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Charakterisierung des Bakterienisolates C1 aus Cystodytes dellechiajei

Charakterisierung des Bakterienisolates C1 aus Cystodytes dellechiajei
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Lehmann
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 5,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7946-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7946-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7946-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lehmann, Christian Januar 2004: Charakterisierung des Bakterienisolates C1 aus Cystodytes dellechiajei, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Biotechnologie, Naturstoffe, FISH, Symbiose, marin

Diplomarbeit von Christian Lehmann

Zusammenfassung:

In dieser Arbeit wurde der aus der marinen Ascidie Cystodytes dellechiajei isolierte Mikroorganismus C1 hinsichtlich Morphologie, Stoffwechsel und Produktion biologisch aktiver Substanzen (Antibiotika, Autoinduktoren), sowie seiner symbiotischen Beziehung zu C. dellechiajei näher charakterisiert. Hierbei sind vor allem eine große Variabilität in der Zellmorphologie (Kokken; lange, schlanke Stäbchen; verzweigte und vibroide Zellen) und die Fähigkeit, verschiedene Polymere als einzige Kohlenstoffquellen zu nutzen, hervorzuheben.

Des Weiteren wurde durch 16S rDNA und gyrB-Sequenzanalysen eine phylogenetische Einordnung vorgenommen und mit Hilfe des ARB Software-Pakets (Ludwig und Strunk, 2002) ein Stammbaum erstellt. So konnte C1 zweifelsfrei dem Genus Microbulbifer (Gonzalez et al., 1997) zugeordnet werden.

Untersuchungen, die darauf abzielten, eine spezifische Assoziation des Bakteriums mit der Ascidie nachzuweisen, wurden erfolgreich mittels Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierungen (FISH) durchgeführt. Während C1 aus C. dellechiajei beliebig oft reisoliert werden konnte, ließ sich der Mikroorganismus im umgebenden Meerwasser nicht nachweisen. Abgesehen davon stellt C1 den Experimenten zufolge den Großteil der mikrobiellen Gesamtpopulation innerhalb des Ascidien-Gewebes.

Mit marinen Makroorganismen vergesellschaftete Prokaryoten wurden oftmals als Produzenten biologisch aktiver Metabolite identifiziert, womit sich sessile Meeresbewohner beispielsweise gegen Fressfeinde oder Besiedelung durch Epibionten erwehren. Der biotechnologische und bio-medizinische Nutzen solcher nicht selten chemisch unbekannter Substanzen für den Menschen liegt auf der Hand. So wird weltweit an der Entwicklung von Antibiotika mit völlig neuartigen Leitstrukturen gearbeitet und es befinden sich eine Reihe vielversprechender Medikamente im Bereich der Onkologie in klinischen Testphasen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Für den in dieser Arbeit behandelten Mikroorganismus wurde die Produktion biologisch aktiver Stoffe nachgewiesen. Die Substanz konnte einer Stoffklasse zugeordnet werden. Weiterführende Experimenete auf bakterizide oder bakteriostatische Wirkung wurden in dieser Diplomarbeit durchgeführt In der Einleitung der Arbeit wird ein Überblick über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der marinen Naturstoffforschung und deren Notwendigkeit in der modernen Biotechnologie gegeben. Mit vielen Beispielen und Literaturverweisen wird auf bereits erzielte Erfolge, aber auch auf vorhandene Probleme hingewiesen.

Unter Punkt II (Material und Methoden) werden neben vielen Standardprotokollen auch detaillierte Angaben zur Durchführung von phylogenetischen Analysen, zum Nachweis der Produktion biologisch aktiver Substanzen und zu Färbungen von Bakterien mit Fluoreszenzfarbstoffen gegeben.

Zusätzlich finden sich Arbeitsanleitungen zur Hälterung von C. dellechiajei-Lebendproben im Aquarium und zur Gewinnung von Mikroorganismen aus dem Ascidien-Gewebe.

