City-Logistik als Ergebnis konsequenter Kooperationspolitik am Besipiel des Regensburger City-Logistik-Projektes RegLog
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Svenja Schampera
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 135 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8817-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8817-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8817-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schampera, Svenja März 2005: City-Logistik als Ergebnis konsequenter Kooperationspolitik am Besipiel des Regensburger City-Logistik-Projektes RegLog, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Verkehr, Stadt Logistik, Tranzsport, Kooperation
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Diplomarbeit von Svenja Schampera
Einleitung:
Problemstellung:
Das transzendente Verkehrswachstum der vergangenen Jahre ist Gegenstand zahlreicher Diskussionen in Wirtschaft und Politik. Parallel zur Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Güterproduktion werden die Wachstumsraten im Straßengüterverkehr von 1992 bis 2010 auf 95% geschätzt. Gegenwärtig führt diese Progression zu einer Überlastung der nur noch begrenzt erweiterbaren Verkehrswege. Diese Tendenz wirkt sich ferner auf die Situation in urbanen Distrikten aus. Speziell in polyzentralen Ballungsräumen mit dispersen Verkehrsströmen kann ein reibungsloser Verkehrsfluss nicht mehr gewährleistet werden. Durch den konzentrierten Verkehr in den Innenstädten und den damit einhergehenden Luft-, Lärm- und Umweltbelastungen verlieren viele Stadtkerne an Attraktivität und Wohnqualität. Diese Störungen beeinträchtigen das logistische Spannungsfeld der Stadt. Die Intensität des innerstädtischen Lieferverkehrs wird sehr kritisch beurteilt, da in den Vormittagsstunden der sensible Raum Innenstadt stark beansprucht wird. Die vorhandenen Lieferzeitbeschränkungen zwingen die Logistikanbieter zu einer zunehmend ineffizienten Abwicklung des Lieferverkehrs. Zur Verteilung einer relativ konstanten Gütermenge müssen immer mehr Fahrzeuge eingesetzt werden, was die Produktivität der genutzten Transportmittel reduziert.
Lieferverkehre für Handel und Gewerbe sind zur Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung jedoch unabdingbar, da sie in großem Maße zur Funktionsfähigkeit einer Stadt beitragen. Die Stadt als multifunktionales Zentrum mit wirtschaftlichen und kulturellen Aktivitäten beansprucht ein leistungsfähiges Verkehrssystem zur Sicherstellung der Mobilität von Gütern, Personen und Informationen. Aufgrund des wachsenden Drucks seitens der Öffentlichkeit sind die politischen Entscheidungsträger zu einer Reduktion des innerstädtischen Lkw-Anteils gezwungen. Für eine effiziente Anlieferung sind Maßnahmen notwendig, die den urbanen Güterverkehr verringern und die Abwicklung verträglicher gestalten. Konzepte der City-Logistik (im Folgenden als CL bezeichnet) bieten hierbei ein breites Spektrum an Lösungsansätzen, die jedoch nicht allgemein übertragbar sind, sondern individuell auf die infrastrukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ausgearbeitet und umgesetzt werden müssen.
Gang der Untersuchung:
Der Begriff der CL umfasst zahlreiche logistische Ansätze, die zur Optimierung der innerstädtischen Güterversorgung beitragen sollen. Ziel dieser Arbeit ist es, die wesentlichen Merkmale und komplexen Einflussfaktoren city-logistischer Aktivitäten auf theoretischer Basis zu erläutern und am Beispiel des Regensburger CL-Projektes ´RegLog` kritisch zu hinterfragen. Hierbei soll betont werden, dass die city-logistischen Maßnahmen nicht allgemeingültig und auf jedes Projekt übertragbar sind. Vielmehr ist eine individuelle Analyse der urbanen und logistischen Gegebenheiten notwendig, um ein CL-System langfristig realisieren zu können. Im Vordergrund der Arbeit steht die Notwendigkeit einer kooperativen Zusammenarbeit der Logistikanbieter, deren city-logistische Intentionen nur unter wettbewerbsneutralen Bedingungen realisiert werden können.
Um den CL-Begriff zu präzisieren, wird zunächst die Zielsetzung city-logistischer Projekte beschrieben, wobei die CL im engeren Sinne die Definition lediglich vervollständigen soll. Im Hinblick auf die Darstellung von RegLog ist die Zielsetzung der CL im weiteren Sinn signifikant, da diese neben logistischen Maßnahmen die Initiative der Kommunen und des Handels voraussetzt. Die Abgrenzung des in dieser Arbeit relevanten städtischen Güterverkehrs von anderen Verkehrsarten ist notwendig, da im Folgenden die Problematik städtischer Ver- und Entsorgungsprozesse und die daraus resultierende Initiative möglicher Beteiligter erläutert werden.
Des Weiteren wird das mögliche Leistungsspektrum der CL betrachtet, wobei aufgrund der Vielfalt die logistischen Mehrwert- und Entsorgungsdienste hervorgehoben werden. Infolge der Analyse unternehmensspezifischer und infrastruktureller Gegebenheiten können mögliche Nutzenpotenziale für Kommune und Transportgewerbe abgeleitet werden. In den nachfolgenden Ausführungen soll das Regensburger CL-Projekt auf Basis einer Befragung der teilnehmenden Kooperationspartner sowie Gesprächen mit entsprechenden Entscheidungsträgern detailliert analysiert werden. In Anlehnung an die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse folgt eine Beschreibung der Funktions- und Wirkungsweise der Regensburger CL.
Anhand dieser Situationsanalyse werden die relevanten Problemfelder und entsprechend initiierte Maßnahmen dargestellt. Zur Ermittlung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses werden auf Basis der Befragung logistische Kennziffern eruiert und mit bisher analysierten Daten verglichen. Aus den daraus resultierenden Strukturen werden alternative Maßnahmen zur optimierten Gestaltung des RegLog-Projektes diskutiert. Die entsprechenden Handlungsempfehlungen setzen sich primär aus eigenen Überlegungen, ergänzt um bestehende CL-Konzeptionen, zusammen. Infolge der Tendenz zu erweiterten CL-Projekten werden sowohl mögliche Initiativen der Kommune als auch des Einzelhandels aufgezeigt. Im Folgenden sollen kooperationsinterne Strategien zur Optimierung der city-logistischen Aktivitäten diskutiert werden. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die Lösungsansätze unter Abwägung der gegebenen Situation kritisch zu betrachten sind, da die RegLog-Kooperation diesbezüglich bereits ein hohes Niveau entwickelt hat. Abschließend wird ein Ausblick auf weitere Fragestellungen und zu erwartende Entwicklungstendenzen gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.1 | Themenfindung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | BEGRIFFSDEFINITION | 3 |
| 2.1 | Allgemeine Ziele | 3 |
| 2.2 | CL im engeren Sinn | 5 |
| 2.3 | CL im weiteren Sinn | 6 |
| 3. | CHARAKTERISTIKA UND PRÄMISSEN DER CL | 7 |
| 3.1 | Analyse urbaner Verkehrsprobleme | 7 |
| 3.1.1 | Relevante Verkehrsarten | 7 |
| 3.1.2 | Problematik der urbanen Ver- und Entsorgung | 8 |
| 3.1.3 | Infrastrukturelle und organisatorische Determinanten | 9 |
| 3.2 | Akteure bei CL-Projekten | 12 |
| 3.2.1 | Städte und Kommunen | 12 |
| 3.2.2 | Situation der Kooperationspartner | 14 |
| 3.2.3 | Versender und Endempfänger | 15 |
| 3.2.4 | Mitwirkende Verbände und Kammern | 17 |
| 3.3 | Leistungsspektrum der CL | 18 |
| 3.3.1 | Vorbemerkungen | 18 |
| 3.3.2 | Formen der gebündelten Belieferung | 18 |
| 3.3.3 | Logistische Mehrwertdienste | 20 |
| 3.3.4 | Entsorgungsservice | 21 |
| 3.3.5 | Sonstige Zusatzdienste | 22 |
| 3.4 | Rahmenbedingungen für CL-Konzepte | 23 |
| 3.4.1 | Strukturelle Voraussetzungen | 23 |
| 3.4.2 | Unternehmensspezifische Voraussetzungen | 25 |
| 3.4.3 | Integration der CL in die Kommunalpolitik | 28 |
| 3.5 | Nutzenpotenziale der CL | 29 |
| 3.5.1 | Quantitative Wirkungsfelder auf die Transportwirtschaft | 29 |
| 3.5.2 | Qualitative Wirkungsfelder | 32 |
| 4. | SITUATIONSANALYSE DES REGENSBURGER CL-PROJEKTES REGLOG | 34 |
| 4.1 | Vorstellung der Erhebungsmethode | 34 |
| 4.2 | Entwicklung der Kooperation | 35 |
| 4.2.1 | Der Ursprung von RegLog | 35 |
| 4.2.2 | Gründe für die Umsetzung | 36 |
| 4.3 | Gestaltung effizienter Prozessabläufe | 38 |
| 4.3.1 | Bündelungsstrategie auf Basis des dezentralen Umschlags | 38 |
| 4.3.2 | Lieferfrequenz | 39 |
| 4.3.3 | Empfängerstruktur | 40 |
| 4.3.4 | Wirkungsweise des RegLog-Systems | 42 |
| 5. | PROBLEMBEREICHE UND ENTWICKLUNG ALTERNATIVER LÖSUNGSANSÄTZE AM BEISPIEL VON REGLOG | 44 |
| 5.1 | Hauptproblematik der Umsetzung des Projektes | 44 |
| 5.1.1 | Leistungsverrechnung | 44 |
| 5.1.2 | Kompetenz der Kooperationspartner | 45 |
| 5.1.3 | Kundenindividuelle Anforderungen | 46 |
| 5.1.4 | Urbanisationsbedingte Hemmnisse | 47 |
| 5.2 | Konsequenzen für das Aufwand-Nutzen-Verhältnis | 49 |
| 5.3 | Optimierungsansätze | 52 |
| 5.3.1 | Maßnahmen der Transportwirtschaft | 52 |
| 5.3.1.1 | Einsatz neuer Fahrzeugtechnologie | 52 |
| 5.3.1.2 | Nutzung zeitgemäßer Informations- und Kommunikationstechnologien | 53 |
| 5.3.1.3 | Spezielle Belieferungskonzepte | 55 |
| 5.3.2 | Unterstützung durch die Stadt | 57 |
| 6. | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR EINE EFFIZIENTE REGENSBURGER CL | 58 |
| 6.1 | Kommunalpolitische Maßnahmen | 58 |
| 6.2 | Maßnahmen des Einzelhandels | 64 |
| 6.2.1 | Bereitschaft zur Verbesserung der Belieferungssituation | 64 |
| 6.2.2 | Kooperation und effektive Zusammenarbeit des Handels | 66 |
| 6.3 | Lösungsansätze im Rahmen der Kooperation | 68 |
| 6.3.1 | Potenzial der Kooperation | 68 |
| 6.3.1.1 | Förderung des Dialoges zwischen den Beteiligten | 68 |
| 6.3.1.2 | Intensivierung des Problembewusstseins der Kunden | 70 |
| 6.3.2 | Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmensphilosophie | 74 |
| 6.3.3 | Interne Optimierung der Transportabläufe | 76 |
| 7. | RESÜMEE | 80 |
| ANHANG | VII | |
| LITERATURVERZEICHNIS | LX | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | LXVI |
Das Vergütungssystem von RegLog ermöglicht eine Abrechnung nach dem jeweilig eingespeisten Gewicht und der damit verbundenen Anzahl der Stopps. Insbesondere die Infrastruktur der Altstadt verursacht durch enge Verkehrswege eine komplexe Anlieferung und infolgedessen einen relative hohen Zeitaufwand. Innerhalb der Mischkalkulationen der einzelnen Kooperationspartner, welche die Innenstadtbelieferung einstmals mit dem übrigen Nahverkehr kombinierten, war der Mehraufwand, der bei der Belieferung der verkehrssensiblen Zonen Regensburgs entstand, nicht eindeutig ersichtlich. Dem CL-Transportunternehmen, der nahezu ausschließlich aufwendige Innenstadtsendungen transportiert, muss dieser Aufwand jedoch finanziell angerechnet werden. Dass diese Systematik der Vergütung notwendig und adäquat ist, wurde von den beteiligten Speditionen zunächst nur verzögert akzeptiert. Die Disparität der citylogistischen Verrechnungssätze mit den Durchschnittsverrechnungssätzen der Speditionen erschien diesen entsprechend hoch.167 De facto beschreiben die kooperierenden Speditionen ihre Kosten- bzw. Erlössituation im Tätigkeitsfeld der CL als eher kostenunterdeckend. Nach Ansicht der beteiligten Speditionen sind die Verluste eher geringfügig, so dass sie durch das Ausschöpfen von Synergieeffekten und den Imagegewinn egalisiert werden.168 [...]
Die RegLog-Bilanz weist zweifelsohne quantitative Nutzenpotenziale auf, die vorwiegend in Form von Synergie- und Anpassungseffekten konstatiert werden können. In Relation zur Fahrleistung und zum Fahrzeugeinsatz der Kooperationspartner im überregionalen Verkehr beträgt der Anteil der CL an deren gesamter Leistungserstellung etwa 7,3%. Die täglich eingesetzten RegLog-Fahrzeuge mit 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht belaufen sich auf bis zu vier Fahrzeuge für den Vorholungsprozess sowie auf ein Fahrzeug für die Auslieferung. Die Möglichkeit des Einsatzes eines Pkws assimiliert außerdem ein temporär hohes Sendungsaufkommen. Aus der minimalen Leerfahrtenanzahl von durchschnittlich zehn Prozent resultiert eine ausgeprägte Kapazitätsauslastung von etwa 90%. Zudem profitieren die RegLog-Beteiligten bei der innerstädtischen Güterversorgung von Rationalisierungseffekten in Form von einer Touren- und Sendungsverdichtung (siehe Kapitel 3.3.2 und Anlage E). Die Sendungsverdichtung ist die systematische Folge der Bündelung diverser Sendungen, die für einen Endempfänger bestimmt sind. Disparat zu den insgesamt 20 Endempfängern nimmt der Großkunde einen Belieferungsanteil von fünf Prozent ein. Demzufolge beträgt die Sendungsverdichtung bis zu fünf Prozent. Die Tourenverdichtung resultiert aus der dezimierten Distanz zwischen den einzelnen Entladestellen von 1200 Metern auf 480 Meter. Demnach verdeutlicht primär die 60-prozentige Tourenverdichtung die [...]
Die Lieferzeitfenster des innerstädtischen Einzelhandels sind abhängig von der Anzahl der ansässigen Unternehmen, deren Betriebsgröße und vor allem den entsprechenden Reglementierungen der Kommunen für den Lieferverkehr. Diese Restriktionen führen zu einer erheblichen Lieferproblematik, da die meisten Einzelhändler ihre Warenannahmestellen i. d. R. erst ab 9.00 Uhr oder 10.00 Uhr vormittags öffnen. Dies basiert auf deren bewusster Reduzierung des Lagerbestandes, der „eine hochfrequente Beschaffung kleiner Bestellmengen, bei möglichst bedarfssynchroner Belieferung“159 voraussetzt. Um den relevanten Güterverkehr auf eine NebenEinkaufszeit zu lenken, beschränken die Kommunen die Lieferzeit in urbanen Distrikten meist auf den Zeitraum von 8.00 Uhr bis 11.00 Uhr. Sie erwarten hiervon eine Reduktion des innerstädtischen Lieferverkehrs. Diese Auflagen wirken sich jedoch kontraproduktiv aus, da die logistischen Leistungen in einem enorm konzentrierten Zeitfenster erfüllt werden müssen. Viele Logistikanbieter sehen sich demzufolge gezwungen, weitere Fahrzeuge für den innerstädtischen Güterverkehr einzusetzen, um den gegebenen logistischen Anforderungen des Handels gerecht zu werden und dem Wettbewerbsdruck in der Transportbranche standzuhalten.160 Die grundsätzliche Intention des RegLog-Projektes ist die Reduzierung des Lieferverkehrs in der sensiblen Problemzone Innenstadt. Aufgrund- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488178
Arbeit zitieren:
Schampera, Svenja März 2005: City-Logistik als Ergebnis konsequenter Kooperationspolitik am Besipiel des Regensburger City-Logistik-Projektes RegLog, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Verkehr, Stadt Logistik, Tranzsport, Kooperation



