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Das Collaborative Engineering im Anlagenbau durch die Unterstützung elektronischer Marktplätze

Rahmenbedingungen, Informationsmodelle und Anwendungsbeispiele

Das Collaborative Engineering im Anlagenbau durch die Unterstützung elektronischer Marktplätze
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Cornelia Seidel
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4673-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4673-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4673-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Seidel, Cornelia August 2001: Das Collaborative Engineering im Anlagenbau durch die Unterstützung elektronischer Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: collaborative commerce, collaborative engineering, c-commerce, elektronische Marktplätze, e-business

Diplomarbeit von Cornelia Seidel

Gang der Untersuchung:

Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen wie elektronische Marktplätze im Bereich der Beschaffung von entwicklungsintensiven Gütern, der Auftragsabwicklung, speziell im Engineering entwicklungsintensiver Güter, aber auch im Vertrieb im Anlagenbau, eingesetzt werden können und welche Vorteile bzw. Nachteile sich dabei auftun. Dies wird anhand von Informationsmodellen beleuchtet.

In Kapitel 2 werden zu Beginn elektronische Marktplätze definiert und von verwandten Begriffen abgegrenzt. Des Weiteren wird eine Einteilung von über elektronische Marktplätze gehandelten Gütern vorgenommen und Ausprägungsformen elektronischer Marktplätzen beschrieben. Einen weiteren Abschnitt nimmt die Unterscheidung von möglichen Transaktionsmodellen ein. Schließlich werden Funktionen elektronischer Marktplätze aufgezeigt. In den nachfolgenden Abschnitten wird der Anlagenbau charakterisiert und eine Einordnung des Engineering in Unternehmensprozesse vorgenommen. Durch die Beschreibung bereits bestehender Konzepte – Simultaneous bzw. Concurrent Engineering - werden traditionelle Bemühungen von Unternehmen aufgezeigt, um im starken Wettbewerb im Anlagenbau bestehen zu können. Aus diesen beiden Konzepten wird ein weiteres Konzept – das Collaborative Engineering – hergeleitet und mit den beiden traditionellen Konzepten verglichen.

Auf der Basis dieser Konzepte und Informationen aus strukturierten Interviews mit verantwortlichen Prozessbeauftragten zweier Anlagenbauer und einem Marktplatzbetreiber mit Schwerpunkt im Collaborative Engineering wurden in Kapitel 3 Informationsmodelle entwickelt. Diese werden mit Hilfe der Modellierungsmethode der Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK) dargestellt. Das erste Modell (Modell I) bildet den Ansatz zur Unterstützung elektronischer Marktplätze im Procurement ab. Modell II konzentriert sich auf die Unterstützung elektronischer Marktplätze im Engineering und die Entwicklung von Elementen und Komponenten von Anlagen. Modell III fokussiert die Unterstützung des Vertriebs von Anlagen. Abschließend wird eine Beurteilung der entwickelten Modelle formuliert und eine kritische Würdigung dieser Ansätze vorgenommen.

In Kapitel 4 erfolgt die Betrachtung zweier Marktplatzbetreiber – ec4ec und newtron – welche bereits Funktionen des Collaborative Engineering auf den Marktplätzen realisiert haben bzw. in naher Zukunft planen. Die Funktionen werden dabei beschrieben. Des Weiteren werden Einsparpotenziale aufgezeigt.