Die Ergebnisse werden mit viel Bildmaterial dargestellt. Phasenkontrast-, rasterelektronen- und fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen machen hierbei den Großteil aller Abbildungen (11 von 22) aus. Hinzu kommen Stammbäume, makroskopische Betrachtungen (z.B. Koloniemorphologie) und Graphiken.

In der Diskussion finden sich neben Interpretationen der erhaltenen Ergebnisse auch Erklärungsvorschläge für beobachtete Phänomene, wie z. B. zur Ausbildung von Kokken in stationären Kulturen.

Aufgrund der durchgeführten Analysen wird außerdem ein Vorschlag zur Beschreibung einer neuen Art, Microbulbifer cystodytense sp. nov., gemacht.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 1
Auf der Suche nach Naturstoffen 1
Die Ozeane – eine blaue Schatzkammer? 4
Marine Biotechnologie – Probleme, Ausblicke und Hoffnungen 8
Charakterisierung des Bakterienisolates C1 10
II. Material und Methoden 11
1. Bezugsquellen 11
1.1 Chemikalien 11
1.2 Enzyme und Reaktionskits 13
1.3 Geräte 14
1.4 Verbrauchsmaterial und Sonstiges 15
2. Organismen 16
3. Nährmedien und Kulturbedingungen 17
3.1 Kulturbedingungen 17
3.2 Zusammensetzung der Medien 17
3.2.1 Allgemeine Lösungen 17
3.2.2 Marine Broth 2216 (MB) 18
3.2.3 Minimalmedien für C1 19
3.2.4 Polymermedien für C1 20
3.2.5 Medien mit verschiedenen Kohlenstoff-Zusätzen 20
3.2.6 M88-4d/5-Kulturmedium 21
3.2.7 Luria-Bertani (LB)-Medium 21
3.2.8 Biolog Universal Growth (BUG)-Agar 21
3.2.9 Todd-Hewitt-Broth 22
3.2.10 M9-Medium 22
3.3 Herstellung der Medien 23
4. Gewinnung von Reinkulturen 23
4.1 Ausstrichverfahren 23
4.2 Verdünnungsreihen 24
4.3 Zellvereinzelung mit der Laserpinzette 24
5. Herstellung von Dauerkulturen 25
5.1 Glycerinkulturen 25
5.2 Roti-Store-Kryokulturen 25
5.3 Lagerung über Flüssigstickstoff 25
6. Sterilisation 26
7. Mikroskopie 26
7.1 Phasenkontrastmikroskopie 26
7.2 Fluoreszenzmikroskopie 26
7.3 Rasterelektronenmikroskopie 27
8. Wachstumsbestimmung 28
8.1 Thoma-Zählkammer 28
8.2 Optische Dichte 28
8.3 Lebendkeimzahlbestimmung 29
9. DNA-Isolierung 29
9.1 Isolierung von Gesamt-DNA 29
9.2 Isolierung von Plasmid-DNA aus E. coli 30
9.3 Gelelektrophorese 30
10. Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) 32
10.1 Standard-PCR-Ansatz 32
10.2 16S rDNA-Amplifikation 32
10.3 gyrB-Teilamplifikation 33
10.4 Reinigung von PCR-Produkten 34
11. Klonierung von PCR-Produkten 34
11.1 Ligation 35
11.2 Elektroporation 35
11.3 Blau-Weiss-Screening 35
11.4 Restriktionsverdau und Gelelektrophorese 36
12. Phylogenetische Analyse von C1 36
12.1 Sequenzierung von 16S rDNA und gyrB 36
12.2 Online-Alignment mit FASTA3 38
12.3 Stammbaumerstellung mit ARB 38
13. Stoffwechselphysiologische Untersuchungen 39
13.1 Verwertung verschiedener Polymerstoffe 39
13.2 Verwertung verschiedener Kohlenstoff-Quellen 39
