Chinesische Natursteinplatten im öffentlichen Freiraum
Dokumentation ausgewählter Projekte und aus der Schadbildanalyse resultierende Empfehlungen für künftige Baumaßnahmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Frank Knippenberg
- Abgabedatum: Dezember 2005
- Umfang: 153 Seiten
- Dateigröße: 6,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Lippe und Höxter Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9331-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9331-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9331-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Knippenberg, Frank Dezember 2005: Chinesische Natursteinplatten im öffentlichen Freiraum, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Naturwerkstein, Bauweise, Qualitätsmanagement, Gestein, China
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Diplomarbeit von Frank Knippenberg
Problemstellung:
In den vergangenen Jahren wurden verstärkt repräsentative, innerstädtische Freiräume (Fußgängerzonen, Plätze, Einkaufspassagen) mit chinesischen Natursteinplattenbelägen ausgestattet. Der günstige Preis des fernöstlichen Naturwerksteins ermöglicht Planern und Bauherren eine Fülle neuer Gestaltungsmöglichkeiten: Großformatige und den Belastungssituationen entsprechend dicke Platten aus massivem Naturstein werden zunehmend großflächig als Straßenbelag eingesetzt. In der Vergangenheit kam es jedoch zu teilweise erheblichen Unzulänglichkeiten bei Baumaßnahmen mit diesem Material, ein Umstand, der dem chinesischen Naturwerkstein ein nachhaltiges Negativimage beschert hat.
Durch die im Rahmen dieser Diplomarbeit realisierte Dokumentation ausgewählter, chinesischer Natursteinplattenbeläge werden die mit diesem Material, in Abhängigkeit von Bauweise und Nutzungsansprüchen, einhergehenden Eigenschaften und Probleme analysiert und bewertet.
Ziel dieser Arbeit ist es, unter Berücksichtigung der gewonnenen Analyseergebnisse Empfehlungen und Handlungsanweisungen für künftige Projekte zu entwickeln, um Natursteinplattenflächen in Zukunft schadensfrei planen, bauen und unterhalten zu können.
„Granit aus China lässt Tiefbauer fast verzweifeln“ (Neue Osnabrücker Zeitung, 06.04.2000). „Chinesischer Granit wird zum Stein des Anstoßes“ (dpa-Meldung von Katia Rathsfeld, 21.08.2005).
Schlagzeilen wie diese enthalten zwar meistens auch einen Funken Wahrheit, werden dem Kernproblem aber selten gerecht. In der Vergangenheit ist es bei einigen Bauprojekten zu Schwierigkeiten gekommen, die, meiner Meinung nach vorschnell und weitgehend zu Unrecht, dem chinesischen Naturwerkstein angelastet wurden.
Vielmehr belegen unzählige positive Beispiele, die leider oftmals kein mediales Echo erfahren, dass chinesischer Naturwerkstein den Anforderungen nationaler und europäischer Normen und Regelwerken genügen kann. Auch für SINGEWALD (2003, S. 3) ist „die Qualität eines Natursteins […] sicherlich nicht aufgrund seiner Herkunft festmachbar“. Bei genauer Betrachtung ist es so, dass eine geologischfachliche Begleitung der gesamten Baumaßnahme, von der Besichtigung des chinesischen Steinbruchs bis hin zur Beprobung der Lieferchargen, eine ausreichende Qualität des Materials gewährleisten kann.
These 1:
Ein umfangreiches Qualitätsmanagement garantiert den Anforderungen entsprechende Materialeigenschaften des chinesischen Naturwerksteins. Wo liegen also weitere mögliche Ursachen dafür, dass viele Natursteinplattenflächen nicht den hohen ästhetischen Ansprüchen genügen, die sicherlich zu Recht an einen Plattenbelag im urbanen Freiraum zu stellen sind?
Viele Plattenflächen weisen signifikante Abweichungen von der Ebenflächigkeit auf und/oder sind stark verschmutzt. Optische Mängel, die meiner Meinung nach direkt oder indirekt auf eine der Belastungssituation nicht angemessene Bauweise zurückzuführen sind.
These 2:
Die Qualität einer Natursteinplattenfläche im urbanen Freiraum hängt in erster Linie von einer, der geplanten Belastung und Beanspruchung angemessenen Bauweise und den damit verbundenen Reinigungs- und Pflegemöglichkeiten ab.
Zur Überprüfung der beiden zuvor aufgestellten Thesen gliedert die vorliegende Arbeit in folgende Abschnitte:
Die Abschnitte 2 bis 4 bilden den allgemeinen Teil dieser Arbeit. Es erfolgt eine ausführliche Einführung in das Thema, wobei insbesondere die Kernbegriffe dieser Arbeit „Natursteinplatte“, „Bauweise“ und „Qualitätsmanagement“ definiert und erläutert werden. Zunächst beschäftigt sich Abschnitt 2 Einführung in die Gesteinskunde mit dem Begriff Naturwerkstein: Es werden die geologischen Grundlagen hinsichtlich Entstehung und Zusammensetzung von Gesteinen erläutert, anschließend die für Natursteinpflaster und -platten geeigneten Gesteine und ihre Eigenschaften vorgestellt.
Die zwei abschließenden Kapitel behandeln die Gewinnung und Bearbeitung von Naturwerkstein sowie die möglichen Oberflächenbearbeitungen. Abschnitt 3 Natursteinplatten definiert vorab kurz den Begriff Natursteinplatte im Sinne dieser Arbeit, anschließend werden die relevanten Normen und die darin enthaltenen Anforderungen an Natursteinplatten für den Außenbereich vorgestellt und diskutiert.
Die folgenden Kapitel behandeln die in Abhängigkeit von der Beanspruchung relevanten Bauklassen für Elementstraßenbeläge sowie die möglichen Bauweisen. Abschließend wird die schädigende Wirkung von physikalischen und chemischen Einflüssen auf Natursteinplatten untersucht sowie potenzielle Maßnahmen zur Unterhaltung, Reinigung und Pflege der Plattenflächen vorgestellt.
Abschnitt 4 Naturwerkstein aus China stellt zunächst die aufstrebende Wirtschaftsmacht China anhand der wichtigsten allgemeinen geographischen Daten und Zahlen vor, um anschließend speziell auf chinesischen Naturwerkstein einzugehen. Es werden die wichtigsten Gewinnungsstätten für Naturstein vorgestellt sowie die chinesische Natursteinwirtschaft hinsichtlich des Handelsvolumens und –wertes beleuchtet. Anschließend wird exemplarisch ein umfassendes Qualitätsmanagement für chinesischen Naturwerkstein beschrieben.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet Abschnitt 5 Dokumentation und Analyse ausgewählter Natursteinplattenflächen. Nach einer kurzen Beschreibung der Auswahlkriterien und Erläuterung der Dokumentationsmethodik werden die sieben im Rahmen dieser Diplomarbeit dokumentierten chinesischen Natursteinplattenflächen vorgestellt und insbesondere im Hinblick auf die aufgestellten Thesen analysiert und bewertet.
Abschnitt 6 Fazit und Zusammenfassung bildet den Schluss dieser Arbeit, die gewonnenen Ergebnisse werden zusammengefasst und in Planungs- und Bauempfehlungen für künftige Natursteinplattenflächen subsumiert. Die Zusammenfassung wird auch ins Englische übersetzt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | THEMATISCHE EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.2 | THESEN | 2 |
| 1.3 | ZIELVERFOLGUNG | 3 |
| 2. | EINFÜHRUNG IN DIE GESTEINSKUNDE | 4 |
| 2.1 | MINERALE UND GESTEINE | 4 |
| 2.2 | GESTEINE FÜR NATURSTEINPFLASTER UND -PLATTEN | 13 |
| 2.3 | GEWINNUNG UND BEARBEITUNG VON NATURWERKSTEIN | 15 |
| 2.4 | OBERFLÄCHENBEARBEITUNG | 18 |
| 3. | NATURSTEINPLATTEN | 21 |
| 3.1 | DEFINITION | 21 |
| 3.2 | DIN EN 1341 - GENÜGT DIE EURONORM FÜR NATURSTEINPLATTEN DEN ANFORDERUNGEN DER PRAXIS? | 22 |
| 3.3 | BEANSPRUCHUNG UND BAUKLASSEN | 27 |
| 3.4 | BAUWEISEN | 31 |
| 3.5 | PHYSIKALISCHE UND CHEMISCHE EINFLÜSSE | 38 |
| 3.6 | UNTERHALTUNG, REINIGUNG UND PFLEGE | 40 |
| 4. | NATURWERKSTEIN AUS CHINA | 42 |
| 4.1 | GEOGRAPHISCHE DATEN UND ZAHLEN ZUR VOLKSREPUBLIK CHINA | 42 |
| 4.2 | GEWINNUNGSSTÄTTEN FÜR NATURSTEIN | 44 |
| 4.3 | HANDEL | 46 |
| 4.4 | QUALITÄTSMANAGEMENT | 50 |
| 5. | DOKUMENTATION UND ANALYSE AUSGEWÄHLTER NATURSTEINPLATTENFLÄCHEN | 52 |
| 5.1 | AUSWAHLKRITERIEN | 52 |
| 5.2 | DOKUMENTATIONSMETHODIK | 52 |
| 5.3 | DOKUMENTIERTE PROJEKTE (IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE) | 55 |
| 5.3.1 | Bielefeld, Fußgängerzone Altstadt | 55 |
| 5.3.2 | Binz auf Rügen | 63 |
| 5.3.3 | Bonn, T-Mobile Campus | 69 |
| 5.3.4 | Bremerhaven, Fußgängerzone | 76 |
| 5.3.5 | München, Marstallplatz | 85 |
| 5.3.6 | München, Pschorrhöfe | 91 |
| 5.3.7 | Wiesbaden, Fußgängerzone | 96 |
| 5.4 | ZUSAMMENFASSENDE ANALYSE UND VERGLEICH DER DOKUMENTIERTEN PROJEKTE | 103 |
| 6. | FAZIT UND ZUSAMMENFASSUNG | 105 |
| 6.1 | FAZIT UND AUSBLICK | 105 |
| 6.2 | ZUSAMMENFASSUNG | 107 |
| 6.3 | SUMMARY | 109 |
| 7. | ANHANG | 111 |
| 7.1 | FRAGENKATALOGE | 111 |
| 7.2 | LITERATURVERZEICHNIS | 137 |
| 7.3 | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 143 |
| 7.4 | EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 150 |
4.000 m² Natursteinplatten wurden von der Firma BESCO GmbH, Berlin, geliefert. Der Stein Der verwendete Naturwerkstein ist ein grünlichgrauer, chinesischer Granit mit der von der Firma BESCO GmbH geschützten Handelsbezeichnung BELGRANO© A 242. Verbaut wurden, in Abhängigkeit von unterschiedlichen Belastungssituationen, zwei verschiedene Plattengrößen in drei unterschiedlichen Stärken: 30 x 20 x 12 cm im mittigen Straßenbereich, 40 x 30 x 10 cm im befahrbaren Randbereich und 40 x 30 x 8 cm im ausschließlich für Fußgängerverkehr vorgesehenen Randbereich. Die Plattenoberflächen wurden geflammt und wassergestrahlt, eine besondere Form der Oberflächenbearbeitung, die von der Firma BESCO GmbH unter dem Namen BELGRANO© finegrip vertrieben wird. Die Seiten- und Grundflächen wurden allseits gesägt und durch Stocken aufgeraut. Die Platten haben umseitig eine [...]
Die Stadt Das Ostseebad Binz liegt an der nordöstlichen Küste der Insel Rügen. Die Gemeinde hat ca. 5.500 Einwohner, zur Hochsaison beherbergt sie zudem zahlreiche Touristen. Das Seebad blickt auf eine wechselvolle Vergangenheit. Insbesondere der Ortsteil Prora erlangte durch ein von den Nationalsozialisten für 20.000 Menschen errichtetes „Kraft durch Freude“ - Ferienheim zweifelhaften Ruhm. Das Bauwerk ist noch heute als Mahnmal für architektonischen Größenwahn zu besichtigen. Durch die gelungen sanierte und rekonstruierte Bäderarchitektur entlang der Strandpromenade und der neu gestalteten Promenade am Schmachter See präsentiert sich der Kerngemeindebereich von Binz heute als modernes Seebad. Das Projekt Bei tung dem der dokumentierten Projekt handelt es sich um die NeugestalSchmachter-See-Straße und dem ersten Bauabschnitt der Hauptstraße im Ortskern der Gemeinde Binz. Die Bauzeit war von November 2004 bis Juni 2005. Aktuell befindet sich der vorerst letzte Bauabschnitt der Hauptstraße in der Ausführung. Bauherr ist die Gemeinde Ostseebad Binz. Der freiraumplaAbb. 43: Innenstadtplan Binz [...]
mit dem größten Widerstand gegen horizontale Verformungen“. • Besondere Beachtung gilt dem Schwachpunkt der ungebundenen Bauweise, der Fuge: Hier wurde eine vierteljährliche Fugenpflege für zwei Jahre ausgeschrieben. • Sinnvoll geplant wurde auch der Bauablauf: Beginnend am Alten Markt erfolgte die Bauausführung „strahlenförmig zu den Außengrenzen der Baumaßnahme“ (STADT BIELEFELD, S. 12), dadurch wurden die bereits fertig gestellten Flächen möglichst wenig durch schwere Baustellenfahrzeuge belastet. Bereits bei der Planung wurden viele mögliche Schadensursachen für Pflaster- und Plattenbeläge in ungebundener Bauweise berücksichtigt und ihnen entgegengewirkt, insbesondere durch ausreichende Dimensionierung von Material- und Tragschichtenstärken in Abhängigkeit von der vorgesehenen Belastungsklasse. Bewertung Ähnlich wie bei der Analyse ist auch eine Bewertung der Neugestaltung der Fußgängerzone in der Bielefelder Innenstadt zum Zeitpunkt der Objektdokumentation nur teilweise möglich. Für eine abschließende Bewertung sollte die Fläche mindestens einmal Frosteinwirkung erfahren haben ─ eine häufige Schadensursache bei Elementstraßenbelägen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind sowohl Planung als auch handwerkliche Ausführung der Baumaßnahme eindeutig positiv zu beurteilen. Die Ausführung entspricht optisch und technisch den hohen Anforderungen, die an einen Plattenbelag für Verkehrsflächen zu stellen sind. Hierzu tragen sicherlich auch die im Leistungsverzeichnis (STADT BIELEFELD, S. 12) ausgeschriebenen, verdoppelten Toleranzforderungen gegenüber der DIN 18318 (DIN, 2000) zur Höhenlage und Ebenflächigkeit der Plattenfläche bei. Klar definierte Flächenabgrenzungen strukturieren den Belag. Straßeneinmündungen, Anschlüsse an Häuser und Anpassungen an Leuchten, Kanaldeckel etc. sind ansprechend gestaltet und handwerk61 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832493318
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Knippenberg, Frank Dezember 2005: Chinesische Natursteinplatten im öffentlichen Freiraum, Hamburg: Diplomica Verlag
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