Schließlich wird die Konkurrenzsituation beider Unternehmen beschrieben und beurteilt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit 2
2. Rahmenbedingungen 4
2.1 Elektronische Marktplätze 4
2.1.1 Definition des Begriffes 4
2.1.2 Abgrenzung von verwandten Begriffen 6
2.2 Elemente elektronischer Marktplätze 8
2.2.1 Über elektronische Marktplätze gehandelte Güter 8
2.2.2 Ausprägungsformen elektronischer Marktplätze 9
2.2.3 Transaktionsmodelle elektronischer Marktplätze 13
2.2.4 Funktionen elektronischer Marktplätze 15
2.3 Charakterisierung des Anlagenbaus 16
2.4 Einordnung des Engineering 19
2.5 Bestehende Konzepte des Engineering 23
2.5.1 Konzept des Simultaneous Engineering 23
2.5.2 Konzept des Concurrent Engineering 27
2.5.3 Konzept des Collaborative Engineering 28
3. Collaborative Engineering: Die Informationsmodelle 33
3.1 Ereignisgesteuerter Modellierungsansatz 33
3.2 Beschreibungsmethodik 34
3.3 Darstellung des Marktplatzkonzeptes im Engineering 37
3.4 Modell I.: Procurement-Unterstützung 39
3.5 Modell II: Engineering-Unterstützung 47
3.5.1 Asynchrones Engineering 48
3.5.2 Asynchrones Engineering unter Einbeziehung von Lieferanten 54
3.5.3 Asynchrones Engineering unter Einbeziehung von Entwicklungspartnern 59
3.5.4 Synchrones Engineering ("Conferencing-Funktion") 61
3.5.5 B-to-B User-Forum 64
3.6 Modell III: Sales-Unterstützung 67
3.7 Bewertung und kritische Würdigung der Modelle 71
4. Anwendungsbeispiele anhand der Marktplatzbetreiber EC4EC und NEWTRON 78
4.1 EC4EC 78
4.1.1 Das Unternehmen 78
4.1.2 Ziele des Unternehmens 78
4.1.3 Die Internetplattform - EC4EC 79
4.1.4 Vergangene und zukünftige Projekte von EC4EC 83
4.1.5 Projektablauf zur Anbindung potentieller Teilnehmer 85
4.1.6 Einsparungspotentiale durch EC4EC 86
4.1.7 Die Konkurrenzsituation von EC4EC 88
4.2 Newtron 89
4.2.1 Das Unternehmen 89
4.2.2 Ziele des Unternehmens 90
4.2.3 Collaborative Engineering-Funktionalitäten der Marktplätze 91
4.2.4 Einsparpotentiale durch Collaborative Engieering-Funktionen 92
4.2.5 Die Konkurrenzsituation von NEWTRON im Collaborative Engineering 92
4.3 Bewertung der Ansätze von EC4EC und NEWTRON 93
5. Zusammenfassung und Ausblick 95
Anhang
Literaturverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Vorteile der Abwicklung von Ausschreibungen über elektronische Marktplätze gründen sich überwiegend auf Zeit- und Kosteneinsparungen. Diese Einsparungen ergeben sich, wenn Zeichnungen und Modelle über das Internet versendet bzw. auf einem elektronischen Marktplatz gespeichert werden. Datenblätter, Modell- und Prozessbeschreibungen werden oft einfach und schnell per E-Mail an die betreffenden Personen versendet. Komplexe Zeichnungen jedoch werden traditionell in Aktenordnern gesammelt und Kopien davon zwischen dem Kunden, den Zulieferern sowie intern per Hauspost verschickt. Bei mittelgroßen Projekten füllen die Unterlagen meist mehrere Aktenordner. Um die Unterlagen den Projektteammitgliedern und Zulieferern zur Verfügung zu stellen oder Ausschreibungsunterlagen zusammenzustellen, werden die Zeichnungen und technischen Spezifikationen während eines Projektes mehrmals kopiert. Diese Dokumente werden auch oft in PDM- und ERP-Systemen gespeichert, aufgrund von fehlenden Übertragungsmechanismen jedoch, zum überwiegenden Teil ausgedruckt und per Post versendet. Durch den Einsatz von elektronischen Marktplätzen werden diese Dokumente dort zum elektronischen Abruf bereitgestellt und nur noch Statusinformationen mit Verknüpfungen zur Marktplatzmappe versandt. Durch den Einsatz von elektronischen Marktplätzen werden die Ingenieure von den beschriebenen Routineaufgaben – Kopieren und Versenden per Post oder Kurier entlastet. Sie können sich somit auf die tatsächlichen Ingenieuraufgaben – entwickeln, konstruieren, berechnen, prüfen – konzentrieren. Außerdem können so zusätzliche Aufgaben wie z.B. die Weiterentwicklung von Prozessen und Komponenten oder die Konzentration auf eine verstärkte Einbeziehung von Kunden und Zulieferern in den Entwicklungsprozess übernommen werden. Auch für die Zulieferer ergibt sich eine Aufgabenumverteilung. Traditionell sind für Abstimmungen mit den Zulieferern im Engineering persönliche Treffen und Meetings notwendig. Durch den Einsatz elektronischer Marktplätze werden vor allem die Zulieferer-Ingenieure von den zeit- und kostenintensiven Dienstreisen entbunden. Wenn Anforderungen vom Auftraggeber geändert oder zusätzliche Anforderungen beim Lieferanten berücksichtigt werden besteht der Vorteil eines elektronischen Marktplatzes darin, dass die Änderungen schnellstmöglich mitgeteilt und somit in den aktuellen Konstruktionsschritt eingearbeitet werden können. Dieser Vorteil unterstützt ein effektives Änderungsmanagement. [...]

