Change Management: Herausforderungen für die Kommunikation
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Lohse
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 562,2 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4407-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4407-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4407-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lohse, Stefan Juli 2001: Change Management: Herausforderungen für die Kommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Interne, Interne Kommunikation
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Diplomarbeit von Stefan Lohse
Einleitung:
Heutige Unternehmen unterliegen ständigen Veränderungen. Staatliche Betriebe werden privatisiert. Einige Unternehmen fusionieren oder akquirieren, vermehrt auch über Ländergrenzen hinweg. Andere Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf ein Kerngeschäft und stoßen Unternehmensteile ab. Einschneidende elektronische Erneuerungen werden in Firmen eingeführt, wie bspw. e-business, und Organisationen entdecken den Kunden als strategischen Erfolgsfaktor. Solche und weitere strategisch bedeutsame Veränderungen sind heutzutage tägliche Praxis und betreffen fast sämtliche Bereiche und Funktionen einer Organisation. Nicht zuletzt der globale Wettbewerb sorgt dafür, dass auf diese Veränderungen möglichst schnell reagiert werden sollte, um erfolgreich am Markt zu bleiben und um die Existenz zu sichern. Dieses betrifft selbst kleine Unternehmen, denn durch den globalen Wettbewerb treten verstärkt Konkurrenzunternehmen auf dem heimischen Markt auf. Jedes Unternehmen muss sich daher den Herausforderungen von Veränderungen stellen. Wie diese Veränderungen gestaltet und möglichst erfolgreich umgesetzt und kontrolliert werden können, damit beschäftigt sich Change Management.
In den letzten Jahren ist kaum noch ein Wirtschaftsmagazin zu erhalten, in dem nicht an die Veränderungsbereitschaft von Unternehmen appelliert wird oder neue Organisationsmodelle oder andere technische Systeme für Change Management vorgestellt werden. Die Frage „Was“ verändert werden sollte, wird also ausgiebig beantwortet. Bei der Beantwortung der Frage „Wie“ etwas verändert werden kann, wird gern in epischer Breite darüber berichtet und belehrt, wie eine Veränderung technisch umgesetzt wurde, wird oder werden kann. Doch stellt sich dabei die Frage, ob diese einseitige Konzentration auf technische Aspekte ausreichend sein kann für eine erfolgreich Umsetzung von Veränderungen. Fragwürdig ist weiterhin, ob dadurch nicht zum Kopieren der technischen Maßnahmen aufgerufen wird, was gegen die eigentliche Absicht von Change Management spricht, nämlich eine einzigartige, individuelle und strategische Ausrichtung zur Existenzsicherung am Markt zu erreichen.
Die RAG Aktiengesellschaft hat die Erfahrung gemacht, dass eine Veränderung nur in enger Kooperation mit allen Beteiligten funktionieren kann - den Mitarbeitern und Führungskräften, sowie den Teilhabern, der Politik, der Mitbestimmungsseite, den Kunden, den Zulieferern und den Medien. Diese entscheiden über den Erfolg oder Misserfolg eines Wandels, und nur in zweiter Linie die Technik. Für solch eine enge Kooperation bedarf es einer funktionierenden Kommunikation. Daraus kann gefolgert werden, dass die Kommunikation ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist für einen erfolgreichen Wandel. Dieser Bereich wird in der Literatur zu dem Thema Change Management aber weitgehend vernachlässigt.
Gang der Untersuchung:
Aufgabe dieser Arbeit ist die Betrachtung der kommunikativen Herausforderungen im Change Management. Ich stelle die Hypothese auf, dass die Kommunikation ein entscheidender Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Umsetzung von Change Management ist. Da viele Unternehmen immer noch nicht erkannt haben, warum sie Change Management benötigen, werde ich im zweiten Kapitel Gründe dafür aufzeigen und den Zweck von Change Management klären, um eine gemeinsame Ausgangsbasis herzustellen. Dann beleuchte ich im dritten Kapitel Einflussfaktoren mit denen sich Change Management immer beschäftigen muss und an denen die Bedeutung der Kommunikation schon erkennbar wird. Wie Change Management aufgrund zukünftiger Anforderungen umgesetzt werden sollte, wird im vierten Kapitel dargestellt. In Kapitel fünf erarbeite ich dann auf der Basis der vorherigen Kapitel kommunikative Herausforderungen, aus denen ich Kommunikationsprinzipien ableite. Diese Prinzipien sollen grundlegenden Charakter haben und somit auf individuelle Unternehmenssituationen anwendbar sein. Ich werde dabei nach externer und interner Kommunikation unterscheiden. Da für mich die Umsetzung von Change Management innerhalb eines Unternehmens im Vordergrund steht, werde ich mich auf den Bereich der internen Kommunikation konzentrieren. Die externe Kommunikation ist für den Gesamterfolg von Change Management Maßnahmen ebenfalls zu berücksichtigen, aber meines Erachtens für die Umsetzung eines Wandels innerhalb eines Unternehmens von relativ geringer Relevanz. Ich werde daher die Rolle der externen Kommunikation nur in ihrer Bedeutung bei der Umsetzung von Change Management betrachten. Abschließend (Kapitel sechs) bilde ich ein Fazit aus den Ergebnissen der Arbeit und ihre mögliche Bedeutung für die Praxis.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einführung in das Thema | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Warum wird Change Management benötigt? | 3 |
| 2.1 | Wohin führt uns die Zukunft? | 3 |
| 2.2 | Was ist der Zweck von Change Management? | 9 |
| 3. | Was beeinflußt Change Management? | 11 |
| 3.1 | Einflußfaktor Komplexität | 11 |
| 3.2 | Einflußfaktor Unternehmenskultur | 15 |
| 4. | Wie kann Change Management umgesetzt werden? | 21 |
| 4.1 | Das Prinzip von Change Management | 21 |
| 4.2 | Wichtige Elemente zur Einführung von Change Management | 23 |
| 4.2.1 | Ermittlung des Wandlungsbedarfs und Festlegung der Veränderungsziele | 23 |
| 4.2.2 | Pilothafte Einführung von Change Prozessen | 25 |
| 4.2.3 | Organisatorische Umsetzung von Change Management | 26 |
| 5. | Warum ist die Kommunikation ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung von Change Management? | 29 |
| 5.1 | Eine theoretische Betrachtung der Kommunikation | 29 |
| 5.1.1 | Eine sprachgeschichtliche Herleitung der Kommunikation | 30 |
| 5.1.2 | Die verbale Kommunikation | 31 |
| 5.1.3 | Die non-verbale Kommunikation | 33 |
| 5.1.4 | Kommunikation zwischen Kulturen | 34 |
| 5.1.5 | Kommunikation unter der Betrachtung des Kontextes | 35 |
| 5.1.6 | Kommunikation unter der Beachtung der Persönlichkeit des Gesprächspartners | 35 |
| 5.1.7 | Emphatisches Zuhören als Bestandteil der Kommunikation | 37 |
| 5.1.8 | Zielgruppenbildung zur effizienten Kommunikation | 39 |
| 5.1.9 | Die Rhetorik als Bestandteil der Kommunikation | 40 |
| 5.1.10 | Fazit der theoretischen Betrachtung der Kommunikation | 41 |
| 5.2 | Die Herausforderungen für die interne Kommunikation im Change Management | 42 |
| 5.2.1 | Der Widerstand als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 42 |
| 5.2.2 | Der Konflikt als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 45 |
| 5.2.3 | Die Krise und Katastrophe als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 47 |
| 5.2.4 | Gerüchte als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 49 |
| 5.2.5 | Die Informationsübermittlung als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 51 |
| 5.2.6 | Die Komplexität als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 53 |
| 5.2.7 | Die Vision und die Veränderungsgeschichte als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 55 |
| 5.2.8 | Die Führung als Herausforderung für die interne Kommunikation im Change Management | 57 |
| 5.2.9 | Praxisbeispiele | 61 |
| 5.3 | Die Rolle der externen Kommunikation im Change Management | 65 |
| 5.3.1 | Die externe Kommunikation zur Ermittlung des Veränderungsbedarfs | 65 |
| 5.3.2 | Die externe Kommunikation zur Vermittlung der beabsichtigten und abgeschlossenen Veränderungen | 66 |
| 6. | Fazit | 69 |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 73 |
Bei der Kommunikation mit Menschen aus verschiedenen Ländern ist zu berücksichtigen, daß sich die verbalen und non-verbalen Verhaltensweisen in den verschiedenen Kulturen unterscheiden können. So fällt z.B. bei Menschen aus südlichen Ländern wie Italien auf, daß diese beim Reden sehr aktiv die Hände einsetzen und auch mehr Körperkontakt suchen. Während Menschen aus nördlichen Ländern, wie bspw. Norwegen, eher weiteren Abstand zu ihren Gesprächspartnern halten und sich zudem unwohl fühlen bei engem Körperkontakt. So könnte es bei einer Kommunikation zwischen einem Norweger und einem Italiener zu folgenden Reaktionen kommen. Der Norweger könnte den Italiener als aufdringlich empfinden und daher versuchen das Gespräch als erfolglos abzubrechen. Der Italiener dagegen empfindet vielleicht den Norweger als kühl und steif, was bei ihm die Schlußfolgerung auslösen könnte, daß dieser kein Interesse an ihm hat und ihn daher beleidigt.39 Auch im verbalen Verhalten unterscheiden sich die Kulturen sehr oft. So pflegt der Deutsche eine sehr sachliche, konkrete und direkte Sprache, mit geringer Einbeziehung des Kontextes, womit z.B. Inder weniger vertraut sind. Denn Inder bevorzugen eine eher relative Verhandlungsstrategie, d.h. das eine Aussage zu einer Sache oder Aufgabe nicht fix sein muß. So kann eine Verneinung fünf Minuten später wieder aufgehoben werden. Ihnen ist die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern wichtiger, als die [...]
ihn zuzugehen, da er ihm wichtig ist. Eine weitere Botschaft kann die Vereinbarung zu einer Besprechung sein. So kann die zeitliche Vorgabe seitens der Führungskraft für diese Besprechung von den teilnehmenden Mitarbeitern als ein Befehl wahrgenommen werden. Verhandlungsbereitschaft könnten sie dagegen eher wahrnehmen, wenn die Führungskraft einen Terminvorschlag unterbreitet. Auch die Auswahl der Teilnehmer an einer Besprechung sendet Signale an teilnehmende, die sich dadurch wertgeschätzt fühlen könnten, und nicht teilnehmende Mitarbeiter, die sich dadurch ausgeschlossen fühlen könnten. Diese Beispiele sollten deutlich machen, daß die Kommunikation nicht auf die verbale Aussage beschränkt werden kann und auch non-verbale Reaktionen berücksichtigt werden sollten. [...]
Die Wahrnehmung einer verbalen Nachricht kann durch die non-verbale Sprache stark verändert werden. Dieses ist gut an einem Dialog zu verdeutlichen. Wenn der eine Dialogpartner die Frage stellt, "Würdest Du diese Aufgabe übernehmen?", und dann vom anderen verbal die Antwort bekommt "Nein", so wird angenommen, daß dieser eindeutig die Übernahme der Aufgabe abgelehnt hat. Dieses kann auch der Fall sein, wenn der antwortende Partner ein ernsthaftes Gesicht dazu macht und ansonsten relativ regungslos bleibt. Beantwortet dieser aber mit einem breiten Lächeln auf den Lippen diese Frage mit demselben "Nein", so könnte er meinen, daß er die Aufgabe schon übernehmen würde, aber dazu der Fragende noch einige entgegenkommende Angebote machen müßte. Eine andere non-verbale Botschaft könnte das Zusammensinken des Oberkörpers und Kopfes auf den Tisch bei der Beantwortung mit "Nein" sein. Hier könnte die Aussage des Antwortenden sein, daß er schon mehr als genug zu tun hat, aber diese Aufgabe ja nicht ablehnen könne. Das "Nein" ist somit eher gemeint, als ein Aufstöhnen über die zusätzliche Arbeit. Zur non-verbalen Kommunikation gehören auch andere Signale, wie die Wahl eines Raumes. Wird bspw. ein Mitarbeiter von seiner Führungskraft im Büro des Mitarbeiters besucht, so kann es dem Mitarbeiter signalisieren, daß die Führungskraft bereit ist auf [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832444075
Arbeit zitieren:
Lohse, Stefan Juli 2001: Change Management: Herausforderungen für die Kommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Interne, Interne Kommunikation



