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Coaching als Lernmöglichkeit in der Erwachsenenbildung

Am Beispiel des Telekommunikationsunternehmens ONE GmbH

Coaching als Lernmöglichkeit in der Erwachsenenbildung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Themel
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 186 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8883-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8883-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8883-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Themel, Christoph Mai 2004: Coaching als Lernmöglichkeit in der Erwachsenenbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Coach, Mobilfunk, lernen, Kommunikation

Diplomarbeit von Christoph Themel

Einleitung:

Eine immer größer werdende Zahl von Unternehmen in Österreich stellt Coaching zur Mitarbeiterführung und -motivation zur Verfügung. Es werden hierbei verschiedenste Methoden des Coachings angewandt, damit Gecoachte ihre Arbeit wieder motivierter und selbstständiger durchführen können. Viele dieser Methoden sind nicht unbedingt neu. Im US-amerikanischen Sport gibt es diese schon sehr lange. Aber welche Faktoren machen sie so gut?

Das Forschungsinteresse in dieser Arbeit gilt zunächst der Hinterfragung der Beweggründe eines Unternehmens für den Einsatz des kostenintensiven Instruments „Coaching“. Sind es nur auf den eigenen Vorteil bedachte Motive des Unternehmens oder sind es doch Mitarbeitern dienende Intentionen? Unter diesen Intentionen versteht der Autor u.a. Erleichterungen in der Arbeitsbewältigung, Erlernen von Selbstmotivation, etc. Coaching, von Mitarbeiterseite freiwillig gewählt, eröffnet neue Einsichten. Kann es – losgelöst und befreit von beruflichen Notwendigkeiten – sogar genossen werden?

Ziel dieser Arbeit wird vor allem die Erforschung der Notwendigkeit und des Nutzens von Coaching in Zusammenhang mit Lernen Erwachsener sein. Genauso wird die Kommunikation unter Berücksichtigung des Coachings beleuchtet.

Problemstellung:

Die Fragestellung wird sich in zwei Bereiche gliedern:

- Wie und in welche Lern- und Kommunikationsmodelle lässt sich der Coachingprozess eingliedern? Ziel dieser Forschungsfrage wird die Klärung der Frage sein, ob sich Coaching in Lern- und Kommunikationsmodelle eingliedern lässt und wenn ja, ob diese für die Erwachsenenbildung in Richtung von Lern- und Bildungsbedürfnissen Erwachsener förderlich sind.

- Inwieweit wirkt sich innerbetriebliches Coaching durch einen firmeninternen Coach auf die Bereitschaft, neue Ideen, die der Firma dienlich sind, einzubringen und wie wirkt sich Coaching auf die Corporate Identity von Costumer-Care-Mitarbeitern aus?

Auf die übergeordnete Forschungsfrage gründen sich die Hypothesen.

Gang der Untersuchung:

Zu Beginn dieser Arbeit steht die Abhandlung des Themas Lernen, da Lernen Erwachsener als zentrales, funktionales Element im Coachingprozess erachtet und somit auch der Bezug zur Erwachsenenbildung evident wird.

Zu Beginn wird der Lernbegriff beschrieben, bevor auf die Besonderheiten des Lernens und dabei im speziellen des Lernens Erwachsener eingegangen wird. Nachdem die in dieser Arbeit erfassten Coachings von einem firmeninternen Coach durchgeführt wurden, ist eine detaillierte Begriffsdefinition von firmeninternen Coachs notwendig. Dies geschieht im dritten Kapitel. Zusammenhänge zwischen Coaching und der Erwachsenenbildung bzw. der Pädagogik werden laufend hergestellt, um dem Thema dieser Diplomarbeit gerecht zu werden. Den Abschluss des ersten Teils dieser Arbeit bildet das Kapitel Kommunikation. Da Lernen ohne Kommunikation nicht stattfinden kann, werden Kommunikationsmodelle in Zusammenhang mit dem erwachsenenbildnerischen Vorgang des Coachingprozesses, gestellt.

