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Chaostheoretische Betrachtungen zur Prognostizierbarkeit von Aktienkursen

Chaostheoretische Betrachtungen zur Prognostizierbarkeit von Aktienkursen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Preiß
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Hochschule Wismar Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7885-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7885-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7885-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Preiß, Stephan Januar 2002: Chaostheoretische Betrachtungen zur Prognostizierbarkeit von Aktienkursen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Börse, Chaostheorie, Aktienanalyse, Kapitalmarkt, Wirtschaft

Diplomarbeit von Stephan Preiß

Einleitung:

In den letzten Jahrzehnten wurden für die Erklärung und Prognose von Wertpapierkursen standardmäßig klassische Bewertungsmethoden herangezogen. Es hat sich aber gezeigt, dass diese nur eine unzureichende Beschreibung der am Kapitalmarkt vorherrschenden Preismechanismen liefern können. Es ist empirisch erwiesen, dass Finanzmarktdaten Nichtlinearitäten aufweisen und sich so einer Erklärung durch herkömmliche Methoden verschließen müssen. Weil die klassische Modellierung der Preisbildungsprozesse nicht in der Lage ist, wesentliche Verhaltenscharakteristika realer Kursverläufe abzubilden, wird versucht, die Kursverläufe als nichtlinearen deterministischen dynamischen Prozess aufzufassen und in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern nachzubilden. An dieser Stelle setzt die Chaostheorie an und offenbart mit ihrem nichtlinearen deterministischen Ansatz ein erweitertes Betätigungsfeld. Da die drei Eigenschaften chaotischer Systeme: Sensitivität, Mixing und Periodizität adäquat zu den empirisch nachgewiesenen Eigenschaften am deutschen Aktienmarkt sind, wird sie dem im Wirtschaftsleben vorhandenen realen Begebenheiten gerechter als die klassischen Gleichgewichtsmodelle.

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich verständlich und fundiert mit der Frage, ob durch die Anwendung chaotischer Verfahren gute Prognoseergebnisse für Aktienkursverläufe gewonnen werden können. Inhaltlich stellt sie die geschichtliche Entwicklung der Chaostheorie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart dar und veranschaulicht den Einfluss der chaostheoretischen Erkenntnisse auf das Kausalitätsprinzip. Es wird untersucht, ob Kapitalmärkte ineffizient sind und somit eine Voraussetzung darstellen, Wertpapierkurse prognostizieren zu können. Es werden klassische und neuere Bewertungsmethoden vorgestellt um einen späteren Vergleich zu den chaotischen Verfahren zu ermöglichen. Im praktischen Teil der Diplomarbeit werden sechs ausgewählte CDAX-Indizes auf vorhandene Strukturen untersucht. Anschließend erfolgt eine Kursprognose mit unterschiedlichen Methoden. Die Ergebnisse werden miteinander verglichen und ausgewertet.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis VI
Symbolverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
Literaturverzeichnis IX
1. Einleitung 1
2. Zur Entstehung der Chaostheorie 3
2.1 Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften 4
2.2 Das Kausalitätsprinzip 6
3. Kapitalmarkteffizienz und Erklärungsansätze zur Kursbildung 10
3.1 Informationseffizienz des Kapitalmarktes 10
3.2 Klassische Bewertungsmethoden 13
3.2.1 Die Random-Walk-Hypothese 14
3.2.2 Die Fundamentalanalyse 15
3.2.3 Die Technische Aktienanalyse 21
3.3 Neuere Bewertungsansätze 29
4. Chaostheorie in Wirtschaft und Börse 32
4.1 Die fraktale Geometrie 33
4.2 Grundbegriffe derSystemlehre 42
4.3 Qualitative Dynamik 48
4.3.1 Die Bewegung der Attraktoren im Phasenraum 48
4.3.2 Der Attraktor 53
4.3.3 Iterierte Funktionssysteme 59
4.3.4 Die logistische Gleichung nach Verhulst 63
5. Empirischer Teil 68
5.1 Datenmaterial 69
5.2 Testen auf vorhandene Strukturen 73
5.2.1 Testen aufNormalverteilung 74
5.2.2 Testen auflineare Abhängigkeit (white noise) 77
5.2.3 Testen aufnichtlineare Abhängigkeit (strict white noise) 83
5.2.4 Testen aufchaotisches Verhalten 86
5.3 Prognose von CDAX-Kursen mit mehreren Verfahren 90
5.4 Fehlerbetrachtung 102
6. Zusammenfassung 104

Automatisiert erstellter Textauszug:

Auch der bekannte Chaostheoretiker Heinz-Otto Peitgen forscht, in einem gemeinsamen Projekt mit einer großen deutschen Bank, nach Eigentümlichkeiten von Aktienkursen, um diese in eine mathematische Beschreibung umzusetzen177 . Sie fanden in den Kursverläufen Regelmäßigkeiten und nicht – wie in der Random Walk-Theorie behauptet wird – eine statistische Zufallsverteilung. Die Ergebnisse ließen die Unterscheidung von nervösen und phlegmatischen Aktien des Deutschen Aktienindex (DAX) zu und können somit im PortfolioManagement angewendet werden, wo durch die Mischung dieser beiden Aktien-Typen ein möglichst günstiges Rendite-Risiko-Verhältnis erreicht werden soll. Eine Kursprognose schließt Peitgen aber aus, da das Prinzip der Rückkopplung178 dies verhindere.179 Die sich am Anfang des Jahrhunderts etablierte herkömmliche Wirtschaftstheorie beispielsweise, basierte auf negativen Rückkopplungen und abnehmenden Erträgen: Je mehr von einem Konsumgut schon produziert wird, um so aufwendiger ist es, mehr zu produzieren und abzusetzen. Dieser Prozess entgegnet großen Veränderungen im Wirtschaftsgefüge und bewirkt eine Stabilisierung des Systems. In der Realität treten aber andere Sachverhalte auf, wie das Santa-Fe-Institut, New Mexico, am Beispiel der Verdrängung des Beta-Systems durch das Video Home System (VHS) durch die sich aufschaukelnde Angebots-Nachfrage-Schwankungen, aufzeigt. Hier treten zunehmende Erträge auf.180 Nach der Einschätzung des Finanzmarktexperten George Soros interessieren sich die an der Börse tätigen institutionellen Anleger der Investment Fonds, nicht mehr für die fundamentalen Werte einer Aktie, sondern nur um deren Wertentwicklung, welche mit dem Kurs und nicht dem Buchwert gleichgesetzt wird. Durch den Kauf solcher Anlagetitel, die eine möglichst gute Wertentwicklung aufweisen, wird eine positive Rückkopplung bewirkt, da die erhöhte Nachfrage diese Werte noch steigert. In diesem Fall kann dann auch von den sogenannten spekulativen Blasen gesprochen werden, wie in Kapitel 3.3 beschrieben.181 [...]

Die fraktale Dimension eines Börsenkurses lässt sich mit Hilfe des Hurst-Koeffizienten berechnen, da der logische Zusammenhang: Dimension = 2 – H gegeben ist.175 Der HurstExponent ist auch ein Maß für die Fortdauer eines Zufallsprozesses und nimmt für stochastische Verteilungen einen Wert von H = 0,5 an. Nähere Berechnungen finden sich im empirischen Teil (Kapitel 5). Durch die mathematische Beschreibung selbstähnlicher Strukturen hielt die Chaostheorie auch im Aktienhandel ihren Einzug. Der ehemalige Devisenhändler Richard Olsen und sein Team aus Mathematikern, Physikern und Informatiker versuchen mit deren Hilfe Trends vorherzusagen. Da handfeste Entscheidungshilfen wie Leistungsbilanz, Zinsniveau oder Wirtschaftswachstum für die immer komplizierter werdenden Spekulationsgeschäfte nicht mehr adäquat erscheinen, bieten sich somit ideale Vorraussetzungen zur Nutzung der Chaostheorie. Olsen geht hierbei davon aus, dass auf den Finanzmärkten dynamische mathematisch erfassbare Zusammenhänge zugrunde liegen und diese für Prognosen genutzt werden können. Aus den wiederkehrenden Mustern der Vergangenheit werden somit Handlungsempfehlungen für die Zukunft abgeleitet.176 [...]

deterministischen Fraktal ist eine fraktale Menge zu verstehen, die aufgrund einer Gesetzmäßigkeit entsteht, die wiederholt in einem rekursiven Schema angewendet wird. Daraus entstehen dann oftmals symmetrische Abbildungen wie das Sierpinski-Dreieck (Abb. 9), die fraktalen Julia-Kurven (Abb. 10) oder die bereits dargestellte Koch-Kurve.162 Zu den bekanntesten und am eingehendsten erforschten Fraktale gehört aber die Mandelbrot-Menge, welche auch das komplizierteste mathematische Objekt des Universums genannt wird (Abb. 11).163 Der Erzeugungsmechanismus der hierbei für die Bildung fraktaler Gebilde verantwortlich ist, wird auch Kaskade genannt. Ein Fraktal lässt sich dadurch charakterisieren, dass es bei beliebig starker Vergrößerung Details zeigt, die der Struktur des Gesamtobjekts ähnlich sind. Diese Eigenschaft wird auch als Selbstähnlichkeit bezeichnet und ist verbunden mit den skaleninvarianten164 Eigenschaften eines Fraktals. [...]

Arbeit zitieren:
Preiß, Stephan Januar 2002: Chaostheoretische Betrachtungen zur Prognostizierbarkeit von Aktienkursen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Börse, Chaostheorie, Aktienanalyse, Kapitalmarkt, Wirtschaft

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