Chancen und Risiken der Produktion von Biodiesel aus der Sicht eines mittelständischen Produzenten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Harms-Ensink
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
- Bibliografie: ca. 68
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0644-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Harms-Ensink, Christian August 2007: Chancen und Risiken der Produktion von Biodiesel aus der Sicht eines mittelständischen Produzenten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Deutschland, Biodiesel, Marktanalyse, Biokraftstoff, Rapsölkraftstoff
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Diplomarbeit von Christian Harms-Ensink
Einleitung:
Der Klimawandel, weltweite Energieknappheit, steigende Energiepreise sowie Risiken der Versorgungssicherheit aufgrund politischer Unruhen und Naturkatastrophen lenken alternative Energieträger in die öffentliche Diskussion wie nie zuvor. Die Auseinandersetzung um die künftige Energieversorgung bestimmt zusehends die politische Debatte. Biokraftstoffe stellen dabei aus Sicht der Europäischen Union (EU) und ihrer Mitgliedsstaaten eine praktikable Alternative im Kraftstoffsektor dar, langfristig fossile Kraftstoffe zu substituieren.
Der in Deutschland bekannteste und auf breiter Basis markteingeführte biogene Kraftstoff ist Biodiesel. Unter Biodiesel wird im Allgemeinen der nach Pressung und Umesterung gewonnene Fettsäuremethylester (FAME) verstanden, auf dem der Fokus der Arbeit liegt. Vor dem Hintergrund produkteigener Umweltwirkungen im öko-politischen Kontext, neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen und einer erheblichen Produktionsausweitung, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit den vielseitigen externen Einflussfaktoren und ihren Auswirkungen auf den Biodieselmarkt. Untersuchungsziel der nachfolgenden Ausführungen ist es, zu prüfen, ob die momentanen Rahmenbedingungen des Biodieselmarktes in Deutschland zu weiteren Investitionen in die Produktion des biogenen Kraftstoffes berechtigen.
Gang der Untersuchung:
Anhand einer umfassenden Branchenanalyse zur Aufzeigung der Chancen und Risiken des Marktumfeldes sowie Auswertung unternehmensspezifischer Faktoren eines mittelständischen Produzenten, wird eine genauere Analyse der Biodieselbranche ermöglicht. Das Hauptaugenmerk dieser Analyse liegt hierbei auf den mittelständischen Produzenten, welche die Entwicklung des Biodieselmarktes durch ihre anfänglichen Investitionen entschieden gefördert haben. Hierbei stehen insbesondere die spezifischen Unterschiede zu großindustriellen Produzenten im Mittelpunkt der Betrachtung. Weiterhin wird anhand einer beispielhaften Deckungsbeitragsrechnung eines mittelständischen Biodieselproduzenten die unternehmensspezifischen Kosten und somit das generelle Absatzpotential analysiert und Implikationen für die strategische Planung des Unternehmens abgeleitet.
Ziel der Diplomarbeit ist es, angesichts der Abkehr einer steuerlichen Befreiung von Biodiesel und Pflanzenöl und des von der Bundesregierung gleichfalls vollzogenen Richtungswechsels zur Einführung eines verpflichtenden Marktanteils für Biokraftstoffe, relevante Informationen über aktuelle Entwicklungen im Biodieselmarkt zusammenzutragen und insbesondere die momentan kritische Lage kleiner und mittlerer Produzenten zu analysieren.
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Anhangsverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| A. | Einführung | 1 |
| I | Zielsetzung und Gang der Untersuchung | 1 |
| II | Entstehung des Biodieselmarktes in Deutschland | 2 |
| III | Aktuelle Rahmenbedingungen biogener Kraftstoffe | 5 |
| B. | Branchenanalyse | 8 |
| I | Rechtliche Rahmenbedingungen | 9 |
| 1 | Europäische Richtlinien | 9 |
| 2 | Deutsche Gesetzgebung | 10 |
| II | Produktmerkmale | 13 |
| 1 | Allgemeine Eigenschaften | 13 |
| 2 | Energiebilanz | 14 |
| III | Grundlegende Kennzeichen des Biodieselmarktes | 15 |
| 1 | Marktpotential | 15 |
| 2 | Marktstruktur | 18 |
| IV | Rohstoffbeschaffung | 19 |
| V | Absatzmärkte | 22 |
| VI | Substitutionsprodukte | 26 |
| 1 | Bioethanol | 26 |
| 2 | Biogene Gase | 27 |
| 3 | Synthetische Kraftstoffe | 27 |
| VII | Intensität des Wettbewerbes | 29 |
| C. | Unternehmensanalyse am Beispiel eines mittelständischen Biodieselproduzenten | 31 |
| I | Rohstoffbeschaffung | 31 |
| 1 | Rohstoffart | 32 |
| 2 | Rohstoffqualität | 33 |
| 3 | Rohstoffherkunft | 34 |
| 4 | Kontraktplanung | 35 |
| II | Produktionsprozess | 36 |
| 1 | Kennzeichen und Entwicklungen | 36 |
| 2 | Skaleneffekte | 39 |
| III | Absatzmarkt | 40 |
| 1 | Produktqualität | 40 |
| 2 | Preispolitik und Absatzwege | 41 |
| 3 | Alternativprodukt Rapsölkraftstoff | 42 |
| IV | weitere Kriterien der Unternehmensanalyse | 43 |
| 1 | Lagerhaltung | 43 |
| 2 | Standort | 44 |
| 3 | Kapitalbeschaffung | 45 |
| V | Kuppelprodukte | 46 |
| VI | Strategisches Schaubild der Biodieselproduktion | 47 |
| D. | Beispielhafte Deckungsbeitragsrechnung | 50 |
| I | Einführung und Rechnungen | 50 |
| II | Auswertung und Implikationen | 54 |
| E. | Fazit und Ausblick | 57 |
| Anhang | 59 | |
| Literaturverzeichnis | 65 |
Textprobe:
Die EU-Biokraftstoffrichtlinie hat dazu beigetragen, dass weitere EU Mitgliedsstaaten Förderprogramme für die Produktion und Verbrauch von Biokraftstoffen, wenn auch in höchst unterschiedlichem Maße, umgesetzt haben. Bisherige Richtlinien der EU- gekennzeichnet durch einen großen Spielraum in der nationalen Umsetzung- wurden bislang nicht erfüllt. Laut Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission könnten diese zukünftig durch rechtsverbindliche Zielvorgaben ersetzt werden, um das für 2010 gesetzte Biokraftstoffziel von 5,75% zu erreichen. Da schon im Jahr 2005 über 50% der in Europa produzierten Biodieselmenge aus Deutschland stammte, würden somit in den Staaten der EU 25 im Zuge der Erfüllung der Richtlinie und jeweiliger nationaler Biokraftstoffquoten weitere Absatzmärkte für deutsche Biodieselproduzenten entstehen, um das große Aufholpotential in der europäischen Biokraftstoffproduktion zu decken.
Um die Marktpotentiale und Absatzchancen von Biodiesel darzustellen, ist es notwendig die mögliche Substitutionsmenge mineralischen Dieselkraftstoffes durch Biodiesel zu analysieren. Dabei wird deutlich, dass eine Steigerung des Beitrages von Biodiesel zur Kraftstoffversorgung von mehreren Faktoren begrenzt wird, zugleich aber - durch eine kontinuierliche Verbrauchssteigerung des direkten Substituts Diesel in den letzten 25 Jahren- potentiell steigende Absatzchancen vorhanden sind. Laut Angaben des MWV steht einem zwar sinkenden Verbrauch und geringeren Fahrleistungen von Fahrzeugen eine Verdopplung des Dieselanteils an der bestehenden Fahrzeugflotte gegenüber. Dieser Trend zum vermehrten Dieselverbrauch steigert damit sowohl die gesetzlich festgelegte Beimischungsmenge von Biodiesel in jedem Liter mineralischen Dieselkraftstoff als auch die Zahl potentieller Abnehmer.
Einen entscheidend begrenzenden Faktor für die Weiterentwicklung der Biodieselwirtschaft stellt die Rohstoffversorgung dar. Generell konkurrieren die Nahrungs- und Futtermittelproduktion, die Biomasseproduktion für stoffliche sowie verschiedene energetische Verwendungen, andere Landschaftsnutzungsformen und der Anbau von Biokraftstoffen um die gegebene Ackerfläche in Deutschland, die seit Jahren weitestgehend konstant ist und nicht beliebig für den zusätzlichen Anbau zur Biokraftstoffproduktion ausgedehnt werden kann (Vgl. Kap. B IV). Die Begrenzung des Rohstoffpotentials für die Biodieselproduktion auf inländischer und europäischer Ebene führt daher konsequenterweise zu einem Anstieg der Importe pflanzlicher Öle und Biodiesel. So entsprechen die im Jahr 2007 laut BioKraftQuG beizumischenden 1,5 Mio. t Biodiesel in etwa der Produktion des gesamten deutschen Anbaus von Non-Food-Raps. Jeder zusätzliche Liter Biodiesel wird rein rechnerisch aus importiertem Soja-, Palm- oder Rapsöl hergestellt. Bei einem Abbau der Importbarrieren im Zuge der stattfindenden Liberalisierung des Handels mit Bioenergierohstoffen muss sich die Produktion von Energiepflanzen und Biokraftstoffen in Deutschland zunehmend einem internationalen Wettbewerb stellen, in dem die Beschaffung von preiswerten Rohstoffen den stärksten Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens haben wird.
Festzuhalten bleibt im Hinblick auf die untersuchungsleitende Fragestellung, dass der Anteil an biogenen Kraftstoffen am Gesamtmarkt nicht vorwiegend von marktwirtschaftlichen Grundsätzen bestimmt, sondern von staatlichen Eingriffen über Subventionen oder Zwangsmaßnahmen gesteuert wird. Dieser staatlich initiierte Wachstumsmarkt kann daher, wie die aktuellen Rahmenbedingungen verdeutlichen, innerhalb kürzester Zeit durch Änderung nationaler Energie- und Umweltpolitiken an Wachstumsdynamik verlieren und so die ohnehin hohe Volatilität des Kraftstoffmarktes weiter erhöhen. Wie erläutert bleibt aufgrund einer steigenden Attraktivität der Biodieselproduktion auf internationaler Ebene und geringer Markteintrittsbarrieren die Gefahr des Markteintritts neuer Marktteilnehmer hoch. Es ist zudem schwierig, das globale Angebotsverhalten an Rohstoffen für den zukünftigen Bedarf des Biokraftstoffmarktes vorherzusagen und somit den europäischen Anteil am Weltmarkt zu bestimmen. Ebenso ist unklar, welcher Anteil der nationalen Biokraftstoffpläne durch Ethanol, Biodiesel oder andere Optionen erfüllt wird bzw. wie hoch der Anteil von Importen oder nationaler Produktion zur Erfüllung dieser Pläne sein wird. Daher muss dieser neue, verflochtene und risikobehaftete Markt erst eine gewisse Grundtendenz entwickeln, um langfristige Investitionen in die lukrativsten und sinnvollsten Produktbereiche fließen zu lassen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836606448
Arbeit zitieren:
Harms-Ensink, Christian August 2007: Chancen und Risiken der Produktion von Biodiesel aus der Sicht eines mittelständischen Produzenten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Deutschland, Biodiesel, Marktanalyse, Biokraftstoff, Rapsölkraftstoff