Den zweiten Teil dieser Arbeit bildet eine Untersuchung mittels quantitativer Sozialforschung. Ziel wird es sein, die Forschungsfrage „Inwieweit wirkt sich innerbetriebliches Coaching durch einen firmeninternen Coach auf die Bereitschaft, neue Ideen, die der Firma dienlich sind, einzubringen, wie wirkt sich Coaching auf die Corporate Identity von Costumer-Care-Mitarbeitern aus?“ zu beantworten. Die Methode zur Beantwortung dieser Forschungsfrage und möglichen Falsifizierung der folgenden Hypothesen umfasst eine quantitative Untersuchung mittels Fragebögen:

- Wenn innerbetriebliches Coaching durch einen firmeninternen Coach bei Costumer-Care-Mitarbeitern durchgeführt wird, dann ist die Bereitschaft der Mitarbeiter, selbst Ideen zu entwickeln, die der Firma nützen, höher.

- Wenn innerbetriebliches Coaching durch einen firmeninternen Coach bei Costumer-Care-Mitarbeitern durchgeführt wird, dann bildet sich die Corporate Identity seitens der Mitarbeiter zum Unternehmen stärker aus.

- Wenn innerbetriebliches Coaching durch einen firmeninternen Coach bei Costumer-Care-Mitarbeitern durchgeführt wird, dann steigt die Leistungsfähigkeit dieser Mitarbeiter.

- Wenn innerbetriebliches Coaching durch einen firmeninternen Coach bei Costumer-Care-Mitarbeitern durchgeführt wird, dann steigt Corporate Behaviour unter den Mitarbeitern.

Zuerst wird eine Analyse der Inhalte und der Ziele des Coachings bei „ONE GmbH“ durch Befragung der Coaches bzw. durch deren Unterlagen, durchgeführt. Anhand dieser und der Hypothesen werden die Fragen des Fragebogens entwickelt.

Dieser wird vom Verfasser der Arbeit ausgegeben. Um eine unbefangene Beantwortung zu gewährleisten, werden die ausgefüllten Fragebögen nicht an die „ONE GmbH“ weitergeleitet, sondern bleiben beim Verfasser dieser Arbeit. Die Beantwortung erfolgt anonym durch die Mitarbeiter des Costumer-Care-Bereichs. Danach werden die Ergebnisse der Untersuchung ausgewertet und interpretiert. Eine mögliche Falsifizierung der Hypothesen folgt im Anschluss. Eine Unterscheidung zwischen firmeninternen und firmenexternen Coaches ist unerlässlich, da bei diesen Formen Unterschiede in der Arbeitsweise festgestellt werden können. Da bei der „ONE GmbH“ mit einem firmeninternen Coach gearbeitet wird, beziehen sich auch die Hypothesen auf einen solchen.

