Chinesische Touristen in Deutschland
Schwerpunkt Köln. Eine empirische Untersuchung.
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Florian Wohlfart
- Abgabedatum: Mai 2007
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- Originaltitel: China-Tourismus in Köln. Eine empirische Untersuchung
- Bibliografie: ca. 90
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0434-5
- ISBN (CD) :978-3-8366-0434-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wohlfart, Florian Mai 2007: Chinesische Touristen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: China, Tourismusindustrie, Tourismus, Incoming, Outbound
In den Warenkorb
38,00 €
Diplomarbeit von Florian Wohlfart
Einleitung:
Die weltweite Bedeutung Chinas hat in den letzten Jahren beständig zugenommen, egal ob es sich um politische, soziale, ökologische oder – wohl am häufigsten –wirtschaftliche Aspekte handelte.
Der Tourismus im Allgemeinen ist geprägt von einer engen Verflechtung all dieser Bereiche. Der chinesische Tourismus im Besonderen stellt somit auf sehr komplexe Weise gewissermaßen eine Funktion in Abhängigkeit der genannten (und einiger weiterer) Aspekte für die VR China dar.
In den Jahren 2003 bis 2005 waren regelmäßig fast bedrohlich wirkende Schlagzeilen in der deutschen Presse zu finden, die sich der zu erwartenden Gästeflut aus China widmeten. Besonders beliebt war der Titel „Die Chinesen kommen“. Im letzten Jahr ist nun etwas mehr Ruhe eingekehrt, die politische Führung Deutschlands hat gewechselt und damit auch die grundlegende Haltung gegenüber der VR China. „Ende des Honeymoons“ titelte das „Sonderheft China 2006“ der Wirtschaftswoche und auch China-Tourismusexperten verwenden eine sehr ähnliche Formulierung für die Beschreibung der aktuellen Lage aus tourismuswissenschaftlicher Sicht. Es soll hier aber keinesfalls der falsche Eindruck entstehen, dass das China-Geschäft nunmehr uninteressant geworden sei. Ähnlich wie Ende Februar 2007 bei den Kursverlusten an der Shanghaier und Shenzhener Börse, könnte man hier wohl eher von einer gesunden „Korrekturphase“ sprechen, die in einem sich überhitzenden Markt zu erwarten war und für die nächste Zukunft neue Stabilität verleiht. Die Wachstumsraten im China-Incoming-Tourismus der letzten Jahre waren atemberaubend hoch und „Goldgräberstimmung“ machte sich breit. Diese Stimmung hat sich seit etwa Mitte des Jahres 2005 gelegt aber die Wachstumsraten sind nichtsdestotrotz weiterhin beeindruckend und die Aussichten gut.
China ist erwacht, viel schneller als die meisten es noch vor wenigen Jahren vermutet hätten und die Chinesen, die sind längst da. In den Metropolen Europas prägen chinesische Reisegruppen heute nicht selten das Alltagsbild vor den Hauptattraktionen. Und so fällt es bei einem Besuch des Kölner Doms kaum noch jemandem auf, wie viele Chinesen dort auf dem Domplatz – besonders zur Mittagszeit und fast ausschließlich in Gruppen – den Dom bewundern und fotografieren. Sie haben wenig Zeit und strömen gleich weiter – zum Essen oder Shoppen. Doch das Geschäft mit den Chinesen ist nicht so leicht, wie sich das manch einer vielleicht vor einigen Jahren noch erträumt hat.
In dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass es der Stadt Köln in der Vergangenheit aufgrund von Standortvorteilen gegenüber anderen Destinationen auf der einen und einer sehr fokussierten Nachfrage der chinesischen Gäste auf der anderen Seite gelungen ist, von diesem Wachstum zu profitieren. Andererseits gelingt es der Stadt Köln besonders in den letzten zwei Jahren, relativ gesehen, weniger gut, diesen unterschiedlich stark aber beständig wachsenden Markt optimal für sich zu nutzen.
Historisch gesehen gibt es in China eine lange Tradition des Reisens der Reichen, Mächtigen und Gebildeten. Für die Masse des Volkes waren dagegen entweder Pilgerfahrten zu religiösen Stätten oder aber Handelsreisen der überwiegende Reisezweck. Diese Form des Tourismus hatte direkt nur geringen Einfluss auf die Gesellschaft, die Umwelt, die Kultur des Landes oder die Wirtschaft. Von Tourismus in unserem heutigen Verständnis kann man lange Zeit also nur eingeschränkt sprechen. Erst im Zuge des technologischen Fortschritts, der zunehmenden Globalisierung, enorm gesunkener Transport- und Kommunikationskosten, der Öffnung der Märkte und eines wachsenden Wohlstandes (zumindest in den Industrie- und Schwellenländern) entstand die neue Form des Massentourismus, der heute unterstützt durch eine vernetzte Welt, gemeinsame Währungen und Low-Cost-Airlines den Tourismus zunehmend auch in China bestimmt. Darüber hinaus erfordern immer größere Investitionen auch in der Tourismusbranche die Generierung von Skaleneffekten, um die Rentabilität der Projekte zu gewährleisten. Letztendlich unterliegt also das Gut ‚Tourist’ ähnlichen Marktbedingungen, wie viele andere Güter auch.
Die von der chinesischen Regierung in vielen anderen Bereichen praktizierte Politik der schrittweisen Öffnung fand auch im Tourismus Anwendung. Dabei ist eine sukzessive, sich aber teilweise überschneidende Entwicklung in den drei grundlegenden Bestandteilen des (chinesischen) Tourismus festzustellen, die im Folgenden einzeln beleuchtet werden sollen. Entwicklungen im chinesischen Incoming- und Binnen-Tourismus sind für das Verständnis des dritten Teilbereichs Outbound-Tourismus wichtig. Auf diesem liegt der Schwerpunkt der Betrachtung, da sich der chinesische Incoming-Tousimus in Deutschland – und damit auch in Köln – aus dieser Quelle speist.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit widmet sich im zweiten Kapitel kurz der Entwicklung des chinesischen Tourismus im Allgemeinen und schwerpunktmäßig der des chinesischen Outbound-Tourismus seit den 1990er Jahren, wobei sich im Laufe der Arbeit der Fokus von der globalen auf die regionale Ebene verkleinert.
Im dritten Kapitel sollen dann wichtige Einflussfaktoren auf den chinesischen (Outbound-)Tourismus dargestellt werden, um dann im vierten Kapitel speziell die Stadt Köln als Destination des chinesischen Tourismus darzustellen sowie Entwicklungen und Potenziale aufzuzeigen.
Im fünften Kapitel werden grundlegende, im ersten Teil gewonnene Forschungsfragen herausgearbeitet, die nach einer Beschreibung des Aufbaus der empirischen Untersuchung im sechsten Kapitel dann im siebten Kapitel anhand der Ergebnisse der Befragung überprüft werden.
Im achten Kapitel schließlich werden ausgewählte Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft auf regionaler aber auch nationaler Ebene dargestellt. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse im neunten Kapitel.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | ABBILDUNGS-, TABELLEN- UND KARTENVERZEICHNIS | II |
| II. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III |
| TEIL A | 1 | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Begriffsabgrenzung | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | ENTWICKLUNG DES CHINESISCHEN TOURISMUS | 4 |
| 2.1 | Vorbemerkung zur chinesischen Tourismusstatistik | 5 |
| 2.2 | Der Incoming-Tourismus in China – Beginn einer Entwicklung | 6 |
| 2.3 | Der Binnentourismus in China | 9 |
| 2.4 | Der chinesische Outbound-Tourismus | 10 |
| 3. | EINFLUSSFAKTOREN AUF DEN CHINESISCHEN OUTBOUND-TOURISMUS | 23 |
| 3.1 | Pushfaktoren | 23 |
| 3.2 | Pullfaktoren | 27 |
| 4. | KÖLN – DESTINATION DES INTERNATIONALEN TOURISMUS | 28 |
| 4.1 | Wirtschaftliche Bedeutung der chinesischen Touristen für Köln | 29 |
| TEIL B | 32 | |
| 5. | FORSCHUNGSFRAGEN BEZÜGLICH DER EINFLUSSFAKTOREN AUF DEN CHINESISCHEN KÖLN-TOURISMUS | 32 |
| 6. | AUFBAU DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG | 33 |
| 6.1 | Standardisierte Befragung chinesischer Touristen | 33 |
| 6.2 | Expertenbefragungen ansässiger Leistungsträger | 34 |
| TEIL C | 34 | |
| 7. | ERGEBNISSE DER ERHEBUNG | 34 |
| 7.1 | Soziodemographische Merkmale der Stichprobe | 35 |
| 7.2 | Buchungsverhalten und Informationsquellen | 38 |
| 7.3 | Motive eines Besuchs | 39 |
| 7.4 | Reiseverlauf | 43 |
| 7.5 | Ausgaben der chinesischen Gäste | 46 |
| 7.6 | Zufriedenheit der Touristen mit Teilleistungen der Reise in Köln | 49 |
| 8. | AUSGEWÄHLTE ERGEBNISSE DER EXPERTENBEFRAGUNG | 50 |
| 9. | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR ENTSCHEIDUNGSTRÄGER AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT | 54 |
| 10. | ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBEMERKUNG | 60 |
| III. | LITERATURVERZEICHNIS | 62 |
| IV. | ANHANG | 69 |
| EXPERTENINTERVIEWS UND SONSTIGE INFORMATIONSQUELLEN | 71 | |
| STANDARDISIERTER FRAGEBOGEN ZUR BEFRAGUNG CHINESISCHER TOURISTEN (ORIGINAL) | 73 | |
| STANDARDISIERTER FRAGEBOGEN ZUR BEFRAGUNG CHINESISCHER TOURISTEN(ÜBERSETZUNG) | 75 |
Inhaltsverzeichnis:
| I. | ABBILDUNGS-, TABELLEN- UND KARTENVERZEICHNIS | II |
| II. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III |
| TEIL A | 1 | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Begriffsabgrenzung | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | ENTWICKLUNG DES CHINESISCHEN TOURISMUS | 4 |
| 2.1 | Vorbemerkung zur chinesischen Tourismusstatistik | 5 |
| 2.2 | Der Incoming-Tourismus in China – Beginn einer Entwicklung | 6 |
| 2.3 | Der Binnentourismus in China | 9 |
| 2.4 | Der chinesische Outbound-Tourismus | 10 |
| 3. | EINFLUSSFAKTOREN AUF DEN CHINESISCHEN OUTBOUND-TOURISMUS | 23 |
| 3.1 | Pushfaktoren | 23 |
| 3.2 | Pullfaktoren | 27 |
| 4. | KÖLN – DESTINATION DES INTERNATIONALEN TOURISMUS | 28 |
| 4.1 | Wirtschaftliche Bedeutung der chinesischen Touristen für Köln | 29 |
| TEIL B | 32 | |
| 5. | FORSCHUNGSFRAGEN BEZÜGLICH DER EINFLUSSFAKTOREN AUF DEN CHINESISCHEN KÖLN-TOURISMUS | 32 |
| 6. | AUFBAU DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG | 33 |
| 6.1 | Standardisierte Befragung chinesischer Touristen | 33 |
| 6.2 | Expertenbefragungen ansässiger Leistungsträger | 34 |
| TEIL C | 34 | |
| 7. | ERGEBNISSE DER ERHEBUNG | 34 |
| 7.1 | Soziodemographische Merkmale der Stichprobe | 35 |
| 7.2 | Buchungsverhalten und Informationsquellen | 38 |
| 7.3 | Motive eines Besuchs | 39 |
| 7.4 | Reiseverlauf | 43 |
| 7.5 | Ausgaben der chinesischen Gäste | 46 |
| 7.6 | Zufriedenheit der Touristen mit Teilleistungen der Reise in Köln | 49 |
| 8. | AUSGEWÄHLTE ERGEBNISSE DER EXPERTENBEFRAGUNG | 50 |
| 9. | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR ENTSCHEIDUNGSTRÄGER AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT | 54 |
| 10. | ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBEMERKUNG | 60 |
| III. | LITERATURVERZEICHNIS | 62 |
| IV. | ANHANG | 69 |
| EXPERTENINTERVIEWS UND SONSTIGE INFORMATIONSQUELLEN | 71 | |
| STANDARDISIERTER FRAGEBOGEN ZUR BEFRAGUNG CHINESISCHER TOURISTEN (ORIGINAL) | 73 | |
| STANDARDISIERTER FRAGEBOGEN ZUR BEFRAGUNG CHINESISCHER TOURISTEN(ÜBERSETZUNG) | 75 |
Textprobe:
Kapitel 2.4.3, Deutschland als Zielland chinesischer Touristen:
Seit 1996 belegt China in Folge Rang 3 bei den Übersee-Herkunftsländern für das Incoming nach Deutschland (nach USA und Japan) und steht damit an 15. Stelle der Auslandsmärkte mit 924.673 Übernachtungen im Jahr 2006. Besondere Aufmerksamkeit verdient diese Gruppe der Touristen nicht nur wegen der absoluten Zahl der Übernachtungen, sondern vor allem wegen des enormen Potentials, das die VR China durch ihre Bevölkerungsstärke von etwa 1,3 Milliarden Menschen und das beständige und gleichzeitig zweistellige Wirtschaftswachstum verspricht. Zwischen 2000 und 2006 betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum der Übernachtungen von Gästen aus China mehr als 13%, was einer knappen Verdopplung der Übernachtungszahlen im Gesamtzeitraum entspricht. 2006 wurden von Chinesen nur wenige tausend Übernachtungen weniger verzeichnet als von Gästen aus der Russischen Föderation (965.000) aber 1,85mal so viele wie von Besuchern aus Kanada und mehr als alle Übernachtungen von Gästen aus den EU-Partnerländern Griechenland undLuxemburg zusammen.
Auf der Ebene der Bundesländer sind ein Süd-Nord-Gefälle sowie ein gleichzeitiges West-Ost-Gefälle bezüglich der Übernachtungsintensität deutlich erkennbar. Die drei Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vereinen zusammen nur etwa 1,4% aller Übernachtungen chinesischer Gäste in Deutschland im Jahr 2006 auf sich. Einzig die Großstädte können überdurchschnittliche Werte erzielen, wobei in ganz Ostdeutschland nur Berlin nennenswerte Werte (6,8% aller Übernachtungen) erzielen kann. Das Bundesland mit den höchsten absoluten Werten und zugleich auch der höchsten Übernachtungsintensität ist Hessen. Grund für diese hohen Werte ist neben dem guten Ruf der Stadt Frankfurt an allererster Stelle der Frankfurter Flughafen – der größte Incoming-Flughafen Deutschlands und der drittgrößte Europas. Die Entwicklung der Ankünfte und Übernachtungen sowie der Anteil der chinesischen Gäste an allen Gästen in Nordrhein-Westfalen ist in Abb. 3 dargestellt.
Deutlich erkennbar sind zum einen der absolute Anstieg der chinesischen Gästeankünfte und -übernachtungen seit 1999 sowie gleichzeitig eine Verdopplung des Anteils an allen ausländischen Übernachtungen in NRW von 1,1% 1999 auf 2,2% im Jahr 2004. Auch die sprunghafte Zunahme der Übernachtungen und Ankünfte zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des EU-weiten ADS-Abkommens 2004 zeichnet sich deutlich ab. Der Effekt wird durch die stark gebremsten Reiseaktivitäten aufgrund des Ausbruchs von SARS in 2003 noch verstärkt. Gleichzeitig ist seit 2004 ein langsameres Wachstum auf hohem Niveau zu beobachten. Im Jahr 2006 wurden 159.516 Übernachtungen von chinesischen Touristen in NRW gezählt.
In Karte 1 wird die regionale Bedeutung des chinesischen Incoming-Tourismus für NRW anhand des Tourismusdichte-Maßes der Gäste pro 1000 Einwohner für das Jahr 2006 dargestellt. Gut zu erkennen ist, dass in der vom LDS verwendeten Gebietsaufteilung besonders die Gebiete „Düsseldorf und Mettmann“ (33,1 Übernachtungen/1000 Einwohner) sowie „Köln und Region“ (25,2 Übernachtungen/1000 Einwohner) die höchste Übernachtungsintensität chinesischer Gäste verzeichnen. Diese Werte liegen deutlich über dem Durchschnitt für Nordrhein-Westfalen von 8,7 Übernachtungen chinesischer Gäste/1000 Einwohner. In beiden Fällen sind die absoluten Übernachtungszahlen zu jeweils etwa 90% auf Übernachtungen in den kreisfreien Städten Düsseldorf (87,6%) und Köln (91,2%) zurückzuführen.
Die Übernachtungsintensität liegt in den beiden Städten entsprechend bei 54,6 (Stadt Düsseldorf) bzw. 33,9 Übernachtungen/1000 Einwohner (Stadt Köln). Karte 1: Übernachtungen chinesischer Gäste pro 1000 Einwohner in NRW im Jahr 2006 Der Stadt Düsseldorf gelingt es also, eine deutlich höhere Zahl von Übernachtungen chinesischer Touristen pro Einwohner zu generieren. Neben der touristischen Anziehungskraft, die besonders von der Großstadt Köln ausgeht, sei darauf verwiesen, dass es sich bei den beiden genannten Städten um die bedeutendsten Messestädte in NRW bzw. mit jeweils etwa 285.000 m2 Ausstellungsfläche um die drittgrößte (Köln), bzw. viertgrößte Messe (Düsseldorf) in ganz Deutschland nach Hannover und Frankfurt handelt. Der deutlich erhöhte Geschäftsreiseanteil im chinesischen Incoming-Tourismus in Deutschland von 39% 83 bestärkt diese Vermutung. Eine Erklärung für die in Düsseldorf fast gleich hohen absoluten Übernachtungszahlen liefern allerdings auch die von den betreffenden Messen selbst angegebenen Besucher- und Ausstellerzahlen nicht.
Mit 1343 chinesischen Ausstellern und 2071 chinesischen Besuchern 84 konnte die Messe Düsseldorf aufgrund ihrer intensiven Auslandsaktivitäten – und im Besonderen der Kooperation mit der Messe Shanghai – in den letzten Jahren die Besucher- und Ausstellerzahlen aus der VR China deutlich erhöhen. Die Werte der Messe Düsseldorf liegen jedoch deutlich unter denen der Koelnmesse (2500 Aussteller, 4500 Besucher aus der VR China und der SVZ Hongkong) die ebenfalls in China aktiv ist. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Bedeutung des Düsseldorfer Flughafens, der mit etwa 16,6 Mio. Fluggästen im Jahr der drittgrößte Flughafen Deutschlands nach Frankfurt und München ist und einen Mix von 75 Fluggesellschaften 125 Destinationen in Europa, 17 in Amerika und immerhin neun Destinationen in Asien im Angebot hat. Die Stadt Düsseldorf betreibt aber auch im Bereich der Wirtschaftsförderung, etwa mit dem Projekt „China goes DUS“, und der Errichtung eines China-Kompetenzzentrums, an der auch die IHK Düsseldorf sowie die Messe Düsseldorf beteiligt sind, erfolgreich aktive Werbung für den Standort.
Auffällig ist zudem eine generell höhere Übernachtungsintensität in den südlichen, grenznahen Regionen NRWs. Die verhältnismäßig hohen Werte (19,5 Übernachtungen/1000 Einwohner) für das Gebiet „Siegerland-Wittgenstein“ lassen sich wohl vor allem durch eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte bei gleichzeitig großer Zahl an verfügbaren Hotelunterkünften in den Erholungsgebieten der Region sowie durch die Anbindung zum Incoming-Flughafen Frankfurt über die A45 erklären. Der absolute Anteil der Region an den Übernachtungen ist mit 3,61% ebenfalls nennenswert. Eine Erklärung der überdurchschnittlichen Werte von 15 Übernachtungen/1000 Einwohnern für das Gebiet „Bonn und Rhein-Sieg-Kreis“ liefern zum einen die ehemalige Hauptstadt und „Beethovenstadt“ Bonn, die Anbindung durch die A3, zum anderen aber auch die Nähe zur Stadt Köln und die Lage am Rhein.
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836604345
Arbeit zitieren:
Wohlfart, Florian Mai 2007: Chinesische Touristen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
China, Tourismusindustrie, Tourismus, Incoming, Outbound



