Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen durch Private Equity- und Mezzanine Finanzierungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kay Böckmann
- Abgabedatum: Dezember 2003
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 2,1 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7992-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7992-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7992-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Böckmann, Kay Dezember 2003: Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen durch Private Equity- und Mezzanine Finanzierungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mittelstand, Venture Capital, MBO, Eigenkapital, Basel II
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Diplomarbeit von Kay Böckmann
Einleitung:
Die Finanzierungssituation kleiner und mittelständischer Unternehmen in der BRD ist gekennzeichnet durch große Probleme bei der Kapitalbeschaffung. Oftmals kommt es dabei zu Kapitalmangel, denn die Möglichkeiten der Eigenmittelzuführung sind für Unternehmer begrenzt. Daraus resultieren in der Regel eine schwache Eigenkapitalausstattung und eventuell Finanzierungsengpässe. Aber Investitionen in z.B. neue Produkte, neue Technologien oder um neue Märkte erschließen zu können, sind vor dem Hintergrund eines immer stärker werdenden globalen Wettbewerbs unabdingbar. Nur auf Basis einer soliden Unternehmensfinanzierung lassen sich Innovationskraft und Leistungsfähigkeit und damit die Existenz eines Unternehmens zukünftig sichern. Für mittelständische Unternehmen gilt es nun abzuwägen, ob nicht auch Finanzierungsformen aus dem Venture Capital bzw. Private Equity- oder dem Mezzanine- Bereich eine sinnvolle Ergänzung bieten, um die Eigenkapitaldecke zu stärken.
Die klassische Unternehmensfinanzierung in der BRD ist die Fremdkapitalaufnahme bei Banken und anderen Kreditinstituten. Durch die neuen Eigenkapitalrichtlinien für Kreditinstitute (Basel II) werden jedoch neue Kriterien bei der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen festgelegt.
Ziel von Basel II ist es, dass Kreditinstitute bei der Kreditvergabe zukünftig, abhängig von der individuellen Bonität des Kreditnehmers, unterschiedlich hohes Eigenkapital hinterlegen müssen. Vor diesem Hintergrund stellt sich zur Zeit die Frage nach den Auswirkungen einer Ausrichtung der Eigenkapitalhinterlegung am individuellen Bonitätsprofil von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Finanzierungsformen wie Private Equity und Mezzanine könnten hier eine Alternative zum klassischen Bankkredit darstellen.
Des Weiteren muss bei vielen deutschen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) die Nachfolgeregelung geklärt werden. Nach aktuellen Schätzungen werden ca. 355.000 deutsche Unternehmen in den nächsten fünf Jahren die Nachfolge regeln müssen. Häufig stehen den zukünftigen Unternehmensinhabern aber nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung, um ein Unternehmen zu erwerben. Auch hier bieten Private Equity- bzw. Mezzanine- Finanzierungen eventuell Alternativen.
Die vorliegende Arbeit geht auf die Problematik der drei Bereiche Basel II, den Wettbewerbsfaktor Eigenkapitalquote und die Nachfolgefrage im Bezug auf mittelständische Unternehmen ein. Zusätzlich wird untersucht, inwieweit diese Bereiche entscheidende Gründe für mittelständische Unternehmen liefern, Finanzierungsmöglichkeiten im Venture Capital- bzw. Private Equity-Bereich sowie der Mezzanine- Finanzierung in Betracht zu ziehen. Dabei werden Chancen und Risiken der alternativen Finanzierungsformen abgewogen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema „Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen durch Private Equity und Mezzanine- Finanzierungen“. Gesamtziel der Arbeit ist es, die Instrumentarien der Finanzierungsformen Private Equity und Mezzanine sowie deren Varianten, als Alternativen für mittelständische Unternehmen zu beschreiben und ihre Eigenschaften im Bezug auf einen sinnvollen Einsatz in der Finanzierung von mittelständischen Unternehmen zu analysieren. Dabei lässt sich die Arbeit in zwei große Teile einteilen. Erstes Ziel der Arbeit ist es, die aktuellen Problemfelder für kleine und mittelständische Unternehmen zu benennen, zu beschreiben und aufzuzeigen welche Auswirkungen diese Problemfelder haben. Des Weiteren wird im zweiten Teil untersucht, welche Chancen und Risiken die Bereiche Venture Capital (VC), Private Equity (PE) und Mezzanine bei Finanzierungen für kleine und mittelständische Unternehmen bieten. Abschließend wird jeweils analysiert, inwieweit VC, PE und Mezzanine als sinnvolle Alternative bei Finanzierungen von KMU fungieren können.
Im Einzelnen ist die Arbeit folgendermaßen aufgebaut. Zunächst wird in Kapitel zwei der Themenkomplex Basel II mit seinen Anforderungen an die neuen Eigenkapitalrichtlinien beschrieben. Basel II und dessen Funktionsweisen werden aufgrund der Komplexität und seiner großen Bedeutung für kleine und mittelständische Unternehmen, hinsichtlich der anstehenden Veränderungen bei der Fremdkapitalvergabe durch Banken, in einem eigenen Kapitel erläutert. Kapitel zwei dient damit auch als Grundlage zum weiteren Verständnis bei der Analyse von Problemen der kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der allgemeinen Finanzierung bzw. der Kreditaufnahme bei Kreditinstituten. Das Kapitel drei behandelt ausführlich das Thema KMU. Dabei wird geschildert, wie die aktuelle Situation der mittelständischen Unternehmen bei der Finanzierung bzw. der Refinanzierung bei Banken aussieht und welche Probleme dabei auftreten. In dem vierten Kapitel wird der Bereich des Venture Capitals beschrieben. Speziell wird auf die Unternehmensfinanzierungsphasen im Wachstum eines Unternehmens eingegangen, da diese im weiteren Verlauf der Kapitel fünf und sechs zum Teil wieder aufgegriffen werden. Zusätzlich beschreibt Kapitel vier die privaten, industriellen oder staatlichen VC- Kapitalgeber. Abschließend werden Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen erläutert und weitere Entwicklungen von VC dargestellt. Generell werden zwar in diesem Kapitel Chancen und Risiken bei VC- Finanzierungen erläutert, da aber Venture Capital auch als „Vorstufe“ zu Private Equity angesehen werden kann, wird der Themenkomplex Venture Capital nicht explizit im Titel erwähnt.
Auf Kapitel vier baut der Bereich Private Equity als Weiterentwicklung auf. In diesem fünften Kapitel werden Private Equity- Finanzierungen und Kapitalgeber beschrieben. Zusätzlich wird der Buy Out- Bereich eingegliedert. Eine Abwägung der Chancen und Risiken erfolgt zum Ende des Abschnitts. Kapitel sechs beinhaltet den Bereich von Mezzanine. Auch hier werden potentielle Kapitalgeber und Finanzierungen erläutert, sowie Chancen und Risiken dieser Finanzierungsform abgewogen.
Im Fazit werden Vor- und Nachteile der alternativen Finanzierungsmöglichkeiten Venture Capital, Private Equity und Mezzanine beschrieben und analysiert. Nachfolgend wird abgewogen, welche Finanzierungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen sinnvoll sind oder als Alternative zur klassischen Kreditaufnahme bei Banken dienen können.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Aktueller Bezug und Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Themenabgrenzung | 5 |
| 2. | Basel II | 6 |
| 2.1 | Historische Entwicklung von Basel II | 7 |
| 2.2 | Das Konzept von Basel II | 9 |
| 2.2.1 | Säule 1- Mindestkapitalerfordernis | 10 |
| 2.2.1.1 | Standardansatz | 11 |
| 2.2.1.2 | IRB- Ansätze | 12 |
| 2.2.2 | Säule 2- Bankaufsichtliche Überprüfung | 13 |
| 2.2.3 | Säule 3- Marktdisziplin | 14 |
| 2.3 | Ziele von Basel II | 14 |
| 2.4 | Mögliche Folgen von Basel II für den Mittelstand | 15 |
| 3. | Kleine und mittelständische Unternehmen | 18 |
| 3.1 | Definition KMU | 18 |
| 3.2 | Bedeutung der KMU für den Standort Deutschland | 19 |
| 3.3 | Funktionen des Eigenkapitals | 20 |
| 3.3.1 | Die Bedeutung der Eigenkapitalausstattung aus finanzierungstheoretischer Sicht | 21 |
| 3.3.2 | Die Bedeutung der Eigenkapitalausstattung für Unternehmen | 22 |
| 3.3.3 | Internationaler Vergleich | 23 |
| 3.4 | Einflüsse auf KMU bei der Kreditvergabe | 25 |
| 3.5 | Rating für KMU | 26 |
| 3.5.1 | Externes Rating | 27 |
| 3.5.2 | Internes Rating | 28 |
| 3.6 | Aktuelle Chancen und Risiken für KMU durch Rating | 29 |
| 3.7 | Nachfolgemanagement | 30 |
| 4. | Venture Capital | 32 |
| 4.1 | Definition Venture Capital | 32 |
| 4.2 | Unternehmensfinanzierungsphasen im Wachstum | 33 |
| 4.2.1 | Early Stage | 35 |
| 4.2.2 | Expansion Stage | 36 |
| 4.3 | Privater Venture Capital Markt | 37 |
| 4.4 | Corporate Venture Capital | 38 |
| 4.5 | Staatlich gefördertes Venture Capital | 39 |
| 4.6 | Weitere Chancen und Risiken von Venture Capital-Finanzierungen | 40 |
| 4.7 | Aktuelle Entwicklungen von Venture Capital | 42 |
| 5. | Private Equity | 43 |
| 5.1 | Definition und Abgrenzung von Private Equity | 43 |
| 5.2 | Historische Entwicklung von Private Equity und Venture Capital in der BRD | 44 |
| 5.3 | Refinanzierungsquellen deutscher Venture Capital- und Private Equity- Gesellschaften in der BRD | 46 |
| 5.4 | Buy Outs | 47 |
| 5.4.1 | Management Buy Out | 48 |
| 5.4.2 | Management Buy In | 49 |
| 5.4.3 | Leverage Buy Outs | 50 |
| 5.5 | Private Equity Beteiligungsgesellschaften | 50 |
| 5.6 | Private Equity Fonds | 51 |
| 5.7 | Initial Public Offering | 52 |
| 5.8 | Weitere Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen bei Private Equity- Finanzierungen | 54 |
| 5.9 | Der Beteiligungsmarkt in der BRD | 55 |
| 5.10 | Aktuelle Entwicklungen von Private Equity | 56 |
| 6. | Mezzanine | 58 |
| 6.1 | Der Begriff Mezzanine | 58 |
| 6.2 | Definition Mezzanine | 59 |
| 6.3 | Vergleich Eigenkapital- Mezzanine Kapital- Fremdkapital | 60 |
| 6.4 | Unterschiedliche Varianten von Mezzanine Kapital | 62 |
| 6.4.1 | Nachrangdarlehen | 62 |
| 6.4.2 | Stille Beteiligung | 63 |
| 6.4.2.1 | Equity Kicker | 64 |
| 6.4.2.1.1 | Wandlung | 65 |
| 6.4.2.1.2 | Cash Option | 65 |
| 6.4.2.1.3 | Optionsrecht | 65 |
| 6.4.2.2 | Non- Equity- Kicker und Virtueller- Equity Kicker | 66 |
| 6.4.3 | Direktbeteiligung | 66 |
| 6.4.4 | Hybride Formen von Mezzanine- Kapital | 67 |
| 6.4.5 | Wandelschuldverschreibungen und Genussscheine | 67 |
| 6.5 | Staatlich gefördertes Mezzanine- Finanzierung | 68 |
| 6.6 | Unternehmenskriterien für Mezzanine- Finanzierungen | 69 |
| 6.7 | Weitere Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen durch Mezzanine- Finanzierungen | 70 |
| 6.8 | Aktuelle Entwicklungen Mezzanine- Kapital | 71 |
| 6.8.1 | Bankkredit und Mezzanine- Finanzierung | 72 |
| 6.8.2 | Leverage Buy Out und Mezzanine- Finanzierung | 73 |
| 7. | Fazit | 74 |
| Literaturverzeichnis | VII | |
| Anhang | XIX |
4.3 Privater Venture Capital Markt Im privaten Venture Capital Markt investieren verschiedene Personen und Institutionen. Sie stellen einem Unternehmen Eigenkapital in Form von „Beteiligungskapital“ zur Verfügung. Das bedeutet, dass sie im Gegenzug für die Kapitaleinlage Unternehmensanteile erhalten. Diese sichern ihnen KontrollInformations- und Mitspracherechte zu.130 Privatpersonen wie die sogenannten „Business Angels“ beteiligen sich sowohl aktiv mit Eigenkapital und als auch mit persönlicher unternehmerischer Erfahrung an Unternehmen.131 Besonders von der Seed bis zur Second Stage Phase agieren diese als direkte Venture- Capital Investoren.132 Private Venture Capital- Beteiligungsgesellschaften arbeiten in der Regel als Intermediäre. Privatanleger und Institutionelle Investoren bringen Geld in Beteiligungsgesellschaften ein, welche dann das Kapital in geeignete Unternehmen investieren.133 Sie unterstützen ebenfalls nicht- börsennotierte Unternehmen mit Eigenkapital und Know How. Dabei steht ein, mit hohem Gewinn verbundenes, Unternehmenswachstum im Vordergrund.134 [...]
kapitalähnliche Mittel und zweitens ist die Bereitstellung von Managementunterstützung durch den Investor untrennbar mit der VC- Finanzierung verbunden. Das dritte wesentliche Element ist darin zu sehen, dass bei VC- Finanzierungen die Erzielung einer hohen Rendite, durch die Partizipation an der Wertsteigerung des zu finanzierenden Unternehmens oder den späteren Verkauf von Unternehmensanteilen, im Vordergrund steht. Es geht nicht um eine regelmäßige Verzinsung oder gar das Abschöpfen von Gewinnen.111 In einem Unternehmen gibt es verschiedene Finanzierungsphasen. Das klassische VC lässt sich in die Frühphasenfinanzierungen von jungen Unternehmen einordnen. Im Gegensatz dazu lassen sich spätere Finanzierungsphasen in den Bereich von Private Equity eingliedern.112 [...]
ge zurückgeht.103 Häufig stehen den KMU dabei Finanzierungsprobleme bei der Unternehmensnachfolge im Weg. Außerdem werden steuerlichrechtliche Konsequenzen und Haftungsfragen nur unzureichend geklärt. Hinzu kommt, dass es oft Schwierigkeiten bei der Bewertung des Unternehmens gibt.104 Früher war die Nachfolge in einem mittelständischen Unternehmen meist eine Familienangelegenheit. Doch heutzutage gehen die designierten Nachfolger oft eigene Wege.105 Alternativ ergeben sich mehrere Optionen zur familieninternen Nachfolgeregelung. Dazu gehören die Fremdgeschäftsführung, der Unternehmensverkauf, die Betriebsaufspaltung und die Übertragung an eine Stiftung. Des Weiteren bietet die Beteiligungen weiterer Gesellschafter zu den erfolgsversprechendsten Optionen, die den jetzigen Eigentümern zur Verfügung stehen. Dazu gehören z.B. die Beteiligung von Venture Capital- bzw. Private Equity- Partnern, das Management Buy Out, das Management Buy In oder das Going Public.106 Auch im Zuge des Ratingprozesses, dem sich in Zukunft viele KMU stellen müssen, wird die Nachfolgeregelung eines Unternehmens eine bedeutende Rolle spielen. Nach den neuen Eigenkapitalvereinbarungen von Basel II muss das Risikomanagement eines Unternehmens Risiken erkennen, prüfen und quantifizieren. Dazu gehört es unter anderem, eine geregelte Unternehmensnachfolge festzulegen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832479923
Arbeit zitieren:
Böckmann, Kay Dezember 2003: Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen durch Private Equity- und Mezzanine Finanzierungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mittelstand, Venture Capital, MBO, Eigenkapital, Basel II