Der Gesamte Prozess wird so oft iterativ durchgeführt, bis die Spezifikationen durchgeführt sind, die verschiedenen Angebote der Lieferanten vergleichbar sind und eine Auswahl der Lieferanten stattfinden kann. Das Hinzufügen der technischen Spezifikationen erfolgt oft in vorgefertigten Masken, so dass eine gewisse standardisierte Übersichtsform über die eingestellten Dokumente besteht. Durch diese Masken werden beispielsweise Maße von CADZeichnungen und –Modellen vom ausschreibenden Unternehmen vorgegeben. Durch die Standardisierung der Daten wird dem ausschreibenden Unternehmen der Vergleich der eingehenden Angebote erleichtert. Der folgende Abschnitt beschreibt einige Vorteile der Abwicklung des ProcurementEngineering über elektronische Marktplätze, deckt aber auch Nachteile ab bzw. beschreibt bisher auftretende Probleme. [...]

Die Empfänger der Statusinformation haben nun die Möglichkeit die Mappe zur Bearbeitung auf ihr lokales System zu speichern, um die Dokumente der Hersteller zu markieren, zu kommentieren, zu bearbeiten oder zusätzliche Dokumente zu ergänzen. Damit sich CAD-Zeichnungen und -Modelle unabhängig vom verwendeten Format anschauen und bearbeiten lassen, wird auf dem Marktplatz ein Viewer bereitgestellt, welcher alle gängigen Datenformate lesen kann. Um beispielsweise die Komplexität eines Viewers darzustellen, unterstützt der Viewer des Marktplatzbetreibers ec4ec (www.ec4ec.com) über 100 verschieden Datenformate. Nach der Bearbeitung und Spezifikation der Dokumente werden die Zeichnungen, Modelle und technischen Datenblätter unter einer neuen Version in der Mappe gespeichert und dann auf den Marktplatz geladen. Der Hersteller wird durch eine automatisch generierte Statusinformation, z.B. durch eine E-Mail mit Verknüpfung zur Marktplatzmappe, über den Eingang eines Angebotes informiert. Nach Erhalt der Statusinformation prüft der Ingenieur die Änderungen, welche in der neuen Version gespeichert wurden. Er kann die Änderungen des Lieferanten ablehnen, dann wird dieser Lieferant für den weiteren Prozess zu dieser Komponente nicht mehr berücksichtigt. Er kann diese Änderungen ablehnen und den Lieferanten zu neuen Anpassungen auffordern. Dazu werden die Originaldokumente und die Änderungen wieder auf den Marktplatz gespeichert und dort automatisch eine Statusinformation an den betreffenden Lieferanten generiert. Oder er nimmt die Änderungen an. Wenn Lösungen mehrerer Lieferanten akzeptabel sind, findet eine Auswahl zwischen den Lieferanten statt. Ein Vergleich der besten technischen Alternative wird ausschließlich von den Ingenieuren und manuell durchgeführt. Dafür sind noch keine Marktplatzfunktionalitäten bereitgestellt. Die Lösung des ausgewählten Lieferanten wird auf dem Marktplatz gespeichert. Diese Spezifizierungen werden dann zum Abruf der Informationen für Zugriffsberechtigte bereitgestellt. Diese Dokumente können auch für andere Projekte abgerufen werden und bleiben dort auch für länger in der Mappe gespeichert. Lokal konsolidiert der Ingenieur das Modell in übergeordnete Modelle und dann in ein Gesamtmodell, damit Schnittstellen zu anderen Elementen und Komponenten automatisch vom System angepasst werden können. [...]

Arbeit zitieren:
Seidel, Cornelia August 2001: Das Collaborative Engineering im Anlagenbau durch die Unterstützung elektronischer Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
collaborative commerce, collaborative engineering, c-commerce, elektronische Marktplätze, e-business

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