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Co-Abhängigkeit und ihre Auswirkung auf die Homöostase in der Partnerschaft

Co-Abhängigkeit und ihre Auswirkung auf die Homöostase in der Partnerschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Eulenberger
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 141 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Katholische Fachhochschule Freiburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8664-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8664-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8664-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eulenberger, Florian Dezember 2004: Co-Abhängigkeit und ihre Auswirkung auf die Homöostase in der Partnerschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sucht, Systemischer Ansatz, Rollengefüge

Diplomarbeit von Florian Eulenberger

Gang der Untersuchung:

„Danny und ich, wir witzelten oft, seit 1734 seien wir co-abhängig“, heißt es in dem Buch „Der Simulant“ von Chuck Palahniuk. Dieser Satz hat im wahrsten Sinne des Wortes etwas „Witziges“, Saloppes. Es klingt ein bisschen wie das Spielen mit einem Ausdruck, wie eine kleine Auflehnung gegen die Einstellung mancher Leute, bei diesem Phänomen „Co-Abhängigkeit“ handle es sich um eine Krankheit, die unbehandelt zum Tode führt.

Dass die zitierte Äußerung einen etwas ernsteren Hintergrund hat, wird genau 200 Seiten später deutlich, als es heißt: „Ich will für irgendeinen Menschen unentbehrlich sein. Ich brauche jemanden, der meine ganze freie Zeit erfordert, mein Ich, meine Aufmerksamkeit. Jemand, der nach mir süchtig ist, eine beiderseitige Sucht. Das ist genau wie bei einer Droge, die etwas Gutes und etwas Schlechtes sein kann“.

Der Protagonist des Buches scheint eine bestimmte Rolle einnehmen zu wollen. Er spricht von der „beiderseitigen Sucht“: Einerseits für einen Menschen „unentbehrlich“ zu sein, ihn so abhängig von sich zu machen, dass er letzten Endes nicht mehr ohne ihn sein kann, der süchtig nach ihm ist; und auf der anderen Seite braucht er selber, wie er sagt, diesen Menschen – und damit auch dessen Abhängigkeit: Ein beidseitiges Abhängigkeitsgefüge also. „Das Komische dabei ist: ich bilde mir wirklich ein, Danny zu helfen“.

Meine Grundhypothese für diese Arbeit lautet, dass das Zusammenspiel von Sucht und Co-Abhängigkeit eine entscheidende Auswirkung auf die Homöostase in der Partnerschaft zweier Menschen hat – sei es eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft oder eine zwischen Mann und Frau. In dieser Arbeit beziehe ich mich jedoch auf die zuletzt genannte Konstellation.

Die Arbeit gliedert sich in drei Teile: Im ersten Teil erkläre ich zunächst anhand von drei Oberpunkten den theoretischen Rahmen, in dem sich die Phänomene Alkoholismus und Co-Abhängigkeit bewegen. Eingeleitet wird dieser Abschnitt mit den Definitionen der Begriffe, die für diese Arbeit von zentraler Bedeutung sind: „Co-Abhängigkeit“, „Homöostase“ und der „systemische Ansatz“. Der Letztgenannte beinhaltet eine Darstellung der Systeme Familie und Partnerschaft, des Suchtsystems sowie eine kurze Erläuterung zu den Anfängen systemischen Denkens und Handelns in der Psychotherapie.

Im zweiten Oberpunkt des ersten Teils behandle ich das Thema Alkoholismus und stelle hier zunächst eine Definition des Begriffs, ausgehend von Wilhelm Feuerlein, dar. Daran anschließend führe ich verschiedene verantwortliche Faktoren für das Entstehen von Alkoholismus auf. Darauf folgt eine Benennung der Entwicklungsstufen von Alkoholismus nach Jellinek, um später zu den Auswirkungen von Alkoholismus auf die direkte Umgebung der Betroffenen (Familie und Beruf) zu kommen. Das Kapitel schließt mit einer Darstellung des Begriffes „Co-Alkoholismus“ nach Fengler.

Im dritten Oberpunkt schließlich referiere ich über das Thema Co-Abhängigkeit: Deren Merkmale nach Wilson Schaef, den geschichtlichen Hintergrund und die Ursachen für ihr Entstehen. Einen Exkurs bildet dann die Darstellung der Arbeit der Anonymen Alkoholiker (AA) und deren Angehörigengruppe „Al-Anon“ sowie deren Programm. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels benenne ich die Phasen der Co-Abhängigkeit, gehe auf den so genannten Teufelskreis „Circulus vitiosus“ ein und beende den ersten Teil dieser Arbeit mit einer Gegenüberstellung der Entwicklungen von Co-Abhängigkeit und Alkoholismus.

Durch den zweiten Teil dieser Arbeit möchte ich einen praktischen Bezug zur Thematik der Co-Abhängigkeit und der Frage herstellen, inwieweit diese nun eine Auswirkung auf das Rollengefüge in der Partnerschaft zweier Menschen haben kann. Als Rahmen habe ich mich hier für die Glöcklehofklinik am Schluchsee entschieden: Sie werde ich zu Beginn im Punkt 5.1 kurz darstellen.

Darauf aufbauend skizziere ich das von mir während einer Woche besuchte „Partnerseminar“, in dessen Rahmen ich Interviews mit Partnerinnen alkoholkranker Männer durchführte. In diesem Kontext erläutere ich zunächst die von mir angewandte Untersuchungsmethode der qualitativen Inhaltsanalyse, die auf Philipp Mayring zurückgeht. In Punkt 5.5 gebe ich die Befragungsergebnisse anhand von mir gebildeter Kategorien wieder; diese stelle ich im dann folgenden Punkt schließlich vergleichend gegenüber. Der empirische Teil schließt mit einer Ergebnisdiskussion in Verbindung mit den Phasen der Co-Abhängigkeit (Punkt 4.4.).

