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Charakterisierung der Belastungsanforderungen bei Rundstreckenrennen im Straßenradsport

Charakterisierung der Belastungsanforderungen bei Rundstreckenrennen im Straßenradsport
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Brian Eberle
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 720,8 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7401-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7401-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7401-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eberle, Brian Mai 2003: Charakterisierung der Belastungsanforderungen bei Rundstreckenrennen im Straßenradsport, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Radsport, Rennen, SRM, Fahrrad, Belastung

Diplomarbeit von Brian Eberle

Zusammenfassung:

Die Belastungsanforderung bei Ausdauersportarten wird meistens anhand des Verlaufes der Herzfrequenz, in Bezug zu den in Labortest ermittelten Herzfrequenzen bei bestimmten Stoffwechselschwellen vorgenommen. Als Parameter für die Trainingssteuerung wird neben der Herzfrequenz oft auch die Geschwindigkeit verwandt. Der Radsport nimmt diesbezüglich eine Sonderstellung ein, da beim Radfahren neben der Geschwindigkeit noch die Trittfrequenz, und damit der Kraftaufwand, und die physikalische Leistung (Watt) als charakterisierende Messparameter erfasst werden können. Die Geschwindigkeit eignet sich beim Radfahren nicht zur Bestimmung der Leistung, da sich diese zum Beispiel beim Bergabfahren negativ zur Herzfrequenz verhält. Durch Windschattenfahren können hohe Geschwindigkeiten beibehalten werden, ohne eine entsprechend hohe Leistung aufzubringen. Durch den Verlauf der Herzfrequenz alleine ist noch keine Charakterisierung möglich, die den Anforderungen im Radsport gerecht wird. Von besonderem Interesse für die Trainingslehre ist hierbei die Bestimmung von kurzzeitigen Leistungsspitzen und Kraftbelastungen, wie sie vor allem bei Rundstreckenrennen auftreten können.

In sportwissenschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte wird die Beschreibung der Belastungsanforderung in unterschiedlichen Radsportdisziplinen anhand der Herzfrequenz und der Trittfrequenz vorgenommen. Da der Verlauf der Herzfrequenz vor allem bei kurzzeitigen Leistungsspitzen den Verlauf der Leistung nicht wiederspiegelt, eignen sich diese Untersuchungen nur zur Darstellung eines mehr oder weniger durchschnittlichen Verlaufes der Leistung. Es finden sich in der Literatur lediglich vereinzelte Untersuchungen, die einen exemplarischen Verlauf der physikalischen Leistung bei Mountainbike Cross-Country Wettbewerben und bei einigen Disziplinen des Bahnradsports beschreiben. Die in der Literatur vorhandenen Beschreibungen der Belastungsanforderungen bei Rundstreckenrennen basieren auf Erfahrungen von Trainern und Rennfahrern.

In der vorliegenden Arbeit wurde mit dem Schoberer Rad Messsystem (SRM) die physikalische Leistung, die Herzfrequenz, die Geschwindigkeit und die Trittfrequenz von sechs Probanden bei insgesamt 82 Rundstreckenrennen erfasst. Von den Probanden gehörten zwei der Elite C-, zwei der Elite B- und zwei der Elite A Klasse an. Der Verlauf der erfassten Parameter wurde mit den Tabellekalkulationsprogrammen „Excel“ und „SPSS“ ausgewertet. Neben den bei der SRM Software standardmäßig angegebenen Durchschnittswerten der Messparameter, wurde bei der Auswertung vor allem die Anzahl und Dauer der Pausen beim Treten sowie die Häufigkeit und Dauer von Leistungsspitzen und die Kraftleistung anhand des Drehmoments errechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Verlauf der Herzfrequenz und der Leistung am ehesten mit dem Zweier-Mannschaftsfahren auf der Bahn und Mountainbike Cross-Country Wettbewerben vergleichbar ist. Die Intensität bei Rundstreckenrennen liegt höher als bei flachen Straßenrennen. Die in der Literatur beschriebenen höhere durchschnittliche Trittfrequenz bei Rundstreckenrennen gegenüber Straßenrennen konnte nicht bestätigt werden. Jedoch ist die maximale Trittfrequenz bei Rundstreckenrennen höher. Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass die Länge des Rundkurses keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Antritten und Pausen beim Treten hat. Allerdings waren die Pausen beim Treten auf kurzen Rundkursen kürzer. Die Rundenlänge hat jedoch einen signifikanten Einfluss auf die maximale Geschwindigkeit. Diese ist auf langen Rundkursen höher als auf kurzen Rundkursen. Ein exemplarischer Vergleich der physikalischen Leistung bei Rundstreckenrennen und einem flachen Straßenrennen zeigt, dass vor allem die Anzahl der Leistungsspitzen (Antritte) und das durchschnittliche sowie maximale Drehmoment bei Rundstreckenrennen wesentlich höher sind. Um eine genaue Zuordnung der Ursachen für das Auftreten von Leistungsspitzen und Pausen beim Treten machen zu können, wäre eine genaue Erfassung der zahlreichen Einflussfaktoren wie zum Beispiel taktisches Verhalten, Rennverlauf, Kurvenradius und Witterung etc. nötig.

Aufgrund des hohen Anteils von Rundstreckenrennen für Elite A-, B- und C Fahrer, die lediglich 80 km lang sind (über 60%) und auf Rundkursen bis maximal 1600m (über 49%) ausgetragen werden, ist es fraglich, ob die im Training üblichen hohen Kilometerumfänge angebracht sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein vermehrtes Training der Antrittskraft und der anaeroben Kapazität sowie der Sprintfähigkeit mit hohen Trittfrequenzen für die Leistung bei Rundstreckenrennen zuträglich ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Forschungsstand 7
2.1 Physikalische Leistung bei Radrennen 7
2.2 Physikalische Leistung von Radrennfahrern in Laboruntersuchungen 9
2.3 Herzfrequenz bei Radrennen 10
2.4 Verschiebung der Relation Herzfrequenz/Arbeitsleistung 11
2.5 Tretfrequenz bei Radrennen 12
2.6 Einfluss der Tretfrequenz auf die Leistung beim Radfahren 13
2.7 Geschwindigkeit bei Radrennen 17
2.8 Fortbewegung beim Radfahren und entgegenwirkende Kräfte 18
2.9 Einfluss der Körpergröße auf die Geschwindigkeit 19
2.10 Rundstreckenrennen in der Literatur 20
3 Material und Methoden 23
3.1 Probanden 23
3.2 Radrennen 24
3.3 Erfassung von Leistungsparametern 24
3.3.1 Schoberer Rad Messsystem 25
3.4 Erhebung und Auswertung der Daten 27
3.4.1 Berechnung der Tretpausen 28
3.4.2 Berechnung der Tretfrequenz 28
3.4.3 Berechnung der Herzfrequenz 28
3.4.4 Berechnung des Drehmoments 29
3.4.5 Bedeutung des Speicherintervalls bei der Datenerhebung 29
3.4.6 Angaben zu Rundenlängen und Renndistanzen 30
4. Ergebnisse 31
4.1 Renndistanzen bei Radrennen für Elite A,B und C Fahrer in Deutschland 31
4.2 Rundenlängen bei Radrennen für Elite A,B und C Fahrer in Deutschland 32
4.3 Gemessene Parameter im Mittel 33
4.4 Maxima der gemessenen Parameter 34
4.5 Charakterisierender Verlauf der Leistung 34
4.5.1 Häufigkeit und Dauer der Tretpausen 34
4.5.2 Relativer Anteil der Tretpausen 36
4.5.3 Häufigkeit und Dauer von Antritten 38a) Antritte 8 Watt/kg. =38 b) Antritte =10 Watt/kg. 38 c) Antritte 12 Watt/kg. =39 d) Antritte =14 Watt/kg. 39 e) Antritte 16 Watt/kg. =40 f) Anzahl der Drehmomente > 100 Nm. 40
4.5.4 Einfluss der Rundenlänge 42
4.5.5 Korrelation der Leistung mit Herzfrequenz und Tretfrequenz 43
4.5.6 Relative Häufigkeitsverteilung der Parameter in definierten Klassen 44
a) Relative Häufigkeit der Leistung. 44 b) Relative Häufigkeit der Herzfrequenz. 46 c) Relative Häufigkeit der Tretfrequenz. 47 d) Relative Häufigkeit der Geschwindigkeit 48 4.5.7 Die maximale Leistung über definierte Zeitintervalle 49 a) Mittlere maximale absolute Leistung über definierte Zeitintervalle 49 b) Mittlere maximale relative Leistung über definierte Zeitintervalle 50
4.6 Auswirkungen von unterschiedlichen Speicherintervallen auf das Ergebnis 51
5. Diskussion 53
5.1 Renndistanzen und Rundenlängen bei Radrennen 53
5.2 Die gemessenen Parameter im Mittel und im Maximum 54
5.2.1 Leistung 54
5.2.2 Herzfrequenz 55
5.2.3 Tretfrequenz 57
5.2.4 Geschwindigkeit 59
5.3 Charakterisierender Verlauf der gemessenen Parameter 60
5.3.1 Antritte 60
5.3.2 Tretpausen 61
5.3.3 Relative Dauer der Tretpausen insgesamt 61
5.3.4 Relative Häufigkeitsverteilung der Parameter 62
5.3.5 Einfluss der Rundenlänge auf die Belastungsanforderung 62
5.3.6 Maximale Leistung über definierte Zeitintervalle 65
5.4 Vergleich mit Straßenrennen 66
5.5 Einflussfaktoren auf die Belastungsanforderung bei Rundstreckenrennen 70
5.6 Ausblicke für die Praxis 73
5.7 Ausblicke für zukünftige Untersuchungen 75
6. Zusammenfassung 78
7. Literatur 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.4.5 Bedeutung des Speicherintervalls bei der Datenerhebung Im Verlauf der Datenerhebung und Auswertung stellte sich heraus, dass das Zeitintervall mit dem die gemessenen Daten im Powercontrol des SRM Systems gespeichert wurden, einen erheblichen Einfluss auf die Auswertungsergebnisse hatte als zuvor angenommen. Zum besseren Verständnis muss hierbei zwischen Messwerten und abgespeicherten Werten unterschieden werden. Das Powercontrol kann die Daten in Intervallen von 1/10 sec. bis 240 sec. abspeichern. Die Messung im Powermeter erfolgt mit einer Frequenz von 500 Hz. Es werden also 500 Werte pro Sekunde gemessen (Messwert). Abgespeichert wird in Abhängigkeit des gewählten Speicherintervalls das Mittel der gemessenen Werte. Bei einem Speicherintervall von z.B. 2 Sekunden wird das Mittel von 1000 Messwerten [...]

3.4.1 Berechnung der Tretpausen Nach eingehender Begutachtung der Messdaten stellte es sich als sinnvoll heraus, zur Bestimmung der Tretpausen nicht die Tretfrequenz heranzuziehen, sondern die Leistung. Grund dafür ist, dass in den Messungen der Leistung und der Tretfrequenz Abschnitte vorhanden waren, in denen ein Übergang von einer hohen oder mittleren Leistung zu einer sehr geringen Leistung ( ≤ 10 Watt) gemessen wurde, die Tretfrequenz aber nicht gleichermaßen vermindert wurde. Diese Abschnitte sind Phasen im Rennen, in denen der Fahrer rollt und die Kurbel bewegt, ohne jedoch einen Vortrieb zu erzeugen. Zur Bestimmung der Tretpausen wurden Messwerte der Leistung von ≤ 10 Watt herangezogen. [...]

3.4 Erhebung und Auswertung der Daten Die im Powercontrol gespeicherten Daten der Radrennen wurden von den Probanden auf ihren eigenen Personal Computer übertragen und abgespeichert. Per Datenfernübertragung (e-mail) oder auswechselbaren Speichermedien (Diskette) wurden die Daten von den Probanden weitergeleitet. Die Erhobenen Daten wurden mit der SRM Software als Text Datei abgespeichert. Mit dem „Text Editor“ (Microsoft Office Professional 2000) wurden die in der SRM Software verwendeten Punkte zur Abtrennung der Dezimalstellen durch Kommata ersetzt. Dadurch wurde eine problemlose Weiterverarbeitung der Daten mit dem Tabellenkalkulationsprogramm „Excel“ (Microsoft Office Professional 2000) möglich. Die aufgezeichneten Daten, die das Warmfahren vor dem Rennen bzw. das Ausrollen nach dem Rennen sowie die Startaufstellung beinhalteten wurden nicht berücksichtigt und gelöscht. Mit dem „Textkonvertierungs-Assistenten“ (Microsoft Office Professional 2000) wurden die Textdateien in eine Excel Arbeitsmappen konvertiert. Die als Excel Arbeitsmappe vorhandenen Daten wurden Mittels eines erstellten Excel Makros statistisch ausgewertet. Die Korrelationen wurden mit SPSS 8.0 für Windows berechnet. Die Korrelationen wurden mittels der bivariaten Korrelationsanalyse nach [...]

Arbeit zitieren:
Eberle, Brian Mai 2003: Charakterisierung der Belastungsanforderungen bei Rundstreckenrennen im Straßenradsport, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Radsport, Rennen, SRM, Fahrrad, Belastung

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