Christliches Profil als Chance für konfessionelle Krankenhäuser
Die Perzeption christlicher Werte in einem konfessionellen Krankenhaus (am Beispiel des Johanniter Krankenhauses Genthin-Stendal gGmbH) und deren Implementierung in eine Corporate Identity Strategie
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Gordon Heringshausen
- Abgabedatum: August 2005
- Umfang: 69 Seiten
- Dateigröße: 871,7 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9112-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9112-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9112-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heringshausen, Gordon August 2005: Christliches Profil als Chance für konfessionelle Krankenhäuser, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wert, Qualitätsmanagement, Leitbild, Marketing, Patient
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Bachelorarbeit von Gordon Heringshausen
Einleitung:
Die Krankenhäuser in Deutschland sind auf dem Weg zu patienten-, qualitäts- und mitarbeiterorientierten Dienstleistungsunternehmen. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität, speziell in konfessionellen Krankenhäusern, ist im Zeitalter des Wettbewerbs sozialer Dienstleistungen ein unverzichtbares Ziel geworden. Diese Einrichtungen sind Ausdruck des christlichen Glaubens, und es entspricht ihrem Auftrag, für ihre Qualität Sorge zu tragen. Qualitätssicherung und Zertifizierung sind Ausdruck der Identität und des eigenständigen Profils. Inzwischen haben sie auch die Notwendigkeit einer professionellen Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit erkannt.
Eine Corporate Identity – auch Leitbild genannt – wird für Krankenhäuser immer wichtiger, da die Patienten und andere Kunden wissen wollen, was das Krankenhaus leistet und wie es arbeitet. Patienten und andere Zielgruppen haben den Wunsch, über die Qualität des Angebots hinaus mehr über das anbietende Krankenhaus und dessen Aktivitäten und Leistungen zu erfahren. Durch professionelle CI-Arbeit wird der langfristige Unternehmenserfolg unterstützt.
Nach außen bedeutet es eine klare Abgrenzung zum Mitbewerber und die Entwicklung eines eigenen Profils. Intern erreicht ein Krankenhaus die Akzeptanz der eigenen Philosophie bei den Mitarbeitern und die Verstärkung des Wir-Gefühls. Eine erfolgreiche umgesetzte Corporate Identity dient auch der Profilierung und Positionierung am Markt, denn auch in Krankenhäusern werden Dienstleistungen immer ähnlicher. Abgrenzungen zum Mitbewerber verlagern sich zukünftig von der Dienstleistung auf das Image des Hauses. Vor diesem Hintergrund ist es für konfessionelle Krankenhäuser ein wichtiger Ansatz, ihr christliches Profil im Marketing einzusetzen.
In Hinsicht auf die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems im Krankenhaus, ergibt sich aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht die Fragestellung: Wie kann ein konfessionelles Krankenhaus seine christliche Werte im Leitbild und im Qualitätsmanagement zusammenführen? Kann mit einem christlichem Profil und mit perzipierten christlichen Werten in nicht unwesentlichem Umfange die Struktur und damit auch die Ergebnisse der Arbeit im Krankenhaus, und die Qualität im Krankenhaus, bestimmen? Drückt sich der Auftrag konfessioneller Krankenhäuser, ihr Selbstverständnis und ihre Identität auch in ganz eigenen, spezifischen Qualitätsmerkmalen aus?
Aus reinpraktischer Sicht stellt sich zudem die Frage, was in einem konfessionellen Krankenhaus in der Anwendung überhaupt kirchlich, im Sinne von „christlich“, ist und welche Werte im Alltag perzipiert werden. Dazu sollte mit Hilfe einer Patientenbefragung im Johanniter-Krankenhaus in Stendal untersucht werden, warum gerade dieses Krankenhaus von den Patienten für ihre Behandlung gewählt wurde, welche Erwartungen Patienten grundsätzlich an ein christliches Krankenhaus stellen und wie sie ihre Erwartungen im Johanniter-Krankenhaus in Stendal umgesetzt und erfüllt sehen.
Für die bevorstehende Befragung musste als Befragungsinstrument ein Fragebogen entwickelt werden der den psychometrischen Gütekriterien entsprach. Ziel der Befragung sollte weiterhin sein, aus Sicht der Patienten exemplarisch Stärken und eventuelle Schwächen des Unternehmens aufzuzeigen und Ansatzpunkte für notwendige Veränderungen zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Das konfessionelle Krankenhaus - Herausforderung und Perspektive | 7 |
| 2.1 | Das Krankenhaus auf dem Weg zu einem Dienstleistungsunternehmen | 7 |
| 2.2 | Die Rolle von christlichen Werten im Leitbild und deren Implementierung in ein Qualitätsmanagementsystem im Krankenhaus | 8 |
| 3. | Qualitätsmanagementsysteme, Corporate Identity und Christliche Werte im Krankenhaus | 9 |
| 3.1 | Von der Qualitätskontrolle zum Total Quality Management im Krankenhaus | 9 |
| 3.2 | Die Bedeutung von Qualitätsmanagement und Dimensionen von Qualität | 11 |
| 3.2.1 | Die Strukturqualität | 12 |
| 3.2.2 | Die Prozessqualität | 12 |
| 3.2.3 | Die Ergebnisqualität | 12 |
| 3.3 | Qualitätsmanagementsysteme im Krankenhaus | 13 |
| 3.3.1 | Die Normenreihe der DIN EN ISO 9000 ff (9000-9004): ISO | 14 |
| 3.3.1 | Das Modell der „European Foundation for Quality Management“: EFQM | 15 |
| 3.3.2 | Das Modell der „Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus“: KTQ | 15 |
| 3.3.3 | Das Modell der „proCum-Cert“ | 16 |
| 3.4 | Elemente einer Corporate Identity Strategie im Krankenhaus | 17 |
| 3.4.1 | Vision als Vorraussetzung | 19 |
| 3.4.2 | Corporate Behaviour – Mitarbeiter-Verhalten | 19 |
| 3.4.3 | Corporate Design – Erscheinungsbild | 20 |
| 3.4.4 | Corporate Communications – Unternehmenskommunikation | 20 |
| 3.5 | Christliche Werte – Erwartungen an ein konfessionelles Krankenhaus | 21 |
| 3.6 | Zusammenhang von christlicher Identität und Qualität im Krankenhaus | 22 |
| 4. | Das christliche Krankenhaus im Wandel der Zeit | 23 |
| 4.1 | Die Entstehung von christlichen Hospitälern | 23 |
| 4.2 | Das christliche Krankenhaus in der Gegenwart | 25 |
| 4.3 | Das christliche Krankenhaus in der Zukunft – ein modernes Dienstleistungsunternehmen | 26 |
| 5. | Ein Beispiel der Umsetzung - Das Johanniter Krankenhaus Genthin-Stendal gGmbH | 27 |
| 5.1 | Der Johanniter-Orden | 27 |
| 5.2 | Das Leitbild der Krankenhäuser des Johanniterordens | 28 |
| 5.3 | Das Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal gGmbH | 29 |
| 5.4 | Das Qualitätsmanagementsystem im Johanniter-Krankenhaus Genthin – Stendal gGmbH | 30 |
| 5.5 | Die Corporate Identity Strategie im Johanniter-Krankenhaus Genthin – Stendal gGmbH | 31 |
| 5.6 | Aktuelles Leitbild im Johanniter-Krankenhaus Genthin – Stendal gGmbH | 32 |
| 5.7 | Die Perzeption christlicher Werte im Johanniter Krankenhaus in Stendal | 33 |
| 5.8 | Entwicklung eines Fragebogens zur Datenerhebung | 33 |
| 5.8.1 | Anforderungen an den Fragebogen | 34 |
| 5.8.2 | Konstruktion des Fragenbogen | 35 |
| 5.8.3 | Durchführung der Fragebogenaktion im Johanniter-Krankenhaus in Stendal | 37 |
| 5.8.4 | Auswertung des Fragebogens | 37 |
| 5.9 | Beschreibung der Ergebnisse aus der Befragung im Johanniter-Krankenhaus in Stendal | 46 |
| 5.9.1 | Präferenzen der Patienten zu allgemeinen Klinikmerkmalen (Eigenschaften und Werte) christlicher Krankenhäuser und deren Perzeption im Johanniter-Krankenhaus in Stendal | 46 |
| 5.9.2 | Präferenzen der Patienten zu strukturellen Klinikmerkmalen und religiösen Werten christlicher Krankenhäuser und deren Perzeption im Johanniter-Krankenhaus in Stendal | 47 |
| 6. | Christliches Profil als Markenprodukt – Die Implementierungin eine Corporate-Identity-Strategie | 47 |
| 6.1 | Die Bedeutung christlicher Werte im Qualitätsmanagementkonzept eines Krankenhauses | 47 |
| 6.2 | Zusammenführung von christlichen Werten im Leitbild, im Qualitätsmanagement und die Einbindung in eine Corporate-Identity-Strategie | 48 |
| 6.3 | Möglichkeiten zur kurzfristigen Umsetzung im Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal gGmbH | 50 |
| 6.3.1 | Publikation am Schwarzen Brett | 50 |
| 6.3.2 | Publikation in der Mitarbeiterzeitung | 51 |
| 6.3.3 | Publikation in der Patientenzeitung | 51 |
| 6.4 | Die langfristige Einbindung der Erkenntnisse in die Corporate-Identity-Strategie des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal gGmbH | 52 |
| 6.4.1 | Einbindung in das aktuelle Leitbild | 52 |
| 6.4.2 | Einführung des neuen Krankenhausleitbildes | 53 |
| 6.4.3 | Interne Kommunikation des neuen Leitbildes | 53 |
| 6.4.4 | Externe Kommunikation des neuen Leitbildes – Erstellung einer Imagebroschüre | 54 |
| 7. | Übertragbarkeit und Ausblick in die Zukunft | 54 |
| 7.1 | Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf andere Krankenhäuser | 54 |
| 7.2 | Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen des Gesundheitswesens | 55 |
| 7.3 | Christliches Profil als Chance für konfessionelle Krankenhäuser auf dem Gesundheitsmarkt der Zukunft | 55 |
| 8. | Zusammenfassung Christliche Werte – Das „Kapital“ konfessioneller Krankenhäuser | 56 |
| 8.1 | Christliche Werte in der praktischen Umsetzung im Krankenhaus | 56 |
| 8.2 | Zusammenführung von christlichen Werten, Qualitätsmanagement und Corporate Identity Strategie in einem konfessionellen Krankenhaus | 57 |
| 9. | Anhang | 60 |
| 10. | Literatur- und Quellenverzeichnis | 65 |
Und bereits jetzt findet auf dem Markt ein Verdrängungswettbewerb mit zunehmender Intensität statt. Überleben werden in Zukunft vorwiegend die privaten Krankenanstalten, und die gesamte Krankenhauslandschaft wird im wesentlichen von großen Klinikketten beherrscht werden. (Bauer 2002) Bedingt und gefördert durch die DRGKrankenhausfinanzierung besteht die Gefahr, dass es zu einer Industrialisierung der stationären Krankenversorgung kommen könne, und das die persönliche Zuwendung zum Kranken sich zu einer zuzahlungspflichtigen Wahlleistung entwickeln könne. (Bauer 2002) In Zukunft wird allein der Patient auch das komplizierteste High-TechKrankenhaus danach legitimieren, welchen Geist und welches Klima er dort vorfindet und wie man ihm dort begegnen wird. Im alten Spital waren die Hausherren nicht die Klinikdirektoren oder ein Krankenhaus-Management, sondern die „Herren Kranken“, les seigneurs malades, wie es in der Johanniter-Regel stand. Es könnte ein Typikum des christlichen Krankenhauses in der Zukunft sein, das man dort den Patienten nicht als Kunden bezeichnet, wie es in bestimmten Management-Entwürfen geschieht, sondern ihn als ganzheitliches Individuum und als Mensch sieht. (Seidler 2002) [...]
Dringlichkeiten verweist - so verlangt er ebenso die gezielte medizinisch-technische Intervention aller heutigen Möglichkeiten wie jenen humanen Umgang mit seinen Grundbedürfnissen und seiner persönlichen Not, der an den Auftrag des alten Hospitals erinnert. (Seidler 2002) Im Bezug auf die rechtliche Legitimation christlicher Krankenhäuser legitimieren sie sich, in unserem sozialen Rechtsstaat, nach dem Prinzip der Subsidiarität. Das soziale Hilfesystem der Bundesrepublik Deutschland erkennt nach der Verfassung gemeinnützige Krankenhäuser und hier speziell die konfessionellen Krankenhäuser als eigenständige Säule mit eigenem Profil an. Der Staat erkennt in der Verfassung und im Bundessozialhilfegesetz die Wahlfreiheit des Bürgers an; dem muss auch ein Wahlangebot entsprechen. Weil Krankenhilfe die Existenz des Menschen betrifft, darf der Kranke wählen, von wem er sich helfen lassen will. In den Organisationsmaßnahmen ist die Autonomie eine Sache der kirchlichen Ordnung. In der finanziellen Dotierung ist der Staat zur Gleichbehandlung verpflichtet. Die Eigenständigkeit des christlichen Krankenhauses kommt zum Tragen, insofern darin der Auftrag der Kirche sichtbar wird, z.B. in der Grundordnung, Mitarbeitervertretung etc.. (Voß 1999) 4.3. Das christliche Krankenhaus in der Zukunft – ein modernes Dienstleistungsunternehmen Das Management von Krankenhäusern steht in der Zukunft vor wegweisenden Herausforderungen. Knappe finanzielle Ressourcen einerseits sowie ein gestiegenes Anspruchsniveau seitens der Patienten und der Mitarbeiter andererseits erzeugen das Spannungsfeld, in dem sich Krankenhäuser heute schon befinden bzw. in naher Zukunft befinden werden. Wollen Krankenhäuser die an sie gestellten Anforderungen, eine qualitativ hochwertige und zugleich kostengünstige Versorgung, erfüllen, so müssen sie sich in Bezug auf ihre Organisation sowie ihre Unternehmensstrategie und –philosophie den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Vorraussetzungen für einen solchen Reformprozess sind neben dem rechtlichen Rahmen, der dem Krankenhaus die wirtschaftliche Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit garantiert, eine klare Zielsetzung sowie ein tragfähiges Konzept zu deren Umsetzung. (Graf 1998) Insgesamt wird es tiefgreifende strukturelle Veränderungen nicht nur in den einzelnen Krankenhäusern, sondern insgesamt in der Krankenhauslandschaft geben. Bereits heutzutage haben sich die Krankenhäuser von verwaltenden Pflegereinrichtungen zu wettbewerbsorientierten Dienstleistungsunternehmen entwickelt. 26 [...]
gentlicher Ratgeber im Hospital, als lehrende, praktizierende und forschende Institution ein. Es kam durch den sozialen Umbruch der Aufklärung in der damaligen Zeit zu einem plötzlichen Missverhältnis zwischen den Anforderungen und den gegebenen Möglichkeiten. Damit ergab sich die Notwendigkeit eines nahezu kompletten Neuanfanges aus dem Zusammentreffen mehrerer Faktoren, von denen die meisten im wesentlichen quantitativer Natur waren: Es entstand die neue Institution Krankenhaus, die jetzt so hieß und dies auch war, weil in ihr nunmehr nur noch Kranke zum Zwecke ihrer Heilung und wieder Entlassung aufgenommen werden sollten. Für alle anderen Kategorien alter Spitalinsassen entstanden neue Unterbringungsformen, vom Altersheim bis zum Arbeitshaus. Die pflegende Aufgabe des alten Hospitals wandelte sich zur diagnostischen und therapeutischen Beschäftigung mit dem Kranken. Ab jetzt entwickelte sich allmählich das wissenschaftlich-medizinisch intensiv betreute und technisch-apparativ beispielhaft ausgestattete Dienstleistungszentrum ausschließlich für Kranke. (Labisch/Spree 1996) Man geht aber davon aus, dass sowohl traditionelle Hospitäler als auch moderne Krankenhäuser im 19.Jahrhundert lange Zeit nebeneinander existierten. Dennoch lässt sich eine atemberaubende Entwicklung von einer relativ unbedeutenden Wohlfahrtsinstitution am Rande der Gesellschaft, die für die primären Gesundheitsbedürfnisse der Bevölkerung ziemlich unbedeutend war zu einer zentralen Institution des modernen Gesundheitswesens konstatieren. (Labisch/Spree 1996) In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts fanden immer mehr Menschen den Weg ins Krankenhaus, das zum einen den Ruf verlor, eine „Pforte zum Tod“ zu sein, zum anderen den Makel einer Armenpflegeanstalt mit Zwangscharakter ablegen konnte. (Fehlemann/von Ferber/Woelk 2000) 4.2. Das christliche Krankenhaus in der Gegenwart [...]
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Heringshausen, Gordon August 2005: Christliches Profil als Chance für konfessionelle Krankenhäuser, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wert, Qualitätsmanagement, Leitbild, Marketing, Patient