13.2.1 Mikrotiterplatten (BIOLOG-System) 39
13.2.2 Flüssigkultur-Ansätze 40
13.3 Sensitivität gegenüber Antibiotika 40
13.4 Katalasenachweis 41
13.5 Gram-Färbung 41
14. Produktion biologisch aktiver Substanzen 42
14.1 Gewinnung des Überstandes stationärer C1-Kulturen 42
14.2 Antibiotische Aktivität im C1-Überstand 42
14.2.1 Schicht-Methode 42
14.2.2 Plättchen-Methode 43
14.2.3 Stanz-Methode 43
14.3 Bildung von Autoinduktoren 43
15. Verarbeitung von Cystodytes dellechiajei-Lebendproben 44
15.1 Gewinnung von Mazeraten und Überständen 44
15.2 Herstellung von Kryoschnitten 44
15.3 Konservierung 45
16. Färbungen mit Fluoreszenzfarbstoffen 45
16.1 DAPI-Färbungen 45
16.2 Lebend-Tot-Färbungen mit BacLight™ 46
16.3 Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH) 46
16.3.1 Vorbereitung der Objektträger 46
16.3.2 Puffer und Lösungen 47
16.3.3 Fluoreszenzmarkierte Oligonukleotide 49
16.3.4 Bestimmung der Hybridisierungsbedingungen 50
16.3.5 Fixierung der Zellen 51
16.3.6 Hybridisierung 51
17. Computerprogramme, Textverarbeitung und Internetresourcen 52
III. Ergebnisse 54
1. Das Isolat C1 aus Cystodytes dellechiajei (Della Valle, 1877) 54
2. Untersuchungen zur Morphologie 56
2.1 Zellmorphologie 56
2.1.1 Phasenkontrastmikroskopie 56
2.1.2 Rasterelektronenmikroskopie 58
2.2 Koloniemorphologie 59
3. Entwicklung eines Minimalmediums 61
4. Stoffwechselphysiologische Untersuchungen 63
4.1 Polymerverwertung und Nachweis von Exoenzymen 63
4.2 Kohlenstoff-Verwertung 64
4.2.1 BIOLOG-Mikrotiterplatten 64
4.2.2 Flüssigkultur-Ansätze 66
4.3 Sensitivität gegenüber Antibiotika 66
4.4 Katalasetest 67
4.5 Gram-Färbung 67
5. Produktion biologisch aktiver Substanzen 67
5.1 Antibiotische Wirksamkeit des Überstandes 67
5.2 Bildung von Autoinduktoren 68
6. Phylogenetische Analyse 70
6.1 16S rDNA-Analyse 70
6.2 gyrB-Analyse 71
7. Phylogenetic Staining 73
7.1 Staining von Reinkulturen 73
7.2 Staining von Mischkulturen 74
7.3 Staining von Mazeraten 76
7.4 Staining von Isolaten aus C. dellechiajei 77
7.5 Staining von Kryoschnitten 78
8. Weitere qualitative und quantitative Untersuchungen 80
8.1 C1-Nachweis außerhalb C. dellechiajei 80
8.2 „C1-Dominanz“ 80
8.3 16S rDNA-Sequenzierung eines Isolates aus C. dellechiajei 81
IV. Diskussion 83
1. Morphologie 83
2. Stoffwechsel 85
3. Biologisch aktive Substanzen 87
4. Phylogenetische Analyse 88
4.1 16S rDNA-Sequenzvergleich 88
4.2 gyrB-Sequenzvergleich 90
5. C1 und C. dellechiajei 91
6. Vorschlag zur Beschreibung einer neuen Art 95
V. Zusammenfassung 96
VI. Abkürzungsverzeichnis 97
VII. Literaturverzeichnis 100
VIII. Anhang 108
Sequenz der 16S rDNA des Isolates C1 108
gyrB-Teilsequenz des Isolates C1 109
Alternativer Stammbaum: Neighbor-Joining mit Bacterial Filter 110
Alternativer Stammbaum: Maximum-Parsimony ohne Filter 111
16S rRNA-Sekundärstruktur von E. coli 112

Automatisiert erstellter Textauszug:

EUB 338/I ist eine universelle Sonde für die Domäne der Bacteria (Amann et al., 1990). Die beiden C1-spezifischen Sonden wurden durch Vergleich der 16S rDNA Sequenzen von CJ11064, CJ11049, Pseudomonas aeruginosa, Pseudomonas elongata (Basonym Microbulbifer elongatus, Yoon et al., 2003), Microbulbifer salipaludis und Escherichia coli K12 selbst entwickelt. Ein weiteres Kriterium hierbei war die Zugängigkeit der 16S rRNA (Behrens et al., 2003) für die vorgeschlagenen Oligonukleotide. Nur relativ gut erreichbare Sekundärstrukturbereiche der 16S rRNA kamen als Targetsequenz in Betracht. So sind die beiden für die Sondenkonstruktion benützten Zielsequenzen auf einer Skala von I bis VI (starke bis sehr schwache Signale) der Klasse II zuzuordnen. [...]

Überstände wurden grundsätzlich aus stationären C1-Kulturen gewonnen. Das Wachstum erfolgte in Marine Broth (MB). Zusätzlich zu jeder Präparation wurde zur Kontrolle eine entsprechende Menge unbeimpftes Medium mitinkubiert und –verarbeitet. Der Überstand wurde auf drei verschiedene Weisen präpariert: 1. Eine 5 ml C1-Flüssigkultur wurde abzentrifugiert und der Überstand sterilfiltriert. Dieser konnte bei 6°C bis zur Verwendung gelagert werden. 2. Der wie unter 1. beschrieben gewonnene Überstand wurde in einer Vakuumzentrifuge DNA-Mini (Heto-Holten; Alleroed, Dänemark) bis zu 1/5 seines Volumens eingeengt. Somit erhielt man ein fünffaches Konzentrat des Überstandes. 3. Für eine noch stärkere Konzentrierung wurde der Überstand einer 2000 ml Kultur in flüssigem Stickstoff schockgefroren und in einem Lyophylisator Beta 1-16 (Christ) bis zur Trockne eingeengt. Anschließend löste man in 100 ml H2Obidest. Das 20-fach-Konzentrat konnte bei -20°C gelagert werden. [...]

13.2.1 Mikrotiterplatten (BIOLOG- System) Mit 96-Well-Mikrotiterplatten (BIOLOG GN2; Oxoid, Wesel) konnte die Verwertung von 95 verschiedenen C-Quellen getestet werden. Die Oxidation der entsprechenden Substanzen zeigte der beigefügte Redoxfarbstoff Tetrazoliumviolett durch einen Umschlag von farblos nach violett an. Aus dem erhaltenen Farbmuster ergibt sich ein katabolischer Fingerprint, der für den jeweiligen Mikroorganismus charakteristisch ist. Das System wird so auch zur Identifikation Gram-negativer Keime routinemäßig angewendet. Übernachtkulturen der zu testenden Bakterien wurden abzentrifugiert, in 5 ml der Inoculation Fluid (IF) des Herstellers resuspendiert und damit die Transmission bei 578 nm auf 61 % (Gram-negative Enterobakterien) bzw. 52 % (alle anderen Gramnegativen Keime) an einem Photometer Spectronic Genesys 5 (Milton Roy; Rochester, NY, USA) eingestellt. Anschließend wurde die Platte mit 150 µl Bakteriensuspension pro Napf beimpft. Um ein Austrocknen während der Inkubation zu vermeiden, wurden die Platten in einen mit feuchtem Zellstoff ausgelegten Plastikbehälter gegeben. Folgende Modifikationen des Standardprotokolls wurden durchgeführt: [...]

Arbeit zitieren:
Lehmann, Christian Januar 2004: Charakterisierung des Bakterienisolates C1 aus Cystodytes dellechiajei, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Biotechnologie, Naturstoffe, FISH, Symbiose, marin

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