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Co-Communication

Möglichkeiten und Grenzen der Erfassung gegenseitiger Carry-Over-Effekte

Co-Communication
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Valérie Heymans
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8773-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8773-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8773-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heymans, Valérie Februar 2005: Co-Communication, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kooperativ-Werbung, Werbewirkung, Gemeinschaftswerbung, Verbundwerbung, Werbewirkungsforschung

Diplomarbeit von Valérie Heymans

Zusammenfassung:

Zahlreiche Entwicklungen im Werbeumfeld der Unternehmen haben dazu geführt, dass Co-Communication sich wachsender Beliebtheit erfreut. Schrumpfende Marketing-Budgets, die Schwierigkeit, sich in übersättigten Märkten Gehöhr zu verschaffen sowie die Erosion traditioneller Zielgruppendefinitionen erklären das Bestreben vieler Werbetreibende, sich zum Zwecke der Marktkommunikation zusammenzuschließen.

Die Kooperation kann hierbei diverse Formen annehmen, die eines gemeinsam haben: Eingesetzt wird Co-Communication deshalb, weil durch den gemeinschaftlichen Auftritt mehrerer Marken das Ausschöpfen von Synergiepotenzialen möglich wird. Diese Synergien äußern sich in den langfristigen, außerökonomischen Wirkungen der Co-Communication, den Carry-Over-Effekten. Hierbei besteht die Besonderheit, dass diese durch Wechselwirkungen zwischen den Marken zustande kommen.

Gerade vor dem Hintergrund der Komplexität, die der Umsetzung von Co-Communication innewohnt, ist es essentiell, die Frage nach Effizienz und Effektivität der eingesetzten Mittel zu beantworten. Denn wie gut die Co-Communication funktioniert, hängt letztendlich von den erzielten Wirkungen ab.

Diese mit den Instrumenten der Werbewirkungsforschung zu erfassen ist Gegenstand dieser Arbeit. Denn wenngleich Co-Communication sich zu einem in Praxis und Forschung zunehmend diskutierten Thema entwickelt hat, steckt ihre Wirkungsforschung noch in den Kinderschuhen. Um eine professionelle Herangehensweise in Zukunft zu gewährleisten, ist Klarheit darüber notwendig, welche Verfahren sich zur Erfassung gegenseitiger Carry-Over-Effekte eignen. Nur so kann Unternehmen ein Handlungsrahmen geboten werden, der es ermöglicht, Co-Communication als Bestandteil durchdachter und wirkungsvoller Kommunikationsstrategien zu etablieren.

Problemstellung:

Es ist Aufgabe dieser Arbeit, gängige Verfahren der Werbewirkungsforschung auf ihre Tauglichkeit für die Erfassung von Carry-Over-Effekten zu überprüfen. Stützen soll sich diese Aufgabenstellung in der Tat auf das Gebiet der Werbung. Dies liegt darin begründet, dass die theoretischen Erkenntnisse in diesem Bereich bereits ausgereift sind, und sich eine Vielzahl valider Modelle zur Erklärung der Wirkungen bewährt hat.

Zum anderen sind Methoden der Werbewirkungsforschung auf den gesamten Bereich der Kommunikation übertragbar. Es soll dargestellt werden, was diese Verfahren im Falle der Co-Communication leisten können und wo ihre Grenzen liegen. Damit einher geht die Berücksichtigung der besonderen Anforderungen, die Carry-Over-Effekte als zusätzliche Dimension bei der Erfassung stellen.

Ziel dieser Arbeit ist es folglich, als Ergebnis dieser Aufgabenstellung einen geeigneten Handlungsrahmen für Wirkungsmessung von Co-Communication zu entwickeln: Wie können Unternehmen, die sich an kooperativen Formen der Marktkommunikation beteiligen, die damit verbundenen gegenseitigen Wirkungen erfassen, und welche Grenzen haben diese Verfahren? Dies soll im gleichen Zuge zu der Antwort auf die Frage führen, inwieweit konventionelle Messmethoden der Werbewirkungsforschung auf diese besondere Fragestellung angewendet werden können, und welchen Aspekten im Rahmen der Erfassung gegenseitiger Carry-Over-Effekte besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Die gewonnen Erkenntnisse sollen Unternehmen, die an Co-Communication teilnehmen, konkrete Möglichkeiten aufzeigen, die Veränderungen im Markenprofil der beteiligten Partner zu erfassen und die Wirksamkeit ihrer Kommunikationszusammenschlüsse in einem systematischen Prozess zu überprüfen.

Gang der Untersuchung:

Zur Beantwortung der unter 1.1 dargestellten Fragestellung ist die Arbeit wie folgt aufgebaut. In einem ersten Kapitel sollen die begrifflichen Grundlagen zum Verständnis der nachstehenden Analyse geschaffen werden. Als in der Literatur wenig geprägter Begriff wird zunächst die Co-Communication samt ihrer verschiedenen Erscheinungsformen abgegrenzt. Im Anschluss erfolgt die begriffliche Einordnung der Carry-Over-Effekte, wobei der Zusammenhang zum Konzept der Werbewirkungen aufgezeigt wird.

Das dritte Kapitel, das als theoretischer Rahmen dienen soll, beschreibt den Gegenstand der Werbewirkungsforschung. Zunächst wird ein Modell zur Systematisierung von Werbewirkungen vorgestellt, das als Grundlage für die Analyse im nachfolgenden Kapitel gelten soll.

Darauf aufbauend werden gängige Methoden der Wirkungserfassung kurz skizziert. Im vierten Kapitel, dem Herzstück der Arbeit, werden Verfahren der Werbewirkungsforschung in Zusammenhang mit Co-Communication und den erzeugten Carry-Over-Effekten gebracht. Es wird überprüft, welche Möglichkeiten und Grenzen sich jeweils in Bezug auf Carry-Over-Effekte ergeben.

Auf dieser Grundlage werden im Kapitel 5 Handlungsempfehlungen formuliert, die Unternehmen bei der Wirkungskontrolle von Carry-Over-Effekten begleiten sollen. Der Schlussteil fasst die Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen kritischen Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Gang der Untersuchung 4
2. Begriffliche Grundlagen 5
2.1 Definition und Formen der Co-Communication 5
2.1.1 Begriffliche Abgrenzung der Co-Communication 5
2.1.2 Erscheinungsformen der Co-Communication 7
2.2 Carry-Over-Effekte als Wirkungen von Co-Communication 12
2.2.1 Wirkungen der Marktkommunikation 12
2.2.2 Charakterisierung von Carry-Over-Effekten bei Co-Communication 14
3. Theoretischer Rahmen der Werbewirkungsforschung 17
3.1 Werbewirkungsmodelle als Grundlage der Werbewirkungsforschung 17
3.2 Verfahren der Werbewirkungsforschung 21
3.3 Gütekriterien für die Wirkungserfassung 23
4. Erfassung gegenseitiger Carry-Over-Effekte 24
4.1 Darstellung des Analyserahmens 24
4.2 Erfassungsmöglichkeiten nach Zeitpunkt der Erhebung 26
4.2.1 Möglichkeiten und Grenzen von Pre-Tests 26
4.2.2 Möglichkeiten und Grenzen von Post-Tests 30
4.3 Erfassungsmöglichkeiten nach Art der Erhebung 34
4.3.1 Möglichkeiten und Grenzen qualitativer Verfahren 34
4.3.2 Möglichkeiten und Grenzen quantitativer Verfahren 35
4.4 Erfassungsmöglichkeiten nach Dimension der Werbewirkung 38
4.4.1 Erfassung von Kenntnissen 38
4.4.2 Erfassung von Interessen 40
4.4.3 Erfassung von Einstellungen 41
4.4.4 Erfassung von Verhaltensabsichten 42
4.5 Erfassungsmöglichkeiten nach Versuchsanordnung 43
5. Handlungsempfehlungen zur Wirkungsforschung bei Co-Communcation 46
6. Schlussteil 51
Anhangsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Anhang VI
Literaturverzeichnis XXXII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ferner steht Werbetreibenden die Möglichkeit offen, den Erfolg der Co-Communication an den verschiedenen Dimensionen der Werbewirkung zu überprüfen. Bspw. stellt sich hier die Frage, ob ein Transfer von Interessen oder Einstellungen stattgefunden hat. Schwerpunkt des folgenden Abschnitts ist weniger eine Aufzählung konkreter Verfahren als vielmehr die Abwägung der Sinnhaftigkeit unterschiedlicher Werbewirkungsdimensionen zur Erfassung von Carry-Over-Effekten. Der Vorteil der Gliederung nach erzielbaren Wirkungen liegt bei Co-Communication darin, dass die werbetreibenden Unternehmen die Wirkungserfassung systematisch ihren Zielsetzungen anpassen können.237 War im Beispiel Cosmopolitan/Odol Med 3 Zahnweiß Gel das Ziel, auf die Kenntnisse und Interessen gegenüber dem Zahnpflegeprodukt einzuwirken,238 so könnte gezielt diese Zielerreichung überprüft werden.239 [...]

verständlich bleiben müssen.230 Durch die Abfrage zweier Markenprofile kann es zu Verwirrungen beim Probanden kommen. Ein standardisierter Fragebogen kann dazu führen, dass der Befragte gewisse Tatsachen nicht ausdrücken oder die Inhalte des Langzeitgedächtnisses nicht entsprechend mitteilen kann.231 Gerade bei CoCommunication werden Inhalte abgefragt, die komplex sind. Das veränderte Markenprofil zu erfassen, dass durch Transferwirkungen zustande gekommen ist, sind quantitative Methoden zumeist nicht in der Lage.232 Zusätzlich ist kritisch anzumerken, dass quantitative Verfahren nur diejenigen Größen erfassen können, die den Probanden bewusst sind.233 Dies ist jedoch gerade bei Co-Communication mit Problemen behaftet, da die gegenseitigen Transferwirkungen u.U. unbewusst gespeichert werden und sich erst beim tatsächlichen Kauf bemerkbar machen.234 Wird also versucht, durch offene Fragen diesem Problem zu entgehen, stößt auch diese Methode schnell an Grenzen. Gerade beim Abfragen von Transferwirkungen stellt sich die Frage nach der Überforderung der Probanden. Wäre eine Testperson im Beispiel der Plattform „Cook & More“ in der Lage mit Sicherheit zu sagen, dass gerade das gemeinsame Auftreten von Dr. Oetker und Bosch dafür verantwortlich ist, dass ihre Einstellung gegenüber Bosch sich verbessert hat? [...]

Ein weiterer Vorteil quantitativer Verfahren ist die Möglichkeit ihrer Auswertung durch multivariate Verfahren. Sie dienen der Aufdeckung von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Variablen.226 Übertragen auf die Wirkungsforschung bei CoCommunication können sie demnach dazu eingesetzt werden, Kausalitäten zwischen Werbewirkungsdeterminanten und den letztendlich beobachteten, gegenseitigen CarryOver-Effekten herzustellen. Andererseits können durch eine Faktorenanalyse eine große Menge erfragter Kriterien auf die dahinter stehenden Faktoren zurückgeführt werden.227 Auch hier ist die Anwendung bei Co-Communication die, dass das komplexe Gefüge der gegenseitigen Carry-Over-Effekte verdichtet wird, und Kausalitäten aufgedeckt werden können.228 Angewendet auf das Beispiel Cosmopolitan/Odol Med 3 Samtweiß hätte eine Befragung bspw. ergeben, dass die Adressaten in t1 Cosmopolitan im Vergleich zu t0 als vertrauenswürdiger empfinden. Aus der Verdichtung der vorhergehenden Fragen könnte nun herauskommen, dass die Dynamik in der Anzeige den Image-Transfer begründet hat. Die Frage lautet also stets: Welcher Aspekt hat zur Übertragung der Eigenschaft von Cosmopolitan auf Odol Med 3 beigetragen? Diese Informationen dienen zum einen dem Verständnis, aber auch der Ausgestaltung zukünftiger Kooperationen. Gefahren liegen hier in der falschen Interpretation solcher Auswertungen, die zu verzerrten Aussagen über die entstandenen Carry-Over-Effekte führen können.229 [...]

Arbeit zitieren:
Heymans, Valérie Februar 2005: Co-Communication, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kooperativ-Werbung, Werbewirkung, Gemeinschaftswerbung, Verbundwerbung, Werbewirkungsforschung

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