmöglichkeiten von Tengelmann sowie der gesamten Branche.
In der DA sind insgesamt 6 Seiten mit internen Informationen von Tengelmann geschwärzt!
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | i | |
| I. | Abbildungsverzeichnis | iv |
| II. | Tabellenverzeichnis | v |
| III. | Abkürzungsverzeichnis | vi |
| 1. | Einführung | 3 |
| 1.1 | Ziel der Diplomarbeit | 3 |
| 1.2 | Abgrenzung der Diplomarbeit | 4 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 5 |
| 1.4 | Lebensmitteleinzelhandel mit Schwerpunkt Tengelmann | 6 |
| 1.4.1 | Rahmenbedingungen | 6 |
| 1.4.2 | Deutscher Lebensmitteleinzelhandel | 7 |
| 1.4.3 | Internationaler Lebensmitteleinzelhandel | 9 |
| 1.4.4 | Tengelmann Unternehmensgruppe | 10 |
| 2. | Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment | 13 |
| 2.1 | Definition von CPFR | 13 |
| 2.2 | Entwicklung von CPFR | 15 |
| 2.3 | Neun Schritte von CPFR | 17 |
| 2.3.1 | Einführung | 17 |
| 2.3.2 | Erster Schritt: Entwicklung der Grundsatzvereinbarung | 21 |
| 2.3.3 | Zweiter Schritt: Entwicklung eines gemeinsamen Geschäftsplans | 25 |
| 2.3.4 | Dritter Schritt: Erstellung der Bedarfsprognose | 25 |
| 2.3.5 | Vierter Schritt: Identifikation von Bedarfsprognoseabweichungen | 26 |
| 2.3.6 | Fünfter Schritt: Gemeinsame Bearbeitung der Bedarfsprognoseabweichungen | 26 |
| 2.3.7 | Sechster Schritt: Erstellung der Bestellprognose | 27 |
| 2.3.8 | Siebter Schritt: Identifikation der Bestellprognoseabweichungen | 27 |
| 2.3.9 | Achter Schritt: Gemeinsame Bearbeitung der Bestellprognoseabweichungen | 28 |
| 2.3.10 | Neunter Schritt: Generierung von Bestellungen | 28 |
| 2.3.11 | Reihenfolge der Prozessschritte | 29 |
| 2.4 | Abgrenzung von CPFR | 29 |
| 2.5 | Theoretische Ziele, Nutzen und Risiken von CPFR | 32 |
| 2.5.1 | Ziele von CPFR | 32 |
| 2.5.2 | Nutzen von CPFR | 33 |
| 2.5.3 | Risiken | 41 |
| 2.6 | Transaktionskostentheorie von CPFR | 43 |
| 2.6.1 | Neue Institutionenökonomie | 43 |
| 2.6.2 | Transaktionskostentheorie | 44 |
| 2.6.3 | CPFR in der Transaktionskostentheorie | 47 |
| 3. | CPFR im Lebensmitteleinzelhandel | 52 |
| 3.1 | Erfolgreiche Umsetzungen von CPFR | 52 |
| 3.2 | Die Strukturmerkmale der Branche im Bezug zu CPFR | 57 |
| 3.3 | Herausforderungen bei der Einführung und der Umsetzung von CPFR | 58 |
| 3.3.1 | Überblick | 58 |
| 3.3.2 | Organisation und Mensch | 59 |
| 3.3.3 | Prozesse | 63 |
| 3.3.4 | Systeme und Technik | 64 |
| 3.3.5 | Partner | 65 |
| 3.3.6 | Herausforderungen für Hersteller | 68 |
| 3.4 | Auswahl eines Softwareanbieter für den Einsatz von CPFR | 70 |
| 3.4.1 | Nicht-funktionale Aspekte bei der Auswahl von SCM-Software | 70 |
| 3.4.2 | Vorgehensweise bei der Auswahl von CPFR-Software | 70 |
| 3.4.3 | Mehrstufige Softwareauswahl | 71 |
| 3.4.4 | Auswahl von CPFR-Software | 73 |
| 3.4.5 | Grundsätzliche Fragen der Grobauswahl | 73 |
| 4. | Einführungsbereitschaft für CPFR bei Kaiser's Tengelmann | 75 |
| 4.1 | Ziel einer möglichen Einführung | 75 |
| 4.2 | Besonderheiten gegenüber der Branche | 76 |
| 4.3 | Grobanalyse der Einkaufsprozesse | 78 |
| 4.4 | Bedeutung der Grobanalyse für CPFR | 78 |
| 4.5 | Wirtschaftlichkeitsabschätzung für CPFR bei Kaiser's Tengelmann | 78 |
| 4.5.1 | Vorgehensweise | 78 |
| 4.5.2 | Ergebnis | 82 |
| 4.6 | Einführung von CPFR bei Kaiser's Tengelmann | 83 |
| 4.7 | Bedeutung von CPFR für Kaiser's Tengelmann | 85 |
| 5. | Resümee | 87 |
| IV. | Interviews | 90 |
| V. | Literaturverzeichnis | 91 |
| VI. | Anhang | 100 |
Institutionen.122 Dabei stellt sie kein einheitliches Theoriegebäude dar. Vielmehr besteht sie aus mehreren methodologisch weitgehend verwandten Ansätzen, die sich gegenseitig überlappen, ergänzen und teilweise aufeinander beziehen. In den meisten Fällen bezieht sie sich auf identische Annahmen des menschlichen Verhaltens. Dies sind: Individuelle Nutzenmaximierung, begrenzte Rationalität und opportunistisches Verhalten. Dabei werden alle ihre Ansätze aus der Perspektive des Individuums erklärt. Zu den wichtigsten theoretischen Ansätzen gehören: Die Property-Rights-Theorie (Rechte von Individuen an Gütern und ihre Ausprägungen und Folgen), die Transaktionskostentheorie (Kosten für die Übertragung von Rechten an Gütern und Dienstleistungen), die Principal Agent Theorie (Wissen ist zwischen Individuen asymmetrisch verteilt – welche Folgen hat das?) und im weiteren Sinne auch die ökonomische Vertragstheorie (Arten und Design von effizienten Verträgen). Im folgenden wird nur auf die Transaktionskostentheorie näher eingegangen, da sich an dieser die Thematik CPFR besonders gut darstellen lässt. 2.6.2 Transaktionskostentheorie In der Transaktionskostentheorie123 ist die grundlegende Untersuchungseinheit die einzelne Transaktion. Eine Transaktion findet bei einer Übertragung von Verfügungsrechten (an einem Gut oder einer Dienstleistung) statt. Die Kosten, die bei einer solchen Transaktion (für Information und Kommunikation zur Anbahnung eines Leistungsaustausches) anfallen, werden Transaktionskosten genannt. Ihre Höhe ist von der zu erbringenden Leistung und ihren Eigenschaften, den Verhaltensmerkmalen der Beteiligten und der gewählten Einbindungs- und Organisationsform abhängig.124 Gleichzeitig sind Trans- [...]
Interne Risiken sind Risiken, die nur aus dem Innern des Systems heraus auftreten. Am wichtigsten ist die Fehlerintoleranz, die im System von CPFR verborgen liegt. Sie kann eingeschränkt werden, aber die Auswirkungen sind durch die geringeren Lagerbestände schwieriger auszugleichen. Sobald ein Mitarbeiter, bewusst oder unbewusst, falsche Zahlen eingibt oder richtige Zahlen ändert, entstehen Fehler die direkt in die Bestellung einfließen können. Wenn diese nicht schnell bemerkt und beseitigt werden, wird das gesamte System gefährdet. Heute werden Prognosefehler durch höhere Lagerkapazitäten abgesichert. Eine Folge von CPFR ist die Beseitigung vieler dieser Lagerkapazitäten. Ein schneller Ersatz eines fehlenden Produktes aus dem Lager heraus ist damit nicht mehr möglich. CPFR ist darauf ausgerichtet, solche Fehler zu entdecken und die Folgen zu beseitigen, da gemeinsam mit dem Lieferanten eine Art „vier Augen Prinzip“ herrscht. Fehler, wie oben beschrieben, werden unter normalen Umständen vom Partnerunternehmen entdeckt. Externe Risiken, die beide Partner betreffen, beinhalten zum einen die Probleme, die bereits im Zusammenhang mit den internen Problemen behandelt wurden. Zum anderen kommt noch ein mögliches absichtliches Fehlverhalten des Managements des Partners hinzu. So kann eventuell das Wissen um die Prozesse der anderen Partei genutzt werden, um die Preise nach oben oder unten zu drücken. Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit vom Partner. Wenn er die Verbindung löst, waren viele der Investitionen umsonst. 2.6 Transaktionskostentheorie von CPFR [...]
machen. Negative Erfahrungen, die Mitarbeiter mit dem Management oder Beratern gemacht haben, bleiben und reduzieren ihre Motivation. Ein weiteres Risiko bei der Implementierung ist, dass die Mitarbeiter durch falsches Change Management abgeschreckt werden und das fertige System ablehnen. Selbst bei einer erfolgreichen Implementierung kann ein endgültiger Erfolg nur unter Einbeziehung der Mitarbeiter erfolgen. Alle diese Risiken betreffen auch die Einführungsergebnisse des Lieferanten oder Herstellers. Sollte seine Einführung scheitern sind die Chancen für die eigene Einführung wesentlich verschlechtert.118 Ein weiteres Risiko ist eine Überschätzung des Einsparungspotentials bei der Vorbereitung. Die Tatsache, dass in den Vereinigten Staaten 56% aller Lebensmittelumsätze durch Großhändler erfolgt sorgt für eine durchschnittliche Artikelverweildauer (Zeitraum zwischen Herstellung und Verkauf eines Produktes an den Endkunden) von 100 Tagen. In Deutschland liegt dieser Wert bei etwa 50 Tagen während er in Großbritannien dieser Wert bei 25 Tagen liegt. Ein weiterer Unterschied liegt im Umfang des Sortiments. Hier ist das Verhältnis noch größer. Durchschnittlich führt eine amerikanische Handelsfiliale (meistens Selbstbedienungswarenhäuser oder Verbrauchermärkte) 30.000 Artikel gegenüber 10.000 in Deutschland119 und nur etwa 1.000 bei einem deutschen Discounter120. Dementsprechend ist die Komplexität der deutschen Warenversorgung geringer als die in den USA121. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832466039
Arbeit zitieren:
Kühnel, Sven Februar 2002: Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
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Efficient Consumer Response, Supply Chain Management, Electronic Data Intercharge, Handel, Absatzplanung