Im Resümee werden die beiden Forschungsfragen noch einmal zusammenfassend mit den Ergebnissen der quantitativen Untersuchung gegenübergestellt. Genauso wird eine Zusammenfassung des theoretischen Teils dieser Diplomarbeit inkl. Ausblick der Erwachsenenbildung gegeben. Mögliche offene Fragen werden im Anschluss behandelt.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort VIII
1. Einleitung 1
2. Lernen Erwachsener 5
2.1 Definition Erwachsenenbildung 5
2.2 Besonderheiten des Lernens Erwachsener 7
2.3 Lernmotivation Erwachsener 9
2.4 Determinanten der Lernfähigkeit bei Erwachsenen 16
2.4.1 Lernpsychologische Erkenntnisse für Erwachsene 20
2.5 Lernräume 22
2.6 Lehr- und Lernvereinbarungen 23
2.7 Selbstgesteuertes Lernen 24
2.7.1 Neue Lernformen 30
2.7.2 Merkmale neuer Lernformen 31
2.8 Erwachsenenbildung als Spannungsfeld zwischen den Bildungsbedürfnissen Erwachsener und den wirtschaftlichen Anforderungen 32
2.9 Zusammenfassung 34
3. Coaching 36
3.1 Die Geschichte und Entwicklung des Coachingbegriffs 37
3.2 Definition des Einzelcoachings 43
3.2.1 Problembereiche bei Einzelcoachings 45
3.2.2 Imageaspekte von Einzelcoachings 46
3.3 Interner vs. Externer Coach 50
3.3.1 Eigenschaften des internen Coachs: 50
3.3.2 Eigenschaften des externen Coachs 54
3.4 Indikationen für Coaching 55
3.4.1 Systematisierung der Anlässe von Coaching 56
3.5 Anlassklärung, Kontaktaufnahme und Voraussetzungen des Gecoachten 58
3.5.1 Voraussetzung zur Verwendung von Coaching in Unternehmen 60
3.6 Ablauf eines Coachings 61
3.6.1 Erstgespräch 62
3.6.2 Vertragsabschluss 62
3.6.3 Klärung der Ausgangssituation 63
3.6.4 Zielbestimmung 64
3.6.5 Interventionen 66
3.6.6 Evaluation 74
3.6.7 Abschluss 74
3.7 Begriffsdefinitionen 75
3.7.1 Corporate Identity 75
3.7.2 Corporate Behaviour 77
3.7.3 Leistungsfähigkeit 77
3.8 Zusammenfassung 77
4. Kommunikation in Coachingprozessen 80
4.1 Definition Kommunikation 80
4.2 Bedingungen in der Kommunikation und die Beeinflussung durch das Nachrichtenquadrat 81
4.2.1 Kommunikation als Signalübertragung 84
4.3 „Man kann nicht nicht kommunizieren – oder die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren“ 88
EXKURS: Besonderheiten der Kommunikation in Bildungsveranstaltungen 91
4.4 Feedback 93
4.4.1 Das Johari- Fenster 93
4.4.2 Feedbackregeln und Inhalte 95
4.5 Umgang mit Killerphrasen 97
4.6 Zusammenfassung 99
5. Unternehmensstruktur „ONE GmbH“ 101
5.1 Aufbau des Unternehmens ONE GmbH 101
5.2 Aufgaben und Ziele der Quality Coaches bei ONE 102
5.3 Ablauf eines Coachings für Costumer-Care-Mitarbeiter 103
6. Quantitative Untersuchung im Telekommunikationsunternehmen „ONE GmbH“ 104
6.1 Befragung 104
6.1.1 Kriterien der Wissenschaftlichkeit 105
6.2 Hypothesen 106
6.3 Schriftliche Befragung 107
6.3.1 Fragebogenstrategie 108
6.3.2 Sind Antworten Fakte oder Artefakte? 112
7. Empirische Studie im Telekommunikationsunternehmen „ONE GmbH“ 114
7.1 Aufbau und Beschreibung des Fragebogens 114
7.2 Auswertung der Untersuchung – der χ2 -Test (Chi-Quadrat-Test) 117
7.3 Stichprobenbeschreibung 119
7.4 Statistische Interpretation der Befragung der Costumer-Care-Mitarbeiter bei der „ONE GmbH“ 127
7.4.1 Chi-Quadrat-Berechnungen der Fragen 1-3 127
7.4.2 Chi-Quadrat-Berechnungen der Fragen 4-7 130
7.4.3 Chi-Quadrat-Berechnungen der Fragen 8-10 134
7.4.4 Chi-Quadrat-Berechnungen der Fragen 11-14 138
7.5 Zusammenfassung 141
8. Resümee 144
9. Literaturverzeichnis 149
9.1 Onlinequellenverzeichnis: 156
10. Anhang i
10.1 Abbildungsverzeichnis i
10.2 Tabellenverzeichnis vi
10.3 Abkürzungsverzeichnis viii
10.4 Fragebogen ix

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.6.2.2 Der psychologische Vertrag Der psychologische Vertrag, der auch als eine Absprache von „Spielregeln“ verstanden wird, stellt das Arbeitsbündnis dar. Darin abgeklärt sollten folgende Bereiche sein: a) „Die ideologische Orientierung von Coach und Gecoachten sollte harmonieren b) Die Bereitschaft zum selbstkritischen Hinterfragen der eigenen Werte muss gegeben sein. c) Die Bereitschaft, das Ausmaß persönlicher Probleme anzuerkennen muss gegeben sein; [...] d) Die konkreten Erwartungen an das Coaching (Vorannahmen, Befürchtungen, Ziele) e) Die im Coaching einzusetzenden Techniken und Vorgehensweisen und der Umfang der angestrebten Veränderung. f) Die Grenzen im Coaching: Zum einen sollte der Coach erläutern, was mit einem Coaching erreicht werden kann; zum anderen sollte der Gecoachte klarstellen, wie weit das Coaching gehen darf und welche Bereiche nicht thematisiert werden sollen (‘Tabuzonen’).“ 111 [...]

Das Erstgespräch dient zunächst dem gegenseitigen Kennen lernen und dem Abschätzen, ob eine gemeinsame Basis zur Zusammenarbeit möglich ist. Neben diesen Informationen sollte der Coach dem Gecoachten Gewissheit und Diskretion hinsichtlich der Inhalte des Coachings vermitteln, um einen Vertrauensaufbau sowie eine Öffnung des Klienten zu ermöglichen. Dies ist besonders dann notwendig, wenn der Auftraggeber das Unternehmen ist. RAUEN109 zufolge ist es weiterhin Aufgabe des Coachs, Ausgangsvoraussetzungen wie die Freiwilligkeit des Klienten, Diskretion und die gegenseitige Akzeptanz für den CoachingProzess zu überprüfen. Bei mangelndem Vertrauen in die Fähigkeiten bzw. in die Zuverlässigkeit des Coachs sind Zweifel offen zu legen und ggf. weitere Vorgespräche zu führen. [...]

Die Einführung und Durchführung von Coaching bewegt sich vor dem Hintergrund eines Unternehmens in einem zwiespältigen Feld: „Soviel Transparenz wie möglich und soviel Diskretion wie nötig.“105 Je nachdem aus welchem Grund Coaching in einem Unternehmen eingesetzt wird, ist es entweder für den Gecoachten stigmatisierend oder befreiend. Stigmatisierend dann, wenn der Gecoachte vor allem von Unternehmensseite her, gezwungen wird, seine privaten Probleme zu offenbaren. Befreiend kann es dann wirken, wenn damit positive Erlebnisse einhergehen, wie z.B. Beförderungen, Versetzungen, Auslandsaufenthalte etc. Das Unternehmen kann und soll keinen Einfluss auf die Arbeitsweise des Coach nehmen, keinen Rechenschaftsbericht über die Fortschritte des Gecoachten verlangen, denn „[...] absolute Unabhängigkeit des Coach ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahme.“106 Als günstig für Klarheit, Transparenz und für die Vermeidung von Interessenskonflikten hat sich der Dreiecksvertrag herausgestellt (Abbildung 12, S. 61). Dieser Vertrag mit dem Auftraggeber sollte für den Klienten transparent sein, während sich das Arbeitsbündnis zwischen Coach und Klient in diesem Rahmen bewegt. Mit einem Dreiecksvertrag als „heuristisches Instrument“107 „[...] wird jede Seite aufgefordert, die Bedingungen, die sie an die jeweils andere stellt, möglichst weitgehend zu explizieren und sie der Betrachtung und Bewertung durch die Vertragspartner zugänglich zu machen. Eine mögliche Freiwilligkeitsverletzung wird auf diese Weise vermieden, eine Öffnung des Klienten ermöglicht sowie eine Unabhängigkeit des Coaches gewahrt.“108 [...]

Arbeit zitieren:
Themel, Christoph Mai 2004: Coaching als Lernmöglichkeit in der Erwachsenenbildung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Coach, Mobilfunk, lernen, Kommunikation

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