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Chancen auf dem liberalisierten Briefmarkt 2003

Chancen auf dem liberalisierten Briefmarkt 2003
Über dieses Buch
  • Art: Seminararbeit
  • Autor: Tassilo Thüne
  • Abgabedatum: August 2000
  • Umfang: 136 Seiten
  • Dateigröße: 2,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hogeschool Zeeland Niederlande
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2843-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2843-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2843-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Thüne, Tassilo August 2000: Chancen auf dem liberalisierten Briefmarkt 2003, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rechtsvorschriften und Änderungen, Briefmarkt, Business-Plan eines fiktiven Unternehmens, Briefbefördern, Marktanalyse

Seminararbeit von Tassilo Thüne

Einleitung:

Wir leben in einer Zeit des Wandels; in den letzten 50 Jahren mehr denn je. Die Welt rückt immer mehr zusammen und wir sind nur noch einen Mausklick von der anderen Seite des Globus entfernt. Grenzen, psychische und physische verschwimmen immer mehr und scheinen zu verschwinden. Dies ist nicht nur ein Trend, sondern eine logische Entwicklung. Der mündige Bürger macht sich frei im Denken und Handeln.

Dieser Entwicklung kann sich auch die Wirtschaft nicht entziehen. Die Zeiten, in denen staatliche Reglementierungen und Kassenfüllerei uns dazu zwangen zu sagen: „Das kostet nun einmal soviel“, sind endgültig vorbei.

Nun heißt es: Willkommen auf dem freien Markt!

Das Zauberwort heißt Liberalisierung. Wir schreiten mit großen Schritten in Richtung staatlicher Unabhängigkeit. Der Liberalisierungsboom der letzten Jahre hat uns gezeigt, was alles möglich ist. Wir haben viel dazugelernt, zum Beispiel, dass man nach Freiburg 100% vorwählen muss (0 10 90 = 100%), dass Strom gelb ist und dass „Sie bei 11 88 0“ geholfen wird.

Der Kunde besteigt nun langsam aber sicher den Königsthron und kann endlich frei wählen.

Im Jahr 2003 ist es endlich soweit. Das älteste staatliche Monopol Deutschlands fällt: das Postmonopol!

Die Liberalisierung des deutschen Briefmarktes kommt mit der Freigabe von Briefzustellungen mit einem Einzelgewicht bis einschließlich 200g endgültig zum Abschluss. Nun heißt es: Start frei für innovative Dienstleister. Fragen, die man sich nie gestellt hat, können plötzlich über Marktanteile entscheiden. „Wo steht der nächste Briefkasten?“, „Kann meine Post nicht auch abgeholt werden?“, „Warum zahle ich 1,10 DM für Briefzustellung am nächsten Tag, wenn mein Brief auch ruhig 3 Tage unterwegs sein kann?“ ...all diese Fragen gewinnen nun an wirtschaftlicher Bedeutung und können über die Existenz neuer Unternehmen entscheiden.

Diese Fallstudie soll Ihnen zeigen, welchen Bedingungen sich Unternehmer stellen müssen, wenn sie an diesem Markt agieren wollen. Darüber hinaus sehen Sie am Fallbeispiel eines Unternehmens einige Facetten dessen, was ab dem 1.1.2003 auf uns zukommen könnte.

Ob der Fall des Postmonopols nun ein großer Knall wird oder nur ein kleiner Sturm im Wasserglas Post, wird die Zukunft zeigen.

Inhaltsverzeichnis:

TEIL 1 Die Marktanalyse
1. Einleitung 6
2. Geschichte der Liberalisierung 7
2.1 Zeitstrahl 7
2.2 Richtlinie 97/ 67/ EG des Europäischen Parlaments und des Rates 8
2.3 Das Postgesetz (PostG ) 12
2.4 Inhalte der PostUniversaldienstleistungsverordnung 18
2.5 Die PostEntgeltregulierungsverordnung (PEntgV) 21
3. Der gegenwärtige Postmarkt in Deutschland 24
4. Vergleich der EU-Mitgliedsstaaten 28
4.1 Übersicht über die Gesetzgebung 28
4.2 Vergleich der unterschiedlichen Gesetzgebungen 32
4.3 Die Position des deutschen Briefmarktes innerhalb der EU 33
4.4 Die zukünftige Marktentwicklung im gesamteuropäischen Zusammenhang 34
5. Müssen Postdienste reguliert werden? 36
6. Bedeutung der veränderten rechtlichen Situation ab 1.1.2003 für die DPAG Chancen und Risiken 37
6.6 Einleitung 37
6.7 Wettbewerbsnachteile der DPAG 37
6.8 Wettbewerbsvorteile der DPAG 42
6.9 Die Marktchancen der DPAG nach der Liberalisierung 44
7. Damit Briefe so schnell wie möglich ankommen 46
8. Die Konkurrenzunternehmen im lizenzierten Bereich 47
8.1 Überblick 47
8.2 Die geographische Service-Abdeckung des Anbieters 47
8.3 Der Wertschöpfungsprozess 47
8.4 Die Kundenspezifikationen 49
8.5 Die verschiedenen Arten der Anbieter 50
8.6 Bulkmail 54
8.7 Werbung auf Postsendungen 55
8.8 Zusammenführung Druckerei und Briefbeförderer 55
8.9 ex-ante Analyse 56
9. Börse AG kündigt Internet-Handel an 57
9.1 Überblick 57
9.2 Wie könnte der liberalisierte Postmarkt an der Börse aussehen? 57
10. Attraktive und unattraktive Briefströme 58
10.1 Einleitung 58
10.2 Prozentuale Verteilung der Briefpost der einzelnen Briefströme 58
10.3 Trends auf dem Briefmarkt 60
10.4 Die Agglomerationen 61
TEIL 2 Die Unternehmensgründung
1. Einleitung Unternehmensgründung 67
2. Unternehmenskonzeption Visionen und Strategien 68
2.1 Überblick 68
2.2 Marktaudit 68
2.3 Die Substitutionsprodukte 70
2.4 Unsere Zielgruppe 72
2.5 Unsere Kernkompetenzen 72
2.6 SWOT-Analyse 73
2.7 Unternehmensziele 74
2.8 Die Kundenakquisition 76
2.9 Rahmenvertrag 78
3. Das Unternehmenskundengeschäft 85
3.1 Ablauforganisation des Unternehmenskundengeschäfts 85
3.2 Unser Service für Geschäftskunden 86
4. Das Privatkundengeschäft 88
4.1 Überblick 88
4.2 Ablauforganisation des Privatkundengeschäfts 89
5. Marketing, Distribution und Kommunikation 91
5.1 Marketing-Approach 91
5.2 Distributionspolitik 91
5.3 Konditionenmix 92
5.4 Kommunikationspolitik 93
6. Satzung der Innovative Delivery Services Aktiengesellschaft 98
7. Standort und Infrastruktur 104
7.1 Überblick 104
7.2 Gebäude und Standort 104
7.3 Büroausstattung und Arbeitsmethodik 105
7.4 Fahrzeuge 106
7.5 Maschinelle Ausstattung 108
8. Die Aufbauorganisation 109
9. Das Personal 110
9.1 Überblick 110
9.2 Die Bestimmung der Kundenzahl 112
9.3 Marketing/Vertrieb 113
9.4 EDV 114
9.5 Teamassistenz / Kundenbetreuung 114
9.6 Personalabteilung 115
9.7 Rechnungswesen 115
9.8 Austräger 115
9.9 Sortierung 117
9.10 Mitarbeiterzahl 118
9.11 Die Beschäftigungsformen 119
9.12 Mitarbeiterwerbung 120
10. Finanzierung 121
10.1 Erläuterungen zur Kostenzusammensetzung 121
10.2 Investitionen 123
10.3 Betriebsausgaben 124
10.4 Erfolgsrechnung 125
10.5 Unternehmensbewertung 127
10.6 Kapitalstruktur 127
11. letzte Worte 130
ANHANG
Quellenangaben 131

Automatisiert erstellter Textauszug:

9.2 Wie könnte der liberalisierte Postmarkt an der Börse aussehen? Die „Ware“ Post könnte folgendermaßen an der Börse gehandelt werden: Es gibt z.B. drei potenzielle Anbieter für Inlandsbriefe (Unternehmen A;B und C). Dann haben wir einen Großkunden, der auf den Markt geht und sagt, er habe 100.000 Inlandsbriefe zu verschicken. „Macht mir einmal ein Angebot!“ Unt. A kann für 80.000,-DM zustellen, Unt. B für 90.000,- DM und Unt. C für 110.000,-DM. Jetzt hat der Kunde drei Angebote vorliegen und wird sich sehr wahrscheinlich für das günstigste Angebot entscheiden. (Gleiche Leistung vorausgesetzt). Das würde unheimliche Einsparpotenziale für Unternehmen jeglicher Art bedeuten. Wie heißt es so schön? Konkurrenz belebt das Geschäft! [...]

9.1 Überblick Noch in diesem Jahr will die Deutsche Börse AG einen eigenen Internet-Handel für Elektrizität, Chemikalien, Telefonminuten und andere „nominierbare“ Handelsgüter starten. Diese Meldung wurde vom Börsen-Chef Werner Seifert am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos bekanntgegeben. Voraussichtlich im dritten Quartal diesen Jahres soll die neue Handelsplattform mit dem Namen „Euroboard.com“ ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Voraussetzung soll der bereits angekündigte Umbau der Deutschen Börse AG in eine Holding mit ausländischer Aktienmehrheit sein. Künftig sollen 51% der Anleger Ausländer sein. Neben europäischen Anteilseignern sollen auch Interessenten aus Amerika nicht leer ausgehen. Briefmarken oder Preise pro Kg für Pakete wären ebenso Handelsgüter für diesen Markt. Internet-User könnten sich gemeinsam an einer Auktion für z.B. Briefmarken beteiligen. 100 Briefmarken für Inlandsbriefe würden dann bei einem Käufer 140,DM kosten. Finden sich jedoch 10.000 Käufer kosten die 100 Briefmarken jeden nur 80,- DM. Die Käufer machen ein Geschäft durch die Masse. Die Verkäufer machen ihr Geschäft über die Masse. [...]

entsprechenden Endsortierzentren transportiert und von dort aus an den Kunden ausgeliefert. Da diese Post meist keiner dringenden Auslieferung bedarf, ist der Faktor Zeit bei diesen Sendungen entsprechend zu vernachlässigen, was die selben Konsequenzen wie der Versand von Bulkmail nach sich zieht. Auch hat der Anbieter bei dieser Versandart zusätzlich die Gelegenheit dem Versender eine ständige Aktualisierung der Kundendatenbank anzubieten, da hier, wie bei anderen Modellen auch, eine Kompatibilität zwischen den beiden Datenbanken besteht. Er befindet sich nun in der Position einen sehr breiten Service anbieten zu können. Vor allem Unternehmen, welche nicht die Investitionen in teure Drucktechnik tätigen möchten oder geringere Info-Postaufkommen haben und somit keine besonders günstigen Konditionen mit Druckereien und Postunternehmen vereinbaren können, werden dieses Angebot sicherlich in Erwägung ziehen. Denn der Allroundanbieter ist mit diesem Modell in der Lage, die sonst fälligen Gewinnmitnahmen der Druckereien auszuschließen und somit seine Dienstleistung relativ günstig anzubieten. Zu so einem Allroundanbieter kann es entweder durch Neugründungen kommen, welche wohl am seltensten auftreten werden, da die Risikoabschätzung in so einem Fall sehr schwer fällt und jegliche Kundenbeziehungen fehlen. Eher werden Anbieter, im Falle von Druckereien durch Vorwärts- oder im Fall eines Postdienstleisters durch Rückwärtsintegration, in das neue Segment eindringen. Denn diese haben die Chance, auf bereits geknüpfte Kundenkontakte zurückzugreifen und somit schneller Aufträge zu bekommen. 8.9 ex-ante Analyse Einen noch weiteren Blick in die Zukunft der Entwicklung der Konkurrenzunternehmen kann man nur auf empirische Beobachtungen aus ähnlichen Bereichen stützen. Vergleichbar zu dem Briefmarkt kann man den Telekommunikationsmarkt sehen. Er durchlief eine sehr ähnliche Evolution, von einem staatlich monopolisierten zu einem liberalisierten Markt. Beide Märkte besitzen Regulierungsbehörden, in Deutschland sogar die selbe. Auf beiden Märkten wird mit der Dienstleistung der Daten- und Informationsweitergabe gehandelt. Somit sind sie in vielen Bereichen analog. Jetzt zu sehr auf die Entwicklung der Telekommunikationsmarktes einzugehen, würde den Rahmen dieser Studie sicherlich sprengen, aber der Vergleich beider Märkte gibt Aufschluss auf die Entwicklung des Postmarktes. Nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes konnte man in Deutschland sehen, wie innerhalb kürzester Zeit unzählige Anbieter auf dem Markt auftauchten. Es wurden neue und innovative Dienste angeboten. So zum Beispiel die Idee, dass man kostenlos telefonieren kann, wenn man eine Werbeunterbrechung während des Telefonats in Kauf nimmt. Auch die Preisentwicklung zeigte eindeutige Tendenzen. So sind die Verbindungspreise, auch bei dem ehemaligen Monopolisten Deutsche Telekom AG, drastisch gesunken, was natürlich am meisten den Kunden zugute kommt. Bei einer solch starken Dynamik und einem enormen Konkurrenzdruck ist es deshalb nicht verwunderlich, dass sehr viele Firmen neu entstehen, aber auch viele wieder vom Markt verschwinden. Eine ähnliche Entwicklung ist wahrscheinlich auch nach der Liberalisierung des Deutschen Postmarktes zu erwarten, was jedoch genau geschehen wird, wird uns die Zukunft zeigen und lässt sich nur schwer prognostizieren. [...]

Arbeit zitieren:
Thüne, Tassilo August 2000: Chancen auf dem liberalisierten Briefmarkt 2003, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rechtsvorschriften und Änderungen, Briefmarkt, Business-Plan eines fiktiven Unternehmens, Briefbefördern, Marktanalyse

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