Im dritten Teil diskutiere ich das Thema dieser Arbeit anhand des theoretischen und des praktischen Rahmens: Ob das Phänomen Co-Abhängigkeit tatsächlich eine Auswirkung auf die Rollenverteilung zwischen zwei Partnern hat. Darauf folgt abschließend ein Ausblick, der sich mit der Bewältigung co-abhängigen Verhaltens und der Frage befasst, ob die Hilfestrukturen auf diesem Gebiet als ausreichend zu bezeichnen sind.

Mein Ziel ist es, anhand des theoretischen Rahmens und des daran anschließenden praktischen Teils zu einem Ergebnis betreffend der anfangs aufgeführten These zu kommen.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT 4
1. EINLEITUNG 5
2. DEFINITIONEN 7
2.1 Co-Abhängigkeit 7
2.1.1 Persönliche Definition im Kontext mit dieser Arbeit 8
2.1.2 Co-Abhängigkeit und Partnerschaft 10
2.2 Homöostase 10
2.3 Der systemische Ansatz 13
2.3.1 Das System Familie 14
2.3.2 Das System Partnerschaft 17
2.3.3 Das Suchtsystem 19
2.3.4 Von der Systemtheorie zur systemischen Therapie 20
2.3.5 Systemisches Denken in der Psychotherapie 20
3. ALKOHOLISMUS 21
3.1 Definition „Alkoholismus“ 21
3.2 Faktoren für das Entstehen von Alkoholismus 22
3.2.1 Lern- und verhaltenspsychologische Theorien 24
3.2.2 Psychodynamische Theorien 25
3.2.3 Das soziale Umfeld 25
3.3 Entwicklungsstufen von Alkoholismus 26
3.4 Auswirkungen von Alkoholismus auf die Umgebung des alkoholkranken Menschen 28
3.4.1 Auswirkung auf die Familie 28
3.4.2 Auswirkung auf den Beruf 29
3.5 Co-Alkoholismus 31
4. CO-ABHÄNGIGKEIT 33
4.1 Merkmale von Co-Abhängigkeit 33
4.1.1 Kritische Anmerkungen im Vorfeld 33
4.1.2 Die 11 Wesensmerkmale der Co-Abhängigkeit nach Wilson Schaef 34
4.1.3 Merkmale und positive Aspekte nach Rennert 39
4.2 Historische Entwicklung des Begriffs „Co-Abhängigkeit“ 40
4.2.1 Die Entstehung der AA und Al-Anon 42
4.2.2 Das 12-Schritte-Programm 43
4.3 Ursachen für das Entstehen von Co-Abhängigkeit 44
4.4 Phasen der Co-Abhängigkeit 46
4.4.1 Phase des Beschützens und Erklärens 47
4.4.2 Helferdrang- oder Kontrollphase 47
4.4.3 Die Anklagephase oder Phase der Desorganisation 48
4.5 Entwicklungsabläufe von Co-Abhängigkeit: Der Circulus vitiosus 49
4.6 Entwicklung Co-Abhängigkeit vs. Entwicklung Alkoholismus 52
5. INTERVIEWS MIT PARTNERN ALKOHOLKRANKER MENSCHEN 55
5.1 Der Rahmen: Die Glöcklehofklinik am Schluchsee 55
5.2 Das „Partnerseminar“ 55
5.3 Qualitative Befragung von Teilnehmerinnen des Partnerseminars 56
5.3.1 Hintergrund und Ziel der Untersuchung 56
5.3.2 Untersuchungsgruppe 57
5.3.3 Vorgehensweise und Methode 57
5.3.4 Aufarbeitung des Materials 59
5.3.5 Auswertung der Interviews 59
5.4 Ergebnisse der Befragung 60
5.4.1 Kurze Vorstellung der vier Interviewpartnerinnen 60
5.4.2 Mögliche Alkoholproblematik in der Herkunftsfamilie 61
5.4.3 Persönliches Verhältnis zu Alkohol 63
5.4.4 Partnerschaft und Rollenverteilung 65
5.4.5 Verhalten gegenüber Verwandten und Bekannten 69
5.4.6 Alltag und Alkohol 73
5.5 Gegenüberstellung der Interviewinhalte 76
5.5.1 Mögliche Alkoholproblematik in der Herkunftsfamilie 76
5.5.2 Persönliches Verhältnis zu Alkohol 77
5.5.3 Partnerschaft und Rollenverteilung 78
5.5.4 Verhalten gegenüber Verwandten und Bekannten 79
5.5.5 Alltag und Alkohol 80
5.6 Diskussion der Ergebnisse 82
6. CO-ABHÄNGIGKEIT UND DIE HOMÖOSTASE IN DER PARTNERSCHAFT 88
7. AUSBLICK 92
7.1 Bewältigung von Co-Abhängigkeit 92
7.1.1 Der „neue Weg der Hilfe“ 92
7.1.2 Das Konzept „KLARHEIT“ 94
7.2 Adäquate Hilfestrukturen? 94
LITERATURVERZEICHNIS 96
ANHANG 98

Arbeit zitieren:
Eulenberger, Florian Dezember 2004: Co-Abhängigkeit und ihre Auswirkung auf die Homöostase in der Partnerschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sucht, Systemischer Ansatz, Rollengefüge

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