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Chancen und Risiken ausländischer Investoren im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen im Wirtschaftsraum China

Chancen und Risiken ausländischer Investoren im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen im Wirtschaftsraum China
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Edith Schmidt
  • Abgabedatum: Mai 2000
  • Umfang: 119 Seiten
  • Dateigröße: 1.001,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4355-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4355-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4355-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Edith Mai 2000: Chancen und Risiken ausländischer Investoren im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen im Wirtschaftsraum China, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Asien, Auslandsinvestitionen, Außenhandel, Außenwirtschaft, China

Diplomarbeit von Edith Schmidt

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit ist die Ermittlung typischer Problemstellungen ausländischer Direktinvestitionen, die sich aus den betreffenden chinesischen Rahmenbedingungen ergeben und die möglichen Erfolgsfaktoren eines Engagement in China.

Da die Chancen und Risiken und der daraus resultierende Erfolg bzw. Mißerfolg einer Direktinvestition sehr stark von den Umweltfaktoren des Landes abhängig sind, wurde im zweiten Kapitel besonders auf die externen Einflußfaktoren eingegangen. Die dargestellten wirtschaftlichen, politischen, kulturellen, sozialen und ethische Gesichtspunkte können damit Erfolgsfaktoren repräsentieren, auch wenn sie von der Unternehmung nicht gezielt beeinflußbar sind.

Das dritte Kapitel „Investive Rahmenbedingungen“ beschäftigt sich mit den für das investierende Unternehmen relevanten rechtlichen und finanziellen Gesichtspunkte. Dabei werden wichtige Aspekte, wie Standortfaktoren, produktionsorientierte Faktoren, Handelshemmnisse und Fragen der Finanzierung, die einen unmittelbaren Einfluß auf die Chancen und Risiken von Direktinvestitionen haben, untersucht. Werden die allgemeinen Umweltfaktoren (in Kapitel II dargestellt) und die für das ausländische Unternehmen geltenden Bestimmungen (vgl. Kapitel III) zusammengefaßt, so ergibt sich eine ganz spezielle Umweltsituation, die sich auf das ausländische Unternehmen auswirkt. Aus dieser spezifischen Umweltsituation in China ergeben sich typische Einzelprobleme, die von den einzelnen Unternehmen und Managern gelöst werden müssen und über einen längeren Zeitraum bezüglich der erfolgskritischen Faktoren und Umfeldinteraktionen zusammengefaßt und analysiert werden können. Westliche Unternehmen müssen also in einem solchen Umfeld ihre unternehmenspolitischen Zielsetzungen ebenso anpassen, wie ihre Marketingstrategien und -instrumente. Beispielsweise sollen Informationsbeschaffung und Vetriebstrategien auf Behörden, Regionalverwaltung und informelle Machstrukturen ausgedehnt werden. Diese internen Einflußfaktoren wurden im letzten Kapitel analysiert.

Aus den typischen Interaktionen sollen dabei Hinweise auf Problemursachen gewonnen und Empfehlungen für die Praxis abgeleitet werden. Das betrifft Entscheidungen zu Vorbereitungen und Markteintritt, Partner, Standort, Kooperationsform, Marktstrategie und Management. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt dabei nicht in der Darstellung und Analyse eines chinaspezifischen Strategieplanes. Dieses würde den Rahmen der Arbeit sprengen und muß somit ausgegliedert werden. Vielmehr sollen die allgemeinen und die für ausländische Investoren bestehenden Rahmenbedingungen untersucht werden und daraus Schlüsse für unternehmenspolitische Entscheidungen bei einem China-Engagement getroffen werden.

Bei der Ausarbeitung der Arbeit stützte sich die Autorin zum größten Teil auf chinabezogene Literaturquellen, sowohl aus dem Internet als auch aus wissenschaftlichen Abhandlungen. Da es bei dem Thema aus Gründen der Aktualität und der sich ständig ändernden chinesischen Gegebenheiten, auf zuverlässige aktuelle Informationen ankam, konnten bestehende, Veröffentlichungen nur im begrenzten Maße verwendet werden. Die Suche nach aktuellen Veröffentlichungen erwies sich als großes Problem, weshalb sich die Verfasserin vor allem bei aktuellen volkswirtschaftlichen Zahlen verstärkt auf Quellen aus dem Internet bzw. Zeitungen/Zeitschriften stützte. Speziell beim Internet, muß jedoch aus Datensicherheitsgründen auf die Zuverlässigkeit und Validität der Informationen hingewiesen werden und gleichfalls berücksichtigt werden. Dieses gilt vor allem bei chinesischen Websites. Des weiteren wird darauf hingewiesen, daß bei der Analyse der gesamtwirtschaftlichen Situation, die Daten zum Teil auf chinesische Quellen basieren. Nicht zuletzt spielte aufgrund eines Praktikums in Peking die persönliche Erfahrung bei der Auseinandersetzung mit dem Thema der Diplomarbeit eine große Rolle und wurde ebenfalls mit eingebracht. Dabei wurden bereits während des Praktikums Interviews mit dem General Manager des Unternehmens zum Thema „Engagement in China“ geführt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
I. Einleitung: Ziel der Diplomarbeit 1
II. Die Umweltfaktoren in der VR China 3
1. Sozio-Demographische Entwicklung 5
2. Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas 6
2.1 Gesamtwirtschaftliche Situation 6
2.1.1 Wirtschaftswachstum 6
2.1.2 Außenhandel 7
2.1.3 Ausländische Direktinvestitionen 8
2.2 Der Weg zur Marktwirtschaft und die Entwicklung des Privatsektors 11
2.3 Die ungleiche Entwicklung zwischen den Regionen 13
2.4 Die wichtigsten Reformmaßnahmen 14
2.4.1 Die Reform der Staatsindustrie 14
2.4.2 Der Wandel des Außenwirtschaftssytems 15
2.4.3 Umstrukturierung des öffentlichen Finanz- und Bankensystems 17
2.4.4 Weitere Maßnahmen der Reform im Transformationsprozeß 19
2.4.4.1 Infrastruktur 19
2.4.4.2 Service 20
2.5 Wirtschaftliche Beziehung mit Hong Kong und Taiwan 21
2.5.1 Hong Kong 21
2.5.2 Taiwan 22
2.6 Neue Schritte der Weltmarktöffnung im Hinblick auf die Harmonisierung der WTO-Kriterien 24
3. Einfluß durch politische Faktoren 27
3.1 Das politische System 28
3.2 Die Rolle des Staates in der Wrtschaft 29
3.3 Zukunftsperspektiven des politischen Systems und der KPCh 30
4. Der kulturelle Aspekt 31
4.1 Die Determinanten der Kultur 31
4.2 Charaktermerkmale der chinesischen Kultur und deren Einfluß auf Geschäftstätigkeiten 33
4.3 Theorieansätze als Erklärung von interkulturellen Unterschieden 37
4.3.1 Hofstede’s 4 Dimensionen-Modell 37
4.3.2 Chinesische soziale Motivation versus westliche individuelle Motivation 38
4.4 Veränderung der Einstellungen und Werte 40
5. Soziale und ethische Gesichtspunkte 41
5.1 Die Menschenrechtsfrage 42
5.2 Korruption und „Guanxi“ (Beziehungen) 43
5.3 Probleme mit der Einhaltung von Schutzrechten 44
III. Investive Rahmenbedingungen 46
6. Kooperationsmöglichkeiten und mögliche Rechtsformen in China 46
6.1 Tätigkeits- und Investitionsformen im Chinageschäft 46
6.2 Mögliche Rechtsformen einer Direktinvestition 47
6.2.1 Gemeinschaftsunternehmen (Equity Joint Ventures) 48
6.2.2 Kooperationsunternehmen (Contractual Joint Venture) 49
6.2.3 Auslandsunternehmen (Wholly Foreign Owned Enterprise) 50
6.2.4 Zusammenfassung und Beurteilung der Investitionsarten 51
7. Investitionsbestimmungen 54
7.1 Wettbewerbsumfeld und Investitionsklima 55
7.2 Investitionspolitik der Regierung 56
7.3 Produktionsorientierte Faktoren 58
7.3.1 Produktionsbeschränkungen 58
7.3.2 Immobilienrecht 59
7.3.3 Verfügbarkeit von Arbeit 60
7.3.4 Handelshemmnisse 61
7.3.4.1 Im- und Exportbestimmungen 62
7.3.4.2 Zollbestimmungen 63
7.4 Finanzierung von Direktinvestitionen 64
7.5 Steuerliche Rahmenbedingungen 66
IV. Engagement in China – Risiko und Chance 71
8. Erfolgsfaktoren für den chinesischen Markt 71
8.1 Vorbereitung für den Markteintritt und Zielsetzung 72
8.2 Richtige Wahl des Partners 73
8.3 Standortwahl 75
8.4 Geschäftspolitik, -strategien formulieren 77
8.4.1 Positionierung 79
8.4.2 Vertriebsnetz und Distribution 82
8.4.3 Personalpolitische Entscheidungen 84
9. Branchen mit den größten Potentialen für ausländische Direktinvestoren 86
V. Fazit und Ausblick 89
Anhang 1 Chinas Wirtschaftszonen V
Anhang 2 Anleitungsverzeichnis der Wirtschaftszweige für ausländische Investitionen VI
Literatur- und Quellenverzeichnis XVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Praktiken geführt. Gelöst ist das Problem bei weitem nicht. In Peking werden in gewissen Stadtbezirken alle paar Meter raubkopierte Musik-CD’s oder Video-CD`s (mittlerweile auch DVD‘s) angeboten. Die Klagen ausländischer Unternehmen sind zahlreich. Sie sehen ihre Märkte drastisch schrumpfen, sobald Kopien auf den Markt kommen. Nicht zuletzt leidet darunter freilich die chinesische Softwareindustrie selbst am meisten, für die es sich einfach nicht lohnt, eigene aufwendigere Produkte zu entwickeln. Die Preise der Raubkopien ruinieren auch deren Markt. Original-Software ist mit umständlich zu handhabenden Kopierschutz-System versehen, was nicht gerade verkaufsfördernd ist. Da eine direkte Abwesenheit vom Markt auch keine Garantie ist, bleibt als einzige Lösungsmöglichkeit nur die ständige Weiterentwicklung und Verbilligung des Produktes. Beispielsweise hat Microsoft die Preise für Softwareprodukte mehr als 200 Prozent reduziert um mit den gefälschten Produkten zu konkurrieren. Allerdings wird selbst diese Preisreduktion angesichts des immer noch hohen Preises von 100 bis 200 US$ verglichen mit 20 US$ für die gefälschte Version wirkungslos bleiben, wenn die Regierung weiterhin unterläßt radikaler dagegen vorzugehen.97 Bei der Weiterentwicklung zeigt sich auch ein häufiges Dilemma: Nicht immer sind Weiterentwicklungen von Maschinen patentfähig, und in all diesen Fällen steht auch keine juristische Handhabe zur Verfügung, gegen Nachahmer vorzugehen. Bei einwandfrei nachweisbaren Verletzungen geistiger Eigentumsrechte hingegen, verweisen lokale Anwaltskanzleien darauf, daß eine Durchsetzung entweder auf dem Verwaltungs- oder auf dem Gerichtswege möglich sei. In der Praxis jedoch ist dies in der Regel mit einem gewaltigen administrativen Aufwand und mit hohen Kosten verbunden. Beides steht letztlich kaum in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis. Überdies bedeutet ein juristischer Sieg über einen Kopierer keineswegs, daß das Problem nicht irgendwo anders wieder auftaucht. [...]

China 209.000 Menschen unter Korruptionsverdacht verhaftet.95 Doch solche Kampagnen haben nur begrenzt Erfolg. Die Partei, selbst von Korruption durchsetzt, fehlt die moralische Autorität, die Bürger in diesem zivilisatorischen Prozeß zu führen. Die Menschen verfolgen ihre eigenen Interessen. Der Markt ermutigt sie Geld zu verdienen aber auch zu betrügen. Um aber die Korruption zu besiegen, braucht man ein funktionierendes Rechtssystem und die Menschen müssen verstehen, daß es ihnen auf Dauer mehr nutzt, wenn man sich an bestimmte Spielregeln hält. Langfristig gesehen konnten durch die verbesserten Umfeldbedingungen einen attraktiveren für Investoren besser einschätzbaren Markt geschaffen werden, d.h. Investitionen werden einen deutlichen Aufschwung erleben und das ist nicht zuletzt auch im Interesse des Landes. 5.3 Probleme mit der Einhaltung von Schutzrechten Die VR China ist einer Vielzahl von internationalen Schutzrechtsabkommen beigetreten und hat auf nationaler Ebene entsprechende Gesetze erlassen: Patentrecht, Markenrecht, Urheberrecht, Computersoftwareschutz, usw. Allerdings werden die Schutzrechte in der Praxis sehr häufig gebrochen. Ist ein Produkt erfolgreich auf dem chinesischen Markt eingeführt worden, zieht es sehr schnell die Aufmerksamkeit von Nachahmer auf sich, die vor allem über den Preis versuchen, Kunden an sich binden. Schätzungsweise betrug 1994 der verkaufte Anteil der gefälschten CD`s über 90 Prozent und der, der Raubkopien von Computer Software über 98 Prozent. China steht beim Mißbrauch von geistigem Eigentum somit weltweit an erster Stelle. Laut Angaben der US Handelsministerium haben US-Firmen 1994 etwa 3 Milliarden US$ Verluste aufgrund von Raubkopien hinnehmen müssen.96 Die Regierung versprach zwar gegen den Mißbrauch von Schutzrechten härter durchzugreifen doch können sich die Produzenten von Raubkopien dank „guanxi“ und Bestechungsgelder weiterhin über Wasser halten. Auch wenn sie erwischt werden, sind die Bußgelder viel zu niedrig im Vergleich zu dem erwirtschafteten Umsatz. Der Druck vor allem auf die chinesischen Behörden, gegen das Raubkopieren vorzugehen und die Koppelung des Problems an die Verhandlungen zur Aufnahme Chinas in die WTO haben in den vergangenen Jahren zu einem recht intensiven polizeilichen, juristischen und propagandistischen Vorgehen der Behörden gegen diese [...]

Trotz mancher Änderungsvorhaben, Verbesserung und Denkweisen, z. B. das Verwaltungsprozeßrecht, wonach der Bürger bei der Verletzung eines seiner Rechte eine Verwaltungsbehörde verklagen kann (etwa Vermögen, Freiheit der Person, Gewerberecht usw.), ist angesichts der Lage des Rechtssystems und Rechtspraxis die Frage aufzuwerfen, ob es in China überhaupt ein sozio-kulturelles und politisches Umfeld für eine grundlegendere Änderung der Menschenrechtspraxis gibt. Nach chinesischer Vorstellung erlangt der Mensch erst in seiner gesellschaftlichen Rolle seinen Wert. Menschenwürde ist keine Wesensbestimmung des Menschen überhaupt, sondern eine soziale Eigenschaft, die im gesellschaftlichen Leben erst erworben werden muß. Chinas Lösung zu dem Problem Menschenrechtsverletzung hängt nicht nur von der Entschlossenheit der Führung ab, sondern auch von den ethischen Grundlagen der chinesischen Gesellschaft. Schon die traditionelle chinesische Ethik kennt keine Menschenrechte, die Menschen waren nie gleichberechtigt. Während der Kapitalismus auf der Basis gleicher Rechtsbeziehungen unter den Marktteilnehmern funktioniert, die Menschen also gleichen Status haben und niemand gegenüber einem anderen rechtlich privilegiert ist, beruht die chinesische Ethik auf hierarchischen Kastensysteme. Der Ranghöchste kontrolliert die normalen Menschen, die diese Unterordnung gewohnt sind. Doch auch das Territorialproblem in Tibet hat in den letzten Jahren weltweite Aufmerksamkeit gefunden. Das seit 1950 in Form ethnischer Unterdrückung, massiver Beschneidung religiöser Freiheiten und gewaltsamen Versuchen zur sozialen und kulturellen Gleichschaltung, bleibt als Menschenrechtsproblem definitiv auf der Tagesordnung der internationalen Gemeinschaft. 5.2 Korruption und „Guanxi“ (Beziehungen) Über die Rolle von „guanxi“ (Beziehungsgeflechte) in Politik und Wirtschaft wurde bereits in den Punkten 3.1 Das politische System bzw. 4.2 Charaktermerkmale der chinesischen Kultur und deren Einfluß auf Geschäftstätigkeiten eingegangen. Trotzdem soll noch einmal darauf hingewiesen werden, daß vor allem die korrupten Praktiken der Chinesen auf heftige Kritik bei Ausländern stoßen. Mit der wirtschaftlichen Öffnung 1979 blühte gleichzeitig die Korruption auf. Die Regierung hat zwar in der Zwischenzeit massive Kampagnen zur Bekämpfung von Korruption eingeleitet. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 1999 wurden in [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Edith Mai 2000: Chancen und Risiken ausländischer Investoren im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen im Wirtschaftsraum China, